Beiträge von Bolzbold

    Zitat

    Bablin schrieb am 25.03.2006 13:39:
    Hallo, Bolzbold,

    ich würde es bedauern, wenn du der Meinung wärest, künftig könnten hier nur Banalitäten stehen, oder auch "nur", ich äußere in diesem Forum nur Banalitäten - . Ich finde, auch ohne Fallbeispiele habe ich gelegentlich etwas zu sagen.
    Bablin

    Ich habe keinesfalls gesagt, dass ich dieser Meinung bin bzw. eines Tages sein werde. Ich habe nur einmal ein Szenario ausgemalt, was passieren KÖNNTE. Es ist nicht zu übersehen, wie eine gewisse unterschwellige Angst davor sich breit macht und es ist nicht zu übersehen, dass es hier auch Abwanderungen gibt.
    Wenn wir ein reines Gewissen haben und in den Spiegel schauen können, brauchen wir vor nichts Angst zu haben.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Eliah!

    Also ich habe sowohl Show-Stunden als auch "solide" Stunden gehalten, die aber allesamt weniger nach dem Show-Effekt als nach dem, was wirklich dahinter steckte und noch viel mehr, was wirklich dabei herum kam, bewertet wurden.

    Das mit der Messlatte ist in der Tat ein Problem der Referendare untereinander, wenn man sich selbst diesen Druck macht. Manche FL fallen leider auf den Show-Effekt rein, andere sehen sehr gut hinter die Kulissen. Insofern kann man wohl nur sagen, dass das vom jeweiligen FL abhängt.

    Solide Stunden sind per se nicht schlechter - wieso auch? Wenn sie tiefgründig geplant sind und das Ergebnis am Ende stimmt, dann kann auch das wenigstens eine 2, wenn nicht eine 1 sein.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Bablin schrieb am 24.03.2006 23:57:
    Trotzdem sind natürlich Fallbeispiele von mehr oder minder gut bewältigten (Extrem-) Situationen immer wieder interessant. Ich sehe sie allerdings lieber in einem Fachbuch zu Problemlösungen als in einem öffentlichen Forum, wo sie von einer sehr unterschiedlichen Leserschaft sehr unterschiedklich aufgenommen werden können und teilweise wohl auch dazu dienen, Sensationslust und Vorurteile zu bedienen.

    Bablin

    Lieber Bablin,

    das mag einerseits richtig sein, andererseits lassen wir uns von der öffentlichen Meinung mittlerweile in diesem Forum viel zu sehr beeinflussen. Wer seine Sensationslust bedienen will etc., wird hier in diesem Forum so oder so etwas finden. Krass prophezeiht, wird dieses Forum also Deiner Argumentation folgend langfristig nur noch Banalitäten austauschen oder wie?

    Gruß
    Bolzbold

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    row-k schrieb am 25.03.2006 11:47:
    Bolzbold hat sich doch auch getraut, sein Erlebnis zu berichten. Nur Mut! Niemand (er)kennt Euch.

    Nun, row-k.

    wenn Du Dir mal fünf Minuten Zeit nimmst und mal ein wenig googlest, wirst Du a) wissen wer ich bin, b) wissen, an welcher Schule ich unterrichte und c) sogar ein Photo von mir finden.

    Da ich aber tagtäglich sozusagen in der Öffentlichkeit agiere - und sei es nur vor den 150 Schülern, die ich jeden Tag unterrichte, mache ich mir darüber keinen Kopf mehr.

    Gruß
    Bolzbold

    Liebe Anja!

    Natürlich ist das für Dich individuell eine blöde Situation. Soviel Verständnis man dafür auf der einen Seite haben kann, so wenig kann ein Studienseminar auf die persönlichen Belange aller Referendare eingehen.

    Die meisten Referendare würden bei einer von Dir genannten Ortskonstellation zwangsläufig umziehen. Da Du das für Dich ausschließt, musst Du wohl in den sauren Apfel beißen.

    Auch wenn ich mir an sich kein Urteil über Eure familiäre Situation erlauben darf, deute ich mal vorsichtig an, dass es im Grunde nicht Deine Aufgabe ist, neben dem Ref, das stressig genug sein wird, auch noch Deine Schwester zu betreuen, damit Deine Mutter Vollzeit arbeiten gehen kann. Das Ref. ist nämilich auch ein Vollzeitjob, wenngleich nicht annähernd entsprechend bezahlt.
    Es stellt sich außerdem die Frage, ob Du Dir den zusätzlichen Stress mit der Betreuung Deiner Schwester UND der Fahrzeit neben dem an sich schon ausreichend stressigen Ref. haben möchtest.
    Vielleicht setzt Ihr Euch noch einmal hin und diskutiert das durch.

