"Das kann aber nur mit optimalen Hygienekonzepten an den Schulen gelingen. Darauf müssen wir viel Liebe verwenden, es wird ein aufwendiges Schuljahr", mahnte Braun in der NOZ.
Leider sehe ich diese überzeugenden Hygienekonzepte für den Beginn des neuen Schuljahres nicht. Für mich scheint hier in Hessen das Motto eher zu sein: "Mal schauen, was passiert, vielleicht geht es ja gut. Ihr könnt doch lüften und Händewaschen." Ende der Abstandsregeln, schwammige, teils widersprüchliche Formulierungen (Es werden Abstandsregeln außer Kraft gesetzt, gleichzeitig wird betont, dass man sich als Lehrer "in jeder Situation" durch Mindestabstand schützen könnte.). Keine allgemeine Mundschutzpflicht außerhalb des Klassenverbandes, wie noch vor den Ferien angekündigt, sondern "soweit durch die Verhältnisse vor Ort erforderlich und durch die Schulleitung angeordnet." Natürlich sind die Gegebenheiten nicht überall gleich, aber zumindest für die weiterführenden Schulen wäre hier Klarheit sinnvoller gewesen. Dafür "strikte Abstandsregeln" beim Mittagessen in der Mensa, wo dann plötzlich nur Schüler einer Lerngruppe zusammen essen sollen (Warum muss man beim Essen den Abstand einhalten, den man in der Klasse über Bord wirft?). Im Sportunterricht ist der Mund-Nase-Schutz in der Umkleide dafür wieder Pflicht. Umkleiden sollen gelüftet werden, sofern dort keine Kleidungsstücke oder Gegenstände aufbewahrt werden. Bei uns ist die Sporthalle im Dauerbetrieb, da wird natürlich Kleidung aufbewahrt und die Lüftung der Umkleiden erfolgt durch Mini-Oberlichter. Bin gespannt, was man sich da einfallen lässt. Im Sporthallenbereich dürfen sich Gruppen nicht mischen, für andere Fächer, die verkurst sind, ist das aber nicht ausgeschlossen. Bei Konferenzen u.a. Versammlungen der Lehrer "sollte" "wo immer möglich" ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden. Warum formuliert man das nicht verbindlicher? Das wirkt auf mich alles total unausgegoren und mit der heißen Nadel gestrickt.