Beiträge von Piksieben

    absolut OT aber auch ein weiterer "Beweis", wie wenig Ahnung die Außenwelt von unserem Job hat. Immerhin konnte mein Freund (Nicht-Lehrer aus einer Nicht-Lehrer-Familie und Nicht-Lehrer-Umfeld) lachen, als ich das mit dem Tee und Sofa erzählte

    Einspruch. Erstens unterscheidet sich das Korrigieren von den Schulklausuren in der Sek II nicht wesentlich von Korrekturarbeiten, wie man sie auch an der Uni durchführt, der TE hat da also durchaus eine "Ahnung".

    Zweitens finde ich es ausgesprochen gemütlich, nachmittags bei Tee und Keksen meine Mathearbeiten zu korrigieren, womöglich noch draußen auf der Terrasse. Natürlich ist das Arbeitszeit und zum Teil auch etwas zäh. Aber dass das jetzt eine Schwerstarbeit und schrecklich wäre und dass niemand von außerhalb beurteilen kann, wie furchtbar es ist - nö, da kann ich mich nicht wiederfinden. Ich habe an der Uni schon Klausuren von 300 Teilnehmern korrigiert. Das war zweifelsohne öder.

    Unterrichtsvorbereitungen finde ich manchmal übrigens so packend, dass es mir nichts ausmacht, auch abends um 10 noch am Rechner zu sitzen.

    Ich komme auch aus der Wissenschaft und bereue den Schritt nicht. Es gibt nur zwei Dinge, die mich an der Schule belasten. Punkt 1 ist der Lärm (nicht nur Schüler. Auch Türeknallen, Stühlerücken etc). Punkt 2 sind unverschämte Schüler. Diese Belastungen schwanken sehr. Es kann sein, ich habe lauter liebe, ruhige Klassen und manchmal kann man eine Stecknadel fallen hören.

    Und dann wieder kann es furchtbar laut sein und ich gucke dauernd auf die Uhr.

    Ich arbeite ja derzeit noch in der Sek I, wechsle demänchst in die Sek II. Man sagte mir die Eltern am Gymnasium wären engagierter bzw. aktiver. An unserer Schule und anderen Sek I-Schulen (Kollegenberichte) sind die Eltern sehr träge.

    Sind dir träge Eltern lieber als aktive, und sind engagierte Eltern mit Helikopter-Eltern gleichzusetzen?

    Es fallen halt immer die nervigen auf. Deshalb sind nicht gleich alle so. Gymnasiumseltern sind doch auch häufig berufstätig, oft schon wieder ganztags, die haben doch gar nicht so viel Zeit, hinter dem Nachwuchs herzuflattern.

    Wie
    viel kann man dazu lernen, und was muss einfach da sein, um ein guter Lehrer zu
    sein?

    Es gibt sicher Leute, die lieber nicht Lehrer werden sollten, schon im eigenen Interesse. Ansonsten kann man fast alles lernen. Das heißt nicht notwendigerweise, dass es einem beigebracht wird - die meisten Sachen lernt man ja eher anders, in der Praxis, im Selbststudium, wie auch immer. Auch den Umgang mit Disziplinproblemen lernt man, nur eben gibt es da keine Abkürzung und keine Zauberformel, es dauert und bleibt ein ständiger Prozess.

    Ein bisschen sonderbar klingt es, dass du schon jetzt darüber nachdenkst, ob du im Referendariat vielleicht Dinge tun musst, die dir nicht so behagen. Das kann passieren, aber was ist schon dabei? Für's Abi musstest du sicher auch Dinge lernen, die dich gerade nicht so interessiert haben, und dich Lehrern unterordnen, die du nicht so toll fandest. So ist das nun mal.

