Beiträge von Piksieben

    Ich bin ja beinahe ein bisschen beruhigt, dass es nicht nur mir so geht. Ich erlebe mich im Moment leider auch sehr gereizt und bei manchen Sätzen könnte ich platzen. Immer dasselbe!

    "Was sollen wir denn jetzt machen?" (Ich habe es vorher lang und breit erklärt)

    "Das geht nicht" (nee is klar, Excel ist kaputt. Kann passieren, wenn man das Semikolon vergisst)

    "Ich hab nichts gemacht" (nein, in der Tat. Nichts.)

    "Kann ich mal aufs Klo?"

    Ich gehe wirklich zum Fenster und atme dort ein bisschen. Manches muss man wohl ertragen. Aber ich habe es eben oft wirklich leid.

    Vermutlich ist es wirklich eine Form von Erschöpfung. Das ist um so beunruhigender, da gerade erst Sommerferien waren und mit dem Herbst jetzt tatsächlich noch so Einiges auf uns zukommen dürfte. Man weiß es nicht.

    Ist der Film out, kommt der nächste. Da käme man aus dem Warnen gar nicht heraus. Vermutlich macht man sich eher lächerlich, wenn man ausgerechnet jetzt reagiert. Gucken wir uns nicht dauernd irgendwas an, was wir besser nicht sehen sollten? Und ist nicht leider vieles davon noch nicht mal Fake? Ich schalte um, wenn ich Beiträge über Massentierhaltung sehe. Ich ertrage das nicht. Weil ich weiß, das geht so weiter, auch wenn diese Tiere nicht für mich leiden. Und natürlich gibt es Dutzende weitere Themen, die einen belasten, weil sie auch so nah und real sind. Man denke mal an das, was sich die Polizei so alles angucken muss, wenn sie Kinderpornographie aufdeckt etc.

    Auch und gerade zart besaitete Mädchen müssen so etwas wie Psychohygiene lernen: Also nicht alles anklicken und schauen, was einem so geteilt wird. Ich würde das eher mal als allgemeines Thema diskutieren: Was tut mir gut, was belastet mich? Worüber kann ich schweigen, worüber sollte ich sprechen? Wieso geht gerade dieses Video gerade rum und was sagt uns das? Mit einem "guckt euch das nicht an" ist nichts gewonnen.

    Was ein bescheuerter Beitrag!

    Das hat mit "ängstlich" überhaupt nix zu tun, ich habe keine Angst vor Corona, ich würde nur gerne wissen, ob ich ansteckend bin.

    Nö, finde ich nicht bescheuert. Ich habe genau denselben Eindruck: Geschützt wird man eigentlich nicht so richtig, weil der MNS ja weg ist, aber man kann sich testen lassen, dann ist man ja auf der sicheren Seite ... Das richtet sich an Leute, die sich nicht wohl fühlen in der aktuellen Situation.

    Bei mir hat jetzt schon mal die versprochene Rückmeldung innerhalb eines Tages nicht geklappt, ich nehme an, das Labor war überlastet. Ob ich mich nochmal testen lasse, weiß ich noch nicht.

    Ich frage mich, ob es auch Leute über 50 gibt, die tatsächlich symptomfrei positiv getestet werden. Ich habe mich testen lassen, weil ich es, wie oben beschrieben, für sinnvoll halte, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu haben. Nicht weil ich das Gefühl habe, ich könnte mich angesteckt haben. Tatsächlich achte ich so gut wie möglich auf mich.

    Okay, ich glaube, ich wurde vollkommen missverstanden. Teilweise waren die Antworten ja recht pampig ("Prozent rechnen kannst Du hoffentlich selber.").

