Beiträge von WillG

    Im Moment sperre ich einfach alle, die verdächtig aussehen. Falls da jemand Ernsthaftes dabei sein sollte, sorry!

    Dann schreib ich besser gar nichts mehr.
    Ansonsten, falls jemand Wish oder AliExpress Gutscheine möchte, einfach melden.

    Das magst du so sehen; ich würde das tatsächlich auch ganz genauso sehen. Aber andersherum kann es viellerlei Gründe geben, warum jemand aufs Land möchte (Schüler-/Elternklientel; mal was Neues etc.), aber gleichzeitig die finanziellen Belastungen, die ich ja oben exemplarisch genannt habe, scheut. Da ist dann vielleicht so ein Angebot genau der Gamechanger.
    Oder, um es mit Atticus Finch zu sagen: "You never really understand a person until you consider things from his point of view... until you climb into his skin and walk around in it.”

    Was ich eigentlich sagen möchte: Dass junge Menschen mit einem Angebot rechnen und das Geld dann verplanen, halte ich nicht für problematisch. Falls (!) sie sich aber nicht gründlich genug informiert haben, sieht die Sache schon wieder anders aus.

    Falscher Thread. Nachdem das neulich schon mal jemandem passiert ist (ich glaube Gymshark hat sich zu A13 für alle in einem anderen Thread geäußert), habe ich mir eben schon Gedanken gemacht, ob es ein Zeichen von (bei mir) Einsetzender Demenz ist, dass ich ständig denke, dass Leute im falschen Thread posten. Dass dir das auch aufgefallen ist, Palim, beruhigt mich ein wenig. ;)

    Problematisch finde ich Aussagen wie "das Geld habe ich bereits eingeplant." Da frage ich mich, wie das die LehramtsanwärterInnen in den Jahrzehnten zuvor hinbekommen haben?

    Ich verstehe nicht, was daran problematisch ist. Wenn ich zusage, dass gegen eine Zulage ich bereit bin, im ländlichen Raum zu unterrichten, weil ich mir ausgerechnet habe, dass ich mir mir ser Zulage ein Auto leisten kann, dass ich dort dann vermutlich brauche, oder eine Zweitwohnung, weil ich dann eine Fernbeziehung führe, oder oder oder, dann kann ich daran nichts Problematisches sehen.

    Die Frage, wie das die Fefs in deb Jahrzehnten davor gemacht haben, klingt irgendwie nach "Wir hatten ja auch nichts und mussten jeden Tag 10km barfuß durch den Schnee Zum UB laufen..."

    Ich persönlich habe mein Ref zum Teil im ländlichen Raun gemacht, was ich persönlich nur hinbekommen habe, weil meine Eltern mir ein Auto finanziert haben, dass ich dann in den ersten Dienstjahren als StR abgestottert habe. Die Möglichkeit haben halt nicht alle.

    Erzeugt Anspruchsdenken gepaart mit völliger Naivität sich auf sowas zu verlassen.

    Wer in dieser Sache naiv ist, wird sich wohl in den kommenden Jahren zeigen, wenn neue Refs direkt in andere Bundesländer abwandern oder wenn die jetzt betroffenen Refs nach dem Staatsexamen sich ihre Stellen woanders suchen. Anspruchsdenken? Vielleicht, aber im Lehrermangel können sie sich das leisten. Sachsen hat sich da einen Bärendienst erwiesen.

    Das liegt natürlich daran, dass es aufgrund einer fehlenden Arbeitszeiterfassung schlicht keinen Grund für den Dienstherrn gibt, hierfür Geld auszugeben. Diese Aufgaben den Dienstpflichten der Lehrkräfte zuzuschlagen, ist deutlich billiger, denn die muss man ja sowieso bezahlen.

    Man darf sich übrigens keine Illusionen machen: Falls irgendwann mal eine Landesregierung auf die Idee käme, dies umzusetzen, dann sicherlich nicht, um die Lehrkräfte grundsätzlich zu entlasten. Würden diese Aufgaben wegfallen, würde das beinahe zwangsläufig auf eine Erhöhung des Unterrichtsdeputats hinauslaufen, denn immerhin sind diese Aufgaben - aus Sicht des Dienstherrn - ja aktuelle durch unsere Arbeitszeit abgedeckt. Wenn man sie anderen Beschäftigten gibt, schaufelt das - aus Sicht des Dienstherrn - Ressourcen frei, über die man neu verfügen kann.

    Das ist ganz nüchtern betrachtet durchaus korrekt. Allerdings war dieses Argument, keiner verliere etwas, natürlich eher auf die anderen Schulformen bezogen, die schon immer A13 als Einstiegsbesoldung hatten. Und tatsächlich haben die ja auch nichts verloren - außer diejenigen, die wirklich die Gymnasien als "etwas Besseres" sehen.

    Innerhalb des gleichen Systems ist das natürlich eine andere Gemengenlage, aber das ist dir ja sicherlich bewusst.

    Die eine Stunde Entlastung macht de facto den Kohl auch nicht fett. Es ist, wenn es schlecht läuft, eine zusätzliche Springstunde im Plan, die Dich nicht sonderlich entlastet und ggf. mