Beiträge von Piksieben

    Einige Leute sind so lernfähig, dass ein offenes Gespräch hilft. Manche merken sogar von selbst, dass ihr Verhalten nicht so gut ankommt. Manchmal erledigen sich solche Konflikte sogar von selbst, weil man irgendwie doch einen Weg findet, miteinander auszukommen. Und einige Leute umfährt man am besten weiträumig, die merken gar nichts.

    Was ich sagen will: Es kommt immer drauf an, und man muss für jeden Kollegen irgendwie einen Weg finden, miteinander auszukommen. Ich versuche immer herauszufinden, was für jemanden wichtig ist. Der eine muss ab und zu ein bisschen gehätschelt werden. Andere packt man bei ihrer Bequemlichkeit. Wieder andere sind pingelig und formal. Ich kann mich bis zu einem gewissen Grad darauf einstellen, ich muss mich immer auch selbst schützen, indem ich den Ärger nicht zu nah an mich heranlasse. Auch die eigene Wahrnehmung mit anderen besprechen ist sehr hilfreich. Und Humor. Diese Situationen haben immer auch komische Seiten.

    Vielleicht kann man die Treffen ein bisschen anders vorbereiten, so dass Vorschläge schon vorher auf dem Tisch liegen? Oder dass sie zeitlich durch andere Termine von vornherein beschränkt sind? Stramme Tagesordnungen, straffe Gesprächsleitung, sowas in der Richtung? Manchmal muss man ja gar nicht so viel reden.

    Und natürlich schon auch mal überlegen, woher diese destruktive Haltung kommt, manchmal steckt ja was ganz anderes dahinter. Viel Erfolg!

    Und da sag mir noch mal einer Lehrer würden händeringend gesucht. Man hängt sich bei einem Uniabsolventen an 1 Semester und der Berufserfahrung auf? Sollte dem wirklich so sein und die lassen nicht mit sich reden, dann kommt diese Variante für mich nicht in Frage. Bevor ich den Studiengang zu Ende studieren, noch mal 2 Jahre in der freien Wirtschaft bleibe und dann noch Master und Referendariat dran hänge würde ich direkt in das BK Lehramtstudium wechseln und dann stattdessen mit B. Sc. parallel zum M. Ed. schon Vertretungsunterricht machen.

    Ich werde bis zu meinem Bachelor fast 8 Jahre, die Hälfte davon zwar Teilzeit, den Rest 30h die Woche an einschlägiger Berufserfahrung in der freien Wirtschaft haben. Welchen Unterschied macht da, ob ich einen B. Sc. in der Tasche habe oder nicht? So viele Gespräche ich schon hatte, bisher hat niemanden tiefgreifend interessiert wieso ich noch keinen Abschluss habe sondern welche Programmiersprachen und Systeme ich kann...


    Diese Politik ist sowas von realitätsfern.

    Nun ja, du willst Lehrer werden und Abschlüsse verleihen. Da ist es nicht zuviel erwartet, dass du selbst einen ordnungsgemäßen Abschluss hast mit allen unangenehmen Prüfungen, die dazu gehören.

    In den Medien wird es schon immer so dargestellt, als seien Quereinsteiger irgendwelche Vollpfosten, die man auf der Straße aufgelesen hat. Diese Wahrnehmung wird nur noch befeuert, wenn man die Ansprüche an die Abschlüsse aufweicht.

    Man merkt es übrigens, ob jemand Mathematik von Grund auf studiert hat oder nur so nebenbei.

    Ich glaube, dass ich mich hier nicht zu wiederholen brauche, aber für diejenigen, die hier neu sind und die "Story" nicht schon kennen: Seit Monaten werde ich im Referendariat massiv unter Druck gesetzt, im Vergleich zu meinen Mitreferendaren wird von mir Perfektion erwartet und die (natürlich neben vielen Stärken auch vorhandenen) Schwächen werden sukzessive zum Ausschlusskriterium aufgebauscht. Kurzum: Ich vermute, dass man mich loswerden möchte. "Man" bedeutet hier: In der Rang- und Hackordnung sehr weit oben stehende "Persönlichkeiten", mit denen ich mich insofern angelegt habe, als dass ich es wagte, unsachliche Kritik sachlich zu kontern. Das war offenbar schon Grund genug, mich auf eine interne Abschussliste zu setzen.

