Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass der eine Schreibfehler (wenn man es denn so sehen will) zu so einer starken Abwertung führt.
Vielleicht hätte der Vertretungslehrer anders geurteilt, wenn er den Schüler schon länger kennen würde. Mir fällt es auch schwer, eine Arbeit zu beurteilen, die schlampig geschrieben ist. Manche Leute können aber einfach nicht gescheit schreiben, trotzdem haben sie klare Gedanken. Kann sein.
Mach das ab nächste Woche so, wie du das für richtig hältst. Letztlich ist Bewertung nie wirklich objektiv.
Es schadet überhaupt nichts, sich an die eigene Schulzeit zu erinnern (für mich ist auch immer die Perspektive meiner eigenen Kinder und natürlich die Perspektive als Mutter sehr hilfreich) - aber: Die Schüler ticken womöglich ganz anders als man selbst. Es ist durchaus nicht immer Fleiß und guter Willen da, wo das vorgetäuscht wird ... Da darf man einfach nicht zu gutgläubig sein.
Andererseits, wird man erst mal mit so ein paar wirklich heftigen Schicksalen konfrontiert, dann erscheint das strenge Urteilen manchmal gar nicht angebracht. Und irgendwie ist das Bewerten immer so ein bisschen Jonglage.
