Beiträge von Eugenia

    Hallo,

    ich haben zum Halbjahr ein Inklusionskind (Förderschwerpunkt Hören) in meine Klasse bekommen, das laut Angaben und Zeugnis der abgebenden Schule im Unterricht sehr gut klarkommt. Vor kurzem meldete sich bei mir der neue Förderlehrer (nicht die Lehrkraft aus der abgebenden Schule - die Familie ist umgezogen) mit einer strammen To-do-Liste, die ich als Klassenlehrerin abarbeiten soll. Dazu gehört auch das Einberufen von mehreren Besprechungen (mit mir, den Eltern, einzelnen Kollegen, dem ganzen Klassenteam, der Schulleitung, der Sozialarbeit, alles nachmittags zusätzlich zum Alltagsgeschäft), die Erstellung eines ausführlichen Förderplans (nach seinen Anweisungen) und der Rundlauf weiterer Dokumente beim Kollegium, die Weiterleitung seiner Anliegen an Kollegen, eine (wie er möchte) verpflichtende Fortbildung (nachmittags) für alle unterrichtenden Lehrer der Klasse und noch einiges mehr. Außerdem hat er schon eine sehr genaue Vorstellung, welche Maßnahmen hinsichtlich des Kindes im Vgl. zur abgebenden Schule geändert werden sollen, obwohl er noch gar keinen Kontakt zum Kind selbst hatte. Ich möchte mir eigentlich erst einmal selbst einen Eindruck von dem Kind machen, aber das wird von ihm, so mein Eindruck, als Missachtung seiner Kompetenz gedeutet. Daher meine Frage: Wie habt ihr zu Beginn der Zusammenarbeit die Kooperation organisiert? Gab es Absprachen oder eine Art "Geschäftsverteilungsplan"? Ich komme mir im Moment eher wie der Laufbursche des Kollegen vor.

    Herzliche Grüße Eugenia

    Verstehe ich das richtig?

    Du hast regulär in deinem Stundenplan Stunden, in denen du dich zur Vertretung bereithalten musst, quasi als Bereitschaft, die auf dein reguläres Stundenkontingent angerechnet werden. Dazu kommen 2 Stunden Mehrarbeit, die ebenfalls für Vertretungsunterricht verwendet werden.

    Aus meiner Sicht musst du Mehrarbeitsstunden auf keinen Fall nacharbeiten - das wäre absurd. Mehrarbeit kann meines Wissens dann angeordnet werden, wenn zwingende dienstliche Gründe es erfordern, sie gehören als außerplanmäßige Überstunden aber nicht zum regulären Pflichtunterricht, d.h. man kann dir nicht ankreiden, dass du keine Mehrarbeitsstunden geleistet hast. Die hätte die SL von dir einfordern müssen. Falls regelmäßig Mehrarbeit anfällt, sollte das der PR einmal hinterfragen.

    Wie begründet die SL denn die Minusstunden? Sind das deine Bereitschaftsstunden oder auch nicht absolvierte Mehrarbeitsstunden?

    Hallo,

    ich wüsste gerne, inwiefern es für Lehrerinnen und Lehrer, die in Hessen im Rahmen der sonderpädagogischen Förderung / Inklusion in Beratungs- und Förderzentren beschäftigt sind, eine Pflichtstundenzahl gibt und wie diese Pflichtstunden nachgewiesen / abgerechnet werden, wenn die Kollegen ausschließlich im externen Einsatz unterwegs sind (d.h. Schüler an vielen verschiedenen Schulen betreuen und nicht "stationär" an einer Schule selbst unterrichten).

    Herzliche Grüße Eugenia

    Die Schulleitung hat dich doch, wenn ich das richtig verstanden habe, direkt um eine Bewerbung gebeten, wird also auch tendenziell hinter dir stehen. Falls dann doch die Kollegin die Stelle bekommt, würde ich es mir gut überlegen, wie viel Arbeit / Engagement ich noch in weitere Sonderprojekte stecke, die nicht mit Entlastungsstunden oder Bezahlung verbunden sind.

    Warum werden bei euch Klassenfahrten auf Termine so knapp nach den Schuljahresbeginn gelegt, dass sie noch im vorhergehenden Schuljahr organisiert werden müssen?

