Beiträge von Plattenspieler

    Und wo steht, dass Förderschullehrer (keine) IQ-Tests machen dürfen? Ich finde dazu nämlich nix. :ka: Es gibt ja so dermaßen viele Verfahren, es müsste doch irgendwo eine klare Grenze geben?


    Ich weiß nicht, ob das irgendwo explizit steht, aber
    - wir werden ja im Studium intensiv darauf vorbereitet,
    - es ist gängige Praxis nach meiner bisherigen Erfahrung in allen Förderschwerpunkten,
    - es wird von den Schulämtern verlangt, dass wir IQ-Tests in die Gutachten einfließen lassen.

    Ich denke, die "Grenze" hängt von der individuellen Kompetenz der testenden Person ab? Über so viel Verständnis sollte man nach einer grundlegenden Ausbildung in Diagnostik ja verfügen, einschätzen zu können, welche Testverfahren man sinnvoll einsetzen kann und welche nicht?

    Bin die tragenden Erwägungen mit den Kollegen durchgegangen, die die Stunde mehrmals durchgesehen haben und mit mir daran gefeilt haben....


    Ist nicht böse gemeint, aber ist das nicht rechtlich ein fragwürdiges Vorgehen? Musstest du nicht versichern, die Stunde komplett selbstständig konzipiert zu haben?

    Ansonsten wünsche ich dir alles Gute für den Anfang am neuen Seminar und viel Glück für die Wiederholungsprüfung.

    Bei mir ist sind die Prüfungen auch nicht mehr so weit weg.

    Achso, deswegen 2 Semester! Naja Vollzeitstudium geht natürlich nicht.

    Genau, so kommt es auf die 2 Semester Regelstudienzeit.
    Es kann dich natürlich niemand zwingen, Vollzeit zu studieren und die Regelstudienzeit einzuhalten (wie gesagt, die Frage ist vielmehr, ob das überhaupt organisatorisch möglich ist). Ob es eine bestimmte Grenze gibt, wie lange du das studiert "darfst", weiß ich nicht. Könnte deshalb aber der Fall sein, weil die Studien- und Prüfungsordnung 2011 irgendwann ausläuft. Ob es Präsenzpflicht in manchen/allen Lehrveranstaltungen gibt etc., weiß ich auch nicht. Zumindest ein vierwöchiges (?) Praktikum müsstest du, denke ich auf jeden Fall machen, und bei Leuten, die schon das zweite Staatsexamen haben, ist da wohl irgendwie auch eine Lehrprobe integriert ...

    Wie gesagt, kontaktiere die unterschiedlichen Ansprechpartner der PH und frage alles nach, was für dich relevant ist. Nur da bekommst du verbindliche Antworten, und fragen kostet ja nichts. :_o_)

    Schon seltsam- mit Hörgeschädigtenpäd ist es ja dasselbe, aber die Schulen gibt es natürlich trotzdem überall. Was bedeuten müsste, dass dann da alle fachfremd unterrichten...


    Hörgeschädigtenpäd. gibt es schon ein bisschen häufiger, aber auch lange nicht überall, das stimmt.
    Ja, entweder unterrichten die "fachfremd" (als Sonderpädagogen sind wir ja grundsätzlich für alle Förderschwerpunkte "qualifiziert" - wie sinnvoll das auch sein mag...) oder es gehen bereits zum Studium Leute aus allen Bundesländern an die Hochschulen, die den Förderschwerpunkt Sehen anbieten, und kehren dann in ihre Bundesländer zurück. Ich meine mich z. B. zu erinnern, dass zwischen Bayern und BW irgendein Abkommen besteht, dass die bayerischen Interessenten in Heidelberg studieren (oder dort das Aufbaustudium absolvieren). Und insgesamt gibt es in dem Förderschwerpunkt eben auch relativ wenige Schüler: [Blockierte Grafik: http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campusmagazin/inklusion-sonderpaedagogischer-foerderbedarf-zahlen-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.png?version=b6e53]

