Beiträge von Piksieben

    Herr Rau, vollumfängliche Zustimmung. Diskussion, Kritik, Auseinandersetzung - all das ist unbedingt notwendig in einer Demokratie. Wo kommt das her, dass man auf Argumente mit Vorschriften antwortet?

    Ich diskutiere allerdings auch nicht über die Maske, es nutzt nichts und langweilt mich inzwischen. Ich warte ab und schütze mich selbst. Ich habe auch null Bock, mich zu rechtfertigen.

    Irgendwie finde ich das schrecklich. Da geht es um ein aktuelles, beklemmendes, beängstigendes Thema, nicht einfach "Konflikt", sondern echten Krieg, und auch gebildete, gut informierte Menschen verstehen nicht wirklich, was passiert, weil man eigentlich auch nicht verstehen kann, wie so etwas passieren kann, wie kann es sein, dass Krankenhäuser beschossen werden, ganze Städte zerstört werden, Menschen ihre Häuser verlassen müssen, Kinder getötet werden. Wie können Menschen so sein? Was können wir tun?

    Und da fordert man Zehntklässler auf, eine Internetrecherche zu machen und wundert sich, dass sie irgendetwas zusammengoogeln und will sie auch noch dafür sanktionieren.

    Bei uns gibt es ein Gesprächsangebot zu diesem Krieg, das helfen soll, mit den Gefühlen klar zu kommen, die dieser "Konflikt" auslöst. Das finde ich den richtigen Ansatz. Sprechen, nicht prüfen.

    Mich erinnert das an einen Aufsatz, den ich von meiner Mutter, die Kriegskind war, gefunden habe. Sie schilderte darin die dramatische Heimkehr an ihren Wohnort, als der Krieg gerade beendet war.

    Darunter der Rotstift der Lehrerin, die allerlei zu kritisieren hatte und eine Note gab. Zum Weinen.

    Ja, nun, das ist aber halt in jedem Supermarkt so. Und das nicht nur in Deutschland, gell?!

    Wenn die Artikel nicht gekauft würden, würde es ja nicht so viel Auswahl geben.

    Ja, das ist so ein gern dahergenommenes Argument: "Der Verbraucher will das so". Natürlich, wenn man ihm über die Werbung wieder und wieder eintrichtert, dass er irgendeinen Mist unbedingt braucht, dann meint "der Verbraucher" womöglich, diesen Mist zu wünschen oder zu brauchen. So entsteht eine unfassbare Ressourcenverschwendung und viel, viel Müll, der schon an der Arktis ankommt.

    Da kann "der Verbraucher" wenig gegensteuern, das muss dann wohl "die Politik" machen.

    Ich denke auch, du solltest das nicht persönlich nehmen und auch nicht als Niederlage auffassen. Schon dass du jetzt weinen musst, sollte ein Alarmzeichen für dich sein. Kümmere dich jetzt erst einmal um dich selbst und schaffe etwas Abstand. Vertrau mal auf deine Schulleitung, sie wird schon wissen, was sie tut.

    Die "Notlüge" finde ich gar nicht so schlecht - schau, es soll ja auch nicht für die Kids so aussehen, als hätten sie dich verjagt.

    Krönchen zurechtrücken und weitermachen :troest:

    Ich denke, dass du es nicht so gemeint hast, aber weil es auch so gelesen werden kann: es ist wirklich wichtig, dass den Menschen, mit besonderen Risikofaktoren aufgrund der Pandemie NICHT die moralische Verantwortung/ Schuld für die Pandemie zugeschoben wird.

    Es wird auch gern übersehen, dass die Kinder, die Einschränkungen hinnehmen mussten, dadurch ihre Ernährer und Ernährer-Ernährer schützten. Schrecklich, wie immer die verschiedenen Gruppen gegeneinander "verrechnet" und ausgespielt werden. Sind die Kliniken überlastet, da leidet jeder, der behandlungsbedürftig ist. Und bezahlen tun wir es auch alle. Wirklich sonderbar, wie sich die Diskussion im Kreis dreht.

    Ich bin auch über eine Vertretungsstelle in den Schuldienst gekommen, habe also den Seiteneinstieg auch erst später gemacht. Natürlich geht das. Wenn dir aktuell nicht so wohl dabei ist, fang halt erst mal mit der Vertretung an und schau dann weiter. Aber versprechen kann dir niemand was.

    Die Bezahlung bei einer Vertretungsstelle ist schlecht. Und ja, die unbezahlten Sommerferien. Mir hat es allerdings geholfen, dass ich an derselben Schule den Seiteneinstieg gemacht habe, wo ich auch vertreten habe, ich kannte mich also schon ein bisschen aus. Das ist sonst schon ziemlich viel auf einmal.

    Vertretungslehrer auf Dauer? Tu's nicht. Du wirst dich auf Dauer ärgern, für weniger Geld und mit weniger Befugnissen zu unterrichten, du wirst nicht befördert, dir fehlt der Austausch mit anderen Lehramtsanwärtern, du musst dir alles mühsam allein aneignen, man nimmt dich nicht für voll.

