Beiträge von Ilse2

    Aha. Und warum "haben" sie ein "Problem"? Weil sie es von sich aus wissen oder weil man es ihnen sagt oder gar weil die deutsche Schulpflicht sie zwingt, jahrelang jeden Tag viele Stunden relativ regungslos in einem Klassenraum voller Reize zu verbringen? Wie groß ist denn der Anteil der Umgebung an diesem Wissenserwerb? Und was ist die Motivation dieser Umgebung, darauf hinzudrängen, dass ein nerviges aber letztendlich in allen Belangen abhängiges Kind diesen Wissenserwerb vollzieht??

    sie haben das Problem, weil sie in dieser Gesellschaft leben und so ganz grundsätzlich auch Teil dieser Gesellschaft sein wollen. Menschen sind einfach soziale Wesen, die den Kontakt zu anderen Menschen in der Regel brauchen.
    Auch ohne Schule und Schulpflicht haben bzw hätten ADHSler sehr oft massive soziale Schwierigkeiten. Da hilft es auch nicht, so zu tun, als wären die Probleme nicht vorhanden. Unsere Gesellschaft wird sich nicht so schnell verändern, dass ein heute betroffenes Kind ohne erhebliche Probleme erwachsen werden kann. Das kann man traurig finden, ist aber so. Ich hatte ja vorhin schon geschrieben, dass beispielsweise Suchterkrankungen bei (unbehandelten) Betroffenen überdurchschnittlich häufig vorkommen. Das kann man natürlich als Eltern ignorieren, ich würde das nicht tun.

    Es ist ein Unterschied, ob er ruhig genug ist, oder ob er ruhig gestellt wird. Es ist auch ein Unterschied, ob ein Betroffener die Umgebung bekommt, seine Stärken zu zeigen, oder ob man sie ihm verweigert und ihm stattdessen ein Rezept in die Hand drückt (und ihm damit durch die Blume auch mitteilt, er sei das "Problem"). Wir holen die Kinder nicht immer da ab, wo sie stehen, oft genug selbst wenn wir es könnten.

    Betroffene Kinder (Erwachsene) wissen in aller Regel, dass sie ei Problem haben! Unbehandeltes ADHS kann zu sehr erheblichen Problemen führen, die oft schon damit anfangen, dass sie aufgrund ihres Verhaltens ständig Stress und Ärger haben, möglicherweise keinen Schulabschluss oder einen, der weit unter ihren eigentlichen Möglichkeiten liegt, schaffen. Suchtprobleme sind sehr, sehr häufig bei Betroffenen usw.
    Nach meinen Erfahrungen, und das wird hier im Thread ja auch bestätigt, eröffnet eine Medikation für Betroffene neue Welten mit Chancen, die zuvor nicht möglich waren. Oft macht die Medikation eine Verhaltenstherapie auch erst möglich, weil der Betroffene sich ohne gar nicht ausreichend auf die Therapie einlassen kann.
    Letztlich lehnen wir als Lehrer uns auch sehr weit aus dem Fenster, wenn wir über die Diagnostik und Behandlung der Erkrankung spekulieren. Das ist Aufgabe der Medizin, nicht der Pädagogik.

    Ich krame das mal hier aus der Versenkung....
    ich bin nach wie vor nicht versetzt, habe aber ein kleines Licht der Hoffnung am Ende des Horizonts gesehen, dass es möglicherweise doch zum Sommer 2017 was werden könnte. Schulleitung und Schulamt haben mich freigegeben, weil sie mussten.
    Drückt mir die Daumen, dass auch die Bezirksregierung mich freigibt (freigeben muss?)!
    Koordinierungskonferenzen sind zwar scheinbar erst im April, aber ihr dürft mir trotzdem schon viel Glück wünschen!

    Hat das Kind sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung? Wie sieht es aus mit Hilfsmittelversorgung? Schwierig ist das immer, wenn Eltern sich gerade dagegen sperren, weil sie vielleicht noch nicht wirklich verarbeitet haben, dass ihr Kind eine Behinderung hat...Wir bekommen im nächsten Schuljahr auch ein Kind mit körperlicher Behinderung, bei dem die Eltern noch sehr verleugnen, wo alles Schwierigkeiten sind. das macht die Sache nicht unbedingt leicht...

