Beiträge von Piksieben

    Könnt ihr das mal mit Beispielen belegen? Was "bekommen" die Eltern denn vom Schulleiter? Gute Noten? Das kann der SL doch gar nicht bestimmen.

    Ich bekam einmal mit, dass ein Schüler durch Intervention des Vaters doch noch versetzt wurde - der Schüler hat inzwischen seinen Abschluss gemacht. Anderenfalls hätte er die Schule ohne Abschluss verlassen müssen.

    Das ist im Berufsleben überall so - persönlicher Einsatz ist notwendig. Man muss ja nicht unverschämt werden, aber hin und wieder auf seine Rechte und Qualitäten aufmerksam machen gehört nunmal dazu.

    Allzu viele Eltern kümmern sich in Sek II gar nicht mehr um die Schullaufbahn der Sprösslinge. Das finde ich traurig.

    "Lehrerpersönlichkeit" klingt für mich immer wie nach dem Satz: "Lehrer - das ist kein Beruf, das ist eine Diagnose".

    Wozu bitteschön sollte man eine Ausbildung machen, wenn es keine Entwicklungsmöglichkeiten - auch und gerade für die Persönlichkeit - gäbe?

    Genau wie die Kinder, müssen auch die (angehenden) Lehrer ihre Erfahrungen sammeln und üben, üben, üben. Bis es klappt ;)

    Das kommt auch aufs Fach an. In Mathe erkläre ich viel mehr als in Informatik. Ich würde in Mathe auch gern weg vom Frontalunterricht, aber es klappt nie gescheit und verläuft viel zu oft nach dem Muster "Erklären - üben - vorrechnen". Gruppenarbeit klappte noch nie richtig (und Fachleiter bestätigen das zum Teil).

    In Informatik erkläre ich nur so viel wie unbedingt nötig. Aber da machen die SuS von sich aus auch mehr, sind experimentierfreudiger, nicht so ängstlich, müssen nicht dauernd nachfragen, und bilden von selbst Teams. Und die Aufgaben sind lösungsoffener.

    Zitat

    Original von silke111
    nur kurz zum thema:
    wenn eine schule oder nur eine klasse sich für diff. mathearbeiten entschiedet, muss das ausführlich auf dem elternabend erläutert werden, denke ich.
    und den kindern natürlich auch :)

    tja ... das war bei uns nicht der Fall ...

    Mich hätte aber auch mal ein wirklich zündendes Argument für differenzierte Arbeiten interessiert.

    Hallo Charli,

    deine Biographie gleicht der meinigen. Ich habe vor 2 Jahren mit dem Seiteneinstieg begonnen und bin jetzt, mit 47, fertig. Und fest eingestellt.

    Ich habe vorher auch "alles Mögliche" gemacht, habe auch 2 Kinder und sogar dieselben Fächer wie du.

    Eine Vertretungsstelle habe ich auch gemacht, würde ich aber nicht nochmal so machen - es ist miserabel bezahlt und man schwimmt ganz fürchterlich, wenn man so gar nicht weiß, wie das alles funktioniert an der Schule.

    Der Aufwand ist nicht ohne, und ich bin auch froh, dass ich das hinter mir habe, aber so dramatisch fand ich es nun auch wieder nicht. Ich habe auch viel Unierfahrung und das hilft schon sehr. Denn Arbeitsblätter erstellen, Aufgaben und Klausuren ausdenken, korrigieren ... das sind schon Sachen, die einen erheblichen Teil der Arbeit ausmachen und es ist sehr nützlich, da schon Routine mitzubringen.

    Bewirb dich einfach, schau dir die Schulen an und dann entscheide dich.

    Oder frag nochmal hier :)

    Ich war heftig irritiert, als ich bei meiner Tochter die erste differenzierte Mathearbeit gesehen habe. Sie war auch irritiert, denn sie hatte alles richtig und trotzdem "nur" eine 2. Hatte halt die falsche Spalte bearbeitet. Danach hat sie nur noch die "schwere" Spalte genommen, damit kam sie dann auch mit Fehlern auf eine 2. Oder so.

