Beiträge von WillG

    Das wusste ich gar nicht. Und das ist rechtens? Erstaunlich. Danke für die Info. Ein "like" wäre angesichts der Aussage wenig angebracht, eher ein "verwirrt", aber ich will die Emoji-Debatte nicht neu erfachen ;)

    der Personalrat hat das Veto eingelegt, weil sie trotz Lehrermangel nur vollausgebildete Lehrer wollen

    Na gut, je nach konkreter Situation ist das möglicherweise auch eine nachvollziehbare Einstellung, hängt halt immer von den Gegebenheiten vor Ort ab.


    Das Schulamt hatte dann keine Lust sich gegen den PR zu stellen.

    Keine Ahnung, wie das in NRW läuft, aber so einfach ist es eben auch nicht, sich gegen das Votum des PRs zu stellen, wenn dieser in der Mitbestimmung ist und seine Ablehnung gemäß Personalvertretungsgesetz begründen kann. Das geht dann schnell in ein Stufenverfahren mit ungewissem Ausgang.

    Ich sehe hier spontan auch den §42 BeamtStG als relevant an, den du ja auch schon selbst gefunden hast.

    Interessant wäre noch, was du in Bezug auf Vorteilsnahme bei deiner Vereidigung unterschreiben musstest - also ob da eine Formulierung drinsteht, die etwas mehr Licht auf das Szenario wirft. Oder ob es in deinem Bundesland Erlasse gibt, die die Teilnahme an Wettbewerben regeln

    Kommt natürlich auf die konkrete Konstellation im Kollegium und auf die Wahlordnung in deinem Bundesland an, aber da in der Regel alle Gruppen (Beamte wie Angestellte; Männer wie Frauen) vertreten sein müssen, haben oftmals Minderheitengruppen eine ganz gute Chance, einen Vertreter ins Gremium zu bringen.

    Aber das ist natürlich jetzt total OT.

    Mir geht es ähnlich wie dir, ich habe auch nicht die eine feste Lösung, die seit Jahren funktioniert, habe aber mit zwei sehr unterschiedlichen Wegen jeweils relativ lange und anhaltend Erfolg gehabt - bevor dann irgendwas mich aus dem Rhythmus geworfen hat und alles dahin war:

    1. Ja, nach der Schule hat man erstmal keine Lust, aber dann nach dem Essen und Ausruhen noch weniger. Deswegen hat es für mich doch funktioniert, meine Sportsachen mit in die Schule zu gehen und von dort aus direkt in die Öffis zum Fitnessstudio einzusteigen. Wenn ich die Sachen erstmal mitgeschleppt hatte, war es wahrscheinlicher, dass ich mich dann auch aufgerafft habe. Ich bin sogar meistens an den Tagen gegangen, an denen ich lange Nachmittagsunterricht hatte, weil ich wusste, dass ich danach eh nicht mehr viel arbeiten kann und will - und nach dem Sport ja auch nicht mehr.


    2. Das genaue Gegenteil: Ich mache oft Mittagsschlaf, mit Wecker, und eine Weile hat das funktioniert, dass ich direkt nach dem Weckerklingeln die fertig gepackte Tasche genommen habe und zum Sport bin, sozusagen, bevor ich fit genug war, es mir anders zu überlegen. Damals hatte ich aber auch noch ein Auto, sonst wäre das wohl nicht gegangen.

    Dazu sollte man aber sicherstellen, dass die Fahrt auch nachweisbar abgeordnet wurde und es einem hinten rum nicht als "freiwillige Gemeinschaftsaktion in der Freizeit" verkauft wird:D

    Ich sag mal so, selbst wenn aufgrund der mangelnden schriftlichen Dienstanweisungen am Ende keine Vergütung durchsetzbar sein sollte, würde es den SL zumindest in Erklärungsnot bringen, wenn ein ganzes Kollegium seinen "nett gemeinten Vorschlag zur privaten Veranstaltung" so missverstehen würde und Reisekostenabrechnungen einreichen würde

    Ich danke für die Ausführungen

    Wenn es der Wahrheitsfindung dient. Im Übrigen halte ich es für die größere Trollerei, sich immer gekünstelt an Begrifflichkeiten aufzuhängen und als hauptsächliche Argumentationsstrategie so zu tun, als wüsste man nicht, was der andere sagt oder wie es gemeint ist. Aber jeder so, wie er mag, das ist ja das schöne an der Meinungsfreiheit.

