Beiträge von Meike.

    Sorry, aber ist das jetzt euer Ernst?
    Die threadstarterin bekommt keinen geraden deutschen Satz geschrieben, wirklich in keinem einzigen Beitrag, so dass es nicht am Vertippen oder einer späten Nachtstunde gelegen haben kann, - das Ziel soll aber sein, Deutsch zu unterrichten. Und zwar bald, wenn das Studium sich jetzt dem Ende neigt.
    Und zweitens ist auch keine einziger gerader Gedanke zur Unterrichtsplanung zu finden - es ist noch nicht mal die Spur einer Vorstellung von Unterricht vorhanden.

    Ich krieg bestimmt wieder Haue für den Mangel an Diplomatie... aber ich bin nicht der Meinung, dass jeder Lehrer werden kann/muss. Und um Deutsch zu unterrichten, muss man vor allem erstmal sehr gut Deutsch können. Und dann zweitens irgendeine - am besten eine eher genaue - Vorstellung vom Unterrichten haben.

    Wenn der Stand der Dinge am Ende des Studiums ist, dass man nicht wirklich Deutsch spricht und zur Beziehung Lesen-Schreiben-Hören "keine 3 Sätze zusammenbekommt" - i.e. also auch google nicht bedienen kann und zu den absoluten basics nie was gelesen hat - dann weiß ich ehrlich nicht, ob das Helfen beim Entwurfschustern und Examensbestehen hier wirklich ein Anliegen sein kann...

    So, kloppt mich.

    Für Hessen... also vielleicht nicht ganz übertragbar: Am Anfang ist es ganz schön heftig - auch weil die Ausbildung ja so neben dem Unterricht herläuft, die Fälle aber gleich reingetrudelt kommen, auch wenn man mit dem entsprechenden Thema noch nicht vertraut ist. Die Ausbildung ist aber unglaublich bereichernd und hilft der eigenen Professionalität sehr - ich möchte keine Stunde davon missen.
    Die Arbeit, die dann reingesteckt wird, hängt im Umfang von der Schule / den Schülern ab. Das kann man so nicht vorhersehen. Außerdem gibt es Hoch- und Tiefphasen - bei uns ist es immer November/Weihnachten, dass ich kaum einen Tag ohne langes Beratungsgespräch oder mehrere habe - und die Wochen vor den Sommerferien. Dazwischen ist es mal ruhiger, mal weniger ruhig.
    Es hängt auch davon ab, wie sehr man sich freiwillig weiterbildet - ich habe feste Termine ("Dienstversammlungen") in meiner Gruppe, kümmer mich aber auch um weitere FoBi, die mich interessieren.
    Insgesamt sind das in den letzten, etwas routinierteren Jahren so um die 3-5 Stunden mehr pro Woche im Schnitt würde ich mal schätzen.

    Gegen sexuell übergriffige Erwachsene muss Anzeige erstattet werden. Alles andere finde ich undenkbar. Ich wüsste keinen Grund, warum das im Bereich Schule anders sein sollte als in "der freien Wildbahn".
    Ich kann auch nicht erkennen, was Unterschriftenaktionen etc bringen sollen - soll er statt an die andere Schule abgeordnet zu werden, lieber doch an der alten weitermachen? Oder einen gemütlichen Bibliotheksjob bekommen als "Strafe" für sein Verhalten?
    Das Schonen und Decken von sexuell übergriffigen Straftätern in Systemen wie Schule, Heim oder Arbeitsplatz ist eine schlimme Sache.

    Einzig wichtiges Kriterium ist m.E immer, dass die Opfer geschützt werden müssen.

    Aus der Ferne ist die Lage /der Aktionsradius schwer zu beurteilen - da man nicht weiß, ob und was die Eltern wissen/tun werden, wie die Beweislage ist, wo der 'Kollege' jetzt ist... Wenn es "keine Vorverurteilung" gibt, heißt das, er ist nach einem Gerichtsurteil zurück an der Schule und es gab einen neuen Vorfall? Oder wie? Ich kann mir das alles noch nicht so recht zusammenreimen.