    Ich finde diesen Ansatz sehr bedenklich - allerdings auch die Idee, das Niveau der ganzen Arbeit zu senken, um die schwächeren Kinder nicht zu frustrieren.

    Im schlimmsten Fall habe ich diese Kinder später in Klasse 11, und sie können es leider immer noch nicht. Und ich weiß nicht, wo sie ihre 3 oder 4 in Mathe her haben...

    Ich mache das auch immer mit einer "Nachdenkaufgabe". Auch innerhalb der einzelnen Aufgaben kann man ja verschiedene Schwierigkeitsstufen machen. Aber die Kinder auffordern, sich selbst in eine Schublade einzuordnen - das finde ich irgendwie doof.

    Außerdem, wie soll man das Eltern verständlich machen, die nicht zufälligerweise selbst Lehrer sind: "Die Mathearbeiten wurden differenziert"? Da entsteht so viel Erklärungsbedarf, da macht man sich doch selbst das Leben schwer.

    Gerade sitze ich mal wieder über einer Klausurkorrektur und staune einfach nur. Offenbar kommt alles dran, von 0 bis 15 Punkte (12. Klasse Gym). Einige Arbeiten sind einfach nur toll - und andere einfach nur "nix". Die ganze Mitte scheint aber auch ausgefüllt zu werden. Eben "der ganze Gemüsegarten".

    Ebenso kenne ich aber auch Klausuren, da gibt es offenbar nur Dreien und Vieren. Manchmal ist auch die 3 schon ein Highscore. Der reinste Einheitsbrei.

    Wie deutet ihr solche Ergebnisse? Was sagen sie aus über die Klassen und den Unterricht? Über was für Ergebnisse freut ihr euch - oder nehmt ihr das einfach nur hin?

    Nein nein, es ist nicht natürlich, die Abiturienten noch weiter zu begleiten. Irgendwann muss man sie ins Leben entlassen, loslassen, so wie die eigenen Kinder auch.

    Kann es sein, dass deine noch relativ frische Rolle als Mutter dich auch verändert hat? So eine Wehmut, die kenne ich gut, die hat nicht viel mit der Situation zu tun, die kommt und geht: Mal sind es die Schüler, dann die eigenen Kinder, dann vielleicht ein graues Haar - das Leben halt.

    Freu dich, dass du so ein herzliches Verhältnis zu diesen Schülern hast. Du brauchst keine Tipps. Bleib wie du bist.

    Manchmal ist man ja auch einfach froh, sie los zu sein. Wäre das denn besser?

    Zitat

    Original von kca82
    Es ist wahrscheinlich müßig zu sagen, dass ich mich absolut ungerecht benotet fühle - das geht bestimmt einigen so. Ich habe den 2. PU volles Rohr vor die Wand gefahren und das weiß ich auch. Aber die mündliche Prüfung lief super - konnte alle Fragen wie aus der Pistole geschossen beantworten, hatte Pro- und Kontraargumente, Praxisbeispiele... ich meine, bis zum zweiten SE hat man ja nun schon mehr als eine mündliche Prüfung hinter sich gebracht und weiß sich schon ein Stück weit einzuschätzen. Und dann kommen die mit einen befriedigend um die Ecke! Letztlich weiß ich natürlich woher das kommt - ich habe es eben gewagt eine eigene Meinung zu haben und Dinge auch mal zu hinterfragen bzw. Antworten einzufordern. :(

    Ich hoffe, dass du dich im Vorstellungsgespräch nicht so einführst - alle sind schuld an deiner schlechten Note, nur du nicht. Das kommt gewiss nicht gut an.

    Hey, die Kinder wollen ein Gedicht machen und du hast Angst, euch fällt nichts ein? Das geht gar nicht!!

