Hallo Lehramtsstudent,
du verstehst das Kernproblem noch nicht.
Wir vermitteln den Kindern eben nicht, was "Nomen", "Adjektive" und "Verben" sind, wenn wir ihnen z.B. sagen, dass "Tuwörter" Verben sind und den ganzen großen Rest dabei (wegen Überforderungsangst) ausklammern. Das Kind prägt sich die semantische Verbindung dann fest ein und das sitzt meist nachhaltig. Verben sind dann eben "Tuwörter" und dann kommt lange lange nichts. Damit kann das Kind zwar prinzipiell einige Verben auf Grund dieses beschränkten semantischen Zugriffs zuverlässig identifizieren, aber hat grammatikalisch nicht verstanden, was "Verben" eigentlich für eine Funktion im Satz einnehmen. Folglich kann es alle anderen Verbformen allenfalls intuitiv als solche erfassen (wenn der Lernende über eine gute Intuition verfügt, das ist ja auch nicht selbstverständlich).Und wenn man - wie schon gesagt - mit dieser Kategorienlehre (erstmal Wortarten einteilen und später dann das Schema nach und nach erweitern) erst anfängt, dann ist das halt in etwa so, als würde man einem Kfz-Mechaniker-Lehrling erstmal die Namen der Schrauben nennen und was für ein Teil sie jeweils befestigen und erst irgendwann gegen Ende der Lehrzeit überhaupt erklären, welche Funktion der Motor als Gesamtes hat. Und dass ein Motor eine Kurbelwelle antreibt, damit das Autor fahren kann und dass man die Funktion aller Motorenteile dann von dort aus betrachten muss etc., das versteht auch jeder Anfänger. Der Vergleich hinkt natürlich, aber den Kern sollte er treffen.
Die Perspektive des Zugriffs bei der Vermittlung ist entscheidend!
der Buntflieger
Lieber Buntflieger, mir scheint, du schließt von dir auf andere. Du hast die Grammatik in der Schule nicht verstanden, daran müssen zwangsläufig die Grundschullehrer Sxchuld sein, weil sie sie dir falsch vermittelt haben.
Erkläre mir doch bitte mal, wie du zum Beispiel in der 2. Klasse die Wortarten einführen würdest. Bedenke, dass die Kinder in der Regel keinerlei Vorwissen haben, keine Fachbegriffe kennen und auch die verschiedenen Satzarten erst im Laufe der Zeit lernen.
Wie stellst du es dir jetzt also vor, die Verben einzuführen? Wie würdest du das machen? Bitte ein ganz konkretes Beispiel, und gehe davon aus, dass das grammatikalische Vorwissen NULL ist und der Wortschatz begrenzt.
Jetzt bin ich gespannt.
Wie du es nicht machen möchtest, wissen wir ja mittlerweile. Aber ich glaube nicht, dass deine Vorstellungen auch nur ansatzweise umsetzbar sind.