    Ich bin darüber gar nicht verwundert. Die allermeisten Lehrer haben Träume von besserer Schule, die jeden Tag durch Unterfinanzierung und schlichte Vergackeierung durch Behörden/Entscheidungsträger kaputt gemacht werden. Desillusionierung bzw die absurd weit klaffende Lücke zwischen Anspruch auf Hochglanzpapier aus dem KM oder niedlichen Schriften aus der Uni und schulischer Realität ist quasi integraler Bestandteil des Lehrerdaseins.
    Es gibt Kollegen, die können das ganz gut "wegatmen" und solche, die verlieren dadurch Stück für Stück ihre Motivation oder ihren Humor.
    Ich glaube jeder, der etwas längere im Beruf ist, hätte statt der ständigen politischen und universitären Träumerei lieber endlich mal ein bisschen aktive Umsetzerei.

    Ich reagiere da inzwichen auch öfter mal ungehalten, wenn mir einer mit der neuesten Modellidee um die Ecke kommt, deren Sinnhaftigkeit wir alle sehr wohl sehen können, deren Umsetzbarkeit aber an finanziellen und zeitlichen Ressourcen hängt, die wir einfach verweigert bzw oft auch gekürzt (!) bekommen.

    Wir haben in der Uni auch dauernd nur gedanklich mit dem idealen Schüler aus der idealen Familie in der idealen Schule geplant. Huch, sind wir aber alle geerdet worden, als es dann in der unterrichtlichen Realität - bei mir in in einer bitterarmen Arbeiterstadt in Wales in einer Brennpunktschule - losging...
    Was genau ist der Zweck dieser Gedankenübungen? Wo helfen die uns im Beruf - ?

    War das - ie.e. diese Diskrepanz zwischen Realität und Papier - eigentlich jemals Teil der universitäten Ausbildung? Bei mir nicht. Warum nicht? Die Frage "Wie gehen Sie mit der Tatsache um, dass all die guten Ideen von Schule und was sie sein kann an Ihrer Schule nicht vorfinden werden? Was können Sie für sich an Strategien entwickeln, die sie in Ihrem Beruf trotzdem zufrieden machen? Wo und wie finden Sie ihre Nische? Was können Sie mit ihren Schülern zusammen in einem dysfunktionalen System an funktionalen Strukturen konkret entwickeln?" musste ich mir/uns selbst beantworten. Zum Glück konnte ich das für mich und gehe trotz allem gerne hin - ich weiß nicht, ob das jeder so kann. Die "Aussteiger- und Berufsalternativen-threads" hier im Forum lassen deutlich anderes vermuten...

    Diese threads empfhle ich mal als Textgrundlage für ein Seminar! ;) Nein, eigentlich nur ein halbes Augenzwinkern. Könnte wirklich fruchtbar sein.

    Zitat

    Original von Lieschen2011
    Zur Zeit geht ein Geist durch viele Schulen, der Jahresarbeitszeitkonto heißt. Weiß jemand dazu Genaues? Ich halte die Idee von "Gerechtigkeit für alle" für problematisch und nicht wirklich messbar.
    Müssten nicht mehr Lehrerinnen und Lehrer eingestellt und die Stunden insgesamt gekürzt werden?

    Für Hessen: hat nix mt Arbeitszeitgerechtigket zu tun... nur mal wieder so ein Firlefanz aus dem KM: http://www.gew-hessen.de/index.php?id=2…80a6c252815a130

    http://www.gew-hessen.de/uploads/media/GEW-Folder-Lak.pdf

    Zitat

    Trotz seiner ungewöhnlichen Lehrmethoden und frischen Ideen kommt Harald bei seinen Schülern nicht so recht an. Und die Tatsache, dass seine Chefin, Schulleiterin Sabine Mehrbusch, überaus attraktiv und nett ist, macht Haralds Situation nicht einfacher...