    Offen gesagt klingt das für mich ein bisschen überheblich. Vor allem macht mich stutzig, dass deine Mitstreiter deine Probleme nicht haben. Was machen die denn anders als du?
    Stärken und Schwächen beurteilen grundsätzlich andere. Das ist in der Ausbildung nun mal so, und überhaupt. Ein Produkt, das keiner kaufen will, kommt halt aus dem Regal, gleichgültig, wie toll der Hersteller es findet. Auch dass du definierst, was sachlich und was unsachlich ist - nun ja. Klingt halt selbstgerecht. Du hörst dich ja selbst nicht reden.
    "Man will mich loswerden" - hat "man" einen Grund oder ist das Verschwörungstheorie?
    Versteh mich nicht falsch: Ich kann nicht beurteilen, wie deine Situation wirklich ist, aber ich höre hier halt nur deine Seite. Und ohne die andere zu hören ist es schwer zu raten.
    Bei mir war die Ausbildung auch nicht leicht. Aber wir haben zusammengehalten und uns gegenseitig gestärkt. Auch wenn wir ganz unterschiedlich beurteilt wurden. Und das hat letztlich den Ausschlag gegeben, durchzuhalten.
    Aufhören ist sicher keine gute Idee. Ratsam fände ich eher, wirklich mal zu gucken, was die anderen anders machen als du. Es ist nicht dein Ziel, dem Seminar eine lange Nase zu drehen. Du willst die Prüfungen schaffen. Also schau, was dafür hilfreich ist und steigere dich nicht in dein keiner-mag-mich hinein.
    Wie gesagt, ich kann deine Situation nicht beurteilen, aber denk doch bitte auch mal von dieser Seite her nach. Deinen Fluchtreflex kann ich verstehen, aber der ist im Moment nicht hilfreich.

    Das mit der Prozentrechnung ließe sich ja reparieren. Überhaupt, Mathelehrer sind ja Kummer gewöhnt. Mich entsetzt das fehlende Textverständnis fast noch mehr. Sie haben keinen Begriff davon, was es heißt, sich mit etwas zu beschäftigen, etwas zu verstehen, selbstständig zu erarbeiten. Neulich wurde ich gefragt, wozu denn ein Stichwortverzeichnis gut sein soll.

    Die fehlenden Grundkenntnisse sind bei uns Dauerthema.

    Warum sollte jemand, der gutes Geld verdient, sich noch abends in die Schule setzen? Die Motivation ist doch, dass man als Kfz-Mechatroniker oder Schlosser irgendwann am Limit ist und weiterkommen will.

    Die angehenden Techniker versprechen sich einen Karrieresprung, sind aber teilweise nicht sicher, ob das auch klappt. Einige sitzen die Stunden ab und hoffen, das wird irgendwie. Dass man aber den Abschluss nur durch die erbrachte Leistung bekommen kann und auch für die Karriere neben Fachwissen persönliche Eignung braucht, ist manchen nicht so klar. Wir haben diese Art der Diskussion ständig. Ich muss mir sogar manchmal anhören, was ich für ein schönes Leben hätte als Lehrerin.

    Stimmt ja auch :lach:

    Was schon hilfreich ist, ist ein klärendes Gespräch über Sinn und Zweck dieser Ausbildung, so dass sich jeder für sich noch einmal darüber klar wird, warum er eigentlich da sitzt. Jammern ist ansteckend, das muss man unterbinden.

    Aber wie erwähnt, in einigen Klassen ist das gar nicht nötig. Da macht das Unterrichten durchgängig Spaß, das konzentrierte Arbeiten ist die reinste Erholung.

    Ich unterrichte auch seit über zehn Jahren in der Fachschule für Technik und bin gerade im Moment wieder mal sehr erstaunt, wie unterschiedlich diese Klassen sind. Schüler jenseits der 20 sind halt nicht notwendig motiviert oder diszipliniert, sondern können frech und unangenehm sein. Und manchmal scheint sich das Klassenklima durch wenige solcher Elemente richtig aufzuheizen, und dann ist grundsätzlich alles viel zu schwer und "keiner" versteht was. Das aber laut und gründlich.

    Und dann gibt es Klassen, denen gibt man eine Aufgabe und eine Erklärung, und dann arbeiten die friedlich und fleißig, sind dankbar und freundlich.

    Die einen Klassen sitze ich aus. Die anderen genieße ich. Meistens ist die Wahrnehmung der anderen unterrichtenden Kollegen ähnlich. Und irgendwie hören wir nie auf, uns darüber zu wundern.

