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SabineMo schrieb am 31.03.2007 13:27:
Huhu,
Naja, genau das ist doch das spannende....Wenn sie sich ueber Themen unterhalten, in denen die Kulturen sich eh nicht unterscheiden, dann ist es doch langweilig und was sollte das an neuen Erkenntnissen bringen? Meine Schueler sind ja in der Jgst. 11 und ich denke, dass sie dann schon in der Lage sind, sich sachlich zu verständigen, auch wenn sie den Standpunkt des anderen erstmal garnicht nachvollziehen können. Heikel finde ich das nicht. Eher gewinnbringend. Was könnte deiner Meinung nach passieren?
Reden wir von derselben Schülergeneration?
Nein im Ernst: Selbst meine 12er sind teilweise noch sehr klischeebehaftet - es stellt sich die Frage, ob hier wirklich ein gewinnbringender Austausch stattfinden kann.
Bestes Beispiel hierfür wäre das Thema "arranged marriages", das ich im Rahmen der Besprechung des Films "Bend it like Beckham" mit den Schülern diskutiert habe. Das entzieht sich teilweise einer Nachvollziehbarkeit. Genauso wie es trotz europäischer oder amerikanischer Vorbilder in den Medien für Inder mitunter immer noch fremd ist, vor der Ehe Beziehungen zu führen oder gar Sex zu haben.
(In Indien ist es immer noch ein heißes Eisen, ob bei Bollywood-Filmen geküsst werden darf oder nicht - derzeit ist die Antwort "nein").
Ich sehe die Gefahr, dass es zu keinem authentischen Austausch kommt, weil solche Email-Freundschaften gepflegt sein wollen - von beiden Seiten.
Ein Austausch der Kulturen muss auch nicht notwendigerweise über direkte, persönliche Kontakte erfolgen. Interkulturelles Lernen umfasst ja auch noch andere Bereiche.
So kann beispielsweise der Vergleich von shaadi..com und neu..de sehr amüsant und auch lehrreich sein.
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Wie gesagt - ich mache es gern. Mich nervt es, dass man ueber andere Kulturen im Unterricht spricht, die Schüler aber sowieso keinerlei Bezug zu dieser Kultur haben und diese meist hinterher genauso fremd ist wie vor der U-Reihe. DAher würde ich gern versuchen, das mal etwas anders zu machen und ich denke, dass gerade bei interkulturellen Themen ein Austausch sehr wichtig ist...Wer sonst sollte den SuS/uns erklären, wie Inder *ticken*, was sie denken und fuehlen, wenn nicht sie selbst?
Aber ja, ich sehe auch, dass es recht aufwändig ist...
Das ist im Grunde ein durchaus edler Anspruch, dem Du aber in der Realität nur schwer gerecht werden kannst. Stell Dir vor, Du würdest das bei möglichst vielen Themen so machen. Wieviele interessierte Epals im Ausland sollen denn dafür zur Verfügung stehen? Wenn ich da an Australien, Irland, Indien, Südafrika, USA etc. denke...
Was übrigens die Inder der zweiten oder dritten Generation angeht, so kennen die ihre Wurzeln meistens noch sehr genau (wieviele Inder aus GB inserieren just bei shaadi.com) und sind möglicherweise flexibler, wenn es um die Auseinandersetzung mit den Kulturen geht, weil gerade sie diese ja bei sich selbst tagtäglich führen. Hier wäre ja auch eventuell die englische Austauschschule, sofern vorhanden, eine sicherlich hilfsbereite Quelle. Da viele englische Schulen Austauschkontakte nach Deutschland haben, ist hier das Interesse größer und die Chancen sind größer, hier auch entsprechende Schüler mit indischem Hintergrund zu finden.
Ferner wäre ja auch noch die Frage zu klären, ob Deine Schüler wirklich ein dauerhaftes und ehrliches Interesse daran haben, mit indischen Gleichaltrigen regelmäßig in Kontakt zu treten.
Ich wünsche Dir trotz meiner Skepsis viel Glück und Erfolg bei Deiner Suche.
Gruß
Bolzbold