Beiträge von Bolzbold

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    Nicolla schrieb am 06.06.2006 17:43:
    Ich hole diesen thread mal nach oben, weils mir grad nicht so gut geht. Wie geht Ihr denn damit um, wen Ihr Liebeskummer habt ( oder andere seelische Sorgen), aber trotzdem Unterricht planen und durchführen müßt, als wäre alles supi? Seufz.....

    Das ist in der Tat ein Problem. Arbeit lenkt zumindest mich eine zeitlang ab, so dass Arbeit eigentlich sogar eine willkommene Abwechslung vom Trübsal blasen ist.
    Ich bin momentan auch nicht wirklich glücklich, aber dafür können die Schüler ja nichts - im Gegenteil.
    Es muss ja nicht alles supi sein, aber die Arbeit muss halt getan werden. Diesen Rest an Konsequentheit oder Pragmatismus muss man sich wohl bewahren.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo AK!

    Dass die Schüler über ihre vermeintlichen "Rechte" bestens Bescheid wissen, diese Erfahrung haben wir ja alle sicherlich schon einmal gemacht.

    Bei den 5-Minuten-Pausen würde ich das so handhaben:
    Wenn die Schüler pünktlich da sind und Du pünktlich anfangen kannst, dann kann auch eine Pause zwischen der Doppelstunde sein. Wenn sie zu spät sind bzw. wenn das Weitermachen nach der Pause nur zögerlich klappt, muss es eben ohne die Pause gehen.
    Das kann man mit den Schülern aber aushandeln - für gewöhnlich sind sie da für Kompromisse offen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    zaubermaus schrieb am 27.05.2006 15:19:
    Hallo,
    was haltet Ihr vom Trinken (Wasser) während des Unterrichts?
    Ich finde es gut. Bin auf eure Meinungen gespannt.

    Hallo!

    Im Grunde habe ich da auch nichts gegen, wenn Schüler im Unterricht trinken.
    Es sollte halt nur nicht in eine "Sauforgie" ausarten, wo alle ihre Getränke auf dem Tisch stehen haben, und das Öffnen und Schließen der Flaschen und sonstiger Behältnisse sowie diverse Trinkgeräusche inklusive Aufstoßen irgendwann den Unterricht stören - von umkippenden und den Nachbarn nass machenden Gefäßen etc. ganz zu schweigen.

    Bislang haben meine Schüler mich immer vorher gefragt, ob sie trinken dürfen, was daran liegt, dass sie es bei den meisten KollegInnen wohl nicht dürfen. Bislang habe ich auch nie nein gesagt.

    Gruß
    Bolzbold

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    Amanda schrieb am 27.05.2006 14:39:
    Dann formuliere ich es halt ein wenig anders: Der Inhalt des Buches ist deshalb wahr, weil Hunderte bzw. Tausende von Eltern, Schülern etc. aussagen, es sei wahr?
    Die Wahrheit einer Aussage hängt also davon ab, von wie vielen Leuten diese Aussage vertreten wird?
    Stell dir vor, man hätte vor Kopernikus eine Umfrage durchführen können zu der Frage, ob die Erde oder die Sonne im Zentrum der Welt steht ...

    Wie hätte die Mehrheit wohl geantwortet und warum?

    Mit freundlichen Grüßen

    Amanda

    Liebe Amanda,

    Dein Vergleich hinkt, das weißt Du aber sicher auch selbst.
    Kopernikus hat gegen ein Dogma ankämpfen müssen, das mit Wahrheit nichts zu tun hatte - die Kirche wollte bzw. konnte die Wahrheit nicht sehen.

    Bei den in dem Buch abgedruckten Schilderungen der Eltern bzw. der ehemaligen Schüler handelt es sich aber um persönliche Empfindungen und Einschätzungen. Dass diese subjektiv sind, bestreitet keiner.
    Wenn aber Dutzende, Hunderte, Tausende Eltern, Schüler etc. sich über schlechte Lehrer beschweren, dann muss man das erst einmal anerkennen.

    Diskussionen um Prinzipien der Wahrheitsfindung helfen uns da nicht weiter.

    Auf Deine abschließende Frage will ich mit einer Gegenfrage antworten und bei Deinem Vergleich bleiben:

    Willst Du die These, dass es keine Einzelfälle sind, nicht akzeptieren, nur weil es Dir nicht in den Kram passt?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Powerflower schrieb am 27.05.2006 14:07:
    Ich stimme völlig zu.
    Wieso reiße ich mir den A*** auf, wenn ich von übereifrigen Müttern mit extrem verengtem Blickwinkel mit den unengagierten Lehrern in einen Topf geworfen werde? Die liebsten Eltern sind mir die, die das Engagement der engagierten Lehrern würdigen. Schon mal was von "positiver Verstärkung" gehört, Lotte Kühn? Ich kaufe keines der beiden Bücher, lieber investiere ich das Geld in Bücher, aus denen ich wirklich was lernen kann, und in Bücher für meine lieben Schüler, die es verdient haben, dass ich mich für sie engagiere.