    Es liegt nicht an dir!

    Und auch bei mir gibt es nicht nur Einsen und Zweien, in Mathe schon mal gar nicht.

    Dass man einen 25jährigen erzieherisch grundlegend beeinflusst, ist eher unwahrscheinlich. Und wenn man sich da draußen umsieht, muss man feststellen, dass da viele rücksichtslose, tumbe Leute herumlaufen. Einige sitzen halt bei uns im Unterricht.

    Short Division finde ich cool, danke für den schönen Link. Das mache ich jetzt immer so.
    Die meisten Schüler, die ich unterrichte, können nur sehr schlecht im Kopf oder auch schriftlich rechnen, für jeden Quatsch wird der Taschenrechner bemüht und das falsch. Bruchrechnung verursacht Schmerzen und Prozentrechnung wird unfassbar verumständlicht.
    Kopfrechentricks kennen sie gar nicht.
    Und ich kannte sie lange Zeit auch nicht :weissnicht:
    Da würde ich mir viel mehr Praxisbezug wünschen. Vieles ginge deutlich einfacher, so wie bei short division.

    Es dauert eine Weile, bis man dieses ganze komplizierte Gefüge des Kollegiums einigermaßen durchschaut hat. Letztlich geht es darum, mit jedem irgendwie einen Weg des Umgangs zu finden. Bei manchen heißt das: Privat versteht man sich, beruflich meidet man sich (jemand kann nett, aber faul sein), oder umgekehrt (jemand kann anstrengend, aber zuverlässig sein), irgendwann weiß man, wem man etwas anvertrauen kann und wem nicht, und von den gärenden Konflikten mit langer Historie erfährt man vielleicht nie etwas.

    Bei mir hat sich der Eindruck von Kollegen schon oft gewandelt. Man darf sich auch nicht blenden lassen - von manchen kommt nur warme Luft. "Nettsein" ist allein auch noch nichts Handfestes. Also abwarten und nicht schocken lassen. Gelästert wird doch überall.

    Also mein Luftschlösser-Radar hat mehrfach rot geblinkt, als ich deinen Text gelesen habe...

    Meiner auch. Es ist weniger der "Idealismus", den du da behauptest. Es ist mehr dieses Unverständnis dafür, dass da manches auf einen zukommt, das man jetzt noch nicht absehen kann, und dieses sehr Festgefahrene, das in deinem Staunen aufglimmt: Was - da muss man aufräumen? Und um 17 Uhr noch da sein? Das kann man doch alles anders machen und ich weiß auch wie!

    So kommt das bei mir an. Und du wirst es mit dieser Haltung sehr schwer haben. Diese hehren Vorsätze und was du alles dafür aufwenden willst. Das kann auch eine üble Bauchlandung werden. Flexibilität würde da sehr helfen.

    Denn, ja, da gibt es doch tatsächlich Schüler, die wollen gar keine Spiele programmieren. Und viele hassen Mathe. Und daran wirst du nur in Einzelfällen mal etwas ändern.

    Du wolltest Feedback, dies ist es. Ich weiß nicht, warum man überhaupt mit solchen "Idealen" an seinen Beruf herangehen soll. Ich mache meinen Job, und ich bemühe mich, ihn gut zu machen, und meistens geht es auch mir selbst ganz gut dabei. Genügt das denn nicht?

    Wie weit bist du denn mit deinem Studium? Ich kann mir gut vorstellen, dass Bedenken, wie du sie im Moment hast, in deinem Umfeld ganz normal sind. Das solltest du unbedingt thematisieren, bevor du das Handtuch wirfst und noch mal ganz von vorn anfängst. Es gibt doch auch bei der Polizei viele Entwicklungsmöglichkeiten und es gibt es auch Strategien, mit dem Schichtbetrieb zurechtzukommen (eine Freundin von mir hat als Krankenschwester in Teilzeit jeden Monat eine ganze Woche frei. Das hat auch was.) Du hattest doch deine Gründe, diese Laufbahn einzuschlagen, gilt das jetzt nicht mehr? Ich glaube, es ist überall ein bisschen anders, als man sich das ursprünglich vorgestellt hast.