    Ich habe mehr als eine Kollegin, die von mir erwartet, das Kind kompatibel für ihren Unterricht zu machen, der sich schließlich genau so seit Jahren bewährt hat. Irgendetwas zu verändern kommt nicht in Frage. Ich habe auch Kollegen, die mit mir gar nicht über die Kinder sprechen wollen. da erfahre ich dann zufällig, dass letzte Woche ein Gespräch mit Therapeuten, Jugendamt oder sonst wem stattgefunden hat, da habe ich gar keine Chance, irgendetwas beizutragen, sind schließlich ihre Kinder :staun: . jammern über die Schwierigkeiten, die man so hat tut man trotzdem, meine Hilfsangebote werden aber nicht angenommen.
    Anja, ich habe auch so 2-3 Kollegen, da läuft es so wie bei dir jetzt, aber in der großen Masse eher nicht. Hier läuft vieles nach dem Motto "Das sind meine Kinder, damit muss ich klarkommen und ich lass mir auch nicht in die Karten schauen (aber jammern tue ich trotzdem)" :sterne:

    Ich habe im Moment das Gefühl, als Sonderpädagoge hat man derzeit in jedem Fall die A-Karte gezogen. Ich kann natürlich die Regelschulkollegen schon verstehen, die mit Kindern mit Förderbedarf zusätzliche Arbeit haben. Aber auch wir Sonderpädagogen haben das, was wir jetzt machen sollen, nicht gelernt. Ich habe mein Ref an einer Schule mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gemacht, arbeite aber jetzt an einer Grundschule, schwerpunktmäßig mit Kindern mit Förderschwerpunkt Lernen, Sprache oder Emotionale und Soziale Entwicklung. Ein völlig anderer Job. Auch ich musste mich umstellen, auch neue Dinge lernen. Bei manchen meiner Kollegen ist die Bereitschaft auch nur mal ein bisschen was zu verändern schlicht nicht da. Ich soll kommen und das Kind heile machen. Kann ich auch nicht, tut mir leid. Ich bin keine eierlegende Wollmilchsau. Ich verstehe, dass es Situationen gibt, die schwierig, vielleicht auch nicht lösbar sind, aber die Situation ist doch jetzt wie sie nunmal ist, da kann man klagen, oder sich überlegen, wie man an seiner Schule Inklusion so umsetzten kann, dass möglichst jeder davon profitieren kann. Das gilt hier gedanklich vor allem für die Grundschule, da glaube ich, ist vieles machbar, was in der Sek I schwierig bis unmöglich ist (wegen des Fachlehrerprinzips). Das ist glaube ich echt schwer. Ich finde auch, dass Gymnasium und Inklusion nicht vereinbar ist.
    Die Diskussion um die Bezahlung finde ich auch bescheuert. Die Sonderpädagogen haben das so nicht entschieden und können nichts dafür. Ich bin eh Angestellte, bei mir funktioniert die Argumentation nicht.
    Wer was macht, wer welchen Bericht schreibt, das ist tatsächlich nirgends festgehalten und alles eine Frage von Absprachen. Absprachen und Arbeiten im Team, das ist eh der Knackpunkt. Wenn das nicht klappt, dann klappt auch sonst nichts im gemeinsamen Lernen...

    Ganz so blödsinnig finde ich den Beitrag nicht. Das Beispiel mit den Scientologen finde ich schon sehr interessant. Ich stelle mir jetzt gerade Scientologen vor, die verbeamtet wären und gesellschaftliche Schlüsselpositionen einnehmen würden. 8_o_)


    Blödsinnig in dem Sinn, dass hier wunderbar jeder Muslim mit dem Jihad in Verbindung gebracht wird und mit widerlichen Vorurteilen polemisiert wird. Das ist für mich schon ziemlich daneben.
    Der muslimische Glaube ist nicht staatsfeindlich und versucht nicht, die staatliche Grundordnung zu zerstören und zu unterminieren.


    Ich bin übrigens nicht muslimisch.

    Sie können problemlos verbeamtet werden. Ob sie es dann auch bleiben, hängt davon ab, ob Sie zu ihren religösen Pflichten auch den Jihad zählen.
    Sie irren übrigens, wenn sie meinen, das Grundgesetz garantiere eine Religionsfreiheit. Dieser Begriff kommt dort nicht vor. Es wird ledigleich die Freiheit des Glaubens und des Bekenntnisses garantiert. Dieser Unterschied machte es zum Beispiel möglich, die Scientologen aus dem öffentlichen Dienst auszuschließen. Ein Schicksal, das dem Islam auch drohen könnte, wenn sich herausstellt, dass er verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, weil er Religion mit Politik verwechselt oder wenn man auf ministerieller Seite irgendwann einmal den Koran liest und dort die ganzen Tötungsbefehle findet. Das wirst spätestens dann passieren, nachdem der erste Torroranschlag hierzulande geglückt ist.


