Beiträge von fossi74

    Bei dem, der in der Schule präsent ist, sieht man, dass er arbeitet.

    Bei dem, der in der Schule nicht präsent ist, sieht man nicht, dass er arbeitet.

    Nu ja, das ist ja nun eines der Grundprobleme, dem Lehrer ihr Image in weiten Teilen der Öffentlichkeit verdanken. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass Lehrer jetzt auch mal untereinander damit konfrontiert sind.

    Ich wohne sogar 58 km von meiner Schule weg. Mein Mann hat zu seiner Arbeitsstelle 8 km. Klar hätten wir in die Mitte ziehen können. Wollten wir aber nicht.

    Du siehst schon selbst, wo Deine anschließende Argumentation hinkt, oder? Bitte, bitte, bitte sag "ja"!

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    Falls nicht: Das Grundproblem ist auch bei Euch, dass die beiden Arbeitsorte 66 km weit auseinanderliegen, nicht dass Du den weiteren Weg hast.

    Da die Kollegin nicht "einfach so" ohne das OK der SL tauschen wollte

    Feigheit vor dem Feind Vorgesetzten ist ein unter Lehrern wohl weitverbreitetes Übel.

    Währenddessen sitze ich 28 Stunden täglich in der Schule + Aufsichten. Und ratet mal, wer in der letzten Woche vor den Ferien 28 Stunden anwesend sein muss, während sich die oben benannten KuK schon in den Urlaub verabschiedet haben.

    Tja, liebe Firelilly. Das ist wohl das Los von Spitzenkräften. It's lonely at the top!

    Es entscheidet jeder für sich, wo er wohnt

    Back to earnest: Dieses Argument lasse ich im 21. Jahrhundert nicht mehr gelten. In Zeiten, in denen von Arbeitnehmern - auch und gerade von Lehrern! - größtmögliche örtliche Flexibilität verlangt wird, ist das Einfordern der Residenzpflicht ungefähr so realistisch wie der Lehrerinnenzölibat; zumindest wenn man Menschen zugestehen will, auch mal irgendwo sesshaft zu werden.

    Klar - ich würde auch gern näher an meiner Schule wohnen als die aktuellen 32 km. Dann müsste halt meine Frau nicht 20, sondern 40 oder 50 km fahren. Wirklich ausgesucht im Sinne von "hm, ess ich jetzt das blaue, das rote, das grüne oder das orange Osterei zuerst?" hat sich die jeweilige Stelle keiner von uns beiden.

    Etwas mehr Vertrauen in deine KuK und Wertschätzung für ihre Arbeit fehlt mir an dieser Stelle mehr, als Equipment für digitalen Unterricht.

    Ich finde, du urteilst hier etwas hart. Nehmen wir mal an, es gäbe die von fraggles angesprochenen Möglichkeiten bereits flächendeckend - wäre es dann nicht völlig selbstverständlich, dass so verfahren würde?

    Ist doch ganz einfach: Bei einem im Onlineunterricht erteilten Erkundungsauftrag habe ich keinerlei Einfluss darauf, wann die sus diesen ausführen und wo sie dazu hingehen.

    "Aufsicht" bedeutet aber immer, dass ich im Kontakt mit den zu Beaufsichtigenden bin, und sei es nur akustisch. Drops gelutscht!

    Mittlerweile erstellt sie Videos, auf denen im Hintergrund unser gesamtes Wohnzimmer zu sehen ist (was ich als extremen Eingriff unserer aller Privatsphäre empfinde, was aber nicht anders geht)

    Ein Bettlaken vor die Schrankwand gehängt, und es sieht fast aus wie im professionellen Fernsehstudio. Alternative: eine Wand ca. zwei Meter breit freiräumen oder - bei vielen Menschen aus der vordigitalen Zeit noch vorhanden - eine Dia-Leinwand aufziehen und sich fürs Video davorsetzen.

    sie haben beide ihre kompletten Privatnummern hingeben müssen (obwohl Datenschutz so groß geschrieben wurde).Selbst auf unserer Privatnummer vom Festnetz rufen ständig Eltern an.

    Nein, Deine Eltern haben die Privatnummern freiwillig rausgerückt. Zwingen hätte sie dazu niemand können. Eine zweite Sim-Karte fürs Handy (alternativ ein Billig-Prepaid für ein paar Euro) wäre ohne weiteres möglich gewesen.

