@ plattypus: In der Grundschule finde ich Hausaufgaben schon sinnvoll.
Gewisse Dinge (Buchstaben und Zahlen schreiben, flüssiges Lesen, Einspluseinsaufgaben automatisieren, Einmaleinsaufgaben verinnerlichen) muss man einfach üben. Lautes Lesen im Anfangsunterricht kann man unglaublich schwer mit der ganzen Klasse gewinnbringend üben. Da sind halt leider schon ein bisschen die Eltern gefragt.
Außerdem lernen die Kinder durch tägliche Hausaufgaben, pflichtbewusst zu sein bzw. sie erfahren zumindest, dass es gewisse Erwartungen an sie gibt und man nicht ständig Ausflüchte finden kann. Allein dieses Wissen fehlt ja bei vielen Schulanfängern schon völlig.
Die Kontrolle dauert bei mir nicht 20min, es sei denn wir haken Matheaufgaben gemeinsam ab, waobei Selbstkontrolle ja auch eingeübt werden muss, insofern ist die Zeit quasi wieder sinnvoll genutzt.
Ansonsten sammle ich die Hefte ein und kuck nachmittags drüber. Würdigung ist wichtig, wenn es fehlt oder komplett hingerotzt ist, kommt derzeit ein gelber Klebezettel rein und es muss nachgearbeitet werden. Wenn sich das Kind bemüht hat, dann kommt ein Smiley oder Sticker drunter. Kostet in 1/2 nicht viel Zeit für mich, da auf den ersten Blick erkennbar ist, ob es richtig oder falsch ist.
Und damit die Hausaufgaben nicht zur Qual werden - als Mutter kann ich ein Lied davon singen, wie Nachmittags quasi "zerstört" werden - gebe ich immer nur so viel auf, dass es in 20 Minuten machbar ist. Wer es nicht schafft, kann eine Elternunterschrift druntersetzen lassen und dann zählt die Hausaufgabe auch als erledigt. Und ich bekomme Rückmeldung, dass ein Kind sich schwer tut.
Ich finde auch differenzierte Hausaufgaben gut. Zum Beispiel kreuze ich im Mathebuch bei den Kindern teilweise verschieden viele Aufgaben an, die zu erledigen sind. Oder ein Teil der Klasse schreibt die Lernwörter nochmal ab, ein anderer Teil bildet Sätze damit.