Beiträge von Eugenia

    Ich bezweifle sehr, ob ein Gymnasium einem Kind mit Down-Syndrom automatisch wirklich "bessere Bedingungen" bieten kann als eine Förderschule, in der ausgebildete Fachkräfte mit speziellem Material in kleinen Gruppen auf die Kinder eingehen können. Ich lese in Elternforen mehrfach, dass geistig behinderte Kinder auf ein Gymnasium gehen sollen, weil sie dort mit ihren Freunden von der Grundschule zusammen sind und man erwartet, dass sich Gymnasialkinder sozialer verhalten als z.B. Hauptschüler - aus meiner Sicht auch teilweise ein Vorurteil! Ob diese Kinder dadurch besser Zukunftschancen haben, wenn überforderte Gymnasiallehrer mit deutlich zu geringer Unterstützung durch Förderlehrer und Ressourcen sie irgendwie beschäftigen, ist für mich sehr fraglich! Ich kenne selbst aus dem Bekanntenkreis den Fall eines geistig behinderten Mädchens, das die Eltern auf Biegen und Brechen auf die Realschule schickten. Das Kind wurde dort letztlich "verwahrt", aus der Klasse geschickt, weil die Lehrer mit dem Kind massiv überfordert waren, es war spätestens ab der 8. Klasse total isoliert und hatte trotz gemeinsamer Grundschulvergangenheit keine Freunde mehr, weil die Interessen viel zu weit auseinandergingen, und endete dann ohne Schulabschluss als Versorgungsfall. Vielleicht wären hier eine realistische Einschätzung auch durch die Eltern und eine begabungsgerechte Unterstützung durch kompetente Fachkräfte eher zukunftsfördernd gewesen. Ich bin als Mutter ebenfalls daran interessiert, dass mein Kind bestmögliche Bildungsbedingungen erhält - allerdings geht es dabei um das Kind und nicht um das Ego der Eltern, die z.T. auch nicht sehen wollen, dass die Schulform, die sie anstreben, eben nicht wirklich "das Beste" für dieses konkrete Kind ist.

    Also wenn es für das Kind eine deutlich höhere Strapaze bedeuten würde, an eine andere Schule zu gehen, würde ich es an der eigenen Schule einschulen und sonst das beachten, was Panama rät. Wichtig ist meiner Meinung nach v.a. auch, wie man sich als Mutter gegenüber den Kollegen verhält. Ich habe mit Kollegenkindern sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht - von völlig problemlos bis hin zu massiven Einmischungsversuchen einer Kollegin, deren Kind ich unterrichtete, und die Sonderbehandlungen wollte oder jede 2. Pause zu mir kam, um nachzufragen oder Kritik zu üben oder Probleme ihres Kindes mit anderen Schülern oder mit Kollegen bei mir abzuladen. Ich finde es wichtig, die Rollen Kollegin und Schülermutter klar zu trennen.

    Wir sind ein sehr großes Kollegium (über 120 Lehrer). Bei solchen Konferenzen soll der Organisierende darauf achten, dass möglichst wenig Unterricht ausfällt. Er überprüft dann die Stundenpläne der Kollegen und sucht einen Kompromisstermin, der der Schulleitung mitgeteilt wird.

    Alles genau dokumentieren, im Zweifelsfall die Einladung über die Schulleitung als Einschreiben schicken. Ansonsten ist es so, wie du schreibst, das Kind wird bestenfalls mitgeschleppt, bis es auf der Strecke bleibt. Du kannst den Vater nicht zwingen, erzieherisch tätig zu werden, solange keine rechtsrelevante Vernachlässigung für das Jugendamt erfolgt. Traurig aber wahr. Letztlich tust du, was du kannst, und es ist immer schmerzlich zu sehen, dass man in einigen Fällen einfach nicht weiterkommt. Gibt es denn bei euch Schulsozialarbeit?

    LG Eugenia

    Also ich kann dass mit Freitag Nachmittag durchaus verstehen. Übrigens habe ich als Gym.lehrer kaum nachmittags frei, wenn kein Unterricht liegt, sind meist Konferenzen oder Besprechungen, sonst sitze ich am Schreibtisch und arbeite. Nur um die Formulierung "häufig frei" zu relativieren! Der Threadersteller hat Freitag nachmittags Unterricht, aus meiner Erfahrung einer der undankbarsten Stundenplanplätze, weil die Konzentration der Schüler auf dem Nullpunkt der Woche angelangt ist. Und dass man dann nicht noch ein voraussichtlich problematisches Elterngespräch führen möchte, ist nicht dreist, sondern nachvollziehbar. Wenn ich nach einem Termin beim Zahnarzt frage, bekomme ich tatsächlich Angebote, aber mein ZA hat z.B. Freitag ab 13.00 zu und abends nach 18.00 ebenfalls, da muss ich mich danach richten und ggf. Auch mal eine Freistellung beantragen, wenn es nicht anders geht.

