Beiträge von Hawkeye

    Hm,

    nach der Lektüre hie und da konnte ich mir jetzt rückwirkend etwas erklären....

    vor einem Jahr habe ich 6 Fortbildungen gegeben, bei dem nebenbei noch das Schulbuch, an dem ich mitschreibe, vermarktet werden sollte. Thema war etwas mit Methodik. Mein Schwerpunkt war dabei die universelle Verwendung der Mindmap im Geschichtsunterricht.
    Seit der ersten Fortbildung führte ich diesen Teil immer ein mit einer Formulierung: "Wissen Sie, manchmal gehe ich in meinen Unterricht und habe die Stunde nicht vorbereitet." Jedes Mal dasselbe: ein Raunen und ein Murmeln ging wellenmäßig durch den Saal. Von einigen aber auch ein beiläufiges Nicken.

    Aber die Aufregung, die dieses offene Bekenntnis hervor rief, hat mich innerlich immer zum Lachen gebracht. Wenn ich das hier aber lese....:D lache ich noch mehr.

    Also mein Geheimtipp: Mindmap.

    Für den Geschichtsunterricht unheimlich gut. Aufgabenstellung: Lies dir das Kapitel aufmerksam durch und gestalte zum Inhalt eine Mindmap. Danach: 45 Minuten Ruhe. Die Schüler arbeiten selbständig (ist das nicht das Ziel?).

    Alternativ: gestalte zu den Forderungen der Bauern ein Protestplakat.

    Alternativ: gestalte zu den Forderungen der Arbeiter ein Protestplakat.

    Alternativ: gestalte zu den Wortarten eine Mindmap.

    Vorbereitungszeit: 2 Minuten. (Man kann das Kapitel lesen, während die Schüle arbeiten)

    Lehrplanbezug: ja.

    Didaktischer Zugang: Freiarbeit

    Methodenkompetenz: ja

    Was macht der Lehrer währenddessen: AM PULT SITZEN....!

    Nein, ich schäme mich nicht. Bei uns kann man aus manchen Zimmern auf einen Wald schauen. Wenn zur Zeit der Wind da durch geht...hmmmm. Wunderbar.

    Mann.

    H.

    Gibts bei meiner Frau am Gym auch :D...Mittlerweile gilt das fast als Höchststrafe, weil sie dann mit einer wohl doch eher weichgespülten, verschnarchten, Gutmensch-Sozpäd-Tante reden müssen....:D

    Aber selbst ich, mit Jahrzehnten an Erfahrung und Nerven wie Stahl, schicke manchmal den Schüler einfach zum Direktor mit dem Hinweis, er möge dort seine Missetaten schildern und um eine gerechte Bestrafung bitten...Meist sehe ich dann diesen Schüler später beim Unkrautjäten vor dem Schulhaus ;)....mache ich natürlich höchstens ein bis drei Mal im Jahr...Vielleicht sollte ich dasselbe mal mit den Konrektoren ausprobieren ;)

    G.

    H.

    PS: erfahre grad, dass das System bei meiner Frau schon zusammen gebrochen ist...:D...d.h. es gibts nicht mehr.

    Zitat

    Original von Avantasia
    Ich halte solche Prüfungen zwar für eine gute Idee, mehr aber auch nicht. Schließlich könnte einer den Text schreiben und die anderen bräuchten nichts für ihre Note tun. Mobbing an den Schulen verbessert die Situation auch nicht. Und wenn erst in der Gruppe die Argumente erarbeitet werden und die dann aufgeschrieben werden, muss ein Schüler ja nicht einmal für die Klassenarbeit lernen (es soll ja lernfaule Schüler geben).

    Es kann aber auch sein, dass ich mir da zu viele Sorgen mache. Wie sind da die Erfahrungen?

    À+

    Also Erfahrungen:

    - Gruppennoten sind schwierig, aber ich halte oft dagegen, dass wir ihnen Teamfähigkeit etc. beibringen sollen und es doch aber nie benoten, komisch eigentlich (andere Erfahrung: man kennt seine Pappenheimer, kann bei einer solchen Aufgabe auch beobachten und entsprechen notenmäßig reagieren)

    - Mobbing? Davon habe ich bisher nichts gelesen hier...und es auch nicht gemeint

    - bei der Argumentation widerspreche ich dir: die inhaltliche Dimension kann ein Schüler ja ohnehin nicht "lernen", weil er, bei mir jedenfalls, das Thema vorher nicht kennt; und die formale Seite der Erörterung bringe ich ihm im Unterricht bei, bzw. muss er sie in meiner Form auch können, weil ja jeder allein für sich schreibt; ergo: das einzige, wo er "abguckt" ist die Diskussion...nun ja, bis er dann sitzt und schreibt...das liegt dann in seinem Ermessen und Können