    Wir stehen übrigens ganz altmodisch im Telefonbuch, seit wir das letzte Mal umgezogen sind. Anrufe von Schülern oder Eltern in dieser Zeit: Einer.

    kommuniziert mein Vater mit seiner privaten Mailadresse, auf der er normalerweise auch amazon Bestellungen tätigt oder die er für private Zwecke nutzt.

    Ein Google-Konto als privat eingerichtete, aber dienstlich genutzte E-Mail-Adresse ist in weniger als zwei Minuten kostenlos erstellt. Zusätzlich gibt es dann noch 15 GB kostenlosen Speicherplatz, den man auch nutzen kann, um Materialien für Schüler freizugeben.

    Seine whatsapp Nummer hat er gezwungenermaßen auch hingegeben, was zur Folge hat, dass er jetzt über Messengerdienste mit Schülern und Eltern kommuniziert, die sein Profilbild einsehen können.

    Siehe oben, ohne Worte.

    Meine Mutter telefoniert jeden Tag alle ihre Grundschulkinder in der Klasse ab, weil anders keine Kommunikation möglich ist.

    Die Schüler schicken meinem Vater Fotos ihrer fotografierten Textausarbeitungen.

    Die Grundschullehrerin meiner Tochter schickt montags einen recht detaillierten Wochenplan, und damit kommen selbst die verschriensten Heli-Eltern der Klasse klar. Angerufen hat sie auch mal - ich glaube, ein oder zwei Mal insgesamt. Jeden Schüler jeden Tag anrufen? Gehts noch? Wer verlangt das denn von Deiner Mutter?

    Und dass Dein Vater Fotos der von den Schülern erstellten Arbeiten geschickt bekommt, ist doch nicht ungeschickt (pun intended!). Wo ist das Problem?

    - Alles, was Du beschreibst, sind - sorry - Kinkerlitzchen und Petitessen von Leuten, die im Grunde nicht bereit sind, sich auf die neue Situation bestmöglich einzulassen. "Bestmöglich" heißt, ich nutze die vorhandenen Möglichkeiten, mache mir Gedanken, wie es laufen kann (auch was nicht laufen kann oder muss) und nehme im Notfall auch mal zehn Euro in die Hand, ohne gleich den Vergleich mit der Wirtschaft zu bemühen, wo ja offensichtlich jeder Beikoch mittlerweile sein Notebook fürs Homeoffice bekommt.

    Ich habe vor 2 Jahren (mit 23) eine private Rentenversicherung abgeschlossen, in der ich im Monat nur einen kleinen Betrag einzahle. Mir ist damit ab 67 eine garantierte, lebenslange Rente von 1000€ sicher und dazu kommt die „normale“ Rente irgendwann.

    Das wäre ein dermaßen sensationelles Angebot, dass ich Dich glatt bitten würde, hier mal Ross und Reiter zu nennen. "Kleiner Betrag" kann ja je nach persönlichem Verhältnis zum Geld vieles heißen... ich habe mit 30 (also nur sieben Jahre älter als Du) eine mittlerweile gekündigte private RV abgeschlossen, die mir bei Einzahlung von 50€ im Monat (das würde ich noch unter "kleiner Betrag" verbuchen) eine Rente von 134 € garantiert hat. Und wenn ich mir die Zinsentwicklung seit 2004 anschaue, bin ich noch skeptischer. Aber wie gesagt, gib ruhig mal Butter bei die Fische. Ich lasse mich gern überzeugen.

    Die Sache ist eben, dass ich noch nie länger Rentenversicherungsbeiträge abgeführt habe und ich bin schon über 30.

    Darüber würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe auch erst mit Ü30 angefangen, regulär einzuzahlen, und meine jährlichen Rentenprognosen sind jetzt nicht so, dass ich mich unter der Brücke sehen müsste. Das Gehalt auch eines angestellten Lehrers ist schon so bemessen, dass ordentlich in die Rentenkasse eingezahlt wird.

    Wenn Du verbeamtet wirst (wogegen ja erstmal nichts spricht, die niedrigste Altersgrenze in D liegt soweit ich weiß bei 40), hast Du diese Sorge ohnehin nicht, weil Du als Pensionär auch mit etwas weniger Berufsjahren jeden Rentner in die Tasche steckst.

    Was soll ich denn ausprobieren wollen?

