Also ich stelle natürlich auch fest, dass ich einige SchülerInnen mehr und andere weniger mag. Das ist ja umgekehrt nicht anders. Wenn Menschen aufeinander treffen, können sie sich entweder "riechen" oder eben nicht. Das gilt ebenso für das Lehrer-Schüler-Verhältnis.
Was ich jedoch ganz bewusst zu vermeiden versuche, ist, dass das in die Note mit einfließt. Natürlich kann ich mich von unbewussten Mechanismen nicht freisprechen, wenn man jedoch weiß, wie die Sympathie den Blick trüben kann, dann kann man sich einigermaßen davon befreien.
Ich habe aus eigener Erfahrung schon festgestellt, dass ich kein Problem damit habe, einem Schüler eine gute oder sehr gute Note zu geben, wenn die Leistung stimmt. Da ist mir meine Sympathie oder Antipathie völlig wurscht - und das gilt für beide Richtungen. Schüler, die ich mag, können genauso eine fünf bei mir bekommen wie Schüler, die ich nicht mag, eine eins bekommen können.
Das teile ich allen meinen Schülern zu Beginn eines jeden Schuljahres explizit mit, damit sie wissen, woran sie sind. Das macht aus meiner Sicht viele Schüler authentischer, sie schleimen weniger, sagen dafür aber auch mal ihre Meinung. Letzteres ist auch gut so - jeder Schüler bei mir weiß, dass man für das sagen der eigenen Meinung über mich als Lehrer keine bessere oder schlechtere Note bekommt.
Gruß
Bolzbold