Beiträge von Bolzbold

    Und gerade die gebildeten KollegInnen sollten doch wissen, dass gerade radikale und vermeintlich heilsbringende Versprechungen noch weniger eingelöst werden (oder wurden) als die Wahlversprechen der anderen Parteien. In der Gesamtbetrachtung des Parteiprogramms der AfD bzw. der Aussagen einiger Mitglieder dieser Partei ist für mich zweifelsfrei erwiesen, dass diese Partei, käme sie eines Tages in eine Regierung, die größte Tragödie Deutschlands seit dem Dritten Reich darstellen würde.

    Dass jemandem, der seit Jahr und Tag unter der Flagge "Schule ist schön ... und macht Spaß" unterwegs ist, im gegebenen Zusammenhang nichts auf-und einfällt, wird hier kaum jemanden wundern.

    Trau dich mal einen Schritt weiter... und lass das unterkomplexe Denken hinter dir...

    Natürlich, er will es nur nicht wahr haben. Ich dann übrigens auch nicht.

    So kann man den Zweifel säen, ohne sich selbst aus der Deckung zu trauen. Dann denk Du doch für Frosch und bitte auch für mich mal komplex. Wir können es anscheinend ja nicht...

    Das verstehe ich sehr gut. Gerade weil ich selbst schon so viel durchgemacht habe, könnte ich aber niemals kampflos aufgeben (und als schwerbehinderte Lehrkraft bin ich auch nicht das, was eine AfD sich im Schuldienst wünscht, selbst wenn sie darüber hinwegsehen würden, dass ich keinen ausreichenden Arierstatus nachweisen könnte mit einer kroatischen Uroma und mit einem Muslim verheiratet war). Damit würde ich alles verraten woran ich glaube und wer ich bin, wovon ich überzeugt bin inklusive dem, was ich für mich daraus gelernt habe, wie die NSDAP an die Macht gekommen ist und was man meines Erachtens deshalb gerade von heutigen Beamtinnen und Beamten erwarten muss.

    Wir sind auf das GG vereidigt, nicht auf eine aktuelle Landesregierung und können nicht mal eben entlassen werden, wenn wir dieses schützen und verteidigen. Das dürfen wir nicht vergessen, denn das erlaubt uns auch von innen heraus ein KM zu bekämpfen, das rechtsradikale Positionen propagiert. Wir können eine mächtige Waffe sein zum Schutz des GG- vor allem, wenn wir den Mut und die Kraft in uns finden, nicht nur für unser direktes persönliches Wohlergehen zu kämpfen, sondern auch für das kommender Generationen.

    Dafür wäre ein "Danke"-Pokal als Reaktion viel zu wenig.

    Es ist richtig, was Du schreibst. Mich würde interessieren, wie viele sich von uns denn dann genau SO verhalten würden, wie Du es geschrieben hast, und wie viele von uns es der Beamtenschaft, die den Übergang zum Dritten Reich erlebt hat, gleichtun würde. Das kann man hier und in diesem Thread niemals feststellen - und ich hoffe, dass wir niemals in eine Situation kommen werden, in der diese Frage auf diese oder auf eine andere Art und Weise beantwortet werden wird.

    Fällt euch eigentlich auf, dass ihr hier - wie schon in dem Thread, den kürzlich Herr Rau gestartet hat - in einer Echoblase diskutiert? Ihr könnt noch 100 x irgendjemanden irgendwas unterstellen, wahrscheinlich schreibt in diesem Forum zur Zeit nicht eine einzige Person, die überhaupt die AfD wählt. Ich hätte jemanden in "Verdacht", bin aber nicht so sicher, ob ich mich da eben doch irre.

    Der Thread war überhaupt nicht an irgendeine Person gerichtet, die die AfD wählen wollen könnte. Ganz im Gegenteil - er richtet sich so gesehen sogar primär an diejenigen, die sich in der jeweiligen Situation dann überlegen müssen, wie sie mit den neuen Gegebenheiten umgehen. Dass die AfD-WählerInnen eine solche Koalition womöglich begrüßen würden, ist für mich evident.

    Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

    Ich könnte mir vorstellen, dass der letzte Satz aus DeadPoets Beitrag auch auf viele Beamte, die die Machtergreifung (bzw. Machtübertagung) miterlebt haben, zugetroffen haben dürfte - mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Spuk eben nicht nach einer Legislaturperiode vorbei war.

