Beiträge von Piksieben

    Wir haben eine Zeitlang mit lo-net gearbeitet, aber das hat sich nicht bewährt. Jetzt für zwei Wochen etwas aus dem Boden zu stampfen ist unrealistisch. Einige Schüler haben tatsächlich nur ihr Handy. Und warum sollte so etwas funktionieren, wenn die IT in der Schule schon nicht ausreichend betreut wird?

    Und ja, wenn, dann bleiben alle zu Hause. Die Lehrer können mal in Ruhe ihr Unterrichtsmaterial aufbereiten und die Schüler die Hausaufgaben machen, die sie seit Sommer vergessen haben. Dann sind die zwei Wochen schnell rum. Müssen Kindergartenkinder eigentlich auch aus der Ferne erzogen werden, wenn die Einrichtung dicht ist?

    ... und vor allem hör auf, dir düstere Szenarien auszudenken. Es kommt doch anders, als du denkst. Warum wohl heißt es Orientierungspraktikum? Weil du ausprobieren sollst. Und bitteschön denke auch nicht, dass andere Leute daran schuld sind, wenn etwas nicht so klappt, wie du dir das vorgestellt hast. Wenn sich Leute raushalten, ist das auch nicht einfacher.

    Mach, wie du es für richtig hältst, und schau hinterher in Ruhe, was daraus geworden ist. Ohne Verurteilungen. Nur mit Interesse und Neugier: Ups, was war denn das?

    Ich würde niemand anderem vorher irgendwelche Anweisungen erteilen. Lass es auf dich zukommen. Viel Erfolg und berichte, wie es war!

    Muss man immer Noten geben? Kurze Lernstandskontrollen bewerte ich einfach nur mit Punkten, ohne Noten, manchmal mit + oder -, manchmal mache ich auch Gesichter drauf, da lachen zwar die größeren Schüler, aber natürlich möchte jeder einen Smiley haben.

    Letztlich sind so kurze Überprüfungen doch eher dafür da, sich ein Bild zu machen und den Schülern zu zeigen, dass man sieht, ob sie mitarbeiten. Ich habe auch einfach keine Lust, mich wegen einer kleinen Lernstandskontrolle auf Notendiskussionen einzulassen. Das führt auch nur zu sinnlosen Rechenspielchen.

    kodi hat schon Recht. Du musst dich ein bisschen umstellen und dir das Vertrauen, das du dir schon erworben hattest, noch einmal neu erwerben. Für mich klingt es auch etwas übertrieben, dass du mehrere Varianten desselben Artikels schreibst. Was ist das Problem, wenn du ihr die Sachen einmal hinlegst, bevor du sie außer Haus gibst? Ich kann verstehen, dass du dich ein bisschen gekränkt fühlst. Aber jetzt den Posten ganz abgeben wäre doch übertrieben.

    Lass der neuen SL ein bisschen Zeit. Sie wird schon sehen, was sie an dir hat. Man muss auch Menschen in leitenden Positionen zugestehen, Erfahrungen zu sammeln und sich zu entwickeln. Ich habe schon mehrfach erlebt, wie sich die Zusammenarbeit nach anfänglichen Schwierigkeiten dann doch eingespielt hat, weil man sich aufeinander eingestellt hat und die Qualitäten des Gegenüber zu schätzen gelernt hat.

    Es ist so wichtig, auf sich zu achten und sich nicht zu übernehmen. Du wirst da noch für Jahrzehnte gebraucht. Ich betrachte Kolleginnen und Kollegen als allzu bequem, die nach 10 Jahren noch immer dieselben schlechten Kopien zusammenschnipseln, im Unterricht ständig Filme zeigen, zu spät in den Unterricht kommen, aber dafür früher gehen ... und ganz nervig finde ich Unzuverlässigkeit und Jammerei.

    Hört sich bei dir alles nicht danach an. Warum glaubst du, dass du zu gemütlich bist?

    Haubsi, ich finde deinen Umgangston hier auch stellenweise etwas befremdlich. Bevor du dich ständig vernachlässigt fühlst und Unterstützung einklagst, versuche doch bitte mal, dich auch in andere hineinzuversetzen. Du bist nicht die Einzige im Kollegium mit einem kleinen Kind. Kannst du dir vorstellen, dass andere auch so ihre Probleme haben? Die tragen sie auch nicht unbedingt vor sich her, aber von kranken Kindern/pflegebedürftigen Angehörigen, schwierigen Klassen, persönlicher Überlastung, Krankheit, Stress jedweder Art etc. ist so ziemlich alles dabei. Neben dem Unterricht haben gerade die Kolleginnen und Kollegen, die schon länger dabei sind, viele Aufgaben, die irgendwie so nebenher zu erledigen sind. Davon sieht man nicht immer etwas. Und auch nicht davon, wie viele Teams an so einer Schule damit beschäftigt sind, den Laden am Laufen zu halten. Natürlich in Teamarbeit. Dieser Zeitmangel ist keine böse Absicht, der ist einfach da. Es dauert seine Zeit, bis man da seinen Platz gefunden hat und bestimmte Reaktionen versteht. Manche Dinge nerven übrigens ein ganzes Lehrerleben lang.