    Eigentlich habe die ich die Frage gestellt, weil es in meinem Umfeld eine (zum Glück nur eine!) Person gibt, die im August über 500 km nach Berlin zur Demo gefahren ist, an eine baldige komplette Impfpflicht glaubt, keine Maske trägt etc. Aus persönlichen Gründen sehen wir uns häufiger und es geht ständig um diese Themen und unsere unterschiedlichen Meinungen. Um dieser Person klarzumachen, warum ich Impfen für sinnvoll erachte, dachte ich, dass konkrete Zahlen helfen könnten. Aber sei es drum. Der Beitrag von "der doctor" war passenderweise ganz hilfreich, auch ohne Zahlen. Danke dafür.

    Ich würde die Impfgegner auch mal fragen, ob sie sich ernsthaft auch nicht gegen Tetanus impfen lassen. Das ist nach wie vor lebensgefährlich, man braucht sich nur ein bisschen im Garten zu verletzen.

    Und ob sie ihrem Kind wirklich auch Keuchhusten zumuten wollen - solche Leute haben wahrscheinlich nicht erlebt, wie gruselig das ist. Und wie sie denken, wie die Kinderlähmung und die Pocken (nahezu) ausgerottet wurden und ob sie finden, dass die auch zur Entwicklung dazugehören.

    Zuviel Widerspruch reizt solche Personen ... und zu Zahlen gehören ja immer auch "Gegenzahlen", da kommt man nie zu einem Resultat. Im Grunde muss man fragen, ob sie auch sonst lebensrettende Maßnahmen ablehnen. Denn darauf läuft es ja hinaus, wenn man sich und andere gefährlichen Infektionskrankheiten aussetzt.

    Mich regen solche Leute und solche Diskussionen immer auf. Gar nicht gut für die Gesundheit.

    Du meinst wahrscheinlich EDV, also ein bisschen Excel, ein bisschen Delphi/JavaEditor und so weiter. Das hatte ich als Schüler auch. Ich meine richtigen Informatik Unterricht im Gymnasium.

    Interessant, dass du weißt, was ich unterrichte. Ich unterrichte Informatik im Schwerpunktfach. Wir programmieren mit richtigen Programmiersprachen, stell dir mal vor.

    Bei uns gab es mal eine AG-Offensive, aber das Interesse der Schülerinnen und Schüler war insgesamt eher verhalten. Allerdings scheiterte es auch an der Unterstützung der Lehrer. Wenn es schwierig ist, einen Stundenblock zu finden, man keine Entlastung bekommt und es auch sonst eher so als Hobby angesehen wird, lässt die Motivation halt irgendwann nach.

    Ich würde als Risikopatient die Schüler darum beten, dass in meinem Unterricht die Maske getragen wird, so schwer kann das ja nicht zu verstehen sein. Oder bin ich zu naiv, weil ich mit älteren Schülern arbeite?

    Aber jetzt mal im Ernst, das kann doch eigentlich nicht sein, dass Risikopatienten auf den guten Willen der Schülerschaft angewiesen sein sollen und in Masken investieren müssen?

    Ich arbeite auch mit älteren Schülern und bin einigermaßen entsetzt, dass bei denen die Masken schlampiger getragen werden als bei den jüngeren. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich bitte, ich argumentiere. Trotzdem hängen die zu dicht aufeinander und haben die Masken nicht ordentlich drauf. So war das jedenfalls gestern.

    Und ein Kollege, ebenfalls schon etwas älter, schilderte es ähnlich.

    Wir fühlen uns unwohl. Nächste Woche habe ich den ersten Termin zum "anlasslosen" Testen.

    Ich will kein Corona, keine Quarantäne und keine Schulschließung. Und wir sind noch nicht aus der Gefahrenzone.

    Ähnlich wie die Masernimpfung ist das Maskentragen eben nicht nur eine individuelle Entscheidung, sondern hat unmittelbar mit denen zu tun, mit denen man im Klassenzimmer sitzt.

    Auch wenn man niemanden zwingen kann, man kann aber bitten. Zum Beispiel als Lehrkraft vor einer Klasse mit erwachsenen Schülern.