    Was den Kauf der Bücher angeht, so war bei mir der Grund sicherlich nicht die Hoffnung etwas Neues zu lesen.
    Wenn es aber von mehreren Seiten Kritik hagelt - berechtigter- oder unberechtigterweise, dann empfiehlt sich meines Erachtens dennoch eine Auseinandersetzung mit selbiger - und sei es nur, dass man in Erfahrung bringt, was alles so geschrieben wird.
    Etwas polemsich überspitzt könnte ich auch sagen, ich studiere die Strategien meiner Feinde, um mich gegen Angriffe zu wappnen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Amanda schrieb am 27.05.2006 12:49:

    Wieso nicht?
    Weil es in diesem Buch steht?

    MfG

    Amanda

    Nein, nicht WEIL es in diesem Buch steht sondern weil die Tatsache, dass Hunderte oder Tausende Eltern bzw. ehemalige Schüler sich darin wiedererkennen und ihre Erfahrungen an Frau Kühn geschickt haben, nicht wegzudiskutieren ist. Und falls das alles in dem Buch Lüge sein sollte, wie erklären sich die Rezensionen beim Knaur-Verlag bzw. beispielsweise bei Amazon.de?

    Ich denke, wir sollten als Lehrer auch die Augen aufmachen und uns zumindest der Möglichkeit stellen, dass es keine Einzelfälle sein könnten.

    Gruß
    Bolzbold

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    löwe schrieb am 27.05.2006 12:32:
    Hallo ihr,

    ich habe mich entschlossen nicht zu kommen. In letzter Zeit ist hier im Forum eine Gesprächskultur entstanden, die mir nicht recht gefällt. Damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen, von denen sich so viele (ich auch) genervt fühlen, sondern auch diese "20+1"-Grüppchenbildung, die mir das Gefühl gibt, mich auf der Feier eines festen Freundeskreises zu befinden, dem ich nicht angehöre.
    Nichts für ungut - aber das schließt andere aus, und deshalb bleibe ich dann lieber daheim - werde mich aber natürlich weiterhin im Forum tummeln.

    Einen lieben Gruß,
    löwe

    Liebe(r) Löwe!

    Über die Entwicklung der Gesprächskultur muss man sicherlich nicht großartig diskutieren - da wissen wir alle, wie das gelaufen ist.
    Was die Grüppchenbildung 20+1 angeht, so ist das eine sarkastische Reaktion auf die Bezeichnung "böse 20" (nicht Originalzitat, aber die eigentliche Einstellung des "Schöpfers" dieses Begriffes trifft es m.E. schon) eines uns allseits bekannten Users.

    Wieso Du Dich deswegen ausgeschlossen fühlst, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ein nicht unerheblicher Teil dieser 20+1 hat sich noch nie gesehen und würde sich, wenn denn alle von ihnen kämen, erst in Oberhausen kennenlernen.
    Natürlich gibt es einen festen Kern dieses Forums - diese Leute haben sich aber eben auf solchen Forentreffen kennengelernt und gehen eben entsprechend locker miteinander um.
    Sich ausgeschlossen fühlen ist die eine Sache - tatsächlich ausgeschlossen werden eine andere - schade, dass Du es nicht drauf ankommen lässt.
    Bislang waren die Treffen sehr lustig.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    philosophus schrieb am 27.05.2006 11:41:
    In dieser Absolutheit stimmt das nicht.
    Man kann zum Beispiel freiwillig aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden oder - das geht wahrscheinlich in sonst kaum einem Beruf - ein

    Sagte ich nicht mit "du gehst", dass man freiwillig ausscheiden kann? Das Sabbatjahr scheint für Lelaina ja auch nicht zu reichen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Lelaina schrieb am 27.05.2006 12:00:
    Versteh ich das soweit richtig? Sonst gibt es keine Möglichkeit? Was würde denn passieren, wenn ich mich entschließe ganz auszuwandern?

    Ich seh schon die bayrischen Gesetzeshüter vor mir, die mich aus Uruguay wieder einfliegen und mit Waffengewalt vor eine Schulklasse stellen...

    Natürlich wird Dich keiner mit Waffengewalt wieder nach Deutschland holen *lach*.

