Beiträge von Piksieben

    Was ist denn ein Hdl?

    Ich bin selbst späte Seiteneinsteigerin und kenne solche und solche Geschichten.

    Ich würde auf jeden Fall, der Jobsicherheit und des Geldes wegen, den Seiteneinstieg wählen und nicht das Referendariat (das sind zwei verschiedene Dinge!).

    Es gibt eine Probezeit. Die übersteht nicht jeder. Manche machen sich falsche Vorstellungen davon, wie es heutzutage an der Schule so zugeht. Andere sind aus irgendwelchen Gründen für den Lehrerberuf nicht geeignet.

    Und andere werden auch mit ü50 noch Lehrer und bleiben es. Das Alter ist nicht das Kriterium.

    Doch, im Dienstrecht steht etwas dazu, Paragraph 15, ADO:

    http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/Dienstrecht/ADO.pdf

    Zitat:

    (1) Der Umfang der Dienstpflichten der teilzeitbeschäftigten Lehrer und
    Lehrerinnen (Unterrichtsverpflichtung und außerunterrichtliche Aufgaben)
    soll der reduzierten Pflichtstundenzahl entsprechen.
    (2) Die dienstliche Verpflichtung teilzeitbeschäftigter Lehrer und Lehrerinnen
    erstreckt sich auch auf die Klassenleitung und die Teilnahme an Konferenzen
    und Prüfungen. Sonstige dienstliche Aufgaben (z. B. Vertretungen,
    Aufsichtführung, Sprechstunden, Sprechtage) sollen proportional zur
    Arbeitszeitermäßigung wahrgenommen werden. Bei Schulwanderungen
    und Schulfahrten kann sich die Reduzierung nur auf die Anzahl der Veranstaltungen
    beziehen.
    (3) Bei der Stundenplangestaltung sollen unterrichtsfreie Tage ermöglicht
    werden, sofern dies aus schulformspezifischen, schulorganisatorischen
    und pädagogischen Gründen vertretbar ist; eine überproportionale Belastung
    durch Springstunden sollte vermieden werden.

    Man muss doch nicht jeden Stiefel anziehen, der einem hingestellt wird. Sollten mich Leute für faul halten, was ich bisher nicht wahrgenommen habe, dann wäre mir das herzlich egal. Die Schule muss man ja nicht der Lehrer wegen hassen. Über das Schulsystem gibt es ja nun wirklich vieles zu sagen.

    Ich bin an dem Punkt "Sexismus" hängen geblieben: "Die Mädchen sind damit beschäftigt, nicht als Schlampen zu gelten und die Jungs wollen möglichst viele Mädchen aufreißen".

    Ich finde es oft erschreckend, wie Schüler miteinander umgehen. Sexismus ist da nur ein Punkt.

    Möchtet ihr noch einmal in der Schülerrolle zur Schule gehen?

    Ansonsten ist die Notengebung überall unfair. Wir *bemühen* uns ja wenigstens, gerecht zu sein und nicht Nasen und Beziehungen, sondern Leistungen zu bewerten. Die Buchautorin wird schon noch merken, dass es auch sonst in der Welt reichlich ungerecht zugeht. Nun, im Moment ist sie auf der Gewinnerseite und kriegt Anerkennung und Honorar für ihr offenbar eher schlicht gestricktes Buch.

    Dass das auch ungesund ist, weil es die Zähne schlecht macht und den Körper fett, muss man ja nicht erwähnen. Ich stelle immer etwas hin wenn ich Geburtstag habe, aber ich nehme mir selten etwas... Es steht bei 100 Kollegen nämlich fast jede Woche etwas da, und es wird gestopft bis alles alle ist. Ich finde Maßlosigkeit im Allgemeinen und Völlerei im Besonderen sehr abstoßend.

    *lach'* So direkt wollte ich das nicht schreiben, aber ja. Auch bei uns sind, wie im Landesdurchschnitt, etwa ein Drittel der Kolleginnen und Kollegen übergewichtig. Es werden große Anstrengungen unternommen, Kindern ein gesundes Frühstück anzuerziehen. Und dann bei jedem Geburtstag im engeren und weiteren Freundes- und Kollegenkreis Schoki, Kuchen und Celebrations, dann wird das nie was mit der schlanken Linie. Ich bin sehr bemüht, meinen Süßkramkonsum in Grenzen zu halten. Da bin ich halt manchmal unhöflich, aber ich habe mich inzwischen so dran gewöhnt, dass ich wirklich nix WILL.