    Andererseits, wenn du jetzt schon merkst, dass es das nicht ist, ist es natürlich immer besser, das Ruder rechtzeitig herumzureißen. Und ganz sicher ist es bequemer, Aufsätze zu korrigieren, als zu einem Großeinsatz auszurücken. Schau dich hier mal ein bisschen um, mit was für Problemen Lehrer so zu tun haben, und dann wäre natürlich ein Praktikum in einer Schule hilfreich. Vergleichen musst du letztlich selbst. Meine Schüler zum Beispiel schleppen lieber Schränke als dass sie Mathe machen. Anstrengung wird halt sehr unterschiedlich empfunden.

    Ich verstehe sowieso diesen kindischen Glauben an die Uhrzeit nicht. Als würde eine Stunde schneller vergehen, wenn man an der Uhr dreht. Das ist doch wie bei Loriot: "Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!"

    Als ich in die Grundschule ging, gab es die Sommerzeit noch nicht. Wir haben im Winter erst um 8:30 angefangen, im Sommer um 8. Ebenso war es in der Gärtnerei, in der ich später arbeitete: Im Sommer ging es eine Stunde früher los und man hatte dafür früher Schluss. Wieso in aller Welt geht das jetzt nicht mehr und man muss stattdessen die Uhr verstellen und alle, einschließlich die Kühe verrückt machen - und zweimal im Jahr die ewig gleichen Debatten führen?

    Hallo mulisa,
    natürlich kann man eine vernünftige Zeiteinteilung und Selbstorganisation lernen. Dazu gibt es doch überall Kurse und Literatur. Darum solltest du dich unbedingt mal kümmern, egal, wie dein Lebensweg weitergeht. Leute, die Kinder, betreuungsbedürftigte Verwandte o.ä. haben, ein Haus bauen oder einen Nebenjob haben, haben auch immer mehrere Baustellen - damit kann man klar kommen. Und vieles übt sich auch. Einige Methoden sind ganz einfach zu lernen.
    Einige Sachen kann man rascher erledigen, wenn man es gut organisiert. Anderen muss man die Zeit geben, die sie brauchen. Das sind vor allem Lernprozesse. Die lassen sich nicht beschleunigen, vor allem nicht, indem man sich damit verrückt macht und immer dasselbe liest/übt. Da muss man konzentriert lernen und danach ganz bewusst etwas anderes machen, denn diese Dinge müssen "sacken".
    Ich denke, du brauchst ein Gespräch mit jemand, der dich persönlich kennt. Du kannst hier nur deine Selbsteinschätzung mitteilen. Jemand anders hat vielleicht einen ganz anderen Eindruck von dir.
    Ist es wirklich so, dass du immer nur eine Sache tun und denken kannst? Vor einer Klasse mit 25 munteren Kindern hast du immer auf alles Mögliche zu achten. Und musst sehr oft sehr schnell entscheiden. Kann man üben, aber es ist halt die Frage, wie groß für dich der Aufwand ist, etwas zu erlernen, was deiner Persönlichkeit nicht entspricht. Vielleicht ist deine aktuelle Unsicherheit ein Signal, dass du vielleicht wirklich einen anderen Weg einschlagen solltest. Aber lass dich nicht verrückt machen von Leuten, die behaupten, man säße täglich bis 23 Uhr am Schreibtisch. Achte lieber darauf, wie es sich anfühlt, was du machst und vorhast. Ich glaube, mit den Praktika machst du es schon ganz richtig: Ausprobieren, um die Entscheidung zu erleichtern. Viel Erfolg!

    Ist halt generell die Frage, ob man nur über Dinge sprechen darf, die man kennt- beträfe z.B. auch stoffgebundene Süchte. Darf man nur über die Drogen reden, die man selbst probiert hat? (Frage durchaus ernst gemeint. Suchtprävention und deren Ansätze sind ja umstritten...).

    Ja genau. Ich habe ebensowenig Lust, irgendwelche Online-Spiele zu machen, zu Facebook zu gehen oder mit Snapchat oder wie das heißt rumzuspielen, ebensowenig, wie ich kiffen will, um zu wissen, wie sich das anfühlt. Solange meine eigenen Kinder noch jung genug sind, kann ich die mal fragen, was ein Wort bedeutet oder was gerade für Spiele angesagt sind. Ansonsten bin ich, was eigene Erfahrungen angeht, außen vor.