    Die ausführliche Beschreibung von CDL hat mich ziemlich beeindruckt, nicht weil ich nicht davon ausgegangen wäre, dass CDL so "tickt", sondern weil das eine Betrachtungsweise ist, die ich in dieser Form so nicht auf dem Schirm hatte. Als Mensch mit 50% Migrationshintergrund bin ich in einer anderen Ausgangslage, so dass ich da sicherlich auch andere Befindlichkeiten an den Tag lege. Ich werde einmal darüber nachdenken, ob ich eine solche Position für mich vertreten könnte - zumindest solange ich nicht zur Zielscheibe eventueller Rechter werde.

    Hallo an alle.

    nehmen wir an, dass in einem beliebigen Bundesland eines Tages die erste schwarz-blaue Landesregierung an die Macht kommt.

    Was würdet Ihr dann tun?

    Würdet Ihr Euch weiter von einer zum Teil rechtsextrem regierten Land weiter alimentieren lassen?
    Würdet Ihr um Entlassung aus dem Dienst bitten?
    Würdet Ihr auswandern?

    Ich frage deshalb, weil es mich interessieren würde, ob der Beamtenapparat immer noch so handeln würde wie vor 90 Jahren, oder ob man bei gleichzeitiger Ungewissheit ob der künftigen Lebensbedingungen die entsprechenden Konsequenzen ziehen würde. Würden wir durch unser Handeln eine ganz andere Antwort auf die Frage unserer SchülerInnen geben, wieso man ein solches System unterstützen konnte, oder würden wir wie selbstverständlich im Unterricht Wasser predigen und privat Wein trinken?

    Ich gebe zu bedenken, dass die geltenden Gesetze und Vorschriften für Beamte davon ausgehen, dass diese befolgt werden und daher solche Situation eigentlich gar nicht auftreten sollten. Tun sie aber gleichwohl. Dann muss die vorgesetzte Behörde davon erfahren - und je nachdem, was vorgefallen ist, wird diese dann durchaus tätig.

    Wenn man die Schulleitungen höher besolden sollte, was sollten denn dann die Beamten in den vorgesetzen Behörden bekommen? (die ja auch Aufstiegspositionen für Schulleiter beinhalten)

    Da sollte man in der Tat einmal genauer hinsehen. Für NRW gilt beispielsweise folgende Besoldung:

    Die DezernentInnen in der Bezirksregierung sind in der Regel LRSD('), d.h. Leitende RegierungsschuldirektorInnen und bekommen A16. Wer von der Schulleitung ins Dezernat wechselt, wird somit nicht befördert und arbeitet lediglich in der vorgesetzten Behörde (=> Weisungsbefugnis).

    Die MinisterialrätInnen im Ministerium (das sind die Referatsleitungen) bekommen am Anfang ebenfalls "nur" A16, bis sie nach ein paar Jahren eine B2-Besoldung bekommen.


    Ansonsten funktioniert die Besoldung in der Verwaltung so, dass man bis A15 im Regelverfahren beurteilt und hochbefördert werden kann, sprich ohne Revision. (Natürlich bekommen die Vorgesetzten von der Arbeit ihrer Untergebenen faktisch täglich und unmittelbar etwas mit.)

    Du hast als A15/A16 eine größere Verantwortung.

    Das betrifft nicht nur die Leitung an sich sondern auch die Verfügung über Gelder und Personal (bis zu einem gewissen Grad). Im Schnitt bekommst du die A16 für die Verantwortung über Schüler/Kollegenzahl X und die A15

    Hat auch was damit zu tun das du gegenüber den A13er Weisungsberechtigter bist.

    Letzteres hängt von der Funktion ab. Weder ein/e 14er noch eine A15er ist per se weisungsbefugt gegenüber KollegInnen mit niedrigerer Besoldungsgruppe.

    Frau Feller plant die dauerhafte Einführung des Distanzunterrichts an Berufskollegs in NRW.

    https://www.land.nrw/pressemitteilu…ngen-fuer-einen

    Die Mitteilung ist jedoch recht vage. Gibt es ein KANN oder ein MUSS in Höhe von 20-40% des Unterrichts?
    Ist der Entwurf schon irgendwo veröffentlicht? Ich habe da nichts gefunden.

    Den findest Du dort, wo es am wahrscheinlichsten ist.

    Ministerin Feller: Wir schaffen die rechtlichen Voraussetzungen für einen innovativen digitalen Unterricht am Berufskolleg | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)

    Ja, dem dürfte so sein. Allerdings sind die Damen und Herren vom Personalreferat sehr erfahren darin, die Motivation von KandidatInnen auf Herz und Nieren zu überprüfen.

    Früher stand als weitere Information noch, dass die Beurteilungskompetenz nach zwei Jahren Abordnung an das MSB übergeht und die dann erfolgende Beurteilung Grundlage einer Personalmaßnahme (vulgo: Beförderung) sein kann.

    Kann aber nicht muss.