    Was jetzt deine persönlichen Eigenheiten angeht, so finde ich das schwierig. Einerseits finde ich natürlich, dass niemand sich verstecken sollte und einen auch ein körperlicher Makel nicht den Berufswunsch verderben sollte. Aber ehrlicherweise muss man schon sagen: Schüler können sehr gemein sein, und es genügt auch nicht, mit einer Klasse zurechtzukommen, es kommen immer wieder neue, die sich vielleicht neue Gemeinheiten ausdenken. Sicher findet man irgendeinen Weg. Aber jetzt einfach so zu sagen: Ach mach doch einfach, das fände ich ein bisschen fahrlässig. Letztlich kannst du das nur selbst entscheiden. Übrigens lernt man auch in Sachen Selbstbewusstsein hinzu.

    Danke für den Link, Flipper. Ich hatte den Erlass noch nicht gesehen.

    Man muss da jetzt schon die Dinge auseinanderhalten. Der GTR oder CAS ist ab 2017 für das Abi bindend. Das heißt, diese Geräte müssen die Schüler anschaffen. Darüber kann man sich aufregen, gut.

    Das hat aber nichts damit zu tun, dass nun *auch* die Möglichkeit besteht, auf alternative Geräte/Software umzusteigen, natürlich nur unter bestimmten Bedingungen, die an den Schulen selbst vereinbart werden, je nach vorhandenen Gegebenheiten. Eine der Bedingungen ist, dass die Schüler nicht verpflichtet werden dürfen, mehr als den Betrag für den GTR aufzuwenden. Eine andere ist, dass man die Prüfungen täuschungssicher durchführen muss, Smartphones sind ausgeschlossen.

    Für meine Schule heißt das nun, wenn ich es richtig interpretiere: Wir können nun darüber beraten, wie wir es halten. Wir hätten also durchaus die Möglichkeit, die ich oben favorisierte: Die Prüfungen am schuleigenen PC zu schreiben. Das finde ich gut. Für unsere Schüler würde das vermutlich deutlich billiger. Bitte korrigiert mich, wenn ich das falsch verstanden habe.

    Bei uns geht es, an den allgemeinbildenden Gymnasien vermutlich eher nicht, die müssen dann den GTR nehmen, so wie es ursprünglich ausschließlich verordnet war. Darüber, wie gesagt, kann und darf man sich ärgern - ich finde den GTR auch doof, obwohl ich ihn inzwischen auch verwende und mich allmählich daran gewöhne. Man hat ja nicht immer einen PC zur Hand.

    Das hat jetzt aber nichts mit der Diskussion über den im Grundsatz sehr sinnvollen Einsatz von Tablets etc. zu tun, der jetzt auch möglich ist. Schulen haben jetzt mehr Freiheit. Oder seht ihr das anders?

    Zudem entlasteten solche Einrichtungen die Elternhäuser. Die in Deutschland bislang verbreiteten Halbtagsschulen nannte Löhrmann dagegen "anachronistisch". Der Bund solle sich stärker für den Ausbau der Ganztagsschulen engagieren."

    Es stärkt die Kinder und entlastet die Eltern (wovon eigentlich?). Damit habe ich auch überhaupt kein Problem.

    Nettmensch, hast du Kinder? Weißt du, was das für eine Jonglage ist mit der Kinderbetreuung, wenn man arbeitet und die Arbeitszeiten nicht mit den Schulzeiten zusammenpassen (von den Ferien mal ganz zu schweigen)? Überall wird ständig gefordert, dass Frauen berufstätig sein sollen, auch wenn Kinder da sind, dass Familien unterstützt werden sollen, dass die Rente knapp wird und Frauen sich eine Auszeit vom Job nicht leisten können (ich rede jetzt mal nur von den Frauen, die sind halt nun mal meistens betroffen). Punkt zwei ist die immer noch stark unterentwickelte Chancengleichheit in D, die man hofft, mit der Ganztagsschule verbessern zu können. Das sollte im Interesse auch der Lehrkräfte liegen, oder wollen wir nicht das Beste für unsere Kinder?