    Wieder eine der vielen, vielen 29jährigen attraktiven Schulleiterinnen, die ihr zweites Staatsexamen parallel zum Modeljob durchzogen und die ganzen lästigen langwierigen Beförderungsstufen qua Kompetenz und Brustumfang übersprangen - so wie wir es alle immer wieder erleben. ... :D

    Zitat

    Original von Sonnenkönigin
    einige kol meinte, dann dürfte man es halt nicht so genau nehmen?!


    Finde ich nicht in Odnung. Wir erwarten von unseren Schülern ja auch, dass sie es genau nehmen - und bewerten schlampige Arbeiten entsprechend. Im Falle schlampiger Arbeit hast du die SuS zu Recht auf der Matte stehen.

    In Hessen wüsst ich nicht wie das rechtlich gehen soll, "kurzen Prozess" zumachen: die Schritte, die die Behörde gehen muss, sind klar vorgegebn. Zu anderen Bundesländern kann ich nichts sagen.
    Ob nach einem Jahr (und der bei psychischen Problemen ja eigentlich immer langen Vorgeschichte in der Schule), der Prozess "kurz" genannt werden kann, weiß ich auch nicht. Langzeitkranke sind immer ein sehr diffiziles Problem: einerseits tun einem die Menschen mehr als leid, andererseits können sie die Schüler, Kollegen und die Arbeit so belasten, dass es nicht vor- und zurück geht. Das System sieht keine oder kaum Nischen vor, da die Lehrer nach Stundenbudgets zugewiesen werden - also Phasen, in denen ein kranker Kollege über lange Strecken zB. nur in Aufgaben "ohne Kundenkontakt" (Bibliothek, Administration, Sammlungen etc) eigensetzt werden kann. Das sind dann oft ganz tragische Geschichten.

    So schnell geht das nicht. Je nach Bundesland ist das ein langfristiges Prozedere, mit BEM und Wiedereinstiegserleichterungen etc, bis man vom Amtsarzt ans Versorgungsamt verwiesen wird, das dauert und folgt einer festgelegten Progression. Sie soll den örtlichen Scherbehindertenvertreter anrufen, der weiß das alles ganz genau.

    Meine Erfahrung ist, dass man die (Lehrer)persönlichkeit nur geringfügig ändern kann. Aber natürlich gibt es Handwerkszeug, auch solches, das Konsequenz erleichtert. Manche - nicht alle - lernen das anzuwenden.
    Nur: wenn sich jemand so dermaßen unglücklich in seinem Beruf fühlt wie du, noch bevor er ihn angefangen hat - macht das dann Sinn?

    Das Klischee "ahnungsloser Infolehrer" ist mir unbekannt. Bei uns sind das die, die programmierenderweise immer wieder Dinge möglich machen, die keiner geglaubt hätte (oder die die hessische Zwangsschulsoftware eigentlich nicht hergibt) - und gehen eher so in Richtung "abgedrehte Tüftler", die man ggf daran hindern muss, ihre Schüler (die aber zum Glück oft selber so abgedrehte Tüftler sind :tongue: ) zu überfordern. Excel habe ich noch nie als Unterrichtsthema gehört, das läuft meiner Erinnerung nach bei uns eher so nebenher unter "generelle Medienerziehung".

    Was steht denn (noch) im Lehrplan? Genau das würde ich dann den Referendar auch machen lassen. Wie es halt nunmal so ist im Unterricht - man macht vorranging den Lehrplan.... es geht ja eh nicht, dass einer sich nur auf ein Thema beschränkt.

    Und lass dem jungen Mann noch eine Chance: vielleicht entwickelt er sich ja noch? Manche wachsen ja am Tun!