    Danke für die Antwort.

    Ich meinte dieses:

    Meine jetzige Chefin sprach auch von drei Jahren.

    Das MSB sucht aktuell eine/n PM für Referat 413. Im Ausschreibungstext bei Stella ist zu lesen "Abordnung zunächst für ein, höchstens für drei Jahre".

    Man rutscht nach einem Jahr Abordnung in eine so genannte "Nullstelle" an der Schule. Eine Rückkehr an die alte Schule wie auch eine Versetzung an eine andere Schule sind beides in Absprache mit der zuständigen BR möglich. Das MSB unterstützt einen dabei auch in der Regel.

    Es gibt bei der BR und bei den Kommunen mitunter Abordnungen, die regelmäßig und damit faktisch dauerhaft verlängert werden. Im MSB geht das nicht. Da müsste man sich dann schon auf eine Referentenstelle bewerben - dann kann man dort auch bleiben.

    Eine (sehr engagierte) Bekannte war jetzt für ein Jahr in der Behörde. Für sie war das wohl die Hölle, weil es praktisch nichts zu tun gab und die Arbeit darin bestand, diese Tatsache zu verschleiern.

    Das kommt immer darauf an, wo man arbeitet und welches Pensum man vorher gewöhnt war.

    Ich habe zwischendurch damit gehadert, nicht bleiben zu können. Gleichsam muss man sich dessen bewusst sein, dass ein Job in der Verwaltung eben etwas völlig anderes ist und Kreativität, Gestaltungswillen etc. gerade auf den unteren Ebenen - d.h. unterhalb der Gruppenleitungsebene - eher selten gefragt sind. Für mich, der ich mich aufgrund meiner "Künstleranteils" durchaus auch als Freigeist sowie rechts- und linksdenkend bezeichnen würde, war das schon eine Umstellung und mitunter befremdlich. Ich hatte jedoch das Glück, in einem Bereich zu arbeiten, wo zum einen ein klarer Gestaltungswille vorhanden war und wo selbst ein kleiner PM wie ich einer war, daran mitwirken durfte.

    Die Einblicke, die ich in das politische Ränkespiel und dessen Einfluss auf Entscheidungen im Bildungsbereich gewonnen habe, waren jedoch faszinierend und erschreckend zugleich. Ich muss gestehen, dass ich seitdem in Bezug auf die Bildungspolitik jeglichen Optimismus verloren habe, weil ich weiß, dass aufgrund der dem System innewohnenden Regeln und Gesetzmäßigkeiten nichts zu erwarten ist und eigentlich auch nicht erwartet werden kann.

    Vielen Dank, CDL. Ich denke, die Lektüre dieser Beiträge ist tatsächlich am effizientesten.

    Hier übrigens der direkte Link zu diesem Beitrag. Ab Seite 3 ging es in der Behörde los.

    Warum A15 für mich KEIN Karriereziel mehr ist - Forum rund um Schulleitung und Schulverwaltung - lehrerforen.de - Das Forum für Lehrkräfte

    Zwei Jahre nach Eintritt in die Behörde wird man dienstlich beurteilt. Danach kann man befördert werden. Die Abordnung wird jedes Jahr neu verlängert, so dass man bei Bedarf auch nach drei Jahren wieder zurück in den Schuldienst kann. Ob man sich nach drei Jahren in der Behörde zwingend für eine Fachleitung prädestiniert qualifiziert, ist eine andere Sache - immerhin ist man dann bis zu drei Jahre komplett aus dem Unterrichten raus.

    Zum Arbeitsalltag: Homeoffice ja, nach einer "Probezeit". Gleitzeit ja. Jede Minute wird gezählt
    Ich war auf die fast vier Jahre gerechnet bei unter 25% meiner bisherigen schulischen Arbeitsauslastung - aber es ist eben ein nine-to-five-Job. Das darf man nicht vergessen. Das Arbeiten an sich läuft auch deutlich anders - als PM ist man mit das kleinste Rädchen.

    Für mich war es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

    Die Diskussion hatten wir im Übrigen schon 2018 einmal.

    Gemeinsame Unterbringung von Begleitpersonen auf Klassenfahrt - allgemein - lehrerforen.de - Das Forum für Lehrkräfte

    Ich denke nicht, dass die konkrete Unterbringung rechtlich kodifiziert ist - individuelle Präferenzen müssen im Vorfeld der Buchung geklärt werden.

    Und ja, ich würde fehlende Einzelzimmer als Grund für die Weigerung angeben, weil Du nicht 24/7 Dienst schieben musst. Falls Du das selbst gebucht und damit ggf. verbockt haben solltest, ist das natürlich eine ganz andere Sache.

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