    In mehreren Beiträgen wurde jetzt hier geschrieben, dass jegliches Unterrichten auch nachmittags voll bezahlt werden muss. Wieso das Geschrei, dass das alles unfinanzierbar sei und das Geld von den Lehrern weggespart werden müsse, weil die ja für die Betreuung zuständig sind? So stimmt es doch nicht!

    Den offenen Ganztag haben wir doch schon fast überall an den Grundschulen. Bei uns war es zum Beispiel so, dass die Betreuung wahlweise bis 14 oder 16 Uhr lief und von einem externen Träger bereitgestellt wurde. Wir bezahlten einen Elternbeitrag und dies unterschied sich nicht sehr von einem Hort, war nur praktischerweise im selben Gebäude. Lehrer sah man im Nachmittagsbereich eigentlich nie.

    Die Weiterentwicklung zum "echten" Ganztag ist eigentlich folgerichtig und ich würde mir da ein konstruktives Mitarbeiten der Lehrerinnen und Lehrer wünschen statt wüste Verwünschungen.

    Ich unterrichte übrigens zweimal wöchentlich abends bis neun. Finde ich in Ordnung.

    Natürlich muss Unterricht wie Unterricht bezahlt werden. Aber jetzt die Ganztagsschule zu verteufeln halte ich für falsch und wirklichkeitsfremd. Andere Länder schaffen das auch.

    Tja, ein ungelöstes Problem. Man kann nicht vor der Klausur die Handys einsammeln und zugleich erlauben, dass man damit Funktionen plottet. Das ist auch auf dem GTR, verglichen mit dem Laptop, umständlich und unschön. Außerdem wäre es viel sinnvoller, wenn man schon Computer einsetzt, auch mit Excel zu arbeiten - das können die Schüler wenigstens auch später gebrauchen.

    Aber irgendwie gibt es keine richtige Alternative. Wenn der GTR fürs Abi benötigt wird, muss man ihn vorher verwenden. Die Bedienung ist nämlich nicht selbsterklärend. Die Dinger sind aber lächerlich teuer.

    Was ich optimal fände: Klausuren in den schulischen Rechnerräumen schreiben, wie man es auch in anderen Fächern (Informatik, CAD...) macht. Im pädagogischen Netz kann man einen Prüfungsaccount anlegen, so dass keine anderen Dateien im Zugriff sind und natürlich auch kein Internet. Und die Software, die man benutzt, gibt es zumeist auch für die tragbaren Geräte - zumindest Excel und Co, so dass man während des laufenden Unterrichts damit arbeiten kann.

    Aber ich fürchte fast, dass das am Durchschnittsgymnasium schwierig ist. Ist ja auch eine Platzfrage.

    oh und offenbar wird dabei wenig wert auf strucktur gelegt wenn der direcktor alles durchsiet und prüft ob seine lehrer auch alles gut erklährt haben für die exen und so nicht dass sie abfallen gegen so dumme bundesländer wie nrw ironie off

    Ich habe das nicht so verstanden, dass dabei um Anwendungsaufgaben geht - vielmehr, dass so viel erläutert und erklärt wird, dass man nicht mehr viel tun muss - und die Mathematik dahinter eher elementar ist.

    Einen Leistungskurs in Mathematik bewältigt man nicht, indem man nur Operatoren anwendet. Da ist auch ohne Anwendungsproblematik einiges aufzubringen. Und da bemängeln die Mathematiker das fallende Niveau. Nicht recht nachvollziehen kann ich, was sie gegen den Einsatz von Taschenrechnern haben. Für meine Begriffe verstellt es durchaus nicht den Blick auf das Wesentliche, wenn man ein Gleichungssystem mal eben dem Taschenrechner übergibt oder eine Funktion plottet, im Gegenteil.