    Wenn man Excel kann ist man schon Informatiklehrer? Cool! Sollte ich mich mal wegbewerben wollen, gebe ich das als drittes Unterrichtsfach an. Excel kann ich nämlich auch. :D


    (nach etwas Nachdenken: wie gehe ich dann aber nach erfolgreicher Wegberwerbung mit der Sitauation um, wenn ich mit'm Informatik-Leistungskurs in einen Raum gesperrt werde: "so jetzt machen Sie mal?" 8o )

    Zitat

    Original von Piksieben

    Ich hoffe, dass du dich im Vorstellungsgespräch nicht so einführst - alle sind schuld an deiner schlechten Note, nur du nicht. Das kommt gewiss nicht gut an.

    Vor dem Schluss "nicht so tolles Examen = verkannter/gemobbter begabter Individualist" warne ich auch eher.
    Im Großen und Ganzen hat das Examen schon was mit den fachlichen oder pädagogischen Fähigkeiten zu tun. Es gibt - und zwar durchaus auch einige! - Ausnahmen, aber es ist mitnichten so, dass man davon ausgehen kann, dass die Einserkandidaten die rückgratlosen Schleimer und die mit 3,8 die aufrechten aber verkannten Kämpfer sind.
    Es ist wie bei den Schülern: einige werden wegen unfähiger Kollegen oder seltsamen Umständen ungerecht benotet - aber im Großen und Ganzen spiegelt das Zeugnis auch die ungefähre Leistung der meisten ZU DIESEM ZEITPUNKT.

    Was aber mitnichten heißt, dass da kein Entwicklungsspielraum wäre. Bei den meisten.

    Ich kenne auch Kollegen mit eher schlechten Examen, die sich hervorragend in einem Kollegium/einer Schulgemeinde eingearbeitet haben und wertgeschätzter Teil des Betriebes sind. Die brauchten halt ein bisschen länger.

    Allerdings ist es meine Erfahrung, dass bei denen, die aus Gründen fachlicher Inkompetenz (die ja im Examen nur teils mitbewertet werden darf) eine schlechtere Note haben, das Problem bestehen bleibt und sich nicht viel tut, zumindest hier an der Oberstufe. Das führt dann auch zu hoher Berufsunzufriedenheit und Resignation. Für die Schüler auch nicht schön.

    Man muss halt ganz individuell hingucken und kann eigentlich nur Einzefallbetrachtungen machen. Und so halten das auch die meisten Schulleiter. Bei schulscharfen Ausschreibungen macht oft das Gespräch einen nachhaltigeren Eindruck als die Note. Es empfiehlt sich auch, beim Personalrat mal vorbeizuschauenund sich vorzustellen. Der kann nämlich ggf. ablehenen...

    Da die einser-Examen ja nun auch nicht so dicht gesät sind, haben in der Logik halt viele Kollegen ein Examen mit 2 oder 3 Komma gemacht. In jedem Kollegium gibt es sie. Also gibt es auch Srellen für Menschen mit 3.
    Meist läuft das dann so, dass man erstmal einen - ein paar Vertretungsverträge hat und sich so profiliert, das macht sich dann auch bei jeder neuen Bewerbung als Berufserfahrung besser, inclusive der Würdigungen, die man dann bekommt. Und dann klappt das schon irgendwann. Direkt nach dem Ref. eine Planstelle ist halt oft nicht. Das ist aber durchaus normal.
    (Mal davon ab: ich habe beide Staatsexamina mit 1 bestanden und hatte trotzdem erst 3 BAT-Verträge a je 1/2 Jahr, weil zu meiner Zeit eben die Lage so war - Einstellungsstopp für Beamte in meiner Schulart / Stadt. Kann auch passieren.) 3 Jahre später war Englisch das Mangelfach schlechthin - da hätte man mir vor genau jeder Schule den roten Teppich ausgerollt. Steckste nicht drin.
    Geduld und Engagement - dann wird das.

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