Ich fand den Artikel sehr berührend. Das "geht gar nicht" geht halt gar nicht. So sind wir nicht, so ist dieses Leben nicht, und das lässt uns manchmal ratlos. Das hat der Autor am eigenen Leib erfahren und erkannt, und ich finde, er hat das eindrucksvoll geschildert.
Für Kinder kann es zutiefst verstörend sein, wenn Eltern, Großeltern oder eben Lehrer unbeherrscht weinen. Sie sollen ja helfen, Vorbild sein, alles wissen und können, beschützen, all das. Und meistens tun sie ja auch, als wäre das so.
Erwachsenwerden heißt dann, zu erkennen, dass es nicht so ist. Dass die, die immer sagen, wo es langgeht, das selbst oft nicht wissen. Dass sie sogar manchmal richtig verzweifelt sind und keinen Ausweg sehen. Oder schrecklich unglücklich sind. Und dass sie vieles falsch machen und das manchmal auch sehr bereuen.
Professionelle Distanz, klar, man kann nicht ständig mit den eigenen Gefühlen argumentieren, darf nicht zu viel Schwäche zeigen etc. Aber wie man in Extremsituationen reagiert - wer kann das denn voraussehen?
Ein Lehrer, der eine Todesnachricht mit unbewegter Miene überbringt, würde mich vermutlich aber noch mehr verstören.