Ich meine, jetzt mal ehrlich, ganz unabhängig von irgendwelchen Phantasien über glamouröse Karrieren außerhalb des Schuldiensts, in irgendwelchen Forschunglaboren, Lektoraren, Redaktionen, Unternehmensberatungen oder was sonst so in den Köpfen der Kollegen herumspukt, wenn sie unzufrieden sind, muss der Beruf als Lehrer nicht so einseitig sein, wie viele sich ihn schlechtreden - wenn man denn ein wenig offen und kreativ ist.
Man kann sich im AG-Bereich profilieren, in der Beratung, in der pädagogischen Weiterentwicklung der Schule, in der Verwaltung, in der Schulentwicklung allgemein.
Man kann sich für Beförderungs- und Funktionsstellen qualifizieren und damit in Richtung Schulleitung gehen. Hier gibt es am Gymnasium sicher mehr Möglichkeiten als an anderen Schulformen, aber Schulleitung gibt es überall.
Man kann andersherum in die Personalvertretung gehen, als Personalrat oder Gleichstellungsbeauftragte, ggf. auch als Schwerbehindertenbeauftragter.
Das alles trägt dazu bei, das eigene Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten, es erzeugt Selbstwirksamkeit und damit Berufszufriedenheit.
Love it, change it or leave it.
Im Kontext von "leave it": Man kann sich in die Behörde abordnen lassen, in verschiedene Arbeitsgruppen und Kommissionen. Man kann sich an die Uni abordnen lassen oder einfach nur einen Lehrauftrag übernehmen.
Man kann in den Auslandsschuldienst gehen.
Ich habe sicherlich einiges vergessen.
Ja, für viele dieser Optionen muss man sich vorher qualifiziert haben, aber wer sich an der Schule auf das Kerngeschäft konzentriert (- was völlig okay), sollte sich die Frage stellen, ob er das nicht in einem anderen Job auch machen würde - und ob er dann auf Dauer dort glücklicher wäre.
Abgesehen davon genieße ich es sehr, dass ich meine Zeit überwiegend frei einteilen kann und selten "Zeit absitzen" muss, bis endlich Feierabend ist. Und ich genieße es sehr bewusst, dass ich zwar vieles machen muss, was wenig Mehrwert hat, dass mein Job an sich aber durchaus gesamtgesellschaftliche Relevanz hat.