    Die Frage "Was haben wir gemacht?" ist viel zu allgemein. Vielleicht ist das der Punkt. Da kommen dann so vage Antworten, und außerdem ist es halt auch eine langweilige Frage. Stress dich nicht damit. Frag lieber ganz konkret nach einem neu gelernten Begriff oder stelle eine Aufgabe, um wieder ins Thema zu finden.

    Ansonsten mag ich "Versteckspiele" nicht. In Mathe schreibe ich das Thema an die Tafel, damit jeder weiß, wo wir dran sind. Aber manchmal ist es auch eine Problemstellung, aus der sich das Thema erst ergibt. Kommt eben drauf an. Ist ja ein eigenes Thema, Einstiege.

    Ich würde mich niemals per Whatsapp über einzelne Schüler austauschen.

    Die Antwort kann man auch nicht in einem Satz geben. Wohl aber gibt es an der Schule Regeln. Bei uns läuft das ungefähr so: Störungen werden im Klassenbuch dokumentiert. Der Klassenlehrer führt zunächst ein Gespräch. Ggf. werden die Eltern informiert. Wenn das nichts ändert, wird die Abteilungsleitung hinzugezogen und es gibt einen schriftlichen Verweis. Danach geht es weiter mit Schulleitung, Teilkonferenz, Ordnungsmaßnahmen. Das wirst du schon alles noch lernen.

    Was du jetzt im Einzelnen tun kannst, kommt eben drauf an. Klassenlehrer können auch nicht alle Probleme lösen. Es wird immer Schüler geben, die stören und dich ärgern (so wie es auch Kollegen gibt, über die man sich ärgert - vorschnelle Verallgemeinerungen sind nicht hilfreich). Letztlich hilft tatsächlich nur Erfahrung und Kooperation mit den anderen Lehrern - aber auch: Sich darüber nicht zu sehr aufregen, die eigene Psyche schonen und sich klar machen, dass nicht immer alles rund laufen kann.

    Selbst wenn eine Dienstbesprechung wäre (komische Vorstellung): Zeugnisausgabe ist doch kein Sprechtag. Wie soll das denn gehen, wenn alle Fachlehrer für alle Schüler verfügbar sein sollen.

    Wenn jemand bei uns mit seiner Note nicht einverstanden ist, wird er auf die Einspruchsfrist hingewiesen. Nach den Ferien bekommt er dann Bescheid.

    Hey Haubsi, gegen Müdigkeit hilft nur Schlafen. Das ist nun mal so. Man hat keine guten Ideen, wenn man übermüdet ist, und die Zeit, die man verbringt, es trotzdem zu versuchen, ist verschwendet.

    Was man machen kann ist ein kurzes Nickerchen, Tiefenentspannung für 25 Minuten. Ersetzt nicht den fehlenden Schlaf von Stunden, hilft aber, noch eine Weile arbeitsfähig zu bleiben.

    Wie oft habe ich mich schon an etwas festgebissen, was sich dann als unlösbar/sinnlos/umständlich erwiesen hat. Mir kommen die besten Ideen - und auch die Erkenntnis, dass ich einen Blödsinn gedacht habe - unterwegs. Das ist auch kein Zufall, Bewegung hilft der Kreativität auf die Sprünge. Also ruhig dann doch mal raus auf den Spielplatz, auch wenn "eigentlich" keine Zeit ist.

    Und außerdem: Die Schülerinnen und Schüler haben auch Ideen! Meine besten Merksätze habe ich von ihnen. Man kann und muss nicht jede Stunde bis ins Detail durchplanen. Manche nehmen sowieso unerwartete Wendungen. Und manchmal sind das die besten Stunden. Also, ruhig mal etwas loslassen und vertrauen, dass es schon läuft. Eine Vorzeigestunde wird natürlich gestylt, aber auch dann ist ein flexibles Reagieren gefragt und gewünscht.

    Zickige Mit-Azubis sind natürlich nicht das, was man sich in so einer Ausbildungssituation wünscht. Vielleicht gibt es sich noch ein bisschen, ihr sitzt ja in einem Boot. Mit hat das damals sehr geholfen.

    Dass du dein Kind vermisst, kann ich gut verstehen, das tut einem ja weh beim Lesen. Ja, die Zeit mit den Kindern ist kostbar. Aber du bist ja trotzdem da, ihr seht euch, und es wird besser werden, hundert pro!

