Beiträge von fossi74

    Mir scheint aber, dass die soziopathischen Karrieristen im Lehramt etwas weniger intelligent sind; wer sucht sich schon das Lehramt aus, um Karriere zu machen...

    Ich glaube, das ist ein Irrtum: Wo sonst hast Du die Möglichkeit, nach Gutdünken Lebenschancen zu zerstören, und zwar völlig unabhängig davon, was Dein Gegenüber leistet oder geleistet hat? Das geht in der Wirtschaft natürlich auch - aber lange nicht so billig, effektiv, (für Dich) folgenlos und nachhaltig wie im Seminar!

    edit: Man kann natürlich nicht nur nach Gutdünken Lebenschancen zerstören, sondern auch Generationen von Schülern den Schulalltag vermiesen, indem man unfähigen, aber mit sonstigen Qualitäten ausgestatteten Dumpftröten gute Noten hinterherschmeißt. Insofern wieder eine ganz gerechte Sache.

    Edit by Mod: ich habe den Unterfaden mal rausgenommen - das Thema haben wir schon öfters diskutiert. Vielleicht finde ich einen alten thread wieder, dann hänge ich ihn dort an.

    kl. fr. frosch, Moderator
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    Was ich am vorherigen Job besser fand:


    Abwechslungsreiche Projekte

    Aktuellere Technologien

    Stärker ausgeprägte Lösungsorientierung

    Jetzt hast Du aber ein paar ganz wichtige Punkte vergessen:

    • 14 Monatsgehälter, jeweils fünfstellig
    • fette Boni, praktisch leistungsunabhängig
    • Dienstwagen mit fünf Nullen (vier am Kühlergrill, eine hinterm Steuer)
    • persönliche/r Assistent/in (auch zur privaten Nutzung, oh là là... oder war das der Dienstwagen?)
    • ...

    Das alles selbstverständlich schon als Bachelor, teilweise schon auf Vorarbeiterebene! Jahaa, frag mal so erfahrene User wie Mikael oder Firelilly. Die können Dir das ganz genau erklären!

    Und es geht diesbezüglich um den gleichen Lohn für gleiche Arbeit und die gleiche Ausbildung, die den gleichen Verdienst begründet (für viele von euch). Aber nun plötzlich nicht.

    Also, Mikael hat hier mal erzählt, dass er nach Abzug der KK ca. 2.600 € raushat. Da muss ich als Privatschul"lehrer" ganz ehrlich sagen - nein danke, da verzichte ich auf den gleichen Verdienst. Ich bin ja nicht blöd (trotz Privatschule).

    den eigenen Schülern, die man ja auch nicht mit zu sich nach Hause nimmt, nicht im eigenen Auto mitnimmt, [...] vor allem nicht einzeln!

    Beides habe ich während meiner Gymnasialzeit oft erlebt. Das waren immer interessante Erfahrungen, von denen ich (z.B. musikalisch) heute noch zehre. Und dass mein Biolehrer sein Auto mit Schülern vollgepackt hat, die ins gleiche Dorf mussten wie er, fand ich auch toll, hat mir im Lauf der Zeit sicher mehrere Wochen des Wartens auf den Zug erspart.

    Ich selbst bin aber ganz anders und würde beides eher nicht machen. Ist schlicht auch eine Persönlichkeitsfrage.

    @lamaison: Ich wäre da auch vorsichtig, zumindest mit regelmäßiger Nachhilfe. Dem Kind mal ein, zwei Stunden lang etwas noch einmal erklären ist etwas anderes.

    Grundsätzlich gilt übrigens, dass bei gleicher Qualifikation (Nichterfüller stehen also grundsätzlich auf einem anderen Blatt) und Tätigkeit die Bezahlung an Privatschulen nicht mehr als 20% unter derjenigen an staatlichen Schulen liegen darf. Alles andere ist ein Verstoß gegen den Grundsatz, dass Privatschulen nur genehmigt werden dürfen, wenn die wirtschaftliche Stellung der Lehrkräfte gesichert ist:

    Zitat von Grundgesetz Art. 7 Abs. 4

    Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.