    Ich würde zentrale Abschlussprüfungen auch für andere Bildungsgänge befürworten, mich nerven Diskussionen über das, was wir von Schülern im Abschlussjahr erwarten dürfen, ganz furchtbar. "Das brauchen die nicht" - das ist immer so der Beginn eines Runterschraubens von Ansprüchen. Das im Zusammenwirken der Folgen des demographischen Wandels - Schüler werden weniger - kann ja nur zu Qualitätsverlusten führen.

    Dieses "kläre die Schuldfrage und nicht das Problem" durchzieht unsere ganze Gesellschaft und das finde ich nervig.

    Ja, da ist was dran. Das ist wohl auch häufig Grund für ein Missbehagen bei mir: Obwohl ich weiß, dass es mein Job ist, die Schüler vor Probleme zu stellen, die sie eben nicht direkt lösen können (typischer Dialog: "Ich kann das nicht." - "Sie sollen das ja lernen, dafür sind Sie hier."), werde oft ich verantwortlich gemacht, wenn es nicht direkt klappt (meine Formulierungen waren so schwierig, die Anforderungen zu hoch...). Das muss man wohl aushalten.

    Und vor allem klappt's nachher ja doch immer.

    Aber dasselbe gilt natürlich für das Problem "Schüler scheitern an praktischen Problemen": Mit Schuldzuweisungen an Eltern und Lehrer ist niemandem geholfen. Lernen findet immer und überall statt, und für manches, was nicht funktioniert, scheint mir wirklich eine Kultur, eine Haltung ursächlich zu sein, die weit verbreitet ist, ein Abwarten, Meckern, Verantwortung abwälzen.

    In der aktuellen ZEIT fand ich den schönen Satz (sinngemäß): "Wir wär's, wenn man nicht immer nur wartet, bis man abgeholt wird, wo man steht, sondern selbst wohin geht?"

    Leistung erweckt halt Neid, so ist das eben. Ich persönlich vermute, dass die rasche Beliebtheit bei den SuS das übrige dazu tut.

    Wie überheblich kann man eigentlich noch sein? Du bist neu und unerfahren und bildest dir ein, deine Kollegen seien neidisch auf deine Großtaten und deine Beliebtheit?! Wie kommst du denn darauf? Ich habe den Verdacht, - entschuldige die Direktheit - dass du einfach nervst. Anderen Neid zu unterstellen ist so unglaublich billig.

    "Beliebtheit" ist erst mal gar kein Kriterium für "Leistung" - für mich klingt das eher verdächtig.

    Das lässt sich wohl so einfach nicht beantworten. Es gibt halt Konfliktpotential. Aber die Kinder deshalb im nächsten Ort anmelden oder selbst die Schule wechseln ist auch nicht ideal.

    So lange du deine Kinder nicht selbst unterrichtest, sollte es doch irgendwie gehen. Pausenaufsicht - na und? Kinder werden in dem Alter beaufsichtigt. Wer das letztlich macht, ist doch in dem Alter noch ziemlich egal. Ich glaube, die wahren Konflikte entstünden erst in der Pubertät - oder aber, wenn das Kind verhaltensauffällig wäre.

    Ich denke, wenn man auf ein paar Sachen achtet (die Rolle als Lehrerin vs. Mutter trennen, Kind in der Schule nicht "stalken", den Kollegen gegenüber eindeutig und professionell auftreten), kann es gut klappen.

    Und du hast ja auch noch Zeit, dich auf diese Situation einzustellen und Für und Wider abzuwägen.

    Probleme lösen (und nicht nur "Stoff pauken") sind sehr wohl eine Angelegenheit, die in die Schule gehört.

    Ich hoffe, dass das hier niemand ernstlich bezweifelt.