    Ich gehe mal stark davon aus, dass die meisten der muslimischen Lehrer (ebenso wie ein Großteil aller muslimischen Menschen) den Jihad eher nicht als ihre Pflicht sehen.
    Was soll dieser blödsinnige Beitrag hier eigentlich?

    Hallo,

    Du musst der Mutter gar nichts raten. Sie darf ihren Wunsch äußern, Du musst lediglich über die möglichen Konsequenzen des Verfahrens informieren. Den geeigneten Förderort kannst Du dann gemeinsam mit dem/der SoPäd besprechen und im Gutachten, das dann geschrieben wird (Du schreibst ja gerade den Antrag zum Gutachten) empfehlen.

    Inhaltlich haben ja die anderen schon etwas geschrieben.


    In NRW darf im Gutachten der Förderort nicht mehr empfohlen werden. In der Regel ist der Förderort die Regelschule. Die Eltern müssen aber über alle Möglichkeiten informiert werden und der Wunsch der Eltern muss im Gutachten auftauchen. Wenn Eltern die Förderschule wünschen, dann müssen sie einen Antrag stellen.

    Für Kinder ist es fast immer besser, sie bleiben an einem vertrauten Ort. Wenn das Kind bereits die Klasse wiederholen musste und sich jetzt wohl fühlt, Freunde hat, du dich so intensiv es geht kümmerst, ist es für das Kind besser, es bleibt in deiner Gruppe. Mit LB-Lehrplan entspannt sich auch alles für das Kind.


    Das möchte ich so pauschal ungerne stehen lassen..., ich habe durchaus auch schon das Gegenteil erlebt, dass nämlich Kinder erst an der Förderschule wieder aufgetaut sind und wieder Selbstbewusstsein aufbauen konnten. Weil sie eben nicht mehr die Doofies der Klasse waren. Zudem ist meine Beobachtung im gemeinsamen Lernen, dass die Kinder in der Schuleingangsphase meist noch ganz gut integriert sind, je älter sie werden, desto schwieriger ist auch die soziale Integration, weil man eben Freundschaft nicht erzwingen kann. Und wenn das Kind das einzige an der ganzen Schule ist, das zieldifferent unterrichtet wird, dann kann das für das Kind schon zu einem Problem werden. Eigentlich müsste Schule vollkommen anders organisiert sein, damit das funktionieren kann. "Alle im Gleichschritt Marsch, Peter, du arbeitest an deinen eigenen Sachen." Das ist das was ich noch sehr oft erlebe und für sehr problematisch für die betroffenen Kinder halte.

    Derf Arbeitsgeber kann sich die Notwendigkeit des Arztbesuchs während der Arbeitszeit durch den Arzt bestätigen lassen.

    Firelilly, ich finde, so wie du es beschreibst, sollte es in der freien Wirtschaft auch sein. Aber die Realität sieht häufig anders aus. Was du in dem Unternehmen "bei den Leistungsträgern" beobachtest, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Kassierer(inne)n im Supermarkt, bei Handwerkern, auch bei den meisten Verwaltungsangestellten und und und anders. Aber wie gesagt: Ich finde, es sollte ruhig so sein.

    In der Schule hängt dagegen meistens viel mehr am Fehlen eines Lehrers während der Unterrichtszeit als am Fehlen eines Angestellten in der freien Wirtschaft. Wenn man sich bei der Vorbereitung des Unterrichts über die Woche etwas zurücknimmt und drei Stunden weniger macht, kann man trotzdem guten Unterricht halten. Wenn man morgens/mittags drei Stunden am Stück nicht in der Schule ist, fallen bis zu vier Unterrichtsstunden aus, bis zu vier Unterrichtsstunden müssen also vertreten werden, die Gruppe kommt im schlechtesten Fall in deinen Fächern gar nicht weiter und im besten Fall weniger weiter als mit dir, der Fachlehrerin. Unter Umständen musst du in Aufsichten vertreten werden.

