Beiträge von Bizzel

    Danke für die Versuche, mir weiter zu helfen. Anscheinend ist eine Schulfahrt nach Rom was Exotisches, das hauptsächlich von Konfessionsschulen durchgeführt wird. Vorstellen kann ich mir immer noch nicht, wie so eine Woche für Lehrer gesundheitsschonend ablaufen soll und auf welche Weise so eine Veranstaltung die Schulgemeinde zusammenbringt. Ich hätte mir Ermutigung gewünscht, aber anscheinend haben die meisten hier die gleichen Bedenken wie ich. Der Plan macht vielen meiner Kollegen Angst, aber nur wenige trauen sich, ihre Bedenken zu äußern. Ein realistischer Erfahrungsbericht (kein euphorischer Zeitungsartikel oder gar die Lobpreisungen auf der Homepage des Verantstalters) wäre sicher hilfreich.


    Juhu, ich habe endlich rausgefunden, wie ich das "gefällt mir"-Zeichen wegmachen kann, hoffentlich!

    Diese Klassenfahrten eines ganzen Jahrgangs habe ich schon öfter mitgemacht, und es war immer ziemlich anstrengend - wenn nicht mit den Schülern, dann mindestens mit den 5 bis 7 Kollegen. Umso seltsamer kommt mir die Fahrt einer ganzen Schule mit Reisebussen nach Rom vor. Der Anbieter ist aus Vechta, ich weiß nicht, ob man hier Schleichwerbung macht, wenn man den Namen nennt. Da werden z.B. 1000 Schüler, Lehrer und sonstiges Personal mit einer 24-Std.-Busfahrt zu einem Campingplatz bei Rom gebracht und von Betreuern versorgt und verköstigt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das für Lehrkräfte entspannt vor sich gehen soll, es sind üblicherweise anscheinend alle Jahrgänge von 5 bis 12 dabei.

    Hat jemand schon einmal eine Fahrt mit der ganzen Schule mitgemacht? Im gesamten Internet findet man nur Lobpreisungen durch den Veranstalter oder von (meist kirchlich getragenen) Schulen, die teilgenommen haben, aber keinen einzigen Bericht von Lehrern, die dabei waren. Ist so eine Fahrt wirklich gut für eine Schulgemeinde? Es wäre schön, mal Erfahrungsberichte beteiligter Lehrkräfte zu lesen!

    "Chance zum wechselseitigen Feedback" hört sich theoretisch gut an. Mit meinen früheren Chefs hätte ich da niemals ein Problem gehabt. Das ist auch genau der Grund, warum ich diese Fragen stelle. Denn jetzt bin ich das erste Mal in meinem Leben (Umzug aus privaten Gründen) bezüglich Schulleiter in einer schwierigen Lage. Ich bin ohne es zu ahnen in das erste Jahr mit eigenverantwortlicher Schule geraten.
    So geht es in meiner jetzigen Schule ganz anders zu als dort, wo ich herkomme. Es gibt jede Menge Misstrauen zwischen dem Schulleiter und dem Kollegium. Läuft etwas nicht so, wie der SL geplant hat, wird man erst mal mit Drohungen erpresst - besonders belastend, wenn das "Fehlverhalten des PR" aufs Kollegium zu fallen droht. Ich persönlich habe nämlich keine Angst vor dem Chef, so dass er zu härteren Drohungen greifen muss. Wenn das nicht genügt, brüllt er einen an und sagt, er dürfe das allein bestimmen. Und wenn das auch nicht genügt, werden resistente Personen einem systematischen Mobbing unterzogen. Im obigen Beispiel würde der Chef also erklären, man könne sich für diese oder jene Erschwernis beim PR bedanken. Ich bin völlig fassungslos über diesen Führungsstil.

    Und jetzt will mein Chef innerhalb kürzester Zeit - Mitteilung an den PR Mitte Dezember, Beginn der Gespräche zum 1.2.10 - die Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräche einführen. Da ich in meiner jetzigen Schule Mitglied des Personalrats bin, muss ich mich - auch im Auftrag meiner Kollegen - fragen, warum mein jetziger Chef diese Gespräche innerhalb kürzester Zeit mit aller Gewalt durchsetzen will. Dadurch wurde in mir überhaupt erst Misstrauen erweckt, so dass ich mich intensiver zu informieren begann - selbstverständlich auch bei der GEW, und die rät zur Vorsicht. Ihre Vorschläge entsprechen übrigens durchaus dem, was magister999 praktiziert.


