Beiträge von raindrop

    Hallo Loretta,

    die Fördermaterialien, die du benutzt sind schon ausreichend, neues Material wie von chaoskind vorgeschlagen machen es auch nicht besser.
    Das wichtigste zuerst ist immer erst mal zu gucken, was das Kind überhaupt schon kann. Also zuerst die Diagnose. Das hier alles aufzuführen ist viel und ohne Erfahrung evtl. auch nicht so leicht durchzuführen.
    Aber es gibt diverse Handbücher und Materialien, um sich in die Thematik einzulesen (Handbücher von Wilhem Schipper, Jens Holger Lorenz, Michael Gaidoschik oder Bernd Ganser usw. einfach mal googeln)
    Also, ist ein Mengenverständnis vorhanden. Ist die Mengen-Zahlzuordnung sicher. Können Zahlen bis 10 sicher zerlegen werden. Welche Rechenstrategien sind vorhanden, wo liegen die Fehlerquellen, welche systematischen Fehler macht das Kind beim Rechnen. Liegt auch eine Rechts-Links-Orientierungschwäche vor. Ist eine Vorstellung unsers Zahlensystems, der Bündelung vorhanden. Braucht das Kind evtl. noch Materialien zum Rechnen, kann es diese sicher verwenden.

    Abhängig von deiner Diagnose kann es Sinn machen, die Materialien der 2. oder sogar noch der 1. Klasse zu nutzen. Wenn das Zahlensystem bis 100 nicht verstanden ist, macht es keinen Sinn Aufgaben in der 3. Klasse zu rechnen. Und wenn es die Zahlerlegung und kein Mengenverständnis zur Zahl hat, macht es keinen Sinn Aufgaben der 2. Klasse zu rechnen.

    Und grundsätzlich, wenn du bei dem Thema Rechenschwäche unsicher bist, frag dringend bei deinen Kolleginnen nach, ob sich jemand auskennt und zumindest bei der Diagnose und aufstellen eines Förderplans helfen kann. Einfach Material zu nutzen wird das Problem leider nicht lösen.

    sorry das sehe ich anders und finde die Begründung, da müsse er aus erzieherischen Gründen durch, sehr schwach.
    Wenn wir die Möglichkeit haben, Kinder durch ein spannenderes Thema für ein Fach zu begeistern, warum nicht mal etwas differenzieren.
    Und vielleicht hat der Junge ja recht und deine Themen sind zu "mädchenlastig"?
    Wir haben auch den Auftrag, Kinder da abzuholen, wo sie stehen.
    Damit möchte ich nicht sagen, dass er nie nähen oder Blumen basteln soll, aber es muss auch mal was anderes für Jungen geben.

    Zitat

    Wenn dann ein Unterricht gestaltet wird, der sich auf digitale Materialien und eine geringe Anzahl von ABs stützen könnte (für die dann meinetwegen 2 EUR Kopiergeld bezahlt würden), dann wäre doch allen geholfen.

    Wie Bear schon geschrieben hat, ist das Problem bei einem papierlosen Klassenzimmer, dass die technische Entwicklung noch nicht so weit ist, kostengünstige Geräte zur Verfügung zu stellen, die im Unterricht genutzt werden können. Wer weiß, in wenigen Jahren ist der Tablet-PC Massenkompatibel und für Schulen bezahlbar.
    Allerdings muss man sich auch da klar machen, das diese Geräte auch gewartet, administriert usw werden wollen. Das kostet unter Umständen genauso viel wie ein Schulbuch. Zudem kann man momentan auch überhaupt nicht davon sprechen, dass technische Geräte ökologischer sind, als ein papierloses Büro.
    Aber wenn man an die vielen schönen Möglichkeiten mit neuen Medien denkt... ;)

    Test doch erstmal ob sie überhaupt schon ein Mengen/Zahlenverständnis hat.
    Kann sie einer Menge eine Zahl zuordnen und umgekehrt. Hat sie ein Veständnis der Addition/ Subtraktion. Kann sie dies mit einem Arbeitsmittel, Rechenkette, Plättchen oder was auch immer durchführen, wie geht es ohne Arbeitsmittel. Mit welcher Zähl-/Rechenstrategie ermittelt sie die Ergebnisse usw.

    Warum sollten sie da einfach durch, nur zum Selbstzweck? Weil wir da auch durch mussten? Finde ich ein ziemlich schwaches Argument für die Schreibschrift. Wenn ee danach gehen würde, müssten wir immer noch Süterlin-Schrift schreiben. Schrift entwickelt sich halt weiter.

    Ansonsten kann ich strubelsuse nur voll und ganz zustimmen. Es kommt auf den Sinn an.
    Hierzu noch schöne Zitate aus dem Zeit-online Artikel:

    Zitat

    Schließlich, erläutert Horst Bartnitzky, im Grundschulverband mit zuständig für die Grundschrift, verbänden Erwachsene auch nur zwei bis maximal vier Buchstaben miteinander – und nie dieselben. »Wir bieten an, auszuprobieren, welche Kombinationen man gut verbinden kann. Das kann bei jedem eine andere sein. Wichtig ist der Grundsatz: Schreibe mit Schwung, aber gut lesbar und mit gut leserlichen Buchstaben.«

    (aus dem Zeit-online Artikel

    Das beobachte ich schon teilweise bei den 4. Klässern und auch bei meiner Schrift. Die Schriftgeschwindigkeit kann dabei mit jedem Schreibschriftschreiber mithalten.