    Das sind immer die Stellen, an denen ich mir die Haare raufe: Alles Wissen ist vorhanden, um ein Problem zu lösen, aber wenn es eine "Textaufgabe" gibt, ist Ende im Gelände. Ich finde es immer wieder schrecklich, wenn Schüler von mir Kochrezepte, Vormachen etc. erwarten. Natürlich gibt es das auch. Aber das eigentlich Wichtige und Interessante sind doch die Aufgaben, die man nicht unmittelbar lösen kann, bei denen man auch mal um die Ecke denken muss.

    Aber ich lasse nicht locker ...

    Das Interessante finde ich, dass asiatische Länder, die für ihren Drill bekannt sind, entgegen der sonst verbreiteten Erkenntnisse dann doch Schüler hervorbringen, die kreativ im Problemlösen sind.

    Ich schließe mich meinen Vorschreibern an.

    Es dauert eine Weile, bis man heraus hat, wie das Kollegium als solches, die Schulleitung und die einzelnen Kollegen so ticken. Was in der Lehrerkonferenz so verkündet wird und wie das im Schulalltag aussieht, das sind zwei Paar Schuhe. Gerade am Anfang ist da eher zurückhaltendes Beobachten angebracht, bis man raushat, wem man auf welcher Ebene begegnen kann. Dir wird niemals der Stil eines jeden Kollegen gefallen. Nimm sie halt, wie sie sind.

    Nach deinen Posts hier habe ich den Eindruck, dass du ein bisschen übermotiviert rüberkommst - das mag der Grund sein, dass du eine ablehnende Haltung wahrnimmst.

    Da würde ich achtgeben. Du legst die Kollegen schon in Schubladen (20-30 Prozent ... du scheinst dir recht sicher über all das zu sein, was sie falsch machen) - sie werden dasselbe mit dir machen, es scheint ja teilweise schon passiert zu sein. Man muss ja nicht mit jedem Kollegen dicke sein - aber mit fast einem Drittel überkreuz zu liegen ist eindeutig zu viel.

    Und ja, du kannst den Schülern deutliche Ansagen machen, ohne gleich das ganze Programm aufzufahren.


    Ist hier auch nen Informatik-Lehrer anwesend?

    :=)

    Ja. Ich kann dir zum Studium auch nichts Näheres sagen, aber erstaunlich finde ich schon, was du dir zutraust. Einen schlechten Realschulabschluss, ein sehr mäßiges Fachabi, ein durchschnittlicher Bachelor, an der FH, vermute ich - aber als Lehrer ans Gymnasium und das auch noch "abkürzen"? Und Musik, weil du Gitarre spielst? Du hast echt sonnige Vorstellungen.

    Ich würde das auch so sehen, dass du nicht "nachholen" musst, sondern neu beginnen. Um ein Fach unterrichten zu dürfen, muss man es vollständig studieren. Vielleicht bekommst du von deinem Bachelor etwas anerkannt. Viel Erfolg!

    2. Medikamente Kindern aushändigen, die auf Klassenfahrt sind. Wenn ein Kind auf Klassenfahrt ist, dann ist es auch nicht lebensbedrohlich erkrankt. Und wenn es das Medikament selber nehmen kann, dann soll es das bitte auch selbst tun.

    Das dürfen die Kinder bei uns eben nicht. Die Medikamente *müssen* den Lehrkräften übergeben werden.

    Ich sehe ein wenig auch die Sicht der Eltern: ich würde mich auch bedanken, wenn meine Tochter für einen Aufsatz eine Note von einer wildfremden Lehrerin bekommt, die noch nicht einmal die Vorbereitung dazu gemacht hat.

    Das sehe ich nicht so. Ich würde mich bedanken, wenn mein Kind eine Arbeit nochmal schreiben müsste. Wenn eine Arbeit doch schon parallel geschrieben wurde, dann muss es doch auch einheitliche Bewertungsmaßstäbe geben, wo wäre sonst der Sinn? Ich fände es auch schwer zu kommunizieren, dass ich eine Arbeit nicht bewerten kann, weil ich den Unterricht nicht gemacht habe.