    Ähnliches findet sich auch (eigentlich überflüssigerweise) in den Privatschulgesetzen der Länder.

    Näheres auch hier: https://www.gew-bayern.de/fileadmin/medi…Privat-2017.pdf

    Das ist übrigens das, was in den Schulromanen des 19. und beginnenden 20. Jh. als "Presse" bezeichnet wurde. Die Schulen, in denen den Kindern. die es einfach intellektuell nicht bringen, von ihren solventen Eltern ein höherer Abschluss erkauft wird. Diesen Markt bedienen Privatschulen auch heute noch.

    Sehr richtig. Und um gleich noch mit einem Mythos aufzuräumen: Die Kinder der Reichen machen auch bei den teuren Internaten der "Lietz-Schulen"- und "Salem"-Klasse nur einen Teil der Schülerschaft aus. Wenn der Staat so eine Schule loswerden will, weist er die Jugendämter an, dort keine Jugendlichen aus Problemfamilien mehr hinzuschicken. Der Odenwaldschule hat genau das den Todesstoß versetzt, nicht die ausbleibende Abmeldungen aus der geistigen Elite dieses Landes.

    Heiligabend ein gesundes Salatbuffet: Wienerle, Kartoffelsalat (zur Feier des Tages nach Art meiner Schwiegermutter, also mit Mayo... naja, um des lieben Friedens willen), Rindfleischsalat, Eiersalat. Danach Schnaps.

    Erster Feiertag: Wechselnd; gern Wild oder - wenns mal vegetarisch sein soll - Gans. Danach Schnaps.

    Zweiter Feiertag (2018): Essen gegangen. Nach anderthalb Stunden nix bekommen. Heimgegangen. Essen weggelassen. Danach Schnaps.

    Welches "festliche" Vegetarieressen ist dem Fest angemessen?

    Ich würde spontan an irgendwelche raffiniert gefüllten selbstgemachten Nudeln denken (Pilzmaultaschen oder so). Oder was Quiche-artiges. Um Himmels Willen kein "Nussbraten" oder ähnlicher Fleischersatz. Vorher eine eher sättigende Suppe (z.B. Maronencreme). Desserts sind ja selbst in Deutschland traditionell eher vegetarisch; da kriegt man sogar vegan nette Sachen hin.

    Da die Frage noch lange nicht abschließend beantwortet ist :P , gebe ich sie weiter.

    ...in der aktuellen Situation, wo doch Arbeitgeber (angeblich) so händeringend nach "qualifiziertem Personal" suchen?
    Wann, wenn nicht dann, ist denn der Zeitpunkt, hier mal die Weichen zu stellen?
    Wie war das noch mit Angebot und Nachfrage... ist die "Nachfrage" entsprechend groß, hast du da doch einne ganze Ecke Spielraum, was du wofür anbietest.
    Spieße sind zum Umdrehen da.

    Längst passiert. Bei halbwegs passender fachlicher Qualifikation achte ich quasi nur noch darauf, dass der Bewerber nicht in die Ecken sch...t.

    Ich bin ja gar nicht weit weg von dir. Beim Thema Anzug/klassische Kleidung bist du ziemlich verbissen. So eine Möchtegern-Kleidung gibt es in jede mögliche Richtung und sich teilweise buchstäblich mit falschen Federn zu schmücken, ist auch nicht besser. Im Moment sind Tätowierungen ja wieder so extrem in. Da denke ich oft das Gleiche: Nur weil du dich traust, dir das stechen zu lassen, bist du auch nicht cooler.