    Meines Wissens gibt es da keine speziellen Kosten. Und Studiengebühren gibt es ja auch nicht mehr.
    Die Frage ist nur, wie lange das Angebot in dieser Form noch besteht, nachdem seit diesem Wintersemester ja die neue Prüfungsordnung mit Lehramtsbachelor und -master :rolleyes: in BW in Kraft getreten ist.
    Bedenken musst du auch, dass das als Vollzeitstudium gedacht ist, inklusive Praktika und Staatsprüfung, also berufsbegleitend o.ä. eher schwierig werden dürfte.
    Was die aktuelle Situation der PH angeht, weiß ich nicht Bescheid, aber vor nicht allzu langer Zeit hatten die ja auch personell und damit mit der Lehrkapazität deutliche Probleme, so dass ich nicht weiß, ob es realistisch ist, das Ergänzungsstudium tatsächlich in 2 Semestern zu absolvieren.
    Aber wende dich doch einfach an die PH (Studienbüro, Studienberatung, Ansprechpartner Blinden-/Sehbehindertenpäd., Fachschaft Sonderpädagogik, ...).

    P.s.: Dass das Ergänzungsstudium Blinden-/Sehbehindertenpäd. nicht weiter verbreitet ist, liegt wahrscheinlich daran, dass der Förderschwerpunkt bundesweit nur an vier Standorten oder so möglich ist. Selbst Bayern bildet keine eigenen Sonderpädagogen für Sehen aus bzw. kooperiert da mit Heidelberg. :_o_)

    Kann sich natürlich um eine auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsproblematik handeln.

    Muss es aber nicht. Es gibt genug Kinder, die den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen "hören" könnten, die es aber nie auf einem für sie verständlichen Niveau erklärt bekommen haben, was es damit auf sich hat.

    Ansonsten erinnert es mich auch an Schüler mit Deutsch als Zweitsprache?

    <u> vs. <ü> ... Vereinfachung von Mehrfachkonsonanz: "nesten". Auch die Kasusproblematik, ...

    Insgesamt finde ich das für die 5. Klasse noch nicht soo problematisch, zumal man eig. alles lesen kann, aber da gehe ich als Sonderpädagoge sicher auch von einem anderen Standard aus.

    Eine Frage noch: Handelt es sich dabei um Auszüge aus einem Text? Falls ja, gibt es dann einen Unterschied dazu, wenn man ihn Einzelwörter schreiben lässt und betont, dass er besonders auf die Rechtschreibung achten soll?

    Übergeneralisierungen sind ein ganz normaler Schritt in der Artikulationstherapie und treten fast bei jedem Kind auf. In der Regel gibt sich das von alleine und relativ bald wieder. Freu dich, wenn das /ʃ/ jetzt klappt. :_o_)
    Bei uns an der Sprachheilschule haben wir viele Kinder im - teilweise fortgeschrittenen - Schulalter, mit denen wir am gleichen Problem arbeiten.

    Vor allem kommt bei "Schlüssel" ja die Assimiliation zu dem /ʃ/ im Anlaut dazu. Das ist wirklich nicht tragisch, sollte es nicht dauerhaft sein (habe ich aber noch bei keinem Kind erlebt).

    Sorry, dass ich zu deiner eigentlichen Frage nichts sagen kann.

    warum du diese sinnvoll für das Erreichen deines Unterrichtszieles verwendest.
    Dann konkret, warum du dieses Tonmaterial ausgewählt hast und jenen Feldpostbrief, was die Schüler dabei erkennen sollen, wie es in den fachlichen Kontext deiner Unterrichtsreihe passt und in den des Lehrplans.


    Das ist doch aber eher didaktische Analyse?

    (Dass die sich auf das in der Sachanalyse Beschriebene beziehen sollte, ist klar.)

    Aber wenn du als Sonderpädagogin eingestellt - und hfftl. auch besoldet!? - wirst, warum solltest du dann die Stundenzahl einer Haupt-/Realschullehrerin unterrichten müssen? Bist du dir da sicher?

    Ich sehe bei diesen Stellen, bei denen man als einziger Sonderpädagoge fest an einer Regelschule angestellt ist, vielmehr das Problem, dass kein fachlicher (sonderpädagogischer) Austausch mehr im Kollegium möglich ist und man als 'Experte' für alles mögliche herhalten muss.
    Also ich habe keine eigene Erfahrung. Aber so habe ich es schon öfters gehört und das scheint mir auch einleuchtend.

