Beiträge von blabla92

    ein gewisses Schema F bei ner popeligen Vertretungsstunde mit Material sollte doch gerade der erfahrende Kollege hinbekommen

    Das klang für mich nach mehr als nur Stillarbeit zu beaufsichtigen, deshalb mein Beitrag.
    Susannea: Da bin ich vielleicht zu naiv, aber ich habe gedacht, dass für Fremdsprachenunterricht schon zumindest irgendeine fremdsprachliche Kompetenz nachgewiesen werden muss. Vermutlich geht das aber an eurem Alltag vorbei, und ihr müsst, ob ihr wollt oder nicht - das hatte ich nicht bedacht.

    Ich wundere mich etwas: Fachfremd mache ich sicher aus dem Stand keinen "Unterricht", keine "Stunde", ich bespreche auch nicht fachfremde Aufgaben: auch nicht, wenn mir die Kollegen eine Stundenvorbereitung mit Material geben! Wenn Fachunterricht so einfach wäre, bräuchten wir kein Studium plus Referendariat. Ich erwarte das auch nicht von KollegInnen, die mich vertreten. FachkollegInnen frage ich, ob sie "meine" Stunde unterrichten möchten oder ob ihnen Aufgaben/Stillarbeit lieber ist.
    Die KollegInnen haben mir hoffentlich Aufgabenblätter gegeben, die die S in Einzel/Partner/Gruppenarbeit selbstständig bearbeiten, vielleicht sogar mit Lösungen. Wenn ich etwas Bescheid weiß, helfe ich den S gerne weiter, und selbstverständlich sorge ich dafür, dass sie ruhig und konzentriert arbeiten können, aber sonst nichts.

    LRS heißt meines Wissens, dass man u.a. aufgrund von Wahrnehmungsschwierigkeiten z.B. Buchstaben gar nicht zu unterscheiden vermag und deshalb z.B. schwere Fälle auch Texte nur schwer verstehen kann. Die üblichen RS-Strategien bringen solchen Kindern anscheinend gar nichts, wenn sie z.B. lange und kurze Laute nicht unterscheiden können usw.
    Ich habe das so wirklich erst verstanden, als ich mal einen Schüler in Englisch Klasse 5 hatte, dessen ausgeprägte LRS zwar von Profis sehr deutlich diagnostiziert war, das aber erst Ende Kl. 4 - der war nie entsprechend gefördert/trainiert worden, der Arme. Die Grundschule hatte nichts gemerkt, nur die Mutter!
    Das war ein ganz anderes Kaliber als ein bißchen auffällige Rechtschreibung - man konnte kaum Wörter erkennen, obwohl er lange trainiert hatte, und er hatte die Schwierigkeiten in allen Sprachen ganz massiv, bis hin zu Hörverstehen und Aussprache. Kluges Kind, aber mit diesen massiven Textverständnisschwierigkeiten hatte er es echt schwer am Gymnasium trotz Erlass.

    Im Fach Latein wird doch die Rechtschreibung eh kaum gewertet. DAS ideale Fach für LRS-Kinder :sterne:

    Wurde sie denn mal auf LRS getestet?

    Dachte ich früher auch immer, aber ich erlebe extrem zunehmend Schüler, die massenhaft Wörter verwechseln, bloss weil sie mit dem/den gleichen Buchstaben beginnen. Das waren früher eher Einzelfälle. Das nächste Problem sind die Endungen - da kommt es auf winzigste Details an, die viele gar nicht mehr wahrnehmen können/wollen/? Beides sind nun erst die ersten Schritte beim komplexen Übersetzungsvorgang - das wirklich Schwierige (Kasusfunktionen usw.) kommt ja erst danach.
    Das sind meist aber nicht einmal Kinder, die diagnostizierte LRS-Fälle sind - ganz im Gegenteil. Aber um wieviel schwerer muss es für Leute mit "echter" Leseschwäche sein - das Schreiben ist natürlich in Latein sekundär, v.a. im Vergleich zur Alternative Französisch.

    Ich fange v.a. in Latein, aber auch oft in der Kursstufe Englisch mit den in der Regel besten Schülern an, weil ich da am schnellsten merke, falls meine Aufgabenstellungen problematisch waren. Dann kann ich frühzeitig den Erwartungshorizont und die Kriterien anpassen, wenn es dumm lief. In der Regel sind die schlechteren Schüler leider nur selten eine Orientierungshilfe, vor allem in Latein, wo manche auch bei leichten Aufgaben absolut nicht klarkommen.
    Außerdem ist das zumindest grobe Sortieren psychologisch wichtig für mich. Wenn ich mit schlechten Arbeiten beginne, ist der Frust und der Streß gleich so groß, dass ich die Flinte ins Korn werfe und erstmal dringend das Haus putzen muss oder so.