    Hat auch keinen Sinn. In diese Jugendlichenwelt kann man sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr hineindenken und das ist auch prinzipiell in Ordnung. Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben, Grenzen abzustecken und Gefahren zu verhüten. Und das mit der - offenen oder versteckten - Werbung ist natürlich auch ein Riesenthema. Gephotoshoppte Mädchen, die die eigenen Pickelchen riesig erscheinen lassen.

    Bitte berichte über deine Erfahrungen!

    Diese Schulleitung ist offenbar so überlastet, dass sie noch nicht einmal einen Blick in die Zeitung werfen kann. Hallo? Überall gibt es im Moment "zu viele Krankmeldungen wegen Erkältungen und Grippe". Es gibt Probleme in Arztpraxen, Kliniken, bei der Müllabfuhr, überall. Daran ändern keine Listen etwas und solche komischen Drohungen führen nur dazu, dass sich einige dann doch eingeschüchtert fühlen und beim nächsten Mal sich krank in die Schule schleppen. Dadurch riskieren sie ihre Gesundheit und verbreiten die Viren weiter. Das ist doch wirklich hinlänglich bekannt.

    Die Not der Schulleitung ist ja verständlich, aber die Reaktion ist falsch. Vielleicht finden sich bei euch ein paar Leute, die das gelegentlich - nach den Osterferien - in Ruhe einmal vortragen. So manches kühn Angekündigte verschwindet leise in der Versenkung. Bis dahin lieber nicht aufregen, das ist auch nicht gesund.

    Da muss ich immer an diesen Cartoon denken. "Kennst du die Leute, die da vorne an der Bar sitzen?"- "Nee du. Die sind bestimmt aus dem Internet."

    Krabappel, ich kenne deine Schüler nicht, aber wenn du dich mit deiner Ahnungslosigkeit dazu aufschwingst, ihnen eine Anleitung zu geben, kann das nur schiefgehen. Bring sie erst einmal dazu, zu erzählen. Was sind die coolsten Spiele? Mit wem spielt ihr da? Was ist gut, was ist doof? Was würdet ihr eurer kleinen Schwester raten? Ich würde dann erst mal die Lage sondieren.

    Auf Klicksafe wollte ich auch gerade hinweisen.

    Wie alt sind die "Kiddies" denn? Bei Zehnjährigen sieht das ja noch anders aus als bei Siebzehnjährigen. Bei Jüngeren stehen die Eltern ja auch noch mehr in der Pflicht.

    Besonders wichtig finde ich, dass man sich Hilfe holt, wenn einem irgendwas komisch vorkommt oder man sich unwohl fühlt (siehe die von goeba aufgeführten Gefahren). Da ist ja auch gerade das Schwierige, denn das setzt ein funktionierendes Vertrauensverhältnis (zu Eltern/Lehrern...) voraus.

    Und stets den Virenschutz aktuell halten.

    Das Thema ist unübersichtlich. Euer Präventionsprogramm würde mich sehr interessieren, goeba, vielleicht schreibst du noch ein bisschen was dazu?

    Keith Devlin behauptet in seinem Buch "Das Mathe-Gen", dass es solch ein Gen gar nicht gibt, sondern dass Sprach- und mathematische Fähigkeiten auf denselben Grundfähigkeiten basieren. Wie schon weiter oben beschrieben: Muster und Strukturen erkennen. Er schildert sehr amüsant, dass es eigentlich viel komplizierter ist, sich all die komplizierten Beziehungen in einer Seifenoper zu merken als zum Beispiel eine Gleichung zu lösen. Aber man ist halt neugieriger auf all diese Intrigen und deshalb beschäftigt man sich mehr damit.

    Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie viel "Mathe-Gen" es tatsächlich gibt, aber ich gebe mich ganz sicher nicht damit zufrieden, wenn jemand sich in seiner Mathe-konnte-ich-noch-nie-Haltung gemütlich einrichtet. Ich finde das auch peinlich. Wer geht denn schon hausieren mit dem Bekenntnis, keine zusammenhängenden Texte zu verstehen? Mit Mathe ist das nach wie vor kein Problem. Da läuft etwas falsch.

