Ich denke, das Problem dürfte in der jeweiligen Auffassung dessen, was wir unter "sonstiger Mitarbeit" verstehen, liegen.
Welche Formen von Mitarbeit gibt es denn überhaupt?
- Melden und einen Beitrag abliefern.
- Nicht melden und auf Drannehmen durch Lehrkraft einen Beitrag abliefern.
- Präsentation von Referaten o.ä.
- Bearbeiten von Arbeitsaufträgen (ohne Melden und Vorstellen).
...
Vor diesem Hintergrund muss man nun im Rahmen seiner vorher kommunizierten Erwartungen und dessen, was die SchülerInnen effektiv "leisten", seine Noten geben.
Ich erinnere mich an eine Selbsteinschätzung zweier Schülerinnen aus der EPh noch während meines Referendariats.
Auf den Zetteln stand sinngemäß: "Nie gestört, immer da, Hausaufgaben immer gemacht - Note 3-"). Dass das für mich keine Grundlage für die Note "befriedigend" war, haben die Schülerinnen mit stillem Entsetzen zur Kenntnis genommen, dann aber, statt sich häufiger aktiv zu beteiligen, einfach keine Hausaufgaben mehr gemacht, weil es ihnen aus ihrer Sicht ja nichts gebracht hätte...
Es gibt KollegInnen an meiner Schule, die zumindest auf der Basis dessen, was sie mir erzählen, offenbar fast ausschließlich die Noten für die sonstige Mitarbeit auf der Basis des (Nicht)Meldens zu vergeben scheinen. Das mache ich anders (s.o.), aber natürlich ist das ein wichtiger Bestandteil der Note.