    Ich denke, dass ein Themenkatalog, der mit dem Personalrat abgestimmt wird, ein vernünftiger Anfang sein könnte, aber dessen Entwicklung bräuchte wohl etwas mehr Zeit. Weil wir uns wegen der großen Eile fürs Erste dagegen ausgesprochen haben, ist unser Chef schon mal sauer auf den PR, weil er eh der Meinung ist, wir sollten mehr Feiern und Feste organisieren und den Kollegen die Pläne der Schulleitung erklären statt nutzlose Fragen zu stellen. Auf diese Weise sind schon vor jeder inhaltlichen Diskussion die Fronten aufgestellt, ohne dass der Personalrat reale Aggressionen gezeigt hat. Das gefällt mir überhaupt nicht, denn ich bevorzuge sachliche Entscheidungen.


    @ magister999: Diese Aussagen sind für mich hilfreich:


    "Transparenz ist wichtig; deshalb wird der Termin für das MAG vereinbart und der Kollege erhält den Fragenkatalog zu seiner Vorbereitung."


    "Solange das MAG nicht verbindlich vorgeschrieben ist, fertige ich auch keine Protokolle an; es kommt auch kein Vermerk in eine Akte."


    Danke, ich werde es damit versuchen. Kann mir jemand Beispiele für erprobte und als gut befundene Fragenkataloge nennen?


    Und danke für den Hinweis auf die Personalakte. Sie anzusehen habe ich aus Angst vor dem, was da drin steht, 30 Jahre lang bleiben lassen, nachdem ein Musikkollege mal entsetzt zurückkam und sagte, er sei als unengagiert bezeichnet worden und das, wo er jede Feierlichkeit mit seinen Orchestern und Chören begleitet. Es ist so selten, dass man ein Lob für seine Arbeit bekommt, und wenn, dann ist das an meiner jetzigen Schule möglicherweise nur aus taktischen Gründen, und eine psychisch abbauende Personalakte möchte ich mir nicht auch noch geben.

    Welche positiven und negativen Folgen können diese MVGs haben? Warum rät die GEW zur Zurückhaltung? Wie erreicht man, dass sie wirklich nicht in den Personalakten landen oder wo auch immer? Muss man dabei mitmachen, wenn es jetzt diese eigenverantwortliche Schule gibt?

    Danke für die schnellen Antworten. Wenn man es geschickt genug anfängt, gibt es also keine wirkliche Kontrolle. Irgendwie habe ich immer noch ein ganz klein wenig Hoffnung gehabt.
    Es ist schade, weil ich gern in meinem Beruf arbeite. Eine einsatzbereite SL, die an den Schüler!innen und an der Sache interessiert ist statt überwiegend am persönlichen Vorteil, könnte sich wegen mir gern einige Stunden extra genehmigen.


    Aber so kann ich nur feststellen: Alias, du hast Recht. Meine Meinung bezüglich Bananenrepublik beginnt sich leider immer mehr zu festigen.

    Der Schulleiter unterrichtet weniger Stunden als er laut Schulgesetz zu unterrichten hat. Vielleicht hat er eine gesundheitlich bedingte Ermäßigung? Niemand weiß es. Jedenfalls fährt er trotz Ganztagsschule spätestens um 14 Uhr nach Hause. Der Stellvertreter hat bisher zu wenig Stunden unterrichtet, jetzt plötzlich macht er eine "AG" in Form einer Minigruppe. Auch er fährt ordentlich früh nach Hause.
    Der PR darf nicht in die Statistik sehen. Die A14-Stelle, die bei der Statistik mitmachen soll, darf diese nicht einsehen. Niemand außer der SL weiß, was an höherer Stelle als Statistik abgegeben wird.
    Der Stellvertreter hat alle Informatik-Informations-Fäden in der Hand und wird extrem pampig, wenn man zu genau nachfragt.
    Gibt es irgendeine Stelle, wo man um eine neutrale Kontrolle der Stundenberechnung bitten kann? Oder beißt sich die Katze in den Schwanz, weil man sich an die Vorgesetzten, die dies in der eigenverantwortlichen Schule praktizieren, auf dem Dienstweg zu wenden hat?


    Leben wir in einer Bananenrepublik oder in einem Rechtsstaat?

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