    In Baden-Württemberg ist für LehrerInnen und SchülerInnen die Teilnahme an Schulgottesdiensten freiwillig - im Einklang mit dem Grundgesetz. Auch die CDU-geführte Landesregierung achtete die im GG garantierten Grundrechte.

    Ein reines Adventssingen ist kein Gottesdienst. Da würde sich nicht mal mein Gewissen melden - man kann schließlich auch Rudolph the Red-Nosed Reindeer singen...

    Im ersten Post geht es darum:

    Zitat


    Wir feiern Ostern und Weihnachten mit ökumenischen Gottesdiensten. Advent gemeinsam mit allen Kindern in der Aula, der Nikolaus kommt ebenfalls.

    Ein gemeinsamer Gottesdienst mit allen Kindern während der Unterrichtszeit ist etwas anderes als ein lockeres Adventssingen oder Kekseessen, als ein Weihnachtsbaum im Schulhaus oder auch ein Nikolausbesuch. Er ist auch etwas anderes als die freiwillige Teilnahme an einem Gottesdienst während der Unterrichtszeit außerhalb des Schulgebäudes (so wird das bei uns praktiziert). In dieser Hinsicht kann ich den besagten Vater sehr gut verstehen.

    Zum Nebenschauplatz: Urchristlich? Das Datum für Weihnachten ist nicht urchristlich, sondern Konvention - willkürlich festgelegt. Feste um die Wintersonnenwende sind vorchristlich. Bei Ostern kann man sich streiten - Pessach-Fest "gekapert"? Ganz zufällig wieder an Gestirne/Licht (Tag- und Nachtgleiche, die in vielen Kulturen gefeiert wurde) angelehnte Zeit? Eine Vielzahl an Bräuchen, die mit diesen "kirchlichen" Festen verbunden sind, lassen sich überhaupt nicht aus der christlichen Theologie herleiten.
    Eine Gemeinschaft braucht gemeinschaftsstiftende Rituale. Für diese Rituale muss man Anlässe finden. Ob man sie nun Wintersonnenwende oder Christi Geburt nennt, macht keinen Unterschied. Soviel zu "urchristlich".

    Zur Ergänzung:
    hier S. 245-248 "Mit der Abgabe der Arbeit zum Zwecke ihrer Bewertung war die Ergänzung- und Abänderungsbefugnis des S erloschen; von diesem Augenblick an bestand ein Recht der Schule auf ihren unveränderten und unverfälschten Fortbestand." Wenn dem nicht so wäre, wären ja Klassenarbeiten juristisch gesehen eine komplett wertlose Form der Leistungsmessung, weil jederzeit, auch im Nachhinein, veränderbar.

    Man kann auch bei Füllerpflicht -begrenzt - bescheißen; ist mir eben erst passiert: Rechtschreibfehler nachträglich korrigiert, da hilft auch durchstreichen von Leerflächen etc. nicht, nur Fotografieren der Arbeiten. Es kann auch durchaus mein Fehler sein, wenn auch nicht so wahrscheinlich. Egal, war nur ein halber Punkt ohne Relevanz.
    Im vorliegenden Fall würde ich auch den rechtlichen Rat der Schulleiterin einholen. Einerseits: Eine 6 für einen Punkt kommt mir für einen Täuschungsversuch, der nur einen Punkt bringt, für unverhältnismäßig. Andererseits ist das schon etwas anderes als ein Täuschungsversuch - es geht eher in Richtung Urkundenfälschung.

    Die Fach- und Seminarleiter sind oft die größten Pfeifen, die es überhaupt nicht beurteilen können und auf diesen Posten sind, weil sie dem Schulleben entkommen wollten.

    Das ist keine stigmatisierende Aussage??? Meiner Erfahrung nach trifft das in 90% Prozent der Fälle NICHT zu. Ich erlebe aber immer mal wieder Referendare und Kollegen, die sachliche, konstruktive Kritik nicht hören wollen oder falsch auffassen und in einer anderen Realität zu leben scheinen - nicht, dass ich das Rotkehlchen unterstelle.

    Glaub mir, deine Mitreferendare und die anderen Lehrer kochen auch nur mit Wasser - sie reden vielleicht nur nicht so offen über ihre Schwächen.

    Da stimme ich allerdings zu.