    Also wir haben als Schule ein Maskengebot ausgesprochen. In jeder Klasse, die ich heute hatte waren 3-4 Schüler, die keine Maske tragen wollten, auch nach Gespräch nicht. Diese habe ich dann in eine Ecke gesetzt ans offene Fenster, weit weg von mir und auch von anderen.

    Das hätte ich genauso gemacht, da wäre mir der Selbstschutz wichtiger. Wir müssen halt dokumentieren, das ist wichtiger als dass alle stur auf einem Platz sitzen. Am BK mit den vielen Fachräumen lässt sich sowieso nicht vermeiden, dass sich Sitznachbarn im Laufe des Tages ändern.

    Ich habe von den Schülern meist die Rückmeldung bekommen, dass sie die Masken lieber auflassen und auch den Sinn dieser "Lockerung" nicht wirklich verstehen. Ich glaube, es hat einfach keiner Bock auf Quarantäne und Schulschließung. Von der Schulleitung gibt es für das Maskentragen eine Empfehlung.

    Alles andere hätte ich aktuell als sehr schwierig gefunden. Und das ist ja genau das Problem: Wenn Lehrer sich so ungeschützt fühlen, dass sie einen Weg suchen, nicht mehr in die Klassenräume zu müssen - wie Alterra ja schreibt.

    So kann ich mich arrangieren, weil ich mich einigermaßen sicher fühle. Wie das in vier Wochen aussehen wird, wird sich zeigen.

    Das würde ich auch tun. Unbedingt.

    Ich habe aber auch erlebt, dass Schüler sehr verärgert sind, wenn sie Lehrer ohne Masken oder gegen die Einbahnstraßenregelungen sehen. Ich denke, diese Schüler tragen morgen immer noch freiwillig eine Maske.

    Ich finde, dass die drohende Quarantäne doch ein recht gutes Argument ist. Auch wenn die Schüler vor der Erkrankung selbst keine Angst haben. Und die Schulschließungen haben den meisten auch keinen Spaß gemacht.

    Aber so recht verlassen kann man sich darauf nicht und das Risiko für Lehrer wächst. Ich weiß wirklich nicht, wie sich das mit dem Schutz von Risikogruppen verträgt und auch mit der Erkenntnis, dass sich Aerosole in geschlossenen Räumen meterweit verbreiten können.

    Ich denke, trotz den Ausführungen in der Schulmail ist da das letzte Wort noch nicht gesprochen.

    https://www1.wdr.de/nachrichten/la…regeln-100.html

    Viele Schulen wollen mit den Masken weitermachen.

    Der Krisenstab in Wuppertal hat sich auch eindeutig geäußert:

    https://www.wuppertal.de/presse/meldung…-unterricht.php

    Gibt doch ein bisschen Hoffnung. Ich frage mich auch, wie ich geschützt werde. Jedenfalls trage ich weiter eine Maske und werde keinem unmaskierten Schüler am PC weiterhelfen - auf 1,5 Meter kann ich da leider nichts erkennen. Gibt es denn von deiner Schule schon eine Ansage, Miss Miller?

    Wir hatten ja diese Regelung, dass man die Masken im Schulgebäude, aber nicht im Unterricht, wenn man auf seinem Platz sitzt, tragen muss, vor den Sommerferien. Das ist ja auch gegangen, ich habe es so erlebt, dass die Schüler doch recht vorsichtig waren und die Maske aufsetzten, wenn sie rumliefen.

    Aber das war eine andere Phase, die Schockstarre aus dem Lockdown wirkte da noch fort. Das ist längst vorbei. Viele, vor allem jüngere Leute sind recht nachlässig geworden. Und es wird Herbst. Der wirbelt nicht nur die Blätter vom Baum, sondern auch die Arbeitsblätter im Unterricht herum, wenn man tüchtig Durchzug macht.