    Ich würde Tafeln und Plakate frei machen und die Kinder einfach mal versuchen lassen, Reime zu finden.

    Vor allem, wenn sie, wie du schreibst, am Sozialverhalten noch zu tun haben, ist so eine Gemeinschaftsproduktion doch eine pädagogisch höchst wertvolle Sache.

    Anfangen mit Wörtern wie "Auf Wiedersehen" oder "Frau Schmidt" (wenn sie so heißt).

    Aus den Reimen werden Halbsätze und Sätze und ihr puzzelt es irgendwie zusammen. Oder die Kinder schreiben abwechselnd Zeilen untereinander.

    Aus "Frau Schmidt" könnte dann "Wir kommen mit" oder "ist so fit!" werden.

    Gedichtformen braucht man dafür nicht, im Gegenteil, das stört doch nur die Kreativität.

    Bestenfalls vielleicht ein Gedicht oder Lied als Anregung oder Vorlage nehmen, aber das würde ich mir auch gut überlegen.

    Viel Spaß!

    Mir kommt es immer so vor, als ob andere immer zwischen Neid und Mitleid schwanken. Neulich bekam ich erst wieder so eine Reaktion: "Was, du bist jetzt Lehrerin? Schrecklich!"

    Warum sind Lehrer eigentlich so empfindlich und denken immer, andere würden sie für faul halten - nur weil ein Herr Schröder mal aus der Form gefallen ist? Das ist doch Jahrzehnte her.

    Früher, als ich noch nicht Lehrerin war, hat mich oft genervt, dass Lehrer ihren Job immer für den schwersten und stressigsten halten. Heute weiß ich: Oh ja - das durfte mich nerven. Natürlich ich es oft schwer und stressig, aber das gilt für andere Berufe auch, und es gibt dafür so viele Vorteile, vor allem die viele Abwechslung, die ich wirklich sehr genieße: Ich kann mal den ganzen Tag auf Achse sein und alles auf einmal machen müssen - dafür sitze ich an einem anderen Tag überwiegend in aller Ruhe am Schreibtisch und bereite vor und finde immer was Neues und Interessantes.

    Immer wenn mich ein Schüler so richtig ärgert, rufe ich mir in Erinnerung, wie viele nette Schülerinnen und Schüler ich doch auch habe und wie sehr mich das freut, wenn sie vorankommen und ich sie begleiten darf.

    Lehrer scheinen aber oft ein schlechtes Gewissen zu haben. Deshalb laufen sie nur mit einem Stift in der Hand zur Tür, wenn es tagsüber mal klingelt. Und schleppen am Wochenende dicke Stapel mit Klassenarbeiten mit sich rum, um der Verwandtschaft zu demonstrieren, wie viel sie zu tun haben.

    Also, ich brauch das nicht :rofl:

    Zitat

    Original von Sonnenkönigin
    @Pieksieben ? auf Krawall gebürstet ist wohl leicht übertrieben - hast du dich nicht selbst hier beschwert? Dass die Organisation zu wünschen übrig lässt, ist doch wohl ein offenes Geheimnis.

    nu ja, ich hantiere jedenfalls nicht mit Begriffen wie "lachhaft" und "keinen Plan".

    Ich kann auch nicht wirklich sagen, dass das Seminar ein organisatorisches Problem bei meiner Ausbildung hatte. Terminfindung ist immer schwierig, vor allem bei Berufswechslern.

    Du berichtest aber, wenn es los geht, versprochen?

    Zitat

    Original von Sonnenkönigin
    Sie wissen ganz genau, dass ich nur die PEF mache und geben trotzdem Freitag noch zusätzl. als Seminartag an? Das bestätigt mal wieder meinen Eindruck, dass die selber keinen Plan haben. Wir sollen dann aber den toll organisierten Unterricht durchführen - lachhaft.