    Das liegt aber meines Erachtens nach auch daran, dass die personelle Besetzung in den Schulen viel zu eng gehalten ist, als dass es ein vernünftiges Vertretungskonzept geben könnte...
    (was jetzt kein Plädoyer für Routinearzttermine am Vormittag sein soll, aber das sieht man ja auch dann, wenn ein Lehrer mal wirklich krank ist)

    Hallo,

    zunächst einmal ist ja jetzt rein rechtlich gesehen seit dem 01.08.2014 jede Grundschule in NRW Schule für gemeinsames Lernen bei Lern- und Entwicklungsstörungen (also Lernen, Sprache und Emotionale und soziale Entwicklung), somit eben auch deine Schule, damit hat deine Schulleitung schon recht mit ihrer Einschätzung.
    Dier Entscheidung über den Förderort kannst du ja jetzt gar nicht treffen. ich gehe mal davon aus, dass du jetzt kein AOSF-Gutachten geschrieben hast, sondern einen Bericht zu einem Antrag auf Überprüfung ob sonderpädagogischer Förderbedarf besteht. In einem Elterngespräch zum jetzigen Zeitpunkt muss daher nichts entschieden werden, die Eltern sollten aber darüber informiert werden, dass es eben quasi zwei Möglichkeiten für einen weiteren Schulweg gibt: entweder, das Kind wechselt (auf Wunsch der Eltern) zur Förderschule oder aber es bleibt bei euch und wird zieldifferent nach seinen Möglichkeiten unterrichtet (alles vorausgesetzt, es wird tatsächlich ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, soooo eindeutig finde ich das bei einem IQ von 83 nicht (ab 85 Normalbereich), denn IQ ist nicht alles, da kommt noch viele andere Dinge hinzu, wie z.B. Lernbereitschaft, Motivation, Fleiß...).
    Ist das Kind denn bereits im dritten Schulbesuchsjahr? Ansonsten sollte es vielleicht zunächst einmal in der Schuleingangsphase verbleiben, denn eine Entscheidung für den Förderschwerpunkt Lernen zieht schon recht deutliche Konsequenzen für die weitere Schullaufbahn und fürs Leben mit sich...
    Mit der Unterstützung durch Sonderpädagogen, ist es tatsächlich so, wie du befürchtest. Ja, so ist die Realität, leider... Aber bei euch scheint die Welt ja insgesamt noch "ziemlich in Ordnung" zu sein, wenn ihr noch gar keine Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf da habt (ich staune darüber tatsächlich ein bisschen, das habe ich in meiner Zeit im GL in den letzten 6 Jahren mit diversen Schulen noch nicht erlebt...)

    Naja, ich schreib schon ein bisschen mehr da rein, aber leider gibt es faktisch nichts, was als echtes Sozialkriterium gilt.
    Familie (also Eltern und Geschwister) lebt dort, ein Großteil meines Freundeskreises und ich bin ehrenamtlich tätig. Aber es muss niemand gepflegt werden, es gibt keine Kinder...
    Und ich bin Sonderpädagogin, die werden hier gerade nicht gehen gelassen, egal wohin, egal warum.

    Im Ernst? na dann steh bei dem Schulamt auf der Matte, das dringend E-Schul-Lehrer sucht und dankbar wäre, jemand käme freiwillig! Geh denen auf die Nerven, ruf an, fahr hin, setz dich in den Flur und sag, dass du erst wieder gehst, wenn du eine Stelle hast. Hast ja nix zu verlieren und 5 Jahre Wartezeit sollten wohl genügen.

    Wie gesagt, mein Problem ist, dass mein derzeitiges Schulamt mich nicht gehen lassen will. Erschwerend kommt dazu, dass ich nicht nur den Schulamtsbezirk sondern auch noch die Bezirksregierung wechseln möchte...
    Dass das Schulamt, wo ich gerne hin möchte, mich auch gerne hätte, das weiß ich, die können aber nach deren Aussage (und Aussage beider Personalräte) nicht wirklich etwas für mich machen, eben weil ich nicht freigegeben werde. Leider habe ich außer "ich möchte das aber gerne" nicht wirklich einen Grund, der anerkannt werden könnte...

    Ja, da hast du wohl Recht. Wir haben demnächst eine von außen moderierte Ganztagskonferenz zu dem Thema, ich bin gespannt, ob das etwas bewegen kann (wir hatten allerdings vor gut einem Jahr schon einmal eine interne Konferenz, da hat sich leider nicht viel verändert). Wir werden sehen...

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