    Hallo,

    ich kann zwar zu einer eventuell existierenden Vorschrift in NRW nichts sagen, aber zum Verhalten des Vaters. Eltern meinen manchmal, die Schule habe sich bei den Terminen ausschließlich nach ihnen zu richten, eine Vorstellung, die bei keinem anderen Beruf der Fall wäre. Oder würde er seinem Zahnarzt mitteilen, er kann nicht innerhalb der Sprechstunden und will Samstag Nachmittag kommen?! Wie stellt der Vater sich das vor - du kommst abends nur für ihn in die Schule (oder gar Samstag), wenn das Gebäude schon dicht ist? Ich würde zwei Termine zur Wahl stellen und sehen, wie der Vater reagiert. Frage am Rande: warum wurde denn da der "Abteilungsleiter" eingeschaltet? Ist das so eine Art Fachbereichsleiter? Nimmt er auch am Gespräch teil - wenn nein, ist das eigentlich nicht seine Sache.

    Grüße Eugenia

    Ich finde es etwas vermessen, hier Begriffe wie "rumschnüffeln" zu verwenden. Wenn eine Klasse z.B. den Raum verlässt, schaue ich auch oft nach, ob Sachen noch unter den Pulten liegen, ebenso nach der letzten Stunde - Stichwort Müllablage. Bei uns ist die Fluktuation in den Räumen recht groß. Ich finde es keineswegs gravierender als den Brief, schließlich war das kein geschlossenes Fach oder die Tasche der Schülerin, sondern offen unter dem Pult, zugänglich für alle anderen Schüler. Außerdem war der Brief adressiert.
    Natürlich ist es normal, dass Schüler über Lehrer lästern, aber es gibt da Grenzen, die hier deutlich überschritten wurden. Ob der Polizeieinsatz das Richtige ist, ist eine andere Sache.

    Im verlinkten Text steht nur "Die gemeinsame Erziehungsaufgabe, die Schule und Erziehungsberechtigte zu erfüllen haben, erfordert eine von gegenseitigem Vertrauen getragene Zusammenarbeit." Und gegenseitiges Vertrauen kann man sicher nicht nur auf einem Stammtisch aufbauen. Ich setze eigentlich voraus, dass Eltern zunächst einmal der Schule vertrauensvoll und positiv gegenüberstehen sollten, genauso wie wir einen vertrauensvollen, kooperativen Kontakt suchen. Spezielle vertrauensbildende Maßnahmen ("Lehrer zum Anfassen", private Begegnungen...) sind hier meines Erachtens gar nicht gemeint. Solche Formulierungen sind Teil vieler Erziehungsvereinbarungen, die ich kenne.

    aber (da poche ich jetzt mal auf mein recht, mich da rauszuziehen, weil es nicht meine aufgabe ist): ich sehe es nicht ein, ein klassenfest zu organisieren, für verköstigung und bespaßung zu sorgen. das ist aufgabe der eltern

    Sehe ich ganz genau so.

    Seitdem ich einmal miterleben musste, wie Eltern an solch einem Stammtisch leider sehr unschöne Stammtischparolen von sich gaben, anfingen über Kollegen herzuziehen, teilweise unter Alkoholeinfluss, und ich davon sehr peinlich berührt war, gehe ich grundsätzlich nicht zu solchen Veranstaltungen. Ich glaube nicht, dass die Sache in der Schule derart ausgeufert wäre. Es gibt nach meiner Erfahrung auch genug Eltern, die damit schlechte Erfahrungen gemacht haben und Stammtische daher meiden.
    Ich würde Planungen von Klassenfahrten etc. nie in einem öffentlichen Lokal durchführen, sondern im schulischen Rahmen einladen. Das sind letztlich dienstliche Vorgänge mit Rechtswirkung, die im Nebenraum einer Kneipe meiner Meinung nach eher fehl am Platz wären. Dazu sind wir übrigens auch von der Schulleitung angehalten worden. Ein Kennenlernen mit Eltern muss nicht im Rahmen eines Stammtisches sein, es kann auch ein Klassenfest organisiert werden.

    Also nach meinem Dafürhalten ist es für die Haftpflicht nicht relevant, ob das aus Versehen war. Wenn ich aus Versehen die Vase meines Nachbarn zerdeppere, bei dem ich eingeladen bin, muss ich auch dafür haften. Ich würde mich an die Eltern wenden und den Schadensfall mit ihnen besprechen. Wenn du umgekehrt so hochwertiges Eigentum eines Schülers aus Versehen zerstörst, wären die Eltern sicher noch am selben Tag auf der Matte!

    "Die Förderlehrkraft entscheidet für gewöhnlich, wie die Stunde für die I-Kinder ablaufen soll, also auch, ob sie im Klassenraum oder separat unterrichtet werden. Ich als Fachlehrkraft würde mir nicht anmaßen, meinem Förderlehrer in sein Konzept hineinzuquatschen. "

    Also ich würde mir schon "anmaßen", mit der Förderlehrkraft abzuklären, was aus meiner Sicht sinnvoll ist. Schließlich unterrichte ich nicht nur das Förderkind, sondern bin dafür verantwortlich, dass die gesamte Klasse sinnvoll beschult wird und einen Schulabschluss bekommt. Und der Wunsch der Eltern, das Kind immer in der Klasse zu lassen und nicht separat zu betreuen, ist zwar teilweise verständlich, aber kann auch nicht das Maß aller Dinge sein. Ich stimme da inidi zu - der Lehrer muss letztlich in Kooperation mit der Förderlehrkraft entscheiden, was sinnvoll ist.