    Aber noch größer ist das Problem, dass Reinhard Mey so schön in Verse fasste:

    "Dann bin ich kleben geblieben
    wegen Mathe und Chemie
    und mehrerer großer Lieben
    Happy birthday to me"

    Die Interessen in der Pubertät richten sich nun mal nicht vorrangig auf Chemie und Geschichte, und was man da in der Schule macht, ist ja auch nur ein winziges Stück vom Kuchen. Sich aufgrund von Schulnoten auf ein Leben festzulegen, ist doch Quatsch. Ich habe im Studium alles mögliche ausprobiert und meine Interessen haben sich immer wieder in andere Richtungen bewegt. Fächer sind auch nur Schubladen ohne Griff. Ich kann diese wechselseitigen Überheblichkeiten auch nicht leiden. Ich bin auf alles neugierig und versuche das auch zu vermitteln - ist schwer, aber ich gebe nicht auf.

    Bzw. hätte es zu besprechen gegeben. Wenn sie am BK aufschlagen, müssten die Schüler solcherlei eigentlich schon können. Mit und ohne TR. De facto können sie aber weder im Kopf noch schriftlich rechnen und scheitern auch in der Taschenrechnerbedienung.

    *lach* Irgendwie wird man bescheiden mit den Jahren ... Anfangs habe ich mich darüber noch gewundert, wenn sie -1+5 mit dem Taschenrechner lösen, sie addieren sogar 0, wenn das auf dem Zettel steht. Da frage ich mich dann auch, was die in Sek I gemacht haben. Aber mittlerweile erkläre ich geduldig alles auch ein x-tes Mal, das Schimpfen nutzt ja auch nichts. Wenn dann jemand "ach -echt? Cool!" sagt, dann freue ich mich.

    Was das Rechnen in Mathe, sind die Fallunterscheidungen in Informatik. Die sind offenbar auch unfassbar schwer.


    Ich finde es vernünftig, dass marie74 sich Gedanken macht und hier fragt, wie andere das regeln.

    Finde ich auch. Man kann seine Verfügungen auch einem Beerdigungsinstitut geben. Es ist für Hinterbliebene schon eine große Erleichterung zu wissen, wo jemand begraben sein möchte etc. Auch der digitale Nachlass wird ja immer unübersichtlicher.

    Wenn man nicht möchte, dass andere Leute in den Sachen kramen, sollte man seine Sachen so ordnen, dass alles leicht zu finden ist. Bei den Schulsachen finde ich das nicht schwierig, die aktuellen Klausuren liegen doch tatsächlich meist obenauf. Bei den anderen Sachen finde ich es weit schwieriger.

    Bei Abschlussprüfungen und anderen wichtigen Sachen treffe ich immer Vorsorge für den Fall, dass ich plötzlich ausfalle.

    Man kann auch Auto fahren, ohne zu wissen, wie das funktioniert. Trotzdem gibt es Leute, die wissen wollen, warum es funktioniert.

    Ich frage mich manchmal, wo eigentlich der Aufschrei bleibt, dass sich Leute nicht mehr orientieren können, weil sie nur noch nach Navi fahren oder laufen. So eine Landkarte muss man doch auch irgendwie innerlich vorrätig haben. Stumpf nach Navi fahren ist gefährlich.

    Wenn man beklagt, dass Schüler Taschenrechner und Apps benutzen, um sich das Leben zu erleichtern, dann läuft wirklich etwas falsch.

    Ich bespreche im Unterricht das Lösen von Gleichungssystemen. Dann hat jeder die Chance zu verstehen, wie das funktioniert. Wenn man das später mit dem Taschenrechner erledigt, ist das nicht mein Problem. Ich finde es auch weniger spannend, Gleichungssysteme zu lösen, viel interessanter ist ja das Übertragen von Problemstellungen auf mathematische Sachverhalte, und das ist es auch, was den Schülern meist am schwersten fällt. Da kann man nämlich nicht einfach in die Formelsammlung schauen, da muss man erst mal einen Sachverhalt verstehen. Die Aufgaben fallen ja nicht vom Himmel, die sind durch irgendetwas motiviert.

    In Klausuren wird dieser Problematik durch den "Ohimi"-Teil Rechnung getragen: Einiges muss halt ohne Hilfsmittel bewältigt werden.

    Ich versuche zu vermitteln, dass Kopfrechnen eine nützliche Sache ist und man ohne Verständnis auch den Taschenrechner nicht korrekt bedient. Was ist dieses "i" auf dem Taschenrechner? Wie quadriert man unfallfrei -1? Wann braucht man Klammern? Da gibt es noch genügend zu besprechen. Mich stören diese Apps überhaupt nicht. Was mich stört, ist der Unwillen, etwas verstehen zu wollen. Aber das ist eine ganz andere Baustelle.

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