Ich beobachte dieses Gezerre zwischen berufstätigen Frauen und Hausfrauen mit Unmut.
Mein tatsächliches Leben besteht aus einer Mischung aus (traditionellen) Frauenaufgaben
wie kochen, putzen, waschen, Kinder erziehen und Aufgaben, die sich aus meiner Berufstätigkeit ergeben.
Mich macht das auch missmutig, das kannst du mir glauben. Emanzipation heißt eigentlich, dass Frauen Rechte haben. Zu arbeiten, zu wählen, über ihr Leben zu bestimmen.
Es heißt nicht, dass alle Aufgaben, die immer noch überwiegend von Frauen erledigt werden, irgendwie gering sind. Aber genau das wird so oft suggeriert heutzutage. Hausarbeit ist schrecklich lästig und sollte am besten einer Hilfe überlassen werden, die das gegen Geld macht (natürlich ist das auch eine Frau!). Und Kinder sind etwas, das betreut werden muss.
Es ist doch durchaus schön, einen Haushalt zu führen und Kinder großzuziehen. Das ist noch nicht nur wickeln und Kloputzen! Das ist auch fördern, spielen, rausgehen, helfen, dekorieren, backen, vorlesen und viel, viel Kreatives tun. Wenn das Erzieherinnen tun, wird es wertgeschätzt, wenn es Mütter tun, sollen sie es irgendwie nebenher machen - als wäre es eine Strafe. Dabei ist die Phase mit kleinen Kindern eine der schönsten, wenn nicht die schönste Lebensphase.
Ich finde das traurig und würde mir wünschen, dass sich die Denke da mal ein bisschen ändert und die Zeit mit Kindern verteidigt, errungen wird, für alle Eltern. Und dass nicht nur Männer ü50, die einen Nachzügler zeugen, auf einmal publikumswirksam entdecken, dass das Leben mit kleinen Kindern ein Abenteuer ist, das sich lohnt. Jetzt mal überspitzt gesagt.