Mir kommt es immer so vor, als ob andere immer zwischen Neid und Mitleid schwanken. Neulich bekam ich erst wieder so eine Reaktion: "Was, du bist jetzt Lehrerin? Schrecklich!"
Warum sind Lehrer eigentlich so empfindlich und denken immer, andere würden sie für faul halten - nur weil ein Herr Schröder mal aus der Form gefallen ist? Das ist doch Jahrzehnte her.
Früher, als ich noch nicht Lehrerin war, hat mich oft genervt, dass Lehrer ihren Job immer für den schwersten und stressigsten halten. Heute weiß ich: Oh ja - das durfte mich nerven. Natürlich ich es oft schwer und stressig, aber das gilt für andere Berufe auch, und es gibt dafür so viele Vorteile, vor allem die viele Abwechslung, die ich wirklich sehr genieße: Ich kann mal den ganzen Tag auf Achse sein und alles auf einmal machen müssen - dafür sitze ich an einem anderen Tag überwiegend in aller Ruhe am Schreibtisch und bereite vor und finde immer was Neues und Interessantes.
Immer wenn mich ein Schüler so richtig ärgert, rufe ich mir in Erinnerung, wie viele nette Schülerinnen und Schüler ich doch auch habe und wie sehr mich das freut, wenn sie vorankommen und ich sie begleiten darf.
Lehrer scheinen aber oft ein schlechtes Gewissen zu haben. Deshalb laufen sie nur mit einem Stift in der Hand zur Tür, wenn es tagsüber mal klingelt. Und schleppen am Wochenende dicke Stapel mit Klassenarbeiten mit sich rum, um der Verwandtschaft zu demonstrieren, wie viel sie zu tun haben.
Also, ich brauch das nicht 