    Deine Vorerfahrungen werden dir beim Seiteneinstieg nutzen.

    Ich stand nach einem Jahr Ausbildung auch vor der Frage: Lasse ich es bei der Pädagogischen Einführung oder ziehe ich es durch? Ich habe es durchgezogen und das war die einzig richtige Entscheidung.

    Das hat der Postillon mal wieder gut beobachtet. Ich verstehe den Karl auch nicht mehr. Ist Corona nun noch gefährlich oder nicht? Sollte man am besten auf eine Corona-Party gehen (Herdenimmunität aka Durchseuchung) oder sich doch lieber zu Hause einbuddeln (die Länder sollen Hotspots definieren)? Für mich sagt er gefühlt jeden Tag was anderes.

    Irgendwie kann ich nicht richtig ergründen, warum, aber ich ärgere mich über die Impfpflicht ab 60, die im Gespräch ist. Für mich klingt das wie: "Ihr alten Leute verstopft eh schon die Krankenhäuser und wollt immer nur mehr Rente, jetzt lasst euch gefälligst impfen und uns in Ruhe".

    Was ist damit sagen will: Es ist absolut und ausschließlich abhängig von der jeweiligen Lehrerperson, von ihrer persönlichen Belastbarkeit, Effizienz, ihrem Anspruch, ihrer Ausgeglichenheit.

    Ja, so ist das wohl. Das ist auch eine Charakterfrage. Kann ich auch mal etwas durchgehen lassen? Kann ich auch mal etwas "grad nicht so wichtig" finden? Wenn man mal so beobachtet, was Leute für ein Gewese um ihre Kleidung, ihre Frisur, ihr Auto und ihre Katze machen, dann sieht man - sehe ich - : ok ... kann man machen ... ist aber nicht so meins ... Und das überträgt sich natürlich auch auf die Berufsausübung.

    Merkt man auch rasch daran, wie Leute auf einfach Fragen reagieren. Solche, die nur eine binäre Antwort erfordern. Einige sagen ja oder nein, andere antworten mit einem Redeschwall, da sind gleich wieder 10 Minuten weg und das läppert sich ...

    Ich finde die Maske lästig, aber vielleicht ist sie ja das neue Normal. Wo sind denn sonst noch Einschränkungen? Dieses ewige Gerede von der Rückkehr zur Normalität nervt mich.

    Die alte Normalität ist sowieso weg. Für immer. Das gilt für alles. Manchmal ist das gut: Früher war es normal, dass Eltern ihre Kinder hauen. Manchmal ist es schlecht: Früher war es normal, dass Kinder draußen spielen (und die Kinder, die früher als moppelig galten, sind heute "normal" - ein Blick auf meine alten Klassenfotos zeigt das sehr deutlich).

    Ich mache eine Menge Vertretung bei derzeit hohem Krankenstand im Kollegium. Kollegen, die 3 Wochen "raus" sind wegen Corona. So zum Beispiel.

    Klar, ich könnte ja die Maske absetzen und dann auch mal 3 Wochen ausfallen. Dankt einem ja irgendwie doch keiner, wenn man sich schützt. Aber ich habe einfach keine Lust auf den Mist und warte erst einmal ab, wie sich die Situation entwickelt. So lange bleibt die Maske auf und das Fenster auch.

    Ich habe den ersten Teil als Oberstufenschüler gelesen. Fand ihn gut. Weiß allerdings nicht, ob es schon für Fünft-/Sechsklässler passend ist? Aber erinnere mich jetzt auch nicht mehr im Detail.

    Für Heiberufe oder Naturwissenschaften braucht man jetzt ja weniger Latein. Die Fachterminologie kann (muss) man auch so lernen. Für Geisteswissenschaften ist es sehr sinnvoll und teilweise noch erforderlich.

    Die eine Sache ist, ob man es "braucht", die andere, ob es nutzt. Und bei medizinischen Berufen ist man mit Latein sicher klar im Vorteil.

    Auch als Laie ... und wenn es nur verhindert, dass man in die Apotheke geht und "ein Antibiotika" verlangt. Ich fühle mich lebenslang bereichert durch mein großes Latinum und kann es nur empfehlen.

    Nun ja, jedenfalls scheint ja das Interesse am alten Rom nicht so sehr im Vordergrund zu stehen, das arme Kind, wenn es jetzt Berge an Schmökern über Cäsar und Caligula geschenkt bekäme und eigentlich Käferkundler oder Ornithologe werden will! Da wäre doch ein Experimentierkasten oder ein Herbarium angebrachter. Oder was auch immer gerade das aktuelle Interesse ist.

    Ich bin zwischen 6 und halb 7 damit beschäftigt, die Augen zu öffnen, aus dem Bett zu kommen, mich anzuziehen ohne mich in der Hose zu verknoten, die richtigen (und richtige Anzahl an) Schilddrüsentabletten zu nehmen und mir ein Frühstück zusammenzuschütten, das ich mitnehmen kann. Tee kochen, Tee trinken und lesen würden mich massiv überfordern.