    Und da unsere Fahrten Teil unseres Schulprogramms sind, das jeder Schüler bzw. seine Eltern bei Anmeldung akzeptiert habe und die Fahrt eine Schulveranstaltung ist, MUSS bei uns jeder mitfahren!

    Das geht bei uns nicht. Außerunterrichtliche Veranstaltungen sind eigentlich Pflicht, aber wenn die Eltern die Kosten tragen, kann man sie nicht dazu zwingen. Ich habe da gar keine Handhabe und muss mich darauf einlassen.
    Außerdem bleiben, wie gesagt, die Schüler weg, wenn unsere Schule nicht attraktiv genug ist.

    Und wie sollen die Familien diese hohen Kosten für solche übertriebenen Auslandsfahrten stemmen? 450€ sind für viele Familien enorm viel Geld, die sie mühsam zusammenkratzen müssen, wenn sie das überhaupt schaffen. Besonders belastend ist das für Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern, die dann alle ihre Fahrten und Tagesausflüge haben. Man sollte auch nicht den Kostenpunkt "Taschengeld" vergessen, der da noch dazu kommt, wenn man den Jugendlichen auf der Fahrt nicht von den üblichen Aktivitäten der Mitschüler ausschliessen will.

    Jetzt ist eine solche Fahrt übertrieben? Bleib mal auf dem Boden. Beim Threadthema, der Fahrt nach New York, geht es um "übertriebene" Fahrten.
    Wir haben immer mehrere Alternativen zur Wahl, die ähnlich attraktiv sind, aber von günstig bis etwas teurer reichen. 450 Euro hatten wir noch nicht. Meist bleibt es deutlich darunter. Bei uns ist das zusammen mit dem Landheimaufenthalt in der Unterstufe die einzige mehrtägige Fahrt, auf die man sich längerfristig vorbereiten kann - den Eltern ist das von Beginn an auch bekannt. An anderen Schulen fährt man fast jedes Jahr länger weg, und in der Kursstufe teils mehrfach (wer sich das leisten kann, natürlich nur); da müssen wir uns nicht unsozial vorkommen. Darüber hinaus gibt es unbürokratische, großzügige Fördermöglichkeiten, die auch genutzt werden.

    Nichts spricht dagegen. Wir alle wissen genau, dass man sogar in einer Juhe in der Nähe eine wundervolle Woche gemeinsam verbringen kann und jede Menge lernt.
    Aber: Unsere Abiturienten finden das nicht verlockend. Sie würden sich bestraft und benachteiligt fühlen, wenn man diese Art von Studienfahrt einführt. Im Zeitalter der schrumpfenden Schülerzahlen wäre eine solche pädagogisch wunderbar begründbare Massnahme für meine Schule Selbstmord. Wenn bisher Fahrten bei uns angeboten werden, die beispielsweise Wandern im Inland als Schwerpunkt haben oder ein unbekanntes, kleines Ziel im Ausland, werden sie praktisch nicht von den Schülern gewählt.
    Also gehen wir weiterhin den Mittelweg, für die Schüler attraktive Ziele anzubieten, die aber auch für kleine Geldbeutel (manchmal durchaus mit Aufwand) finanzierbar bleiben sollen und die wir abseits der ausgetretenen Touristenpfade zeigen wollen. Und immer haben wir Schüler dabei, die noch nie im Ausland waren und große Augen in der Fremde machen oder vom Ausland nur ein Strandhotel und einen Strand kennen, nicht Kultur eines anderen Landes erlebt haben (nein, das sind nicht immer nur H4ler, das sind auch Leute aus dem gesettleten Mittelstand dabei...) - da sind wir manchmal die einzigen, die ihnen eine andere Seite des Lebens zeigen. Das ist für mich Teil unseres Bildung- und Erziehungsauftrages.
    Um das zu erreichen, reicht aber eine kleine Fahrt nach Prag, Rom, London, Paris oder in kleinere Städte, die bisher manchmal nur 250, aber allerhöchstens 430 Euro gekostet hat und von den Schülern sogar selbst angespart werden könnte.
    New York anzupeilen ohne Austauschmaßnahme oder Partnerschaft, noch dazu komplett aus öffentlichen Geldern finanziert, zu einem Preis, der einer unermesslich viel größeren Gruppe von Schülern ein solches Erlebnis woanders ermöglicht hätte, halte ich für komplett fehlgeleitet. Ja, die Elbphilharmonie kostet noch mehr, aber ich als Staatsdienerin verstehe Verschwendung von Steuergeldern anderswo nicht als Aufforderung, das ebenso zu tun.

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