    Na, das, worüber wir die ganze Zeit diskutieren. Ich dachte, Du wärst vielleicht bereit, im Dienste der Wissenschaft ein kleines Selbstexperiment vorzunehmen und zur Klärung der Frage beizutragen, welche Konsequenzen ein unentschuldigtes Versäumen der Anwesenheitspflicht konkret hätte :teufel:. Ich selbst bin da mangels Aufsichten leider raus!

    - Um mal wieder in den Bereich des Ernsthafen zurückzukehren: Selbstverständlich bekommt die Lehrkraft in den von Dir konstruierten Sonderfällen ein Problem (welches man aber nicht überschätzen sollte - je nach Konfliktfähigkeit des SL und Stellung des Kollegen in der Schule kann es auch gut sein, dass gar nichts passiert!). Mein damaliger Seminarlehrer hatte das aber schon so gemeint, wie er es gesagt hatte. Er stellte sich das schon so vor, dass eine erkrankte Lehrkraft sich noch (wie auch immer) zu vergewissern hätte, dass seine Aufsicht vertreten wird. Und das ist und bleibt Blödsinn.

    Was Du hier betreibst, nennt der Jurist "Sachverhaltsquetsche" :aufgepasst:. Bislang war keine Rede davon, dass die Krankmeldung der Lehrkraft verfristet eintrifft. Dennoch gilt auch hier, dass - ungeachtet der Tatsache, dass immer der Einzelfall zu betrachten ist - die Schule für die Aufsicht verantwortlich ist, nicht die einzelne Lehrkraft. Diese wird lediglich von der Schule beauftragt, die Aufsicht in einem umgrenzten Bereich für eine bestimmte Zeit auszuüben. Die Pflicht zur Überwachung der korrekten Ausführung des Auftrags liegt dann immer noch bei der Schule.

    Stell Dir einfach einen Fall vor, in dem die Schule zunächst überhaupt nicht benachrichtigt wird (Lehrkraft verunfallt auf dem Weg in die Schule schwer oder tödlich - wann erfährt die Schule das wohl?).

    Naja....da muss man wohl doch ein wenig differenzieren. In den typischen Fällen (Lehrkraft meldet sich ordnungsgemäß krank..) ist das sicher Blödsinn. Anders mag das aussehen, wenn man einfach keine Lust hat, anruft und sagt "Ach wisst ihr, ich komme heute einfach mal nicht zur Frühaufsicht, passiert doch eh nichts". Hier würde ich schon von einer (groben) Fahrlässigkeit ausgehen. Ein interessanter Grenzfall ist "Leute, ich stehe hier gerade im Stau und komme leider 5 Minuten später". Einerseits liegt das Wegerisiko beim Arbeitnehmer, womit zumindest einfache Fahrlässigkeit vorliegen könnte. Andererseits hat die Lehrkraft immerhin etwas in die Wege geleitet, um vorrübergehend Abhilfe zu schaffen.

    Du musst hier zwei Sachverhalte unterscheiden, nämlich die Aufsichtspflicht einerseits und die Anwesenheitspflicht der Lehrkraft andererseits. Selbst wenn ich anrufe und der Sekretärin sage, "Passen Sie auf, ich hab heute keinen Bock auf die Blagen, ich bleib im Bett und sauf mir einen", weiß die Schule, dass ich nicht komme und diejenigen, die es betrifft, ohne Aufsicht sein werden. Damit ist die Schule selbstverständlich weiterhin in der Pflicht, die Aufsicht zu gewährleisten.

    Mein Dienstversäumnis steht auf einem anderen Blatt - natürlich können hier die entsprechenden Konsequenzen folgen, wenn ich nicht durch einen zwingenden Grund an der Dienstleistung verhindert bin (u.a. § 616 BGB).

    Ich hab immer charmant geflunkert und gesagt, ich wüsste dann, wie viel Zeit ich für einzelne Elternteile habe.

    Kämen sie überraschend und unangemeldet, könne ich die Zeit nicht gerecht einteilen.

    Auf diese Art und Weise kann man sich dann auf Helikopter-Kampfhennen ganz gut einstellen. :_o_D

    Ich weiß nicht... eigentlich wissen Eltern ganz genau, dass während der regulären Sprechstunde normalerweise kein Massenandrang herrscht. Der Wunsch, sich auf ein Gespräch vorzubereiten, ist doch ganz legitim - warum sollte ich da flunkern?

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