In der bekanntesten, aber zugegebenermaßen methodisch umstrittenen dieser Studien sollten die Befragten aus einer Auswahl von einigen Berufen die fünf heraussuchen, vor denen sie am meisten Achtung haben. Der Grundschullehrer wurde hierbei von 33 % gewählt, der Gymnasiallehrer von 14 %. Nach Gründen wurde da nicht gefragt.
Vgl.: http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_rep…cs/prd_0802.pdf
Es gibt aber auch differenziertere Studien, die zeigen, dass heute zunehmend die Bedeutung der Primar- und auch Elementarstufe für den Bildungsprozess erkannt wird. Dies stimmt auch mit meiner Erfahrung überein. Dass ich gefragt worden wäre, wofür ich überhaupt studieren müsse, ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bisher nur in bewusst ironischer Form geschehen. Im Gegenteil: Die meisten, mit denen ich über mein Studium rede, finden es vor allem recht interessant und respektabel, wie breit unser Studium aufgebaut ist.
Dieses Klischee mit dem Basteln und Malen mag vielleicht vor 40 Jahren wirklich eine Berechtigung gehabt haben; ich glaube jedoch nicht, dass heute (in Zeiten, wo jetzt Gott sei Dank auch die Erzieherausbildung zunehmend akademisch wird) noch viele Leute ernsthaft des Sinn eines wissenschaftlichen Studiums für Grundschullehrer in Frage stellen.
Für das schlechtere Abschneiden von Gymnasiallehrern habe ich jetzt keine empirischen Belege, aber nach meiner Meinung hängt das durchaus mit der mangelnden pädagogisch-didaktischen Innovation am Gymnasium zusammen, wie sie sowohl in Gesprächen mit Lehrern und Schülern an Gymnasien als auch in Beiträgen hier im Forum immer wieder durchschimmert.
Für diese Ergebnisse spricht ja auch, dass es zum Beispiel in diesem Thread, wenn ich das richtig sehe, nur Gymnasiallehrer sind, die sich über mangelndes Ansehen ihres Berufs beklagen.
Und bei der Susi muss natürlich geschaut werden, woran das liegt - höchstwahrscheinlich an einer mangelnden Passung des Lehr-Lern-Angebots an den Entwicklungsstand des Kindes. Und das ist natürlich etwas, das der Lehrer zu ändern hat. Das meine ich mit fehlender päd.-did. Innovation: Es wird einfach nur der Stoff durchgezogen und wer ihn nicht kapiert, der ist halt zu blöd. Aber das Fass müssen wir hier nicht wieder einmal aufmachen ...