Beiträge von Bolzbold

    MrsX

    Das ist bei ihm eine "Typ"-frage.

    Er ist sehr schüchtern und still in der Schule. An sich ein lieber und netter Kerl, aber er kriegt keinen Ton raus und braucht eine halbe Ewigkeit, bis er mal einen Satz auf Englisch formuliert hat.

    Die ersten Klasusuren hatte er mit maximal 250 Wörtern abgegeben (im Vergleich schreiben die meisten 11er mindestens 500 und mehr / teilweise schreiben meine 8er 600 Wörter in EINER Stunde).

    Ich stehe im Grunde auf demselben Standpunkt wie Du, aber das wollte ich der Mutter nicht so knallhart am Telefon erwiedern.

    Das Jahr zu wiederholen brächte ihm nichts - weil das bei ihm keine "Stofffrage" ist.

    Gruß
    Bolzbold

    MrsX

    Die Konferenz ist am 19. Juni. Bis dahin habe ich aber keine Englischstunden mehr - aufgrund von einem Feiertag sowie einer Exkursion durch einen anderen Kurs.

    Was die Nachprüfung angeht:
    Die Mutter fürchtet, wenn der Junge in den Ferien sich dann nur auf ein Fach vorbereitet, die anderen Fächer vernachlässigt werden. Klingt für mich überzogen und unrealistisch - aber ich wollte dann darüber nicht auch noch diskutieren.

    Es geht ihr eben darum, dass wenn der Junge sich jetzt (nach zig Schüssen vor den Bug aufgrund mangelhafter Leistung) beständig reingehängt hat, es "schade wäre", wenn er die Versetzung nicht packen würde.

    Ganz ehrlich: Ich mag solche Argumente mit stark emotionalem Hintergrund nicht.
    Ich fühle mich irgendwie jetzt unter Druck gesetzt - immerhin das hat die Mutter geschafft.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Leute!

    Manchmal hasse ich meinen Beruf!

    Gerade hat mich eine Mutter angerufen und mich quasi angefleht, ihrem Sohn (Klasse 11) noch eine 4- in Englisch zu geben, weil er in Mathe eventuell auch eine 5 bekommen würde und damit nicht versetzt würde.

    Das Problem ist, dass ich eigentlich aufgrund des Notenbildes (die beiden SoMi-Noten und eine Klausur sind glatt 5, eine Klausur 4+) keine Möglichkeit sehe, dem Jungen noch eine 4- zu geben.

    Die Mutter (auch Lehrerin) berichtete mir daraufhin von den Anstrengungen ihres Sohnes in den letzten Wochen und wie sehr er sich über die 4+ und meinen positiven Kommentar gefreut habe. Sie erzählte, wie er sich reingehängt habe und wie er sich noch reinhängen werde.

    Jetzt findet sie es eben schade, wenn der Junge trotz all der Anstrengungen nicht versetzt würde. Eine 5 in M und eine in E würde eine Nachprüfung bedeuten.

    Gäbe ich dem Schüler aufgrund des Anrufs der Mutter jetzt noch eine 4- wäre das irgendwie aus meiner Sicht unprofessionell - abgesehen davon wäre es eine deutlichst pädagogische 4-.

    Ich habe ihr daraufhin gesagt, ich werde mit dem Mathekollegen reden und sehen, ob und ggf. was sich machen lässt. Eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen.

    OK, es ist das erste Mal, dass von meiner Notengebung das Weiterkommen eines Schülers abhängt - und es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben. Soviel ist klar. Aber ich weiß gerade so überhaupt nicht, was ich tun soll.
    Ehrlich gesagt tendiere ich zur 5.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Nicolla schrieb am 06.06.2006 17:43:
    Ich hole diesen thread mal nach oben, weils mir grad nicht so gut geht. Wie geht Ihr denn damit um, wen Ihr Liebeskummer habt ( oder andere seelische Sorgen), aber trotzdem Unterricht planen und durchführen müßt, als wäre alles supi? Seufz.....