    Bei uns beginnt die Organisation mit mindestens einem Jahr Vorlauf, da inzwischen viele Unterkünfte lange im Voraus belegt sind. Mir ist es bisher ein einziges Mal passiert, dass ein Schüler trotz Nichtversetzung bei seiner alten Lerngruppe mitgefahren ist. Es war ein kleiner Oberstufenkurs und die Fahrt wäre für alle anderen durch den Ausfall massiv teurer geworden, da wir unter eine bestimmte Teilnehmerzahl gerutscht wären. In diesem Fall entschied die Schulleitung, dass der Schüler wir ursprünglich geplant mitfahren konnte. Sonst wird storniert, bei Nichtversetzung zahlt auch in der Regel die Rücktrittsversicherung

    Bei uns haben an den meisten Schulen die Schulleitungen Unterkonten zum Schulkonto eröffnet, für die die Lehrer eine Vollmacht haben. Für die Kolleginnen und Kollegen ist das kostenfrei, die Schulleitung hat jederzeit Einsicht und kann im Notfall auch über das Konto verfügen.

    Meines Wissens braucht man für den katholilschen Religionsunterricht die Genehmigung der katholischen Kirche in Form der Missio canonica. Vgl. z.B. hier: https://www.schuleunderziehung.de/medien/20781/o…%E4chtigung.pdf Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in anderen Landesteilen unterschiedlich ist, man braucht definitiv die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. Alles andere wäre ja auch irgendwie sinnlos.

    Bei uns im weiteren Umkreis haben die Schulämter eine klare Anweisung herausgegeben, Teilnahme am Schulstreik nicht zu entschuldigen und auch nicht dafür vom Unterricht zu befreien. Tausende Schüler, die sich regelmäßig zu Protesten treffen, hätten meiner Meinung nach auch außerhalb der Schulzeit Aufmerksamkeit erregt. Manchmal habe ich den Eindruck, es wird mehr über die Tatsache geredet, dass die Schüler dem Unterricht fernbleiben, als über ihr Anliegen, den Klimaschutz.

    Finde ich im Prinzip nett gedacht, aber nicht flächendeckend praktikabel. Ich unterrichte zur Zeit 150 Schüler, von denen die meisten 4 Arbeiten im Jahr schreiben - dann käme ich aus dem Besprechen gar nicht mehr heraus. Im Grunde hat man dann zu jeder schriftlichen Arbeit noch einmal eine mündliche Phase zusätzlich pro Schüler! Unter der korrigierten Arbeit muss außerdem die Note stehen, zumindest ist das bei uns so - d.h. ich müsste die Arbeiten im Zweifelsfall noch einmal einsammeln oder umfassendere Gutachten auf einem Extrablatt verfassen, was ich aber zeitlich nie für alle Schüler schaffe. Mich würde interessieren, wie viele Schüler die Lehrerin unterrichtet und wie oft dort schriftliche Leistungsnachweise gefordert sind. .

    Es wäre wesentlich schwerwiegender, wenn du dir durch verschleppte Infekte eine chronische Erkrankung zuziehst. Also: bei Krankheit zu Hause bleiben! Den Amtsarzt interessiert es überhaupt nicht, ob du in der Haupterkältungszeit erkältet warst und deshalb zu Hause geblieben bist. Gute Besserung!

    Worin besteht denn genau das Problem mit dem Zeitmanagement und der Selbstorganisation? Darin, dass sie keine Hausaufgaben machen? Dass sie ihr Pensum nicht schaffen? Oder in anderen Aspekten? Wäre aus meiner Sicht wichtig zu wissen.
    Wir haben das an meiner Referendariatsschule übrigens exzessiv in der Eingangsstufe der Oberstufe gemacht, Tutorenstunden zu Zeitmanagement. Lief sich schnell tot, die Schüler hatten letztlich kein Interesse daran.