    Ganz ehrlich, dieser Feierei im Lehrerzimmer kann ich überhaupt nichts abgewinnen. Wann frühstückt ihr denn? Bis ich nach der Stunde wieder im Lehrerzimmer bin und Kopien gemacht oder was aus meinem Schrank geholt habe, ist die Pause fast um. Essen will ich auch nichts, weil ich morgens mein Müsli zu Hause gehabt habe und keinen Süßkram zwischendurch esse, und schon gar keine Mettbrötchen mit drei Lagen Zwiebeln und ähnliche Schrecklichkeiten. Ich habe auch keine Lust, einem Kollegium von über 100 Lehrerinnen und Lehrern Bounty & Co anzubieten, das ist völlig unpersönlich, weil ja doch jeder nur vorbeirennt und nach einem Kollegen sucht, den er was fragen will und höchstens mal kurz gratuliert. Und an der Kaffeemaschine ist auch immer Stau - kurzum, ungemütlicher geht nimmer.

    Und, ganz ehrlich, ein bisschen stört mich auch die Behäbigkeit, mit der die lieben Kollegen dann verspätet in ihren Unterricht gehen, war ja grad so nett.

    Im Anschluss an eine Konferenz ist das natürlich anders, dann hat das auch was von Feiern an sich und man hat Zeit zum Quatschen und Platz am Büffett. Und dann gibt es ja auch noch den jährlichen Ausflug, pädagogische Tage und die Weihnachtsfeier. Da bin ich auch gern gesellig. Aber 35 mal im Jahr ein Extra-Frühstück, das wäre mir zu viel.

    Ich hoffe immer, es fällt nicht so auf, dass ich mich an meinem Geburtstag immer möglichst dünne mache :rolleyes:

    Wie habt ihr dass denn geregelt, wenn in dem Antrag steht " Die Nebenbeschäftigung ist vor Antritt zu genehmigen" ??? Meine Tätigkeiten laufen ja schon! ?(

    Das habe ich einfach so gelassen wie es da steht. Die Tätigkeiten liefen natürlich auch schon, aber ich hatte ja gerade erst angefangen in der Schule, so wie du ja auch. Wann hätte ich das denn genehmigen lassen sollen und wozu? Aber da hat keiner nachgefragt.

    Und wenn schon. Dann wird das eben dann geklärt. Da wird nichts weiter passieren.

    Also, "Sprung ins kalte Wasser" heißt nun mal, das wird am Anfang tendenziell chaotisch. Du kannst im Prinzip grob vorbereiten, was so an Stoff da ist und versuchen, ein paar Stunden zu planen. Aber nachher kommt es doch anders. Stell nicht zu hohe Ansprüche an dich. Wichtiger als die fachliche Vorbereitung ist, dass du eine Vorstellung davon bekommst, wie der Unterricht abläuft. Und irgendjemanden wirst du doch haben, der dich an der Schule unterstützt, bzw. das wird zum Schuljahrsbeginn anlaufen. Mach dich nicht verrückt.

    Ich begann meine Vertretungsstelle von jetzt auf gleich, nachdem das Schuljahr schon begonnen hatte. Ich hatte ungefähr ein Wochenende Zeit, um mich auf lauter Sachen vorzubereiten, die ich nie zuvor gemacht habe, und ich habe mich irgendwie durchgewurschtelt. So sollte es nicht laufen, und für mich war das sehr stressig, aber für die Schule wäre die Alternative gewesen, dass der Unterricht ausfällt.

    Wochen vorher ins Blaue hinein zu planen hätte zwar fachlich etwas gebracht, aber die Unterrichtsvorbereitung an sich habe ich erst viel später gelernt.

    Ich mache mir zu Beginn des Schuljahres eine Excel-Tabelle mit den Unterrichtsterminen. Dann verteile ich den Stoff einigermaßen gleichmäßig und so, dass es mit Klausuren (bei dir wohl eher Tests) so hinkommt, dass ich ich zum Quartal und zu den Zeugnissen hin Noten machen kann.

    Ich überlege mir, was die Schüler wann können sollen. Manche Themen sind schwerer und dauern länger als andere. Deshalb ist "durch 3 teilen" eher eine grobe Richtlinie. Vor allem zum Schluss hin genügend Puffer lassen!

    Ja, da gibt es Vordrucke, z. B. hier (aber ich weiß ja nicht, wer für dich zuständig ist):

    http://www.bezreg-duesseldorf.nrw.de/schule/persona…/80478l-004.pdf

    Diese Anträge werden auf dem Dienstweg, also über deine Schule, an die Bezirksregierung geschickt. Deshalb würde ich das einfach mit Beginn des Schuljahres bei der Schulleitung abgeben. Ich würde mir keine Sorgen machen, eine Zustimmung darf nur verweigert werden, wenn deine Dienstpflichten an der Schule beeinträchtigt würden. Ich habe die ganze Zeit Nebenjobs, und damit noch nie Probleme gehabt.