    In meinen Fächern wäre es undenkbar, sich so herauszureden. Die Aufgabenstellung ist eindeutig, die Lösungen auch, da gibt es nichts zu deuteln. Wieso soll das in Deutsch so viel anders sein, und warum muss man die Kinder kennen, um einen Aufsatz zu benoten? Weil der "Nasenfaktor" dann wegfällt? Wenn man mal quer durch die Arbeiten guckt, sieht man ja auch in etwa, was Stand der Kunst ist.

    Ich finde auch, dass, wenn man als Aushilfe eingestellt ist, man eben genau das tun sollte, was zu tun ist, wenn Not am Mann ist. In dem Fall halt eine Arbeit korrigieren, die sonst liegen bleibt (und die die Kinder sonst für die Tonne geschrieben hätten). Ich würde da jetzt auch nicht lange lamentieren, sondern so wie hier schon geraten wurde, großzügig korrigieren und zusehen, dass die Kinder im Stoff weiterkommen.

    Ich wüsste jetzt auch nicht, was man daraus über böse Kollegen, Schulleiter, Eltern lernen sollte?! Niemand wird freiwillig krank, die Schulleitung muss sehen, dass der Laden läuft, und die Eltern setzen sich natürlich für ihre Kinder ein, das ist doch klar. Da ist niemand "böse", da treffen nur unterschiedliche Interessen aufeinander - wie überall! Ebenso könnte man argumentieren, dass diese Aushilfe wohl arbeitsscheu sei.

    Bzw. man könnte dann noch über Mitfahrt der Eltern / eines ausgebildeten Betreuers / ...xy / nachdenken. Aber eines stünde für mich fest: ich tausche nicht ein einwöchiges Vergnügen eines Menschen, bei allem Verstädnis, gegen meine strafrechtliche Integrität. Und ggf. gesundheritliche (für die Kinder) und rechtliche (für mich) Konsequenzen. Sorry.

    Ich verstehe das vollkommen. Danke für den Link.

    Trotzdem frage ich mich, ob es überhaupt möglich ist, ein Kind von der Klassenfahrt auszuschließen (zu befreien? Es ist ja eine Pflichtveranstaltung), weil es medikamentenpflichtig ist. Das widerspricht ja dem Inklusionsgedanken. Kinder sind ja auch nicht automatisch krankgeschrieben, nur weil sie auf ein Medikament angewiesen sind.

    In weniger kniffligen Fällen sollte das Vorgehen, so wie ich es geschildert habe, doch in Ordnung sein: Lehrer wird schriftlich informiert, hat Notfall- und Arztnummer.

    Ich hatte bislang nicht als Lehrerin das Problem, aber ich habe selbst zwei Kinder, die auf Klassenfahrten waren und die verschreibungspflichtige Medikamente nehmen müssen.

    Die hätten sie sogar allein genommen, aber ich musste sie abgeben und genau angeben, in welcher Dosierung und was sie nehmen müssen. Die Lehrer haben die Medikamente dann jeweils ausgegeben. Es handelte sich dabei keineswegs um Vitaminpillen. Standen diese Lehrer jetzt mit einem Bein im Knast? Was wäre die Alternative? Dass die Kinder daheim bleiben?

    Natürlicherweise habe ich einen eher respektlosen und fast unverschämten Ton im Privatbereich, der vor keiner Gruppe oder Minderheit haltmacht - zumal im WWW ohne konkrete Namen mit VPNs, Torbrowser und Wegwerfemailadressen. Aber ich trolle auch nicht

    Das bestätigt meinen ersten Eindruck von mir.

    Leute, die sich hinter Wegwerfadressen verstecken, um Unverschämtheiten loszuwerden, sind ja wohl Trolle.

    Für die ist mir meine Zeit zu schade.

    Wenn es dir so schwerfällt, freundlich oder auch nur diplomatisch zu sein - dann bitte bitte bleib der Schule fern.

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