    Das ist in der Tat ein Problem. Arbeit lenkt zumindest mich eine zeitlang ab, so dass Arbeit eigentlich sogar eine willkommene Abwechslung vom Trübsal blasen ist.
    Ich bin momentan auch nicht wirklich glücklich, aber dafür können die Schüler ja nichts - im Gegenteil.
    Es muss ja nicht alles supi sein, aber die Arbeit muss halt getan werden. Diesen Rest an Konsequentheit oder Pragmatismus muss man sich wohl bewahren.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo AK!

    Dass die Schüler über ihre vermeintlichen "Rechte" bestens Bescheid wissen, diese Erfahrung haben wir ja alle sicherlich schon einmal gemacht.

    Bei den 5-Minuten-Pausen würde ich das so handhaben:
    Wenn die Schüler pünktlich da sind und Du pünktlich anfangen kannst, dann kann auch eine Pause zwischen der Doppelstunde sein. Wenn sie zu spät sind bzw. wenn das Weitermachen nach der Pause nur zögerlich klappt, muss es eben ohne die Pause gehen.
    Das kann man mit den Schülern aber aushandeln - für gewöhnlich sind sie da für Kompromisse offen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    zaubermaus schrieb am 27.05.2006 15:19:
    Hallo,
    was haltet Ihr vom Trinken (Wasser) während des Unterrichts?
    Ich finde es gut. Bin auf eure Meinungen gespannt.

    Hallo!

    Im Grunde habe ich da auch nichts gegen, wenn Schüler im Unterricht trinken.
    Es sollte halt nur nicht in eine "Sauforgie" ausarten, wo alle ihre Getränke auf dem Tisch stehen haben, und das Öffnen und Schließen der Flaschen und sonstiger Behältnisse sowie diverse Trinkgeräusche inklusive Aufstoßen irgendwann den Unterricht stören - von umkippenden und den Nachbarn nass machenden Gefäßen etc. ganz zu schweigen.

    Bislang haben meine Schüler mich immer vorher gefragt, ob sie trinken dürfen, was daran liegt, dass sie es bei den meisten KollegInnen wohl nicht dürfen. Bislang habe ich auch nie nein gesagt.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Amanda schrieb am 27.05.2006 14:39:
    Dann formuliere ich es halt ein wenig anders: Der Inhalt des Buches ist deshalb wahr, weil Hunderte bzw. Tausende von Eltern, Schülern etc. aussagen, es sei wahr?
    Die Wahrheit einer Aussage hängt also davon ab, von wie vielen Leuten diese Aussage vertreten wird?
    Stell dir vor, man hätte vor Kopernikus eine Umfrage durchführen können zu der Frage, ob die Erde oder die Sonne im Zentrum der Welt steht ...

    Wie hätte die Mehrheit wohl geantwortet und warum?

    Mit freundlichen Grüßen

    Amanda

    Liebe Amanda,

    Dein Vergleich hinkt, das weißt Du aber sicher auch selbst.
    Kopernikus hat gegen ein Dogma ankämpfen müssen, das mit Wahrheit nichts zu tun hatte - die Kirche wollte bzw. konnte die Wahrheit nicht sehen.

    Bei den in dem Buch abgedruckten Schilderungen der Eltern bzw. der ehemaligen Schüler handelt es sich aber um persönliche Empfindungen und Einschätzungen. Dass diese subjektiv sind, bestreitet keiner.
    Wenn aber Dutzende, Hunderte, Tausende Eltern, Schüler etc. sich über schlechte Lehrer beschweren, dann muss man das erst einmal anerkennen.

    Diskussionen um Prinzipien der Wahrheitsfindung helfen uns da nicht weiter.

    Auf Deine abschließende Frage will ich mit einer Gegenfrage antworten und bei Deinem Vergleich bleiben:

    Willst Du die These, dass es keine Einzelfälle sind, nicht akzeptieren, nur weil es Dir nicht in den Kram passt?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Powerflower schrieb am 27.05.2006 14:07:
    Ich stimme völlig zu.
    Wieso reiße ich mir den A*** auf, wenn ich von übereifrigen Müttern mit extrem verengtem Blickwinkel mit den unengagierten Lehrern in einen Topf geworfen werde? Die liebsten Eltern sind mir die, die das Engagement der engagierten Lehrern würdigen. Schon mal was von "positiver Verstärkung" gehört, Lotte Kühn? Ich kaufe keines der beiden Bücher, lieber investiere ich das Geld in Bücher, aus denen ich wirklich was lernen kann, und in Bücher für meine lieben Schüler, die es verdient haben, dass ich mich für sie engagiere.