    Wäre ja noch schöner, wenn dir versagt würde, deinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Es ist nicht nur in den Klassen laut. Im Lehrerzimmer auch. Wenn ich aus der Schule komme, ist mein größtest Bedürfnis: Ruhe. Ohrgeräusche haben viele Lehrer. Damit kann man irgendwie leben, aber die Lärmbelastung ist trotzdem eigentlich untragbar. Dabei würde schon eine vernünftige Akustik in den Schulräumen sehr helfen. Aber das würde ja echtes Geld kosten X(

    Ich weiß von einer Grundschullehrerin mit nur einem Ohr - ja, das gibt es. Aber eigentlich kann man das mit dem hier geschilderten Fall nicht vergleichen. Man kann mit nur einem Ohr auch als Lehrerin zurecht kommen, aber wenn ich nach einem Hörsturz einseitig taub geworden wäre, würde ich fürchten, dass es beim nächsten Mal das andere Ohr erwischt. Und bei jemand unter 30 dürfte die Gefahr recht hoch sein, wenn nicht wirklich die Ursachen beseitigt werden. Was genau man da machen kann, weiß ich nicht, weil ich nicht vom Fach bin, aber weitermachen wie bisher würde ich ihr keinesfalls raten.

    Sonnenkönigin, ich weiß, dass es keine Prüfung am Ende der PE gibt. Aber du schriebst das so, als sei das völlig unmöglich, nach einem Jahr "rauszufliegen" - und das ist es eben nicht. Das ist auch nach drei Jahren noch möglich (falls die Übernahme von einer bestandenen Staatsprüfung abhängt). Es ist nur nicht möglich, dich nach Ablauf der Probezeit, aber vor Ende der PE rauszuwerfen.

    Vermutlich steht in deinem Vertrag, dass die Schulleitung dich als "bewährt" bewerten muss und dann kannst du weitermachen. Erfahrungswerte gibt es wohl noch zu wenige, um daraus eine generelle Tendenz ableiten zu können. Der Schulleitung ist aber schon klar, dass sie dich gegebenenfalls bis zur Rente "ertragen" muss, wird sich also durchaus überlegen, ob sie das möchte.

    Ich weiß nicht, wie es rechtlich ist, aber es sicher immer eine Frage von Fingerspitzengefühl - auf allen Seiten. Und da kann es doch oftmals sinnvoll sein, wenn ein Gesprächsinhalt "im Raum" bleibt. Auch auf Wunsch der Mutter, die vielleicht Nachteile für ihr Kind fürchtet. Würdest du das nicht auch respektieren?

    Annie hat doch völlig Recht: Wenn du etwas wissen müsstest, wirst du schon angesprochen. Ich würde nicht ohne Not nachfragen - wer viel fragt, kriegt viele Antworten, auch solche, die er nicht hören will. Und es macht auch rasch den Eindruck, dass du unsicher bist. Du machst doch sicher einen guten Job und gibst Auskunft, wenn du gefragt wirst, also wozu sich Sorgen machen?

    Aber ohne zu wissen, worum es ging, ist es natürlich schwer, dir zu antworten. Du wirst einen Grund haben, das nicht mitzuteilen :huh:

    Sonnenkönigin, das klingt alles ziemlich normal. Was willst du hören - dass die Kritik völlig ungerechtfertigt war? Das können wir ja hier nicht beurteilen. Nimm's nicht persönlich. Du musst da halt jetzt durch.

    Ich fand es damals hilfreich (wenn auch nicht viel weniger nervig), bei anderen mit zu hospitieren. Da sieht man nämlich mal, wie viel anders der Unterricht aussieht, wenn man zuschaut. Manchmal kann man die Kritik anderer teilen, manchmal sieht man es aber auch anders. Macht ihr auch Gruppenhospitationen?

    Du musst es halt den Ausbildern recht machen, einerseits. Andererseits ist es halt wichtig, für sich selbst zu entscheiden, was gut funktioniert und was nicht, und immer selbstkritisch zu bleiben.

    Die Widersprüchlichkeit der Beurteilung ist halt auch ganz normal - achtet man auf das eine, kommt das andere zu kurz, und umgekehrt. Und es wird halt auch eher kritisiert als gelobt. So ist das nun mal.

    raindrop, was ist denn nun dein Argument zum Thema?

