Hm, klingt für mich alles etwas ungeordnet. Wenn Du den Schülern die Merkmale von Gedichten zeigen willst, wäre es sicher sinnvoller, einen Prosatext zum Gedicht machen zu lassen als umgekehrt... Aber gut, das wäre auch schwerer.
Jetzt mal konkret und abseits der traditionellen Textsorten: Was wäre etwa mit dieser gedichteten Mahnung:
"Das Mahnen, Herr, ist eine schwere Kunst!
Sie werden's oft am eigenen Leib verspüren.
Man will das Geld, doch will man auch die Gunst
des werten Kunden nicht verlieren.
Allein der Stand der Kasse zwingt uns doch,
ein kurz' Gesuch bei Ihnen einzureichen:
Sie möchten uns, wenn möglich heute noch,
die unten aufgeführte Schuld begleichen."
Übernommen von: http://www.it-recht-kanzlei.de/gedichtete-mahnung.html
Daran ließe sich vieles diskutieren:
- Was wollen die Leute, die im Gedicht sprechen, und an wen wenden sie sich?
- Weshalb ist dies ein ungewöhnlicher Text?
- Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr so einen Text bekämt/ euer Freund, dem ihr Geld schuldet, so zu euch sprechen würde?
- Warum gibt es solche Texte eher selten? Weshalb spricht Peter Zwegat nicht in Reimen?
- Wie würde ein mahnender Text eher aussehen (Prosa!)?
- Könnt ihr einen solchen Text schreiben? (Briefkopf und/oder Anrede könnte man vorgeben, die Schüler füllen nur den "echten" Text ein.)
- Welche Version gefällt euch besser?
- Sollte es mehr gereimte Mahnungen geben? Oder nicht?
- Wird der Empfänger wohl zahlen?
...
Führt alles zur Frage: Was ist an Gedichten besonders? Wann verwendet man sie (nicht)? Was lässt sich mit ihnen gut ausdrücken, was weniger?