    Wir Menschen funktionieren halt einfach so. Wir nehmen unglaublich viel unterbewusst wahr, weil das unser Gehirn kaum Anstrengung kostet (Stichwort Heuristiken). Wir können nur einen bewussten Gedanken gleichzeitig haben, um z.B. einen unterbewussten Gedanken zu revidieren. Es bringt eben mehr Anstrengung für unsere grauen und weißen Zellen mit sich. Das bedeutet ganz konkret, dass wir uns innerhalb von Sekunden unwillkürlich ein Urteil über eine neue Person bilden. Das hat ja erst einmal Bestand und wird erst langsam geändert. Manche versuchen das eben zu nutzen, vor allem dann, wenn man mit Menschen nur einen kurzen Kontakt hat und keinen beständigen wie wir Lehrer im Unterricht. Bei der SL in Elterngesprächen ist das deshalb wieder etwas anderes, weshalb sich die SL tendenziell etwas konventioneller anziehen als der Rest des Kollegiums. Würde ein Pilot im Hoodie und Jogginghose aus dem Cockpit kommen und einen Passagier zurechtweisen, hätte er garantiert nicht so viel Autorität wie in seiner Uniform. Da spielt Authenzität erst einmal keine Rolle. Das kommt erst später, wenn man sich länger kennt.

    Besser kann man es nicht sagen. Dazu noch ein paar Anmerkungen, auch @Miss Jones:

    1. Ja, in vielen Anzügen steckt ein Idiot. Die Quote dürfte bei Licht betrachtet aber kaum höher sein als wenn man Jogginghosen, Uniformen aller Art oder Handwerkerlatzhosen betrachtet. Die Vorurteile, von denen frei zu sein Du so stolz bist, pflegst Du eigentlich in recht ausgeprägtem Maß.

    2. Nicht in jedem Anzug - das folgt aus 1. - steckt ein Idiot. Ich kenne zum Beispiel fünf Anzüge, in denen noch nie ein Idiot gesteckt hat, zumindest seit ich sie gekauft habe. Ich trage übrigens gern Anzug. Gern auch mit Krawatte.

    3. Das Beispiel mit dem Piloten ist genial, Frapper. Ich glaube, sogar Miss Jones wäre im Flugzeug erstmal sprachlos, wenn ein tätowierter Typ mit Zahnlücken in Feinrippunterhemd und Jogginghose das Cockpit besteigen und sich über Lautsprecher als Piloten vorstellen würde. Polizisten in Jogginghosen könnte wahrscheinlich auch niemand ernstnehmen.

    - Ich werde jedenfalls immer arg misstrauisch, wenn jemand lautstark postuliert, dass alle Äußerlichkeiten ja sooo egal seien und dass jeder, der gewissen Wert auf solche legt, ein fassadärer Spießer sein müsse und dergleichen. Ich denke da immer sofort an F.W.Bernstein: Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.

    Auch Mundgeruch am Morgen ist bei manchen KuK verbreitet - eine Mentorin hat sich immer direkt vor mich gestellt und mich beschallt, während der dunkle Atem der Nacht mich umgab.

    Ja, Lehrer und ihr Mundgeruch. Manche scheinen zu denken, sie müssten ihn als persönliche Note pflegen. Ich habe schon Exemplare erlebt, die (ungelogen!) zu riechen waren, wenn sie das Lehrerzimmer betreten haben. Und zwar vom anderen Ende aus. Wobei ich vermute, dass viel reden und wenig trinken eine der Hauptursachen sein dürfte.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass schonmal ein Verweis "verweigert" wurde von der Schulleitung.

    Ich hatte mal einen SL, für den ein Verweis eine Art pädagogischer Bankrotterklärung darstellte (keine Ahnung, warum - der Mann war durchaus taff und mit reichlich Autorität gesegnet). Da brauchte man schon einen gewissen Mumm, um trotzdem einen Verweis zu erteilen.

    Um die Frage aber zu beantworten: Nein, ein gewöhnlicher Verweis muss nicht über die SL gehen.

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