    Ich bin weiterhin einmal so dreist und male ein Szenario in drei Jahren aus: Du hast Deine erste volle Stelle und wirst sehr wahrscheinlich umziehen müssen...

    ...nichts für ungut - ich denke halt langfristig.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Ihr Lieben!

    Meine ganz persönliche Erfahrung von neulich möchte ich nochmal als Ausgangspunkt nehmen für eine neue Diskussion.

    Tagtäglich begegnen uns Tausende von Schülern unterschiedlichster Herkunft, unterschiedlichster Sozialisation, mit unterschiedlichsten Biographien etc. etc.

    Frage an Euch:

    Was waren Eure bisherigen Extremsituationen und wie seid ihr mit den entsprechenden Schülern umgegangen? Ging es Euch danach gut? Hattet Ihr das Gefühl das Richtige getan zu haben?

    Gruß
    Bolzbold

    Lieber row-k,

    wie ich bereits sagte, ich kann mir grundsätzlich durchaus vorstellen, dass das funktionieren KANN.
    Im Falle von Gefahr im Verzug helfen wohlformulierte Sätze wohl auch kaum. Bei einer handfesten Prügelei würde ich somit auch anders reagieren.

    Nun, ich denke, zu dem Thema ist dann erst einmal alles gesagt, so dass ich den Thread dann mal schließe.

    (Verzeihung übrigens erfolgt )

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    row-k schrieb am 23.03.2006 21:43:
    Das bedeutet, dass wir im Unterricht solange höflich sind und diese Höflichkeit auch permanent einfordern, wie alles normal läuft.
    Läuft's schief, darf man nicht lange mit "Ruhe und Vernunft" arbeiten, sondern MUSS schnell und wirksam handeln. Weil sich Anwendung von körperlicher Gewalt verbietet, MUSS man, damit man verstanden wird, schnell und grob verbal dazwischenfahren.
    Das schockt solche Rauhbeine, denn genau DAS kennen sie von Lehrern nicht und erwarten es schon gar nicht. Du solltest dann ihre erschrockenen Gesichter sehen! Das Bewusstsein bleibt förmlich stehen.

    JETZT kannst Du normal mit ihnen weitersprechen, erst JETZT. NICHT vorher!

    Wollen wir uns weiter darüber unterhalten?

    Hmmm, da könnte etwas dran sein. So etwas ähnliches habe ich mir auch zumindest im Ansatz mal überlegt. Die Frage ist nur, was ein solcher Überraschungseffekt bei den zig unbeteiligten umstehenden Schülern bewirken mag.

    Nun ja, sollten die vier nochmal aufkreuzen und mir über den Weg laufen, habe ich ja dann immerhin zwei Verhaltensmöglichkeiten.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    row-k schrieb am 23.03.2006 18:21:
    Lieber Bolzbold,
    wenn Du alles "nicht nachvollziehen" kannst, dann nimm es doch einfach mal als die Erfahrung eines "langjährig kampferprobten" Kollegen, der es nur gut meint.

    Wer hatte denn das Problem? Du oder ich?

    Sollte ich Dir hier nur Beileidsbekundungen aufschreiben, wolltest Du nur so etwas?

    Lieber row-k!

    Nun mal sachte, ja?

    Ich konnte Deine Argumentation hinsichtlich der vom Eingreifenden (also wohl in diesem Szenario von mir) ausgehenden Gewalt nicht nachvollziehen. Unter nachvollziehen verstehe ich das gedanklich-logische nachvollziehen, was nicht gleichbedeutend mit Ablehnung ist. Wenn Du entsprechende Erfahrungen gemacht hast, ist es ja gut - statt jetzt gleich pampig zu werden könntest Du das ja anhand Deines Erfahrungsschatzes noch plastisch erläutern.

    Und noch etwas:

    Ich hatte im eigentlichen Sinne gar kein Problem. Ich habe nur eine Situation geschildert. Die Frage, ob ich richtig oder falsch gehandelt habe, wurde indirekt von Dir und nicht von mir aufgeworfen.