    Das kann ich schwer beurteilen, allerdings wird auch von Seiten der Schulleitung bei uns inzwischen immer häufiger der Begriff Abordnung / Versetzung genannt. Genaues scheint aber keiner zu wissen.

    Nein, laut Schulamt haben wir demnächst einen erheblichen Überschuss, bedingt eben durch den G8-Durchlauf für die nächsten Jahre. Nahezu allen anderen Schulen, die ich kenne, geht das ähnlich. Es stimmt eben nicht, dass bei G8 die gleiche Stundenzahl einfach nur umverteilt wird. In Hessen sieht die G8 Stundentafel für die Sek. I insgesamt 160 Stunden vor, für G9 179! D.h. für die Jahren, in denen G 8 durchläuft, fällt ein erhebliches Maß an Stunden weg. Dazu kommt ein Jahrgang weniger und wenn ich das richtig verstanden habe, misst sich die Lehrerzuweisung an der Schülerzahl.

    Hallo,

    mich würde einmal interessieren, wie man bei euch an der Schule mit den drohenden Lehrerüberschuss umgeht, der durch G8 demnächst wohl entsteht. Gibt es Ängste wegen potenzieller Versetzungen? Habt ihr euch damit schon befasst? An unserer Schule ist es da noch relativ ruhig, aber ich habe von Nachbarschulen gehört, an denen schon wildeste Gerüche hinsichtlich Abordnungen oder Zwangsversetzungen kursieren.

    Herzliche Grüße Eugenia

    Die Idee mit den Muffins hat aber auch einen Haken - zumindest, wenn ihr mehrere Referendare an der Schule seid, würde ich da aus diplomatischen Gründen keinen Alleingang unternehmen. Wenn Muffins, dann als Referendarsaktion von allen, sonst setzt du dich an dieser Front in die Nesseln. Abgesehen davon geht es nicht darum, um jeden Preis gleich aufzufallen, sondern sich im Laufe des Referendariats durch Leistung positiv bemerkbar zu machen. Konferenzbeiträge sind da nach meiner Erfahrung von untergeordneter Bedeutung. Es gibt auch so etwas wie Überengagement, das dann leicht peinlich wirken kann.

    Hallo,

    FBL bedeutet Fachbereichsleitung, oder? Zumindest bei uns. Ich würde die Sache unter verschiedenen Gesichtspunkte betrachten:

    1) 8 Lerngruppen, keine Parallelsetzung ist bei uns völlig normal, Kollegen mit Nebenfächern haben sogar z.T. wesentlich mehr Gruppen zu bewältigen. Auch dass du schwerpunktmäßig in einem Fach eingesetzt wirst, ist nicht ungewöhlich, sondern hängt am Bedarf der Schule. Ich würde hier sagen: Augen zu und durch! Der Schritt auf eine volle Stelle ist schon ein deutliches Mehr an Anstrengung, das alle hinter sich haben, aber man gewöhnt sich auch daran. Die Vorarbeit für ein ganzes Halbjahr kenne ich so nicht, vll. ein schulinterner Beschluss?

    2) Das Kuddelmuddel in der Verwaltung ist leider auch nicht ungewöhnlich, ich habe erst einmal 2 Monate auf mein erstes Gehalt warten müssen. Ist bedauerlich, aber passiert. Auch das kostet Nerven, aber spielt sich ein. Es lebe der Bürokratismus ^^.

    3) Die Kritik der FBL klingt sehr pauschal. Bezog sich das auf eine konkrete Klasse? Gab es Beschwerden? Kam die Attacke "aus dem Nichts" und ohne besonderen Anlass? All das sollte geklärt und nicht unsachlich im Raum stehengelassen werden. Ich würde die FBL um ein Gespräch bitten und konkret sachlich nachfragen.

    4) Was die Gesamtatmosphäre betrifft, klingt die Sache am unerfreulichsten. Herrscht denn dort insgesamt "Eiszeit" oder ist das eine spezifische Verhaltensweise dir gegenüber? Es gibt schon Kollegien, die eine eingeschworene Gemeinschaft sind und Neuankömmlinge zuerst eher skeptisch betrachten. Im Zweifelsfall rede doch einmal mit jemandem aus dem Personalrat und frage um Rat oder eine Einschätzung.
    Hat du zu Beginn Kontakt zu Fachsprechern gesucht / zur FBL? Nach internen Vereinbarungen und Schulcurricula gefragt? Auch das ist wichtig.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und hör auf generell an dir zu zweifeln :-). Dir macht Unterrichten Spaß und du kommst mit den Schülern, wie du sagst, gut klar.
    Herzliche Grüße und viel Erfolg, Eugenia

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