    Trotzdem bleibe ich bei dem, was ich Humblebee oben geschrieben habe: Ich finde die Diskussion zwar ein wenig mühsam, aber nicht uninteressant - wie eigentlich immer, wenn (dienstrechtliche) Theorie und (pädagogische) Praxis aufeinander prallen.

    Ehrlich jetzt? Also, nochmal zum Mitschreiben: In Beitrag #97 hast du darauf hingewiesen, dass du auch nicht besser darin bist, eindeutige und 100% valide Noten zu vergeben, dass du aber den Unterschied zwischen der schriftlichen und mündlichen Prüfungssituation nicht so recht anerkennen willst. Bist du noch bei mir?

    Wenn jetzt so eine Situation eintritt, also eben die Situation, dass der Prüfer keine eindeutige und 100% valide Note vergeben kann, also vielleicht zwischen zwei Notenpunkten schankt, dann habe ich das - verkürzt, in der Annahme, du könntest hier gedanklich folgen - als "uneindeutige Note" bezeichnet.

    Es tut mir leid, wenn dich diese Formulierung so schrecklich verwirrt hat und es dir so schwerfällt, im linguistischen Sinne pragmatisch1 der Semantik zu folgen. Aber so langsam erschließt sich mir durchaus, warum du mündliche Prüfungen so anders wahrnimmst als der Rest von uns.


    Zitat

    Fußnote:

    1 Pragmalinguistik:

    Die Pragmatik oder Pragmalinguistik (von altgriechisch πρᾶγμα pragma, deutsch ‚Handlung‘, ‚Sache‘) beschäftigt sich in der Linguistik mit der Beschreibung von kontextabhängigen und nicht-wörtlichen Bedeutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken in jeweils konkreten Situationen und mit den Bedingungen für ihr Entstehen. Nach einer inzwischen klassischen Dreiteilung der allgemeinen Sprachwissenschaft wird sie von der Syntax und der Semantik unterschieden.

    (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatik_(Linguistik))


    Das Stilmittel der künstlichen Ignoranz ist weniger amüsant oder souverän als du vielleicht vermutest.

    Aber gut, extra für dich: In Beitrag #97 schreibst du selbst, dass du auch nicht besser eindeutige Noten vergeben kannst, im Schriftlichen wie im Mündlichen. Ich nehme an, damit hast du auch Drölf Punkte gemeint? Oder hast du vielleicht doch eine bessere Vorstellung von dem, was hier beschrieben wird, als du vorgibst? Du willst doch nicht etwa trollen?

    Es gibt eklatanten Lehrermangel im Grundschulbereich. Viele Bundesländer bieten deswegen Nachqualifizierungsmaßnahmen für Lehrämter anderer Schularten an, oft mit Planstellengarantie im Anschluss.

    Nachdem du viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet hast, wäre das vielleicht eine Option für dich. In diese Richtung würde ich mal recherchieren.

    Nicht ganz zu Unrecht, wenn man hier liest, dass man den „Prüfungsverlauf“ so gestalte, dass es nicht knapp werde, dass man also dafür sorgt, dass noch ein paar Punkte flöten gehen.


    Nicht den Verlauf an sich. Der würde zumindest bei mir immer auf ein Bestehen des Prüflings hin ausgerichtet sein - nur die Leistung muss er dann natürlich selbst erbringen.

    Also, einen Prüfungsverlauf zu gestalten, kann ja durchaus auch heißen, dass man zum Ende hin, wenn es auf eine uneindeutige Note herausläuft, gezielt Fragen aus den Anforderungsbereichen stellt, um die es geht. Wenn ein Schüler 02 Punkte braucht und es wird zu Ende hin knapp, werde ich nicht gerade die abstrakten Transferfragen auspacken, die sonst zwischen 14 und 15 Punkten entscheiden, sondern eher im AFB I fragen, um ihm hier eine Chance zu geben - oder um eben im Protokoll eindeutig machen zu können, dass nicht mal der AFB erfüllt war. Wenn es, um beim Beispiel hier im Thread zu bleiben, um die Frage 08 Punkte geht, werde ich vor allem im AFB II fragen und wenn der halt nicht erfüllbar ist, dann reicht es halt nicht zu den 08. So eine Fragekultur kann dann durchaus auch valide zeigen, dass es doch nicht zu 07 reicht. Nota bene: Nachdem der Prüfling im vorherigen Prüfungsverlauf durchaus die Chance hatte, sich auf allen drei AFBs zu beweisen. Hier geht es ums fine tuning.

