Eine traurige, aber weise Entscheidung.
Zitat
Interessant wäre mal eine Sammlung von (rechtskräftigen!!!) Urteilen, durch die Lehrer in die persönliche Haftung für irgendwelche Vorkommnisse auf Klassenfahrten genommen wurden. Jeder kennt Horrorgeschichten von Lehrern, die für irgendwas verknackt werden, das auf einer Klassenfahrt passiert ist (Zeugung unehelicher Kinder durch Schülerpärchen, Ladendiebstähle, etc. pp.), aber niemand kennt Kollegen, denen das passiert ist.
Aber gut - glaubt man den Versicherungen, wird auch jeder Dritte irgendwann berufsunfähig; blickt man sich im Kollegen- und Bekanntenkreis um, sieht man wohl viele Unfähige, aber keinen, für den so eine Versicherung nützlich wäre...
Viele Grüße
Fossi
Diese Sammlungen existieren doch schon längst. In meinem Büro und in dem von meinem Chef stehen diese und ich denke, in jedem Schulleitungsbüro müssten sie ebenfalls einzusehen sein.
Die, auf die ich mich beziehe, sind sogenannte "Ergänzungen für die Bezieher der schulrechtlichen Sammlungen". Letztere muss jede Schule ja parat haben. Die Ergänzungen sind quasi Kommentare, in denen die Anwendung des Schulrechts anhand von Urteilen erklärt wird.
Ich habe hier mal an anderer Stelle aus einem Band zitiert:
"Mit der oft zu hörenden Bemerkung "Bei der Aufsichtspflicht steht man mit einem Bein im Gefängnis" spielen Lehrer auf die strafrechtlichen Konsequenzen einer Verletzung der Aufsichtspflicht an. Diese Einschätzung entspricht aber erfreulicherweise nicht der Realität. Verurteilungen durch ein Strafgericht /.../ sind selten." Usw.
Quelle: Thomas Böhm. Grundkurs Schulrecht II. Zentrale Fragen zur Aufsichtspflicht und zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen.
Unsere schulrechtliche Sammlung beziehen wir von Luchterhand.
Das Zitat entspricht meiner eigenen Erfahrung aus den annähernd 17 Jahren, in denen ich selbst als Lehrer arbeite.
PS. Und da wir bei Meinungen sind: Ich fahre weiterhin auf Klassenfahrten, weil sie nach meiner Erfahrung zwei wichtige Aufgabe erfüllen, zum einen sind sie eine Ergänzung meiner schulischen Bildungsarbeit (unter der Voraussetzung, dass die Klassenfahrt auch als Studienfahrt und nicht als Urlaub läuft) und zum anderen kann ich hier in sozialer Sicht die Beziehung zur Klasse auf andere Weise ordnen. Bedeutet, dass ich bisher mit jeder Klasse, mit der ich auf Fahrt war - als Klassleiter oder mittlerweile lediglich als Begleitung - danach deutlich weniger Probleme im Unterricht hatte als vorher, bzw. deutlich besser arbeiten konnte. Somit erlebe ich das nicht als Mehrarbeit, weil es mir auf der anderen Seite viel andere Arbeit erspart.