    - in Projektschulaufgaben z.B., um das zu erweitern, benote ich nicht nur die inhaltliche Seite, sondern auch zwei weitere entscheidende Dinge: Sozialverhalten, Arbeitsverhalten - beides Dinge, die in einer Ausbildung o.ä. auch eine Rolle spielen, d.h. m.E. findet eine umfassendere Beurteilung des Schülers statt (Erfahrungswert: die Doofen aber Sozialen werden besser, die Klugen und Asozialen werden schlechter...das befriedigt mich mehr als das Suchen und Anstreichen von Rechtschreibfehler...(und bitte: ich nehme das Wort Objektivität nicht in den Mund), (weitere Erfahrung: die Endnoten waren bisher im Schnitt besser, aber es gab eben so viele 5er....6er gabs auch schon)

    Abschließend: es wird regelmäßig eine neue didaktische Sau durchs Dorf getrieben und manche von uns jubeln noch bei jeder von ihnen, wir machen Freiarbeit, Gruppenarbeit undwasweißichnoch...aber unsere Prüfungs- und Bewertungsarbeit ist noch aus der Jahrhundertwende (ich meine die 1900 ;) ); im Deutschen gilt der Aufsatz weitgehend noch als DIE Königsform dessen, was ein Schüler ablegen muss - in anderen Fächern pfercht man Schüler eine oder mehrere Stunden zusammen und gibt ihnen alle EINE Aufgabe (oder mehrere) und hinterher setzt man sich hin, streicht sich über den Bauch und ist zufrieden, weil man gerecht, objektiv, überprüfbar und scheißdraufwas korrigiert hat....ich finde, da ist irgendwas komisch...irgendwie.

    Grüße

    H. immer noch ot...

    Zitat

    Original von Liselotte

    Ich durfte selber als Schülerin in der Oberstufe 2 oder 3 mal eine Gruppenklausur schreiben.

    oh, und wie lief das ab? oder sollten wir einen neuen thread aufmachen mit dem thema: alternative formen der leistungserhebung?

    ich find da nichts schlimm dran. ich schreibe in sozialkunde schon diskussionsexen (=tests), d.h. sie diskutieren 5 minuten über ein thema und müssen sich dann still und getrennt schriftlich äußern - das würde ich gern bei einer schulaufgabe zur erörterung machen...projektschulaufgaben funktionieren auch ziemlich gut in allen jahrgangsstufen.

    aber da sind wir ja wieder ot...;)

    Zitat

    Original von Friesin
    bei Klassenarbeiten lege ich schon allergrößten Wert auf Nulltoleranz :D

    echt? ich wollte dieses jahr in der neunten mal eine diskussions-schulaufgabe schreiben...ehrlich...hab das mal neulich irgendwo gelesen, dass das geht...

    und....wie soll man eigentlich im stillen unterrichten?

    alles andere hängt von der arbeitsform ab oder aber wie gestört man selbst oder die schüler sind.

    bekam vorgestern ein nettes feedback von praktikanten, welche so in die richtung ging. sinngemäß meinte einer, er wäre überrascht mit wie wenig ermahnungen ich auskäme, dass ich nicht jede regung der schüler ahnden würde und es doch in meinem unterricht straffer und disziplinierter zuginge als bei kollegen (von anderen schulen), die wegen jedem bleistift, der runter fällt und jedem schülernebengespräch gleich maßnahmen ergreifen.

    sodele

    wieder alles klein geschrieben, mist.

    grüße

    h.

    dann musst du erstmal das hören: http://www.youtube.com/watch?v=wy-h28V4tjY

    Integrations Qualitäts Sicherungs Hochschule?

    Idioten Quer Sicherungs Halter

    Iltis Quälender Stink Hammer

    Irgendwie Quatsch Siebender Hempel

    Intim Quadtratischer Sau Hut


    Und das ist nur das, was mir nach 4 Stunden Konferenz einfällt....

    Zitat

    Original von Meike.
    Ich schmeiß mich weg!!! :D:D

    Und lasse mich nie mehr im Fach Detsch einsetzen. Ich möchte nicht am totalen Niedergang der Kultur allein schuld sein. Nein, nein.... :tongue:

    hm, man muss nur blättern und wieder lesen...mit den Schülern

    hi,

    ich habe in einen solchem fall mal 1500 euro investiert. dieselbe situation und kein ordentliches backup...persönliche bilder, unterrichtsmaterial....etc. 7 gb daten mussten rekonstruiert werden ;)...hat sich gelohnt...seitdem gibts stündliche backups (über mac kein problem :D)

    grüße

    und mein mitgefühl

    thomas

    ps: ich hab die rechnung von der steuer abgesetzt.

    Zitat

    Original von mauro09

    Das widerspricht nicht den schulrechtlichen Bestimmungen??

    Schule findet nicht in den Bestimmungen und der Schulordnung statt.

    Manchmal macht man einfach das, was gut funktioniert und allen Beteiligten ein gutes Gefühl vermittelt.

    grüße

    h.

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