    Das ist kein Gemauschel, es ist genau die Aufgabe des Prüfungsvorsitz, sicherzustellen, dass das geschieht, damit die Leistung eben valide ist. Und dass es zumindest gefühlt mehr Gewicht hat, wenn das ein Mitglied der Schulleitung ist, das im Regelfall einiges an Prüfungserfahrung hat, als ein junger StR, ist vielleicht auch nachvollziehbar.


    Wenn ich so lese, wohin sich dieser Thread aufgrund einer ganz anderen Frage (die ja schon längst geklärt ist), könnte ich mal wieder :autsch: oder :uebel: ...

    Ach, ich finde so einen Austausch über die Arbeitspraxis immer recht interessant.

    Der Duden hingegen meint, dass nach "dass" durchaus auch der Indikativ stehen kann:

    Zitat

    In der indirekten Rede und ähnlichen Nebensätzen, die durch eine unterordnende Konjunktion (dass,ob) oder ein Fragewort (was, wann, wie u. Ä.) eingeleitet werden, wird neben dem Konjunktiv I häufig auch der Indikativ verwendet: Der Minister behauptet, dass der Lobbyist ihn nach allen Regeln der Kunst über den Tisch gezogen habe/hat.

    Wenn der Nebensatz allerdings von einem Verb abhängt, dessen Bedeutung impliziert, dass der Sprecher den Inhalt des abhängigen Satzes als gegeben betrachtet, ist allein der Indikativ möglich [...].


    https://www.duden.de/sprachwis…us-nach-wissen-erfahren-u

    In der Regel ist es so, dass der PR die Ablehnung einer Maßnahme besonders begründen muss. Das Personalvertretungsgesetz des Bundeslandes kann hierfür einen Rahmen setzen, bspw. dass der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht eingehalten wird, dass der Schulfrieden gestört wird oder dass gesetzliche Regelungen nicht eingehalten werden.

    Einfach so kann eine Versetzung also nicht abgelehnt werden, nur weil dem PR dein Name nicht gefällt oder so. Auch die Frage nach der Fächerkombi ist nur bedingt PR-Sache, da es Aufgabe der SL ist, hier entsprechend umzuplanen. Eher spielt die Frage der ist- und soll-Stunden eine Rolle, da diese für Abordnungen entscheidend ist. Aber auch hier ist der Schulleiter eigentlich zuerst gefragt, der mit der übergeordneten Behörde solche Personalversorgungsfragen eigentlich klärt, bevor eine Versetzung verfügt wird.

    Ich kann mir verschiedene Szenarien ausmalen, bei denen wir gegen eine Versetzung wären - einmal haben wir das auch schon durchgefochten, und zwar erfolgreich. Trotzdem möchte ich vor allem Bolzbold und Flipper79 Recht geben: In der Regel wird der PR zustimmen, vor allem wenn er in de Prozess eingebunden war.

    Tu das, was dir selbst gut tut.

    Wenn erst nach einem Telefonat abschalten kannst, dann führ das Telefonat und artikuliere deine Irritation über das verhalten deutlich!

    Die hier diskutierten Prinzipien dienen dem Selbstschutz - nicht mehr und nicht weniger. Wenn sie dazu führen, dass du schlecht schläfst und im Urlaub nicht abschalten kannst, dann ist dieser Grundsatz ad absurdum geführt.

    Persönlich würde ich vermutlich eine Email schreiben und bei der im Outlook das Absenden auf morgen Nachmittag terminieren. Darin würde ich knapp meine Gründe für wegen der Eintragung umreißen und einen Gesprächstermin nach meinem Urlaub, evtl. aber noch in den Ferien, wenn es sich ausgeht, anbieten. Damit könnte ich zur Ruhe kommen.


    Ansonsten würde ich mir wirklich angewöhnen, einfach am Wochenende nicht in die Dienstmail zu schauen.

    Ich finde es sagt schon viel aus, dass der SL schon seine „Unzufriedenheit“ mit der Note zum Ausdruck bringt.

    Und da ich mich noch nie mit ihm verstanden habe, möchte ich einfach nur weg.