    Hallo,

    ich würde dazu raten, klar die einzelnen Problemfelder zu trennen. Im Moment folgst du der Interpretation der Eltern "Die Kollegin ist weg - dadurch wurde alles schlechter."
    1. Klassen verändern sich, und nicht nur durch äußere Einflüsse. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass eine "liebe Klasse" nach den Ferien zu kratzigen Pubertierenden mutiert war. Deine Schüler sind jetzt in der 8 - d.h. voll in der Pubertät. Da gehören auch Konflikte nicht selten zur Tagesordnung, mit Mitschülern und mit dem Lehrer. Wenn eine Klassengemeinschaft nur funktioniert, weil ein bestimmter Lehrer dabei ist, dann ist das ohnehin eine fragile Sache.
    2. Leistungsschwäche bei einzelnen Schülern - klar im Elterngespräch thematisieren, nicht im Plenum eines Elternabends. Wer kompetente Beratung von dir möchte, wie Leistungen zu verbessern sind, bekommt sie, aber Eltern bekommen kein Anklageforum im Plenum, um ihr Mütchen an dir zu kühlen. Anschuldigungen durch Fakten entkräften und wenn es dir zu unsachlich oder aggressiv wird, abbrechen. Auch klar ansprechen, wie die Leistungsentwicklung vorher war. D.h.: sachlich Noten und Leistungen besprechen, nicht auf die emotionale "Mein Kind fühlt sich unwohl und sie sind schuld"-Ebene ziehen lassen.
    3. Keine anonymen Anschuldigungen annehmen. "Die Eltern / Kinder beklagen sich." Wie viele? Ist das repräsentativ oder nur ein Gerücht, das einzelne Eltern streuen, die gerne einen anderen Lehrer hätten? Kinder klagen über den Unterricht - den hatten sie bei dir schon vorher, es gibt keine Probleme in den Stunden. Wenn auf Elternabenden von Eltern vorgebracht wird, dass die Kinder über dich lästern, kann man auch mal deutlich fragen, wie sich die Eltern dazu stellen. Versuchen sie, die Einstellung zur Schule positiv zu prägen? Wer die Schule wegen eines Lehrerwechsels verlassen möchte, wird das in den nächsten Jahren oft tun müssen.
    4. Mit deinem neuen Tandem-Kollegen als kompetentes Team auftreten. Zeigen, dass ihr mit den Kindern pädagogisch arbeitet. Vll. gibt es eine Person der Schulsozialarbeit, die man beim Ausgrenzungsfall ins Boot holen könnte? Nicht anbiedern "Wir machen jetzt viele tolle Sachen und dann mögt ihr mich und fühlt euch wohl wie früher" ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Du bist die Lehrerin, du hast auch deinen eigenen Stil. Wenn dir vorgeworfen wird, dass du dich nicht kümmerst, dann konkrete Angaben einfordern und vorstellen, was du machst. Oft knicken in solchen Fällen die Ankläger ein, wenn man sie auf Fakten festnagelt. "Ein Junge wird ausgegrenzt" - wir führen Gespräche mit den Betroffenen, versuchen Mediation, gehen bei Mobbing konsequent dagegen vor. "Die Kinder sind schlechter geworden." - Das ist so pauschal nicht richtig. Aber um Probleme abzufangen, biete ich Übungsstunden, individuelle Beratungen etc. an. "Die Kinder wollen Frau X zurück." - Kinder müssen lernen, mit unterschiedlichen Personen klarzukommen.
    5. Es gibt manchmal auch Klassen und Eltern, da ist man froh, wenn man sie hinter sich hat. Klingt hart, ist aber Realität. Allerdings sollte man sich immer fragen, ob man nicht die zeternde Minderheit mehr im Blick hat als die oft friedliche Mehrheit.

    Viel Erfolg und herzliche Grüße! Eugenia

    Ein kleiner ketzerischer Gedanke: es kann auch deshalb sinnvoll sein, nach 2-3 Jahren zu wechseln, weil eben nicht alle Kollegen Koryphäen in ihrem Fach sind. Ich mache gerade die Erfahrung bei einer Klasse, die ich übernommen habe - der Kollege hat den Lehrplan weitgehend ignoriert, die Schüler hinken gnadenlos hinterher und ich kehre gerade die Scherben auf. Nach 2 Jahren geht das noch, auch wenn es mühsam ist. Aber nach 6 Jahren?!

    An der Schule meines Mannes gibt es jetzt sogar Bestrebungen, vermehrt sogar über das Wochenende auf Klassenfahrt zu gehen. Das findet bei nicht unerheblichen Teilen der jüngeren Kollegen große Zustimmung - weil es doch so nett sei, Zeit mit den Schülern zu verbringen. Mein Mann hat dann mal auf die Lehrerkosten hingewiesen und wurde damit abgewimmelt, er könnte das ja bei der Steuer abgeben.

    Was heißt denn "einige Eltern regen sich darüber auf"? Sind sie direkt auf den Kollegen zugekommen? Gibt es empörte Buschtrommeln und die Elternvertretung hat ihn angesprochen? Ich würde hier die Sache nicht noch unnötig selbst hochkochen (so lächerlich sie scheint). Schulleitung informieren fände ich massiv zu hoch gegriffen (unsere SL bekäme wahrscheinlich einen Lachkrampf). Falls der Kollege den verbalen Ausrutscher bei den Kindern thematisiert, würde ich das aber auch damit verbinden, ihnen mal den Spiegel vorzuhalten - allzu oft legen Kinder und Eltern beim Lehrer jedes Wort auf die Waagschale, sehen bei sich selbst aber keine Fehler.
    Ansonsten stimme ich Meike voll und ganz zu: wenn es in der Klasse nur das als Problem gibt - Glückwunsch! :)

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