Tja, schwierig. Das sind ja mehrere Baustellen. Einmal die fachliche, da ist der Vorschlag mit dem Ausland doch eigentlich zielführend. Gibt es da nicht Möglichkeiten, ein Praktikum o. ä. in Frankreich zu machen?
Dann das mit der Aufmerksamkeit. Es ist aus der Ferne schwer zu sagen, wie gravierend das ist, aber als Lehrer bist du ständig mit fünf Sachen gleichzeitig beschäftigt. Es geht wohl jedem mal was durch die Lappen. Du musst selbst wissen, wie stark die Einschränkung bei dir ist und wie sehr du da in der Lage bist, dich auf die Situation einzustellen.
Unruhe in der Klasse: Das ist am Anfang nicht ungewöhnlich und wird dadurch natürlich schlimmer, dass du dich selbst nicht wohl und nicht sicher fühlst und ständig überarbeitet bist. Natürlich ist es schwer, selbstsicher aufzutreten, wenn man ständig an sich zweifelt. Da ist es halt auch ganz wesentlich, dass man sich fachlich absolut sicher fühlt.
Das Gespräch zu suchen, ist gut, aber es kommt trotzdem drauf an, mit wem man spricht. Wenn man immer nur "du musst dies ... du musst das ... dies klappt nicht ... das geht nicht ..." zu hören bekommt statt "versuch mal so ... das findet sich ... da muss man ein wenig Geduld haben ... schau, das war doch schon ein Fortschritt" - dann ist das halt nur frustrierend.
Ich habe sehr viel gelernt durch kleine, freundliche Hinweise oder einfach durch Abgucken. Und dann durch Erfahrung und Ausprobieren. Die Zeit braucht man halt.
Es gibt definitiv Leute, die sich einen anderen Job suchen sollten als ausgerechnet Lehrer. Ob du dazu gehörst, weiß ich natürlich nicht. Letztlich musst du auch selbst entscheiden, was dir gut tut. Vielleicht gibt es eine Person deines Vertrauens, die dir raten kann?
Nach drei Wochen schon aufgeben wäre aber sicher überfrüht, und auch nicht aus diesem Gefühl der Erschöpfung heraus, das du im Moment offenbar hast.
Geh offen in das Gespräch. Sie wollen dir helfen. Hör dir erst mal alles an.