    Aber auswandern und dabei Beamtin bleiben geht eben nicht. Dann musst Du eben Deinen Dienst quittieren.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Leute!

    Ich habe mir gestern das neue Buch von Gerlinde Unverzagt alias Lotte Kühn gekauft und auch schon gelesen.
    Wie zu erwarten war, steht nicht viel Neues darin.

    Frau Kühn ist über den Medienrummel und die Resonanz, die sie mit ihrem ersten Buch erhalten hat, erstaunt. Sie hat nach ihren Aussagen Tausende Zuschriften erhalten, welche Kern des Buches sind.

    Das Buch selbst hat 10 Kapitel, in denen sie eine kurze Einleitung schreibt und danach zahllose Briefe und Emails veröffentlicht hat, die ihre Meinung bzw. ihre Darstellung im Lehrerhasserbuch belegen sollen (Möhrensuppen inklusive).
    Es entsteht der Eindruck, als gäbe es immer und überall in Deutschland schlechte Lehrer - das ist wohl auch per se erst einmal richtig. Es ist wohl auch nicht mehr wegzudiskutieren, dass es sich dabei nicht um bedauerliche Einzelfälle handelt.

    Ein Grundfehler in diesem Buch ist jedoch, Ansichten und Haltungen verschiedener Generationen und aus verschiedensten Jahrzehnten nebeneinander zu stellen. Wer nicht aufmerksam liest, wird den Eindruck bekommen, es sind nur schlechte Lehrer um uns. Die niemandem wirklich bekannte "Gesamtzahl", wie sie sich in ihrem Buch darstellt, muss aber relativiert werden, da von Großeltern, die über ihre eigene Schulzeit in den 1940ern berichten bis über die heutigen Eltern alles dabei ist.
    Das wesentliche Fazit ist also, dass es immer schon schlechte Lehrer bzw. als schlecht empfundene Lehrer gegeben hat.

    Was jedoch mittlerweile wirklich zu einem ernsthaften Problem wird, ist jedoch der Umstand, dass der Blickwinkel so auf die schlechten Lehrer bzw. auf die Schlechtheit der Lehrerschaft fixiert wird, dass ein Blick für die "guten" Lehrer bzw. für die überdurchschnittlichen oder gar herausragenden Leistungen anderer Lehrer gar nicht mehr möglich ist.

    Unsere Gesellschaft krankt daran, sofort alles tot zu reden und über alles zu meckern, aber eben nicht die Leistung Einzelner auch einmal offen zu honorieren.
    Insbesondere bei Lehrern ist man dann schnell dabei, die überdurchschnittliche Leistung mit dem hohen Gehalt und dem Beamtenstatus sowie den 12 Wochen Ferien zu relativieren.
    Was auch nicht gesehen wird bzw. schlichtweg ignoriert wird, ist dass wir Lehrer eine intrinsische Motivation für unseren Beruf besitzen müssen, da von Außen keine Leistungsanreize geschaffen werden. Natürlich nutzt das den schlechten Lehrern, weil diese so oder so bezahlt werden.
    Die guten Lehrer aber werden schlichtweg totgeschwiegen und in wesentlich stärkerem Maße als "Ausnahmen" dargestellt.

    Was hat Lotte Kühn also in diesem Buch geleistet?
    Sie hat viele Elternzuschriften veröffentlicht und damit gezeigt, dass offenbar viel zu viele Eltern und deren Kinder unter schlechten Lehrern zu leiden haben.
    Konstruktive Lösungen für uns Lehrer - außer die schlechten endlich aus dem Schuldienst zu entfernen - bietet sie nicht. Selten mal was Neues.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Lelaina!

    Über die Möglichkeiten einer Beurlaubung kann ich Dir leider nichts sagen - im Falle eines Auslandsaufenthaltes Deines Mannes könntest Du Dir aber überlegen, an eine deutsche Schule, die dann möglicherweise in der Nähe wäre, zu gehen.

    Aus dem Beamtenverhältnis "auszusteigen" wie Du es nennst, geht nicht.
    Wenn Du einmal auf Lebenszeit verbeamtet bist, kommst Du aus dem Laden so einfach nicht mehr raus - es sei denn Du gehst oder wirst gegangen, wenn Du straffällig wirst.

    Geschickte Familienplanung (so technisch, wie sich das jetzt auch immer anhören mag) könnte vielleicht helfen. Wenn Du ohnehin im Erziehungsurlaub wärest (falls Du ihn selber nehmen würdest) und die Kinder entsprechend nacheinander kommen, könntest Du sicherlich ins Ausland gehen und das Ende des Auslandsaufenthaltes mit dem Ende des Erziehungsurlaubs verbinden.

    Gruß
    Bolzbold

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