    Du musst doch nicht gleich so polarisieren, nur weil ich mich offenkundig gerade mal nicht so verhalte, wie Du es Dir vorgestellt hast.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    row-k schrieb am 23.03.2006 17:16:
    Hallo Bolzbold!
    Wenn der Gymnasiast mal ein solcher WAR, dann ist es eben NIE einer gewesen, also doch ein Prollo. Und wenn er schlägt, ist er erst recht einer. Darum kommst Du nur in dieser Sprache bei ihm an, statt dass Du gestelzte Worte platzieren kannst.
    Das allgemein bekannte Gerede von "auf Niveau herablassen" hat bei Gewalt oder Androhung derselben keinen Platz. Da MÜSSEN kurze Kommandos kommen, auf niedrigster Sprachebene. Sonst dringt nur Gewalt von Seiten des Eingreifenden durch und das wollen wir doch verhindern, oder?

    Ich würde das gar nicht mal als so gestelzt bezeichnen - aber egal, das ist halt Geschmackssache. Was das Niveau angeht, so kann man mit kurzen Kommandos (insbesondere, wenn man vier Halbstarken gegenübersteht) auch ganz schnell das Gegenteil erreichen. Die Argumentation, dass sonst nur Gewalt von Seiten des Eingreifenden durchdringt, kann ich insofern nicht ganz nachvollziehen.
    Im Interesse einer Deeskalation der Situation halte ich einen ruhigen aber bestimmten Ton für nicht minder wirksam (zumal mir vorher ja noch nicht wirklich klar war, was das für Prolls waren...).

    Egal.
    Ich mime dann mal den weisen Baum

    Gruß
    Bolzbold

    Ah, OK, das war mir irgendwie nicht so klar, dass Du noch Studentin bist.

    Nun, dann hast Du in der Tat eine schwierigere Position als beispielsweise Referendare oder fertige Lehrer.

    Das einfachste Mittel wäre, wenn die Klassenlehrerin den Schülern klipp und klar sagt, dass sie erwartet, dass sich die Schüler, wenn sie nur bei Dir sind, genauso (gut) benehmen wie bei ihr und dass entsprechendes Fehlverhalten der Schüler von Dir gemeldet wird und das Konsequenzen haben wird.

    Ansonsten hast Du in der Tat nicht viel Handhabe, denn an der Schule wird Autorität (leider) immer noch zu oft über das "Amt", das man innehält, geschaffen (und die Schüler erkennen mitunter auch nur das an) und weniger über die Persönlichkeit.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Finchen!

    Den einzigen Fehler, den Du machst, würde ich darin sehen, dass Du die Sache - so wie Du sie darstellst - auf Dich und Deine Person beziehst, d.h. Du es persönlich nimmst.

    Der erste Schritt, damit es Dir besser geht, besteht darin, den Fehler nicht ausschließlich bei Dir zu suchen. Die Schüler reagieren so, weil Du Lehrerin bzw. Referendarin bist - und nicht weil Du die Person Frau XYZ bist.

    OK, Selbstreflexion und Selbstkritik sind sicherlich wichtig und in unserem Beruf mehr als angebracht, aber ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass die Schüler aus welchen Gründen auch immer "einen schlechten Tag hatten"? Du schreibst, dass Du ja nicht die einzige bist, wo das passiert.

    Und noch eine Sache:
    Als Lehrer ist es sicherlich schön, von den Schülern gemocht zu werden bzw. zu wissen, dass die Schüler eine positive Meinung über Dich haben. Davon darfst Du Dich nicht abhängig machen. Im Zweifelsfall bist Du nun einmal der "Feind". Und als Lehrer ist man immer in den Augen von einigen Schülern ungerecht - Gerechtigkeit wird immer subjektiv empfunden, und es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man 100%ig gerecht sein kann.

    Zur Not lässt Du die Schüler eben einmal gegen die Wand bzw. ins offene Messer (= keine Vorbereitung mehr für Klassenarbeit) laufen. Dann werden sie es sich zweimal überlegen.

    Gruß
    Bolzbold

    Danke für Eure Worte.

    Was meine Frage an den Schläger angeht, row-k, so handelt es sich dabei um einen ehemaligen Gymnasiasten und keinen "Proll", bei dem man mit Deiner vorgeschlagenen Alternative vielleicht besser angekommen wäre. Und selbst dann muss man sich nicht auf das Niveau solcher Leute herabbegeben - insbesondere dann, wenn sie ohnehin keinen Argumenten zugänglich sind.

