Hilfe! Leseverstehen (Englisch) in der Oberstufe - abwechlsungsreich und funktional

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    • Hilfe! Leseverstehen (Englisch) in der Oberstufe - abwechlsungsreich und funktional

      Hallo allerseits,

      ich muss eine Leseverstehensstunde in der Oberstufe (Englisch, 11. Klasse) planen und ich merke gerade, dass mir das erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Das Problem ist, dass es sich um einen sehr wichtigen Unterrichtsbesuch handelt, also muss ich die Anwendung von Methoden zeigen, eine gute Sicherung und dann auch noch eine Vertiefung/Urteilsphase. Einfach reading for gist - reading for details - Sicherung - fertig ist also zu wenig. Dazu kommt, dass ich dieses Schuljahr zum ersten Mal in einer Oberstufe unterrichte, und ich bin noch nicht so sicher, was in der Oberstufe erwartet wird.
      Ursprünglich wollte ich vier Texte als Gruppenpuzzle lesen, aber als ich das neulich ausprobiert habe, habe ich gemerkt, dass das zeitlich in 45 Minuten nicht zu schaffen ist. Erstmal die Texte in Expertengruppen bearbeiten, dann in gemischten Gruppen referieren, dann alles am Smartboard sichern und dann auch noch kurz auf die Fragestellung der Stunde bewertend zurückkommen(=kurz gemeinsam diskuteiren) - wie soll das gehen in 45 Minuten? Die Texte müssen ja für eine Oberstufe auch anspruchsvoll sein. Aber wenn ich kein Gruppenpuzzle mache, sondern nur "einfaches Lesen", dann sagt man mir "Wo bleiben die Methoden?"

      Kann mir jemand helfen? Wie kann man das Leseverstehen in der Sek2 interessant gestalten und trotzdem in 45 Minuten inhaltich tief gehen und alle Phasen dabeihaben?
      Hat vielleicht jemand von euch schonmal eine interessante und motivierende Leseverstehensstunde in der Sek2 gemacht?

      Ich wäre euch für eure Hilfe sehr dankbar. Ich lese mich gerade durch Berge von Methodenbüchern und sämtliche Oberstufenlehrwerke und habe noch keine Lösung gefunden.

      Vielen Dank!!!
    • Wenn du schon unbedingt aufgrund der Gegebenheiten von der Methode her planen musst - was man ja an sich vermeiden sollte -, dann würde ich bei einer Stunde zum Leseverstehen über Lese- und Verständnisstrategien gehen und so etwas in den Mittelpunkt stellen. Also vielleicht tatsächlich auch eine Methode als Lernziel definieren:

      * SQ3R
      * Reciprocal Reading
      * Skimming / Scanning
      etc. etc.

      Recherchier doch mal in deiner Literatur oder im Netz die gängigen und weniger gängigen Pre-, While- und Post-Reading activities, dann kommst du vielleicht auf eine Idee. Es gibt auch ein Themendoppelheft des FSU Englisch (ich meine, Nr. 100/101) zu dem Thema.
    • Vielen Dank für deine Antwort, WillG! Nein, ich plane eigentlich nicht von der Methode her. Ich hatte mir natürlich zuerst mal das Thema und auch die entsprechenden Texte überlegt. Aber dann habe ich leider neulich beim "Probedurchgang" mit anderen Texten gemerkt, dass das Gruppenpuzzle in einer Stunde wohl nicht zu schaffen ist. Nun könnte ich natürlich statt der vier Texte, die ich mir für das Gruppenpuzzle vorgenommen hatte, nur einen davon als normale Einzel- oder Partnerarbeit lesen lassen. Aber ich weiß, dass meine Seminarleiter Methoden von mir sehen wollen, und nicht bloß eine "langweilige" Lesestunde.

      Also ich plane nicht von der Methode her, sondern die Methode ist der Punkt, an dem meine Planung derzeit noch scheitert.

      Eine Lesemethode in den Mittelpunkt zu stellen, wäre eigentlich eine sinnvolle Sache, aber das kann ich bei diesem UB nicht machen. Denn als ich neulich etwas ähnliches mit Schreibmethoden gemacht habe, hat man mir gesagt "Das können die Schüler doch in dieser Jahrgangsstufe schon längst." (Das konnten sie übrigens keineswegs, und hatten mein Methodentraining arg nötig. Aber darüber kann man als Referendar natürlich nicht diskutieren.) Außerdem soll ja der Oberstufenunterricht auch immer inhaltlich ein anspruchsvolles Thema behandeln und eine tiefergehende "Urteil/Diskussion"-Phase beinhalten.
    • Willesden schrieb:

      Ich hatte mir natürlich zuerst mal das Thema und auch die entsprechenden Texte überlegt. Aber dann habe ich leider neulich beim "Probedurchgang" mit anderen Texten gemerkt, dass das Gruppenpuzzle in einer Stunde wohl nicht zu schaffen ist.
      Aber dann verstehe ich nicht, dass es unbedingt eine "Stunde zum Leseverstehen" sein muss. Dann kann das doch auch eine landeskundliche Stunde auf Textbasis o.Ä. sein?
    • kecks schrieb:

      reciprocal reading in gruppen wär doch dann was, oder? und zum abschluss geben die kinder ein urteil zum thema des textes ab, per aufstellung, vier-ecken-methode oder irgendsowas...
      Hm ja, das wäre durchaus eine Möglichkeit. Ich überlege gerade, wie ich das umsetzen könnte.
      Ich bin mir leider immer noch nicht so im Klaren darüber, welches die Anforderungen für oberstufengerechten Unterricht sind.

