Beiträge von Plattenspieler

    Zumindest in Hessen gibt es meines Wissens keine Förderschulen für die Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung bzw. Lernen, die zu einem Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur führen.

    Nein, mit diesen Förderschwerpunkten gibt es keine entsprechenden Schulen.

    Bzw. je nach Bundesland ist beim Schwerpunkt Lernen teilweise der Hauptschulabschluss möglich (mit zusätzlichem Jahr, Externenprüfung o. Ä.).

    Du schriebst aber (bezogen auf Leistungskurs, Literatur- und Grammatikunterricht):

    Das gibt es an einer Förderschule, egal mit welchem Förderschwerpunkt, aber alles nicht.

    Es gibt Schulen mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen, körperlich-motorische Entwicklung, die zum Abitur führen.

    Schulen mit den Förderschwerpunkten Sprache, emotional-soziale Entwicklung, die zum Realschulabschluss führen.

    Zitat

    Schüler mit Förderschwerpunkt Hören (Gebärdenaprache lerne ich im Moment so oder so)

    Finde ich cool, ist aber für die meisten SuS mit Schwerpunkt Hören (die inklusiv beschult werden) gar nicht unbedingt nötig: Entweder sie sind CI-versorgt oder sie haben einen Dolmetscher (oder beides). Teilweise können hörgeschädigte oder gehörlose SuS selbst wenig Gebärdensprache, weil sie in Folge der Hörgeräte- oder CI-Versorgung rein lautsprachlich aufwachsen ... Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema, zu dem es viel zu sagen gäbe.

    Aber mit Problemen wie diesen haben wir durchaus zu kämpfen.

    Weder besucht die Mehrheit der Kinder mit FAS eine Förderschule Geistige Entwicklung, noch machen SuS mit FAS den Großteil der Schülerschaft der Förderschule Geistige Entwicklung aus.

    Insofern: Natürlich ist das ein Problem, aber das hat wenig mit dem Thema zu tun.

    Dieses Problem - in der gewählten Ausdrucksweise - anzusprechen ist also entweder Uninformiertheit oder Böswilligkeit. Im Zweifel würde ich sagen: beides.

    (Damit meine ich natürlich nicht deinen Beitrag, sondern den ursprünglichen #258, über den wir diskutieren.)

    Das gibt es an einer Förderschule, egal mit welchem Förderschwerpunkt, aber alles nicht.

    Wie kommst du darauf?!

    Es gibt Förderschulen, die zum Abitur führen. Selbstverständlich gibt es dort Leistungskurse (bzw. je nachdem, wie die im entsprechenden Bundesland gerade heißen) und im Sprachenunterricht Grammatik- und Literaturinhalte.

    Letztere natürlich auch an Förderschulen, die zum Haupt- oder Realschulabschluss führen.

    Auch im Bildungsgang Lernen sowie im Bildungsgang Grundschule werden natürlich grammatische und literarische Themen behandelt, wenngleich sicher auf anderem Niveau und auf andere Art und Weise, als du es dir vorstellst.

    Dennoch verständlich, dass man sich fragt, wofür man sich durch ein Fachstudium gearbeitet hat, wenn diese Qualifikation den Arbeitgeber am Ende gar nicht interessiert.

    Während Förderschullehrer 10 Semester lang nur Singen und Klatschen studiert haben ... :autsch:

    Ich frage mich, wie viele derer, die sich hier so verächtlich über G-SuS und die Arbeit mit ihnen äußern, überhaupt schon einmal eine G-Schule von innen gesehen haben.

    Plattenspieler Ich würde dir empfehlen, den Betrag zu löschen, die zitierte Textpassage ist wirklich unter aller Sau

    Die Textpassage ist ja nicht von mir. Deshalb das Zitat! Da solltest du doch eher Aviator raten, es zu löschen. (Hat die Moderation jetzt bereits gemacht, sehe ich.) Aber warum sollte ich meinen Beitrag, in dem ich auf diese Problematik hinweise, löschen?!

    Ach das große Latinum, das war von allen meinen schulischen Leistungen eine der einfachsten

    Ich glaube schon, dass das Latinum an der Uni in zwei Semestern oder so aufwendig ist. Aber wie gesagt, diesen eigentlich schulischen Inhalt (und nicht akademischen) als große intellektuelle Leistung zu verkaufen ...

    Ja, soll ich mich darüber freuen ohne Rückfrage an eine Förderschule abgeordnet zu werden mit dem Ziel der Versetzung?

    Das verlangt niemand.

    Aber das:

    [...]

    klingt schon sehr verachtend und überheblich.

    Nicht nur Menschen mit Behinderung und ihren Müttern gegenüber, sondern auch uns Förderschullehrkräften.

    Und dann gerade das Latinum (das man eigentlich schon in der Schule macht - und das dann auch keine Qual ist, lol) als besondere Leistung herauszustellen, die dich daran hindert, Menschen mit Behinderung zu unterrichten ...

    Außerdem:

    Mehr Stunden

    Du hast vielleicht mehr Deputatsstunden, aber sicherlich nicht mehr Arbeitsstunden.


    ---

    Edit by Mod: ich habe diese Aussage auch hier entfernt. Wie auch im Original-Beitrag. Das sollte man hier nicht stehen lassen. kl. gr. frosch, Moderator

    Als ich mich fürs Studium für Gymnasiallehramt entschieden habe, habe ich beschlossen, dass ich nicht mit kleinen Kindern oder Behinderten arbeiten möchte.

    1. Eine Entscheidung für ein Studium ist genau das: Eine Entscheidung für eine Studium und nicht etwa für einen Beruf oder gar dafür oder dagegen, mit wem man arbeiten möchte.

    2. Ich glaube nicht, dass es deine Intention war, aber für mich liest sich diese Aussage behindertenfeindlich. Es gibt in Deutschland allein ca. 8 Millionen Schwerbehinderte. Insofern: Menschen mit Behinderung kann man an jeder Schulform, auch am Gymnasium oder WBK, begegnen: unter Schülern, Kollegen, Eltern, ... Verweigerst du denen die Zusammenarbeit?

    3. Wenn man sich auf das Beamtenverhältnis einlässt, weiß man, dass man weisungsgebunden ist, und eben nicht zwangsläufig immer nur so eingesetzt wird, wie man "möchte".

    Förderschullehrer und Grundschullehrer machen nicht denselben Job, wie Gymnasiallehrer und Sek I Lehrer.

    Warum schreiben wir hier dann in einem gemeinsamen Internetforum mit beruflicher Grundlage?

    Diese Einstellung zeigt mir mal wieder, warum es für mich richtig war, mich gegen das Gymnasiallehramt entschieden zu haben.

    Hätte aber kein - spezifisches - Problem damit, an ein Gymnasium abgeordnet zu werden. Wird aber nicht passieren. Schließlich mache ich nicht denselben Job.

    Grund-und Förderschule geht ja wirklich gegen alles, wofür diese Kollegen sich ursprünglich mal entschieden haben.

    :?:

    Es ist eine Schule, an der es Schülerinnern und Schüler gibt, die sie als Lehrer unterrichten sollen.

    Dafür haben sie sich entschieden: Lehrer zu werden, um Schüler zu unterrichten.

    Insofern kann ich deinen Beitrag nicht nachvollziehen: "geht gegen alles" ...

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