@drucker03 / Frage nach Klassenbüchern
Zitat
warum um Himmels willen liegen solche Daten nicht auf einem Zentralserver
Nun ja, ein weiteres Arbeitsfeld, dass bisher noch nicht genannt wurde, ist die Sicherheit / Erste Hilfe / Brandschutz, für die jeder Lehrer individuell zuständig ist, zudem werden die Jobs (Koordination etc.) auch an "Experten" im Kollegium vergeben.
Um die Frage zu beantworten:
Im Brandfall (oder auch nur bei einer Übung) soll das Klassenbuch mit aus dem Klassenzimmer genommen werden. Darin findet sich die Klassenliste und auch der Eintrag, welche Schüler an diesem Tage fehlen. Werden diese Informationen nur zentral in einer Datenbank eingetragen und versagt der Server im "richtigen" Moment, hat keiner eine Ahnung, welcher Schüler evtl. noch im Gebäude ist...
Um um zum Thema Arbeitszeiten zurückzukommen:
Es ist ja schon so einiges zur Belastung etc. geschrieben worden. Ich habe vor der Schule in einer Bank und in einer größeren Immobilienfirma gearbeitet. Der Vorteil in der freien Wirtschaft ist, dass man (häufiger) den Arbeitsplatz verlässt und die Arbeit dort lässt. Natürlich denkt man nochmal über x nach oder ärgert sich über den Kollegen y / den Chef. Aber das Ausmaß in der Schule ist ein ganz anderes.
(Vor kurzem sagte ich einer Klasse bei der Rückgabe einer Arbeit, dass ich diese nur hatte kurz zu Ende korrigieren wollen - und danach Abendessen. Nachts um 1 Uhr hatte ich dann aber doch keine Lust mehr zum Essen...)
Unsere Sekretärin meinte übrigens, dass sie nie Lehrerin sein könnte / wolle. Hauptgrund für sie war, dass sie ihre Blase nie so kontrollieren könne. Sie hatte beobachtet, dass wir vormittags eigentlich nie auf die Toilette gehen (weil wir keine Zeit dazu haben). Mir war das vorher noch nicht so aufgefallen, sie hat Recht. Ich muss vormittags aber auch nicht auf die Toilette, weil ich gar keine Zeit habe, um etwas zu trinken - dazu sind die "Pausen" zu kurz. (Nur in Pausen, in denen ich Aufsicht führe, komme ich dazu, ein Pausenbrot relativ in Ruhe zu essen - solange sich die Schüler benehmen und ich nicht von Schülern belagert werde, die dieses oder jenes auf dem Pausenhof besprechen wollen.)
Aber man lässt sich auf den Lehrerberuf nicht ohne Vorwissen / Vorwarnung ein. "Mein" Seminarleiter sagte in der allerersten Sitzung im Referendariat, dass ein großer Anteil der Lehrer mit den Füßen voran aus dem Lehrerzimmer getragen würde und die meisten nicht das reguläre Pensionsalter erreichen. Er mag etwas übertrieben haben, aber zu häufig habe ich genau das erlebt (noch im Schülerleben oder im Lehrerdasein).