      Übrigens sind die "Kinder" 16-18 Jahre alt :)
    • Es wird von uns verlangt, dass eine Unterrichtsbesuchstunde in der Oberstufe den Schwerpunkt auf einer der folgenden Kompetenzen hat: Sprechen, Schreiben, Leseverstehen, Hörverstehen oder Mediation. Evtl. auch Textkompetenz.
      "Landeskunde" gilt nicht als möglicher Kompetenzschwerpunkt, sondern soll sozusagen gleichzeitig mit dem Lesen/Hören/wasauchimmer erworben werden.
      Für mich muss es diesmal eine rezeptive Kompetenz sein. ich habe mich für Lesen entschieden, da ich keine passenden Hörtexte habe.
    • das sind kinder ;). wie du das umsetzt? im deutschunterricht würde ich das so machen: du machst deinen thematischen einstieg, der zur problemfrage des textes führt; dann stellst du die methode kurz an der folie vor (google mal, gibt es viele hübsche bilder zu), turnst es einmal im plenum anhand des ersten absatzes durch (evtl. mit guter schüler-vorturngruppe vorne, damit es wirklich anschaulich für die anderen wird), dann bildest du irgendwie schnell und nett gruppen (durchzählen aufstellen - evtl. schon so wie zum schluss dann zur diskussion, also z.b. in einer reihe, aber nach dem geburtsdatum, die ersten vier sind gruppe 1, die zweiten vier gruppe 2 usw.), lesen des textes nach der vorgestellten methode in den teams, zum abschluss vertiefend/problematisierend diskussion der themenfrage des artikels z.b. per aufstellung oder 4-ecken-methode (die kinder bleiben zur diskussion stehen, wo sie stehen). fertig. vorbereitungsaufwand: text finden (hast du schon) und einstieg ausdenken. eventuell schilder für die ecken/tape für den boden für die aufstellung.
    • kecks schrieb:

      das sind kinder ;). wie du das umsetzt? im deutschunterricht würde ich das so machen: du machst deinen thematischen einstieg, der zur problemfrage des textes führt; dann stellst du die methode kurz an der folie vor (google mal, gibt es viele hübsche bilder zu), turnst es einmal im plenum anhand des ersten absatzes durch (evtl. mit guter schüler-vorturngruppe vorne, damit es wirklich anschaulich für die anderen wird), dann bildest du irgendwie schnell und nett gruppen (durchzählen aufstellen - evtl. schon so wie zum schluss dann zur diskussion, also z.b. in einer reihe, aber nach dem geburtsdatum, die ersten vier sind gruppe 1, die zweiten vier gruppe 2 usw.), lesen des textes nach der vorgestellten methode in den teams, zum abschluss vertiefend/problematisierend diskussion der themenfrage des artikels z.b. per aufstellung oder 4-ecken-methode (die kinder bleiben zur diskussion stehen, wo sie stehen). fertig. vorbereitungsaufwand: text finden (hast du schon) und einstieg ausdenken. eventuell schilder für die ecken/tape für den boden für die aufstellung.
      Rückblickend ist das alles immer so einfach!
      (Ich meine das überhaupt nicht ironisch, sondern eher als Feststellung. Was habe ich als Ref nicht stundenlang an der Stundenplanung gesessen, bin mir mit falscher Schwerpunktsetzung, überzogener Erwartung oder übertriebenem Perfektionismus an den falschen Stellen selbst im Weg gestanden. Und heute? Schüttelt man manchmal das Grundkonzept von UB-reifen Stunden aus dem Ärmel und müsste dann nur noch den UB-Schnickschnack ergänzen.)

      Sorry für das OT.

      @Willesden:
      Mach das so, wie kecks es vorgeschlagen hat. Das hat Hand und Fuß!
    • Danke für eure Antworten. Ja, als Referendar macht man sich wohl oft zu viele Sorgen und Bedenken, aber leider auch nicht ohne Grund. :( Einige Seminarleiter haben ja leider auch sehr hohe und teils kaum durchschaubare Anforderungen.

      Die Stunde von kecks klingt gut, aber seid ihr sicher, dass sie so für eine Oberstufe ok ist? Ich will nicht skeptisch sein, ich bin nur besorgt, da mir bei meiner letzten Stunde, bei der ich eine Schreibmethode für Comments (= Anforderung der Abiturprüfung) eingeführt und angewendet habe, vorgeworfen wurde, dass meine Stunde für eine Oberstufe nicht anspruchsvoll genug war.