Das liegt unter anderem auch daran, dass Kommunikation entweder nicht mehr schriftlich oder aber in Form von Messenger-Texten stattfindet, in der für gewöhnlich auf Orthographie und Interpunktion keinen Wert gelegt wird. Wenn das 90% meines Schreibens ausmacht, ist völlig klar, dass sich das dann auch in den Klausuren widerspiegelt. Hinzu kommt, dass man keine anspruchsvollen Texte oder gar Literatur liest, die einem ggf. noch als sprachliches Vorbild dienen könnten.
Das sieht man nicht nur bei Jugendlichen sondern auch zunehmend bei Erwachsenen.
Die Prüfungsordnungen geben uns die Möglichkeit, in der Oberstufe hierfür die Endnote um bis zu zwei Notenpunkte abzusenken (maximale Absenkung nach Punktabzug in Sprachpunkten und Abzug wegen zu vieler sprachlicher Verstöße selbst bei Kombination beider Abzüge). Ich frage mich, wie viele KollegInnen das tatsächlich konsequent durchziehen. Dann würde aus einer inhaltlich und methodisch ausreichenden Leistung ganz schnell eine defizitäre Leistung. Und spätestens dann müssen die SchülerInnen entweder etwas tun oder bekommen ihren Abschluss nicht.