    Ich bin so ein Morgenmensch, ich liebe diese frühen Lesestunden. Dafür fällt mir mittags der Kopf auf die Tischplatte, wenn kein Bett in der Nähe ist. Ist auch nicht einfacher. :muede:

    Also mich wundert das jetzt nicht so sehr, diese Annahme. Ich checke meine Mail tatsächlich auf dem Handy, sobald ich meinen Tee getrunken und ein bisschen gelesen habe und was ich sonst so mache, um in den Tag zu kommen. Ich beantworte sie halt nicht sofort, aber ich bin zu neugierig und will ja auch meinen Tag planen, und da kommen ja manchmal Überraschungen rein.

    Aber ich muss immer ein bisschen lachen, das ist so eine übliche Begrüßung: "Hast du meine Mail bekommen?"

    Ich empfinde es auch so, dass die Nachrichten und Nachrichtenkanäle immer mehr werden und so ein Anspruch da ist, dass man 24/7 verfügbar zu sein hat.

    Da muss ich mich auch zusammenreißen. Was soll das, sonntags in die dienstliche Mail zu schauen? Warum soll ich um 22 Uhr noch auf iserv-Nachrichten reagieren?

    Ich sehe schon (zu) oft nach, antworte aber nur außerhalb der normalen Bürozeiten, wenn es sehr dringend ist. Das ist eher selten. Ansonsten finde ich es auch am sinnvollsten, das zu blocken, statt sich ständig bei wichtigen, konzentrationsintensiven Arbeiten zu unterbrechen.

    Ich finde es ok, wenn manche sonntags ihr Zeug nacharbeiten und entsprechend auch Mails schreiben. Aber ich muss nicht antworten und tue es auch nicht.

    Die Anruferei nervt mich am meisten, aber dann ist es meistens auch dringend. Ich versuche, Tlefonate vorher anzukündigen/zu vereinbaren.

    Eine Vereinbarung im Kollegium wäre da eigentlich nicht verkehrt.

    Du würdest dich vielleicht wundern, was für einen Unterschied es machen kann, wenn man auf gemeinsamer Erfahrung aufzubauen weiß. Verbales Blabla ist eben nicht immer die effizienteste Basis, sich gegenseitig zu verstehen. Ein Haltung einnehmen können, die dem Gegenüber klar macht, dass man Rückgrat besitzt auch wenn derjenige auftreten kann wie Graf Rotz bei 2m Schrankgröße und potentieller Handgreiflichkeit lernt man nicht eben so.

    Gerade parallel läuft die Diskussion über die Täter/Opferumkehr handgreiflicher Kinder in Kombination mit "robustem" Elternhaus. Aber gut dass wir mal drüber geredet haben.:pinch:

    Ich verstehe absolut nicht, was du mir gerade sagen willst.

    Reden nutzt nichts? Ich soll mich zu Schrankgröße aufpumpen? Ich soll mich vermöbeln lassen, damit ich weiß, wie sich das anfühlt? Ich kehre Opfer- und Täterrolle um??

    Ich beziehe mich mit "Heldentaten erzählen" auf impertinentes Geschwafel von Lehrern über ihr Privatleben, ihre persönlichen Ansichten, Angeberei etc. Nein, das machen nicht alle, aber bei manchen hat man wirklich das Gefühl, sie sind Lehrer, weil sie sich permanent selbst darstellen müssen. Und in diese Richtung gehen auch diese Fragen wie "Ich bin Olympiareiterin und manchmal kriege ich die Stiefel nicht aus. Kann ich so in die Schule gehen?"

    Wenn man damit rechnet, erkennbar vermöbelt in die Schule zu kommen, dann gehört das offenbar zu dem "Sport", den man macht. Aber es gibt ja kaum etwas, was hier nicht gefragt wird. Also ja, kommt bitte alle gern mit Veilchen, ganzkörpertätowiert und in Sandalen unter dem Fußpilz zur Schule. Hoodie nicht vergessen, sofern das den Wunsch, möglichst viel Haut zu zeigen nicht torpediert. Und erzählt euren anvertrauten Kindern bitte alle eure Heldentaten. Das interessiert die brennend.

    Demnächst wird hier noch gefragt, ob man duschen sollte, bevor man in die Schule geht. Oder ein Deo benutzen soll. Oder sich die Haar kämmen soll. Wo kämen wir hin. Come as you are! Die wahren Werte sind innen. einige verbergen sie recht gut.

    Manchmal fasst man sich hier an den Kopf beim Lesen. Nicht dass da schon ein Veilchen blüht :rotfl:

    Natürlich addiert man Noten. Ich addiere immer alle. Manchmal haue ich richtig rein so wie bei der letzten Mathearbeit, da kam ich auf 150. Vor den Zeugnissen schließe ich mich für drei Tage in meinem Homeoffice ein und und bearbeite meine Rechenmaschine, um auf meine Jahresleistung zu kommen. Bei meinen achsoschwierigen Fächern ist das Ergebnis meist schwindelerregend.

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