Also wenn ich als Mutter so ein Kärtchen nehmen und dann ein passendes Statement abgeben sollte, käme ich mir -ähum- verschaukelt vor.
Zur Lehrkraft gehe ich, wenn mein Kind ein Problem hat oder ich mir einfach einen Eindruck verschaffen will, ob mein Kind sich wohlfühlt und ob es die Erwartungen erfüllt. Diese Beobachtungsbögen im Primarbereich fand ich schon irgendwie beeindruckend, aber wegen mir hätte das nicht so formalisiert ablaufen müssen. Man kriegt auch so rasch heraus, ob man über dasselbe Kind redet.
Was mich schon ein paarmal nervte, war, wenn die guten Leistungen mal schnell vom Tisch gewischt wurde, damit man ganz schnell zu all dem kommen konnte, was nicht in Ordnung ist, und das dann mächtig breitgetreten wurde und ich mit vielen guten oder weniger guten Ratschlägen versorgt wurde.
Ich finde den Ansatz, erst das Positive zu nennen und dann gemeinsam zu überlegen, was man an eventuellen Problemen tun kann, am besten.
Oft hat ein kurzes Gespräch mit einem Lehrer schon als vertrauensbildende Maßnahme gewirkt und meinem Kind das Leben deutlich leichter gemacht.
Merke ich umgekehrt auch, wenn Eltern zu mir in die Sprechstunde kommen. Ich kann den Schüler danach etwas besser einschätzen.
Ich versuche immer, einen positiven Ansatz zu finden. Meist gelingt es mir aber nur deshalb, weil die Eltern der wirklich problematischen Schüler gar nicht erst kommen.