    Zudem wurden verschiedene Schriftarten mal in verschiedenen Gruppen getestet. Herausgekommen ist das:

    Zitat

    Das Ergebnis: Am Ende hatten alle drei Gruppen flüssige Schreibbewegungen entwickelt. Aber der Weg zum Ziel war nicht für alle gleich: Gerade schwächere Schüler taten sich mit den einfacheren Formen der LufTschrift und den didaktischen Vorgaben, die ihnen Orientierung ermöglichten und gleichzeitig Freiheiten ließen, deutlich leichter.


    (aus demselben Artikel)

    Und das ist das Entscheidende. Sie konnten schreiben und man konnte sie auch lesen. Jede Lehrkraft an der weiterführenden Schule könnte doch froh darüber sein..

    Zudem erinnert mich die Diskussion so ein bisschen daran, als die Schreibmaschine eingeführt worden ist. Was war das für ein Aufschrei, das die Kultur des flüssigen Schreibens zerstört wird und man nicht mehr in der Lage sein würde, vernünftige sinnvolle Texte zu schreiben, da ja nun alles so zerhackt würde.

    In diesem Sinne werde ich mich bei uns dafür stark machen die Druckschrift einzusetzen ;)

    Zitat

    Original von lissi111
    Das Problem ist ja, dass rechenschwache Kinder keine Mengenvorstellung haben. Sie können sich also nur schwer Rechenstrategien aneignen. Hinzu kommt, dass wir ja die Kinder mit Rechenschieber, Hunderterfeld, Rechenstrahl usw.... hin zum Zählen bringen.

    Ich kann euch folgendes Konzept empfehlen (und es ist nicht nur für schwache Rechner geeingnet)

    http://www.w%c3%bcrfelhauskonzept.de

    Unsere Schule hat jetzt einige gute Erfahrungen damit gemacht und wir möchten vielleicht ganz umsteigen.

    Das wir die Kinder mit den Materialien zum Zählen bringen ist nur bedingt richtig. Die Strukturen der Materialien müssen natürlich erarbeitet werden.
    bei dem Würfelhauskonzept ist es übrigends genau dasselbe. Wer sagt denn, dass die Kinder die Punktefelder nicht auszählen, statt die Strukturen zu benutzen? Es muss hier wie dort mit den Kindern thematisiert werden.

    Das halte ich in der zweiten Klasse doch für sehr Bedenklich, wenn dort noch im großen Maße zählend gerechnet wird. Man sollte eigentlich schon in der zweiten Hälfte der 1. Klasse die Kinder langsam vom zählenden rechnen fortführen und mit ihnen Rechenstrategien erarbeiten.
    In der zweiten Klasse im Zahlenraum bis 100 zählend zu rechnen, verfestigt eher das zählende Rechner und die Probleme werden immer schlimmer.

    Die konkrete Vorstellung der Rechenoperation sollte langsam vom Arbeitsmaterial losgelöst werden und im Kopf stattfinden.

    Zählen sollte auch nicht mit Druck oder Zwang verboten werden, aber es sollten den Kindern im Zahlenraum bis 100 schon klargemacht werden, dass sie mit Rechenstrategien, die sie an den Arbeitsmaterialien erarbeiten, viel schneller zum Ergebnis kommen, als zählend.
    Je nachdem welche Strategien du erarbeitest, muss allerdings die Zahlzerlegung bis zur 10 voll automatisiert sein (kleines 1+1).

    Zitat

    Im Einstern werden beide Verfahren angeboten... Abziehen und Ergänzen... und beide Verfahren werden geübt. Aber verwirrt das nicht nur?


    Du musst dich für ein Verfahren entscheiden, auf keinen Fall beide Verfahren mit den Kindern üben. Die Verwirrung ist dann tatsächlich sehr groß ;)
    Wie pepe geschrieben hat, steht im Lehrplan NRW, dass das Verfahren frei von der Lehrkraft ausgewählt werden kann.

    Könnt ihr in der Schule euren Förderunterricht nicht so gestalten, dass diese Kinder mit Rechenschwäche und davon gibt es in eurer Schule bestimmt noch mehr, zusammen gefördert werden? Eine Lehrkraft sollte sich dann natürlich etwas fortbilden zu dem Thema.

    Wenn eure Schule in der nähe einer Universität ist, dort gibt es manchmal Einrichtungen, die Kinder kostenlos testen und fördern im Zuge der Lehrerausbildung. Zumindest weiss ich, dass es sowas mal in Bielefeld gab.

    Das warten auf den nächsten Lehrer gestaltet sich bei uns meistens auch schwierig, da wir zu knapp besetzt sind und wir sonst ewig warten würden ;)

    Bei Prügeleien trenne ich die beiden Kontrahenten erst einmal für kurze Zeit, damit sich die Gemüter beruhigen. Ich thematisiere den Anlass des Streites und die Auswirkungen meistens gleich in der Klasse, denn auch die anderen Kinder sollten lernen damit umzugehen und im Zweifelsfall auch ohne Lehrer einzugreifen.
    Wir sind auch bemüht in der Schule ein Streitschlichterprogamm aufzubauen, da sich die Streitigkeiten in der letzten Zeit doch häufen.
    Dem Kl, wenn ich es nicht selber bin, schildere ich den Vorfall dann sobald es möglich ist.

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