    Was den Kauf der Bücher angeht, so war bei mir der Grund sicherlich nicht die Hoffnung etwas Neues zu lesen.
    Wenn es aber von mehreren Seiten Kritik hagelt - berechtigter- oder unberechtigterweise, dann empfiehlt sich meines Erachtens dennoch eine Auseinandersetzung mit selbiger - und sei es nur, dass man in Erfahrung bringt, was alles so geschrieben wird.
    Etwas polemsich überspitzt könnte ich auch sagen, ich studiere die Strategien meiner Feinde, um mich gegen Angriffe zu wappnen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Amanda schrieb am 27.05.2006 12:49:

    Wieso nicht?
    Weil es in diesem Buch steht?

    MfG

    Amanda

    Nein, nicht WEIL es in diesem Buch steht sondern weil die Tatsache, dass Hunderte oder Tausende Eltern bzw. ehemalige Schüler sich darin wiedererkennen und ihre Erfahrungen an Frau Kühn geschickt haben, nicht wegzudiskutieren ist. Und falls das alles in dem Buch Lüge sein sollte, wie erklären sich die Rezensionen beim Knaur-Verlag bzw. beispielsweise bei Amazon.de?

    Ich denke, wir sollten als Lehrer auch die Augen aufmachen und uns zumindest der Möglichkeit stellen, dass es keine Einzelfälle sein könnten.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    löwe schrieb am 27.05.2006 12:32:
    Hallo ihr,

    ich habe mich entschlossen nicht zu kommen. In letzter Zeit ist hier im Forum eine Gesprächskultur entstanden, die mir nicht recht gefällt. Damit meine ich nicht nur die üblichen Verdächtigen, von denen sich so viele (ich auch) genervt fühlen, sondern auch diese "20+1"-Grüppchenbildung, die mir das Gefühl gibt, mich auf der Feier eines festen Freundeskreises zu befinden, dem ich nicht angehöre.
    Nichts für ungut - aber das schließt andere aus, und deshalb bleibe ich dann lieber daheim - werde mich aber natürlich weiterhin im Forum tummeln.

    Einen lieben Gruß,
    löwe

    Liebe(r) Löwe!

    Über die Entwicklung der Gesprächskultur muss man sicherlich nicht großartig diskutieren - da wissen wir alle, wie das gelaufen ist.
    Was die Grüppchenbildung 20+1 angeht, so ist das eine sarkastische Reaktion auf die Bezeichnung "böse 20" (nicht Originalzitat, aber die eigentliche Einstellung des "Schöpfers" dieses Begriffes trifft es m.E. schon) eines uns allseits bekannten Users.

    Wieso Du Dich deswegen ausgeschlossen fühlst, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ein nicht unerheblicher Teil dieser 20+1 hat sich noch nie gesehen und würde sich, wenn denn alle von ihnen kämen, erst in Oberhausen kennenlernen.
    Natürlich gibt es einen festen Kern dieses Forums - diese Leute haben sich aber eben auf solchen Forentreffen kennengelernt und gehen eben entsprechend locker miteinander um.
    Sich ausgeschlossen fühlen ist die eine Sache - tatsächlich ausgeschlossen werden eine andere - schade, dass Du es nicht drauf ankommen lässt.
    Bislang waren die Treffen sehr lustig.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    philosophus schrieb am 27.05.2006 11:41:
    In dieser Absolutheit stimmt das nicht.
    Man kann zum Beispiel freiwillig aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden oder - das geht wahrscheinlich in sonst kaum einem Beruf - ein

    Sagte ich nicht mit "du gehst", dass man freiwillig ausscheiden kann? Das Sabbatjahr scheint für Lelaina ja auch nicht zu reichen.

    Gruß
    Bolzbold

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