    Nein, ich nehme es mir nicht zu Herzen - wieso auch? Es war für mich nur ungewohnt, so etwas mal gesagt zu bekommen. Wie gesagt, ich habe all die Jahre immer damit gerechnet und mich gefragt, was ich dann wohl tun würde. Alles in allem fand ich meine Reaktion darauf ganz in Ordnung. ("Ach? Wenn einem die Argumente ausgehen, probieren wir es mit der rechtsradikalen-Schiene?")

    Und nebenbei habe ich ja auch verhindert, dass mein Schüler noch eine drauf kriegte. Ich denke, das ist das Wichtigste daran - und das war in der Situation auch meine primäre Aufgabe.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Sunny!

    Uns wurde seinerzeit gesagt, wir sollen den Gegenstand nur insoweit analysieren, wie er im Unterricht zum Tragen kommt und dabei auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten hinweisen (und ggf. dann in der Überleitung zum didaktischen Kommentar wie ihnen beizukommen ist).

    Gruß
    Bolzbold

    Heute bei uns an der Schule:

    Nach 32 Jahren meines Lebens als "Indo-Germane" (Halb-Inder, Halb-Deutscher) ist es also nun heute passiert. Ich bin zum ersten Mal in der Ausübung meiner dienstlichen Pflichten als Lehrer mit den Worten "Scheiß Immigrant, steig in den Flieger und flieg nach Hause" betitelt worden...

    ...dabei hat ursprünglich ein Schüler meines Geschichts-GKs nach dem Unterricht von einem ehemaligen Schüler eine auf die Nase bekommen (Nase vermutlich gebrochen), weil er es gewagt hatte, mit der Freundin des Schlägers auf dem Schulhof zu stehen und zu reden. (Der Schläger ist kein Ausländer). Natürlich erschien der eifesüchtige junge Mann nicht alleine sondern mit drei Mann Verstärkung. Nach dem Schlag auf die Nase verzogen sie sich dann, kamen dann aber wieder zurück - und trafen auf mich. Ich fragte den Schläger daraufhin, ob er nicht eine ander Art der Konfliktbewältigung für besser hielte. Tja, dann gingen den Herren die Argumente aus, und sie mussten auf scheinbar auswendig gelernte Phrasen zurückgreifen.

    Merkwürdig. Ich habe mich in dem Moment deutscher gefühlt als die vier zusammen...

    nachdenklichen Gruß
    Bolzbold

    Lieber Christian!

    Ich bin Geschichtslehrer und kann Deine Sorgen teilweise verstehen - auch ich habe derzeit drei Facharbeiten meines GK12 zu Hause, die ich ducharbeiten muss und benoten muss.

    Zentraler Kern einer Facharbeit ist neben der fachlichen Komponente vor allem die Komponente Selbständigkeit. Ich denke, es sollte in Deinem Familien- oder Bekanntenkreis sicherlich Menschen geben, die Deine Arbeit auf Rechtschreibung und Grammatik durchlesen.

    Von einem Lehrer hier im Lehrerforum indirekt zu erwarten, dass er Deine Arbeit auf fachliche Mängel kontrolliert, finde ich aus Deiner Sicht einerseits verständlich, aus meiner Sicht als Geschichtslehrer jedoch etwas dreist.

    Einmal angenommen ich würde Deine Arbeit jetzt komplett durchlesen, RS und GR verbessern und alle fachlichen Mängel oder Schwachstellen beseitigen. Du würdest vermutlich eine gute Note für Deine Arbeit bekommen - aber wäre es dann noch DEINE Arbeit - DEINE Leistung?

    Eine "sehr gute" oder auch "nur" "gute" Leistung setzt voraus, dass der Autor der Facharbeit dazu in der Lage ist, sich selbständig mit historischen Fakten auseinanderzusetzen, sie korrekt und präzise darzustellen und zu bewerten.

    Am besten gehst Du erst noch einmal selber die Arbeit auf fachliche Präzision hin durch - und hast die Literatur daneben liegen, damit Du nachschlagen kannst.

    Und noch etwas: Auch wenn ich nicht weiß, welche Note Du derzeit in Geschichte hast - manche Kollegen werden misstrauisch, wenn auf einmal jemand eine "perfekte Arbeit" abgibt.

