Wir hatten ja diese Regelung, dass man die Masken im Schulgebäude, aber nicht im Unterricht, wenn man auf seinem Platz sitzt, tragen muss, vor den Sommerferien. Das ist ja auch gegangen, ich habe es so erlebt, dass die Schüler doch recht vorsichtig waren und die Maske aufsetzten, wenn sie rumliefen.
Aber das war eine andere Phase, die Schockstarre aus dem Lockdown wirkte da noch fort. Das ist längst vorbei. Viele, vor allem jüngere Leute sind recht nachlässig geworden. Und es wird Herbst. Der wirbelt nicht nur die Blätter vom Baum, sondern auch die Arbeitsblätter im Unterricht herum, wenn man tüchtig Durchzug macht.
Ich frage mich, wie wir uns jetzt schützen. Meine Schulleitung ist eigentlich sehr umsichtig und verantwortungsvoll. Trotzdem ist mir nicht wohl. Ich sehe mich schon ständig in Fensternähe stehen, mit FFP-irgendwas-Maske. Und die Mitlehrer mit erhöhtem Risiko werden sich irgendwie rausziehen, glaube ich.
Die Schüler, die weniger leichtsinnig sind, bleiben oftmals schon wegen einem Schnupfen daheim. Das macht es nicht leichter, den Stoff bis zu den Prüfungen durchzuziehen. Ich habe einsichtige, vernünftige Schüler - aber es ist ja gerade wichtig, an die anderen zu kommen, die, die schwerer lernen und auch sonst ihren Verstand nicht immer zu ihrem Vorteil einsetzen.
Einfache Lösungen gibt es da nicht, das ist klar. Irgendwie muss man die Nerven bewahren und sich sagen, dass man zu manch anderen Zeiten der Menschheitsgeschichte auch nicht gerne hätte leben wollen. Ich erlebe aber trotzdem, dass Kollegen schon jetzt angespannt und überlastet wirken. Wie ist das bei euch?