    Dann habe ich mich ungenau ausgedrückt, sorry, ich habe es ja präzisiert: dass ein Laut i.d.R. durch einen Buchstaben oder eine Buchstabenkombination repräsentiert wird, was natürlich in den regelmäßigen Fällen in der (An-)Lauttabelle berücksichtigt wird. Bist du so einverstanden? Oder siehst du auch den Fall andersherum, dass mehrere Phoneme durch ein Graphem repräsentiert werden, irgendwo auf einer Ebene, die auf der ersten Stufe des Schriftspracherwerbs vermittelt werden müsste?

    <offtopic>
    Plattenspieler:
    Und damit sind wir wieder bei dem Problem, denn es wird hier von einer ganz falschen Voraussetzung ausgegangen. Im Deutschen wird nicht ein Laut durch einen Buchstaben repräsentiert. Sondern es passiert, dass mehrer Laute einen Buchstaben repräsentieren - und dass ein Laut von mehreren Buchstaben repräsentiert wird.

    kl. gr. frosch


    Wenn du genau liest, siehst du, dass ich geschrieben habe, dass es sich dabei um das grundlegende Prinzip handelt, das die Kinder erwerben müssen. Natürlich gibt es schon zu Beginn einige Buchstabenkombinationen, die gelernt werden müssen: <sch>, <ch>, <ng>, <nk>, <er>, <en>, <st>, <sp>, die Schreibungen der Diphthonge, ... Darauf hat ja Anja82 bereits verwiesen, dass so etwas i. d. R. bei den Anlauttabellen auch berücksichtigt wird.

    Was darüber hinaus geht (morphematische und orthographische Besonderheiten), können Kinder aber erst leisten, wenn sie einmal die prinzipielle Zuordnung von einem Laut zu einem Buchstaben oder einer Buchstabenverbindung verstanden haben und anwenden können.

    Autistische Spektrumsstörungen gehören ebenfalls dem ES Bereich an.
    Wo hättest du sie eingeordnet?


    Autistische Kinder können in alle Förderschwerpunkte ([lexicon='SPF',''][/lexicon]) eingeordnet werden, weil das Erscheinungsbild sehr unterschiedlich ist. (Deshalb spricht man ja auch von dem "Spektrum".)
    Es gibt auch viele Kinder mit Autismus, bei denen gar kein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt, sondern die bei einer eher geringfügigen Beeinträchtigung auch ohne sonderpäd. Unterstützung dem Unterricht der allgemeinen Schule folgen können.

    Hallo,

    ich halte es auch für sinnvoller, erst einmal Silbenbögen zu zeichnen und dann die Anzahl der Laute zu markieren, wenn man gezielt "lauttreue" Wörter verschriftet.
    Daneben aber auch das freie Schreiben nicht vergessen, bei dem das natürlich nicht nötig ist.


    - Wie kann man den Kindern klarmachen, dass man meistens ein "e" schreibt, wenn es so klingt wie ein "ä"? Also "Esäl", usw...


    Im Deutschen kann das Graphem <e> (von Ausnahmen abgesehen) für drei Laute stehen: /eː/, /ɛ/ und /ə/
    Das muss man auf eine angemesse Weise auch den Schülern vermitteln und Beispielwörter für alle drei Varianten finden.

    Das ist das Problem mit dem Reichen-System. Wir schreiben eben nicht, wie wir sprechen. Dieser kapitale Irrtum bringt in meinen Augen das System zu Fall.


    Grundlegendes Prinzip und erste Stufe des Schriftspracherwerbs sind aber nun einmal das alphabetische/phonographische Schreiben. Ein Laut wird durch einen Buchstaben repräsentiert. Das müssen die Schüler grundlegend verstehen; deshalb ist eine Anlauttabelle hier nicht falsch. Man darf nur den Moment nicht verpassen, wenn die Kinder dies umsetzen können und man dann zu den ersten weiteren Rechtschreibstrategien und Lernwörtern übergeht.

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