    Gruß
    Bolzbold

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf row-ks Beitrag zum Thema Folgefehler verweisen.
    Im Kern hat er eigentlich nicht unrecht - nur die "Fachbereiche" sind doch deutlich unterschiedlich und die Argumente habe ich weiter oben ja schon dargelegt.

    Gruß
    Bolzbold

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    Enja schrieb am 18.03.2006 12:23:
    Hallo,

    gute Idee. Ich werde mal gucken, ob die Fachkonferenz da irgendwelche Beschlüsse gefasst hat. In den meisten Fächern ist das bei uns der Fall. Mit Mathe habe ich mich in der Beziehung bisher noch nicht befasst. Falls es keine Vorgaben gibt, könnte ich es anregen, welche aufzustellen.

    Die Fachkonferenz kann zwar Beschlüsse fassen, dennoch gibt es m.E. keine dienstliche Handhabe, die den Kollegen dazu zwingen könnte, eine Klausur auf die vereinbarte Weise zu korrigieren. Die Frage ist auch, ob die Fachkonferenz dem entsprechenden Kollegen dann Druck machen würde, falls er die Klausuren nicht entsprechend korrigiert.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Enja schrieb am 18.03.2006 10:29:
    Hallo,

    meine Tochter bekam gestern ihre Matheklausur zurück. Grundkurs. Nicht abwählbar. Da müssen sie alle durch. Der Schnitt lag bei 5,6 Punkten. Meine Tochter hat 9 Punkte. Von fünf Aufgaben hatte sie eine falsch durch einen Rechenfehler. Dafür gab es dann überhaupt keinen Punkt mehr. Sie trägt das mit Fassung. Passt bei ihr gut in die Reihe.

    Ihre beste Freundin dagegen hat 0 Punkte. Das ist schon heftig. Sie hat alle Aufgaben bearbeitet, aber immer irgendwo einen Rechenfehler drin. Punkte für die durchaus richtigen Lösungsansätze gab es überhaupt nicht.

    Ist das üblich?

    Grüße Enja

    Liebe Enja,

    ob das "üblich" ist oder nicht, kann Dir keiner von uns sagen, weil auch wir unterschiedliche Erfahrungen und Berichte darüber haben.

    Es gibt zwei grundsätzliche Bewertungsprinzipien in Matheklausuren.

    a) Nur die vollständig richtige (bzw. richtig gerechnete) Aufgabe gibt Punkte - sobald ein Fehler drin ist, gibt es keine Punkte.

    b) Rechenfehler werden als Folgefehler behandelt und nur mit Punktabzug "bestraft", so dass man dennoch auf eine halbwegs erträgliche Punktzahl kommen kann.

    Die Bewertungskriterien hängen im Wesentlichen vom Lehrer ab - erst im Zentralabitur gibt es verbindliche Bewertungsmaßstäbe - wobei immer noch der Lehrer die Klausur korrigiert.

    Version a) ist sicherlich eine pädagogisch nicht unbedingt motivierende Art und Weise, wenngleich das Ziel womöglich ist, die Schüler zum genauen Arbeiten zu bringen.

    Version b) ist pädagogisch sicherlich sinnvoller, weil Rechenfehler nunmal passieren, und wenn der Rest dann dennoch richtig ist (richtiger Lösungsansatz bzw. -weg etc), gibt es eben auch noch ein paar Punkte.

    Leider kann man gegen Bewertungen einzelner Klausuren zumindest in NRW nicht vorgehen (Ausnahme Abitur), weil sie keinen eigenständigen Verwaltungsakt darstellen. Lediglich eine Beschwerde bei der Schulleitung wäre möglich. Ob das den gewünschten Erfolg hat, wage ich zu bezweifeln, weil die Bewertungsmaßstäbe (leider?) immer noch jedem Lehrer selbst überlassen sind.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Super-Lion schrieb am 16.03.2006 23:06:
    Jetzt seh' ich ihn auch. Komisch.

    Gruß
    Super-Lion

    Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich JETZT einen neuen genommen habe, der nicht auf meiner Platte ist sondern irgendwo im Internet.

    Somit wäre wohl klar, dass lokal gespeicherte Avatare NICHT sichtbar sind.

    Danke trotzdem!

    Gruß
    Bolzbold

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