    Das Wort "Praktikum" war vielleicht ungeschickt gewählt, aber ich denke, es ist jetzt geklärt, dass man auch ohne zweiwöchiges Praktikum auswärts hospitieren kann.

    Danach zu fragen ist legitim, dafür ist doch so ein Forum da.

    Ich habe mich anfangs gar nicht getraut, zu fragen, ob mein Unterricht umgeplant werden kann. Dann wurde ich aber sehr deutlich darauf hingewiesen, dass das zu meiner Ausbildung gehört. Wie soll das auch anders gehen, wenn man eine Gruppenhospitation machen will. Eigentlich hatte ich noch nicht mal Lust drauf, ich hätte lieber meinen Unterricht gemacht. Im Nachhinein war es aber doch nützlich, vor allem im Seiteneinstieg, bei dem man ja in der Regel an der Schule bleibt, an der man ausgebildet wird. Und sich um solche Erfahrungen aktiv zu bemühen heißt doch nicht, dass man sich für besser hält. Engagement für die eigene Entwicklung wird doch ausdrücklich gewünscht.

    Nein, das müsste er/sie nicht, ich weiß nicht, woraus du das liest. Es geht prinzipiell darum, ob man auch mal an einer anderen Schule zu Gast ist. Und das war bei uns selbstverständlich - vom Seminar aus, nicht von der Ausbildungsschule. Ich glaube, einige reagieren hier etwas überempfindlich, weil oft Neulinge hier aufschlagen, die alles besser und cooler zu machen glauben. Das kann ich aus dem Eingangsthread nicht herauslesen. Dass man auch mal was anderes sehen will als Unterricht an der eigenen Schule finde ich selbstverständlich.

    In meiner Ausbildung (auch Seiteneinstieg) war eine sogenannte Gruppenhospitation üblich. Wir sind mit der Seminargruppe zu einem Unterrichtsbesuch an die Schule eines Teilnehmers gefahren. Das ist zwar kein Praktikum, aber doch immerhin ein lehrreicher Einblick. Diskutiert wurde dann natürlich auch. Und natürlich waren innovative Unterrichtsprojekte gefragt.

    Wir haben auch gemeinsam Unterricht vorbereitet, den dann einer gehalten hat und der danach diskutiert wurde. Ich nahm an einem Workshop an einer anderen Schule teil, wo es nur um Unterrichtsprojekte ging, die man einander vorgestellt hat.

    Ich habe immer gedacht, dafür ist Ausbildung gedacht. Und natürlich wurde ich freigestellt, wenn ich auswärts war.

    Also, einfach fragen.


    Wundere mich, dass hier sowohl das Referendariat mit seinem Praxisbezug als auch die Uni mit ihrem Nichtpraxisbezug ständig bekritelt werden. Denken manche, dass sie intuitiv alles allein könnten? Dass die Bücher, aus denen ihr euer Wissen habt vom Himmel fielen?

    Man verfällt in einer Ausbildungssituation leicht in ein Schülerverhalten und gibt gern den Lehrern die Schuld daran, wenn etwas nicht so läuft. Man müsste eigentlich neugierig sein, aber man stellt die Borsten auf. Ich stelle das gelegentlich an mir selbst fest, wenn ich in einer Fortbildung sitze. Ja, es ist irgendwie kindisch.

    Theorie ist ja sozusagen geronnene Praxis. Das ist ja gerade das Wertvolle daran: Dass man sich aus dem Alltagsgeschäft löst und die Dinge von einer höheren Warte aus betrachtet. Mir hat das immer Spaß gemacht und ich kann mit dem destruktiven Gejammer vom fehlenden Praxisbezug auch nichts anfangen. Die praktische Erfahrung muss man sich ohnehin selbst erarbeiten.

    Meine Ausbildung im Seiteneinstieg war auch kein bisschen praxisfern. Die Dozenten waren alle aktive Lehrer und wir sprachen viel über das Alltagsgeschäft. Die theoretischen Themen wurden immer auch aus der Perspektive der Praxis behandelt. Man redet ja auch nicht nur mit den Dozenten, sondern auch miteinander.

    Dann gibt es noch Ergebnis, Zeugnis, Erlebnis, Atlas ... sehe ich häufig falschgeschrieben bei meinen Schülern. Ich hatte mich früher nie über diese Ausnahmen gewundert. Ich stelle es mir auch schwierig vor, Grundschülern zu erklären, dass "Bus" ein Fremdwort sein soll.

    Aber das mit dem -nis kann man sich ja vielleicht separat merken. Finsternis fällt mir auch noch ein. Ist grad schon so dunkel :)

Werbung