    Ich frage mich, wie wir uns jetzt schützen. Meine Schulleitung ist eigentlich sehr umsichtig und verantwortungsvoll. Trotzdem ist mir nicht wohl. Ich sehe mich schon ständig in Fensternähe stehen, mit FFP-irgendwas-Maske. Und die Mitlehrer mit erhöhtem Risiko werden sich irgendwie rausziehen, glaube ich.

    Die Schüler, die weniger leichtsinnig sind, bleiben oftmals schon wegen einem Schnupfen daheim. Das macht es nicht leichter, den Stoff bis zu den Prüfungen durchzuziehen. Ich habe einsichtige, vernünftige Schüler - aber es ist ja gerade wichtig, an die anderen zu kommen, die, die schwerer lernen und auch sonst ihren Verstand nicht immer zu ihrem Vorteil einsetzen.

    Einfache Lösungen gibt es da nicht, das ist klar. Irgendwie muss man die Nerven bewahren und sich sagen, dass man zu manch anderen Zeiten der Menschheitsgeschichte auch nicht gerne hätte leben wollen. Ich erlebe aber trotzdem, dass Kollegen schon jetzt angespannt und überlastet wirken. Wie ist das bei euch?

    Das ist bei uns auch so. Die Heizkörper laufen volle Pulle und man kann nix machen. Immerhin kann man in den Computerräumen jetzt die Fenster richtig öffnen. Also bin ich eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn da und lege die Bildschirme um, damit ich mit dem Fenster dran vorbei komme. Die stehen nämlich an der Fensterfront. Bei Regen wird das schon kritisch. Immerhin freuen sich die Schüler, wenn sie in einen frisch gelüfteten Raum kommen.

    Auf dem Flur die Fenster gehen zum Teil auch so auf. Da könnte man rausfallen. Ich habe mich heute gefragt, ob die schlauen Leute, die sich Brandschutzverordnungen und sowas ausdenken, noch keine Lösung für Fenster gefunden haben, die zugleich ein Lüften ermöglichen, das diesen Namen auch verdient, wo keiner rausfallen kann und trotzdem die Feuerwehr im Notfall einsteigen kann, um Leute zu retten. Es gibt doch so viele schlaue Lösungen für alles mögliche. Wofür braucht man Fensterbänke? In meinem Wohnzimmer habe ich sowas nicht, also keine Breite, auf der man sitzen könnte. Schade finde ich das. Fenster können auch hoch sein, so dass man eben nicht rausklettern kann, aber pandemiegeeignete Schulen wird es wohl erst im übernächsten Leben geben.

    Die Lüfterei, das ewige Ermahnen, auch die Nase zu bedecken, die Dokumentiererei, wer wo gesessen hat und dabei die Lernenden aus dem tiefen, tiefen Loch herauszuholen, in dem sie offenbar das letzte Jahr gehockt haben, so lerntechnisch -- ich bin echt geschlaucht.

    Ich merke regelmäßig zum Schulstart, dass meine Stimmbänder angestrengt sind und ich leicht Halsweh bekomme. Das gibt sich in den ersten Wochen. Das ist trotzdem ein doofes Gefühl. Ich denke zwar auch, ich merke, wenn etwas im Anzug ist und melde mich dann sofort krank, aber weiß man's? Ist es dann schon zu spät?

    Und das bleibt ja jetzt erst mal so. So ungewiss. Für die Schüler gilt es ja auch: Sie werden mehr fehlen.

    Der Schulstart mit all den Regeln und Neuerungen, die Lernplattform, neue Klassen ... ich hatte bisher einfach keine Zeit, eine Praxis zu suchen, in der ich mich testen lassen kann. Der Zettel liegt immer noch auf der Tastatur. Und zur Schule kommt halt keiner zu Testen. Sinnvoll ist es ja schon. So schiebe ich es weiter vor mir her. Auch weil ich fürchte, es wird eine länger Telefonaktion.

    Bevor ich verdächtigt werde: Nein, ich war in keinem Risikogebiet im Urlaub und auch auf keiner Familienfeier (das scheint ja das nächstgrößere Problem zu sein).

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