    Niemand bestreitet, dass Kinder mit Dyskalkulie gefördert werden sollen. Es ging doch darum, ob man zum Beispiel eine Note einfach nicht erteilt - und das ist ein Riesenproblem, das haben nicht irgendwelche Leute hier im Forum, das ist eine ganz grundsätzliche Frage. Was ist ein Abitur wert, wenn man es bekommen hat, ohne "die Welt der Zahlen" verstanden zu haben, mit anderen Worten, die Grundrechenarten nicht beherrscht? Wo ist die Grenze zwischen "gering begabt" (im Sinne von: "kann das halt nicht so gut") und "behindert" (im Sinne von: darf nicht diskrimiert werden)?

    Gibt es überhaupt dumme Kinder?

    Darf man sagen, dass manche Kinder faul und unbegabt sind - oder ist das zynisch?

    Ich hätte gern etwas mehr Klarheit in diesen Fragen. Der weinerliche Artikel in der ZEIT hat mir da nicht weitergeholfen.

    Was steht denn in deinem Vertrag? Darauf kommt es doch an.

    Wenn am Ende der Ausbildung eine Prüfung steht, dann kann es natürlich sein, dass man sogar nach drei Jahren wieder rausfliegt. Nämlich wenn man zweimal durch die Prüfung gefallen ist. Was durchaus schon passiert ist. Ich habe den Eindruck, dass sich manche Seiteneinsteiger dieses Risikos nicht so bewusst sind. Deshalb sind die "Beratungsanlässe" ja auch so wichtig: Damit man einschätzen kann, ob es das Richtige ist.

    Den Artikel habe ich auch mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits denke ich natürlich auch, dass man Kinder mit einer Rechenschwäche früh und gezielt fördern sollte. Und sicher ist es toll, wenn in diese Richtung geforscht wird und überlegt wird, auf welchen Wegen man Grundlagenkenntnisse vermitteln kann. Und ich glaube auch, dass Schule da ganz viel kaputtmachen kann. Ist das Mathetrauma erst mal da, dann ist das offenbar nicht mehr zu reparieren.

    Andererseits bringt es mich immer wieder in Rage, wenn mathematische Grundkenntnisse als irgendwie entbehrlich angesehen werden und die Mathelehrer als Monster erscheinen, die völlig überzogene Ansprüche stellen. Wie kommen nur Jugendliche mit einer Beton-5 in Mathe dazu, einen Schwerpunkt auf Technik oder Wirtschaft legen zu wollen? Wird man diskriminiert, wenn man mit einer 5 in Mathe für ein Medizinstudium nicht zugelassen wird? Oder geschieht das nicht eher zum Wohl der Menschheit? Die Koketterie, mit der Leute sich schmücken, die in Mathe "ja immer schlecht" waren, ist noch lange nicht ausgestorben. Und das in einer Welt, die immer mehr am Tropf der Mathematik hängt - keine politische Entscheidung lässt sich ohne Aein qualifiziertes Interpretieren von Zahlen fällen.

    Der Vergleich mit Musik hinkt überhaupt nicht. Die Note in einem Fach spiegelt einerseits Fleiß und Disziplin - aber eben auch Talent. Das gilt für alle Fächer. Wenn jemand z. B. kein räumliches Sehen hat, was sich ja auch ärztlicherseits attestieren ließe, ist er in Sport und auch in Kunst definitiv benachteiligt. Soll man da jetzt auch die Note streichen? Ist so jemand benachteiligt, weil er vom Pilotenberuf ausgeschlossen wird und nicht mal Taxifahrer werden kann? Ist es nicht überhaupt schrecklich ungerecht, dass manche stinkfaulen Schüler auf Grund ihrer schnellen Auffassungsgabe bessere Noten bekommen als andere, die sich furchtbar anstrengen, ohne jemals auf einen grünen Zweig zu kommen?

    Ich finde es schwierig, und ich finde es auch schwierig, bei dem Thema nicht zynisch zu werden.

    Etwas Ermutigendes und vorwärts Gerichtetes! Wenn man das "mangelnde Selbstbewusstsein" als "Mangel" und "Fehler" beschreibt, dann führt das ja nur zu noch mehr Frust (auch bei den Eltern. Selbstbewusstsein kann man ja nicht an- und ausknipsen.). Eher: "xy ist ein freundliches, zurückhaltendes Kind, das sich noch (!) etwas schwer tut, auf andere zuzugehen. Er sollte seine guten Ideen mehr in den Unterricht einbringen und sich mehr zutrauen."

Werbung