    Na, Sonnenkönigin, das Seminar noch nicht von innen gesehen und schon wieder auf Krawall gebürstet?

    Die Terminfestlegung ist doch erst mal ein zeitlicher Slot - mehr nicht. Du bekommst einen eigenen Stundenplan. Warte den doch erst mal ab.

    Zitat

    Original von Kiefernwald
    Wie würdet Ihr reagieren?

    Höflich schweigen. Du hast es nicht nötig, dich zu verteidigen. Die Schule braucht dich, deshalb wurdest du eingestellt, und du tust dein Bestes.

    Du kannst natürlich auch vorbehaltlos zustimmen: "Ja, stimmt eigentlich, wie kann es nur sein, dass ich unterrichten darf! Aber die wollten mich ja unbedingt haben! Das ist so ein schwerer Job - aber ihr werdet mich ja sicher unterstützen, ihn zu lernen." Merke: Lehrer leiden unter der geringen öffentlichen Anerkennung - jeder hackt auf ihnen herum - und wenn dann da jemand so von der Seite reingeschneit kommt, das geht natürlich gegen die Ehre.

    Das meine ich ernst. Ich kann es wirklich verstehen. Das Referendariat ist vielleicht zeitlich nicht so belastend, aber persönlich sicher mehr, denn es geht um die berufliche Bewährung, die man als Seiteneinsteiger ja schon längst erfahren hat. Lustig ist es nie, Azubi zu sein. Da brauchst du ein dickes Fell.

    Harre aus - es geht vorbei.

    Ich verstehe nicht ganz - du sollst über die vertraglich vereinbarten Stunden hinaus unterrichten? Bezahlte Überstunden? Wo ist denn da der Sinn, dann könntest du ja direkt mehr Stunden in den Vertrag nehmen?

    Nein, üblicherweise hat man eine gewisse Zahl an Vertretungsstunden, aber zuviel darf es nicht sein.

    Das Seminar hat bei mir 7 UStunden beansprucht. Manchmal gibt es auch zwischendurch was zu tun, aber nicht so furchtbar viel. Das Anstrengende sind die Unterrichtsbesuche.

    Wie gesagt, warte erst einmal die genaue Terminplanung ab, vielleicht lässt sich da auch noch etwas schieben.

    Ruhig Blut, Sonnenkönigin!

    Zwei Seminartage heißt erstmal nur, dass die Seminare in dieser Zeit stattfinden. Wann deine Seminare im Einzelnen sind, ist vermutlich noch nicht raus, oder? Außerdem weißt du ja auch noch nicht, wie viele "Mitstudierende" du da hast, möglicherweise lässt sich das eine oder andere Fachseminar 14-tägig blocken oder individuell verschieben/an einen anderen Ort verlegen. Auf jeden Fall wirst du nicht eineinhalb Tage nur im Seminar verbringen.

    Mehr Termine als die OBAS'ler hast du glaube ich nicht, weiß ich aber nicht genau.

    Was steht denn in deinem Vertrag? Vermutlich, dass du 20 UStunden hast, davon 5 im Seminar? Dann wärst du für 15 UStunden in der Schule, und im Seminar könnte es etwas mehr sein, 6 oder 7 UStunden, so dass du sozusagen 2 Stunden "draufzahlst". Achte drauf, dass du dann auch wirklich nur die vereinbarte Stundenzahl unterrichtest.

    Denke dran, die anderen SE haben dieselbe Problematik, da werden Lösungen gesucht und gefunden.

    In der Regel bist du für deinen Seminartag geblockt, hast also keinen Unterricht. Wie lange das dauert, weißt du vorher nicht, denn du hast drei verschiedene Seminare zu unterschiedlichen Zeiten.

    Mit etwas Pech kann man da von 8 bis 18 h beschäftigt sein mit langen Pausen drin. Aber man kann natürlich auch Glück haben =)

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