    Ja, das ist schon irgendwie nachvollziehbar.

    Ich rate dir aber, dich nicht in so eine Opferhaltung zu begeben, da das mittelfristig für deine Berufszufriedenheit ein absoluter Killer ist. Ich habe das mehrfach bei Kollegen gesehen. Konflikte und unterschiedliche Sichtweise auch bei sensiblen Themen wird es immer geben. Such deshalb das Gespräch mit dem Schulleiter, klär deine Unzufriedenheit und wenn das Gespräch nicht den erwünschten Erfolg hat, sprich klar an, dass du unter diesen Umständejn deine mittelfristige Zukunft nicht an der Schule siehst.

    Ein trotzig gestellter Versetzungsantrag, womöglich mit der Fantasie, dass sie dann schon sehen werden, was sie davon haben, oder dass sie dich vielleicht anbetteln werden, zu bleiben, ist eine Garantie für weiteren Frust (bei DIR!), denn du wirst sehen, dass im System Schule jeder ersetzbar ist und sein muss. Besser für die Psychohygiene ist ein Konflikt, den man sachlich und professionell anspricht. Tipps dafür hast du ja hier im Thread mehrfach bekommen

    Ich habe immer meine Arbeit erledigt. [...]

    Ich erledige meine Arbeit wie alle anderen auch, [...].

    Ich kenne das Beurteilungssystem in deinem Bundesland nicht, aber in den beiden BL, in denen ich mich ein wenig besser auskenne, ist es so, dass das gleiche Bewertungssystem im Prinizp für alle Lehrkräfte der gleichen Besoldungsstufe gleichermaßen angewandt wird, unabhängig davon, wie lange sie schon im Dienst sind.

    Das bedeutet, wenn eine Lehrkraft noch relativ jung ist und naturgemäß noch sehr damit beschäftigt ist, ihren Unterricht gut auf die Reihe zu kriegen, und deshalb nicht so viel nebenher macht (Schulentwicklung; Außenwirkung etc.), dann entspricht das zwar den Anforderungen, die an eine Lehrkraft dieser Besoldungsstufe gestellt werden können, aber es übertrifft sie eben nicht. Aus Sicht des Bewerteten - zumal aus Sicht einer Lehrkraft, die ihrereseits ja bei Bewertungen den Entwicklungsstand der Schüler immer mit berücksichtigen - erscheint das oft unfair.

    Aus Sicht des Dienstherrn, der ja auch in Hinblick auf weiterführende Beurteilungen (Bewerbungen um Funktionsstellen etc.) durchaus eine Unterscheidung machen muss, ist das allerdings nicht unlogisch. Dass es "an der Front" ständig zu Frust führt, ist dann wieder den (meisten) Behördenmitarbeitern meistens ziemlich egal.

    In jedem Fall muss aber eine durchschnittliche oder ausreichende Leistung eben nicht heißen, dass du schlechte Arbeit machst.

    Verschärft wird dieses Problem auch dadurch, dass meist im Ref ein ziemlicher Notenhype herrscht, bei dem eine 2 oft schon nur als mäßig wahrgenommen wird und eine 3 schon ein Weltuntergang ist. Wenn man aus diesem System kommt und dann in das Beurteilungssystem geworfen wird, ist Frust vorprogrammiert.

    In den meisten Fällen trauen sich die Lehrkräfte nämlich nicht, konkret nachzufragen und die Schulleitung dazu zu bringen, Farbe zu bekennen.

    Das ist in der Tat immer wieder spannend. Häufig ist es ja auch so, dass Schulleiter - wie Lehrkräfte auch - im Alltag pragmatische Lösungen suchen. Wenn jetzt da ein Beurteilungsformular vorliegt, bei dem man eine Gesamtbewertung, hinter der man steht und die man gut begründen kann, durch ein Dutzend Einzelbewertungen belegt werden muss, zu denen der SL vielleicht einfach keine Infos hat, weil er halt die Lehrkraft nur in bestimmten Situationen kennt, dann kann es schon sein, dass er halt zum Teil irgendwelche Noten verteilt, die die (insgesamt durchaus valide) Gesamtbewertung rechnerisch stützen. Da kann man einen Schulleiter schon ins Schwitzen bringen, woran er denn genau festmacht, dass man in "interkultureller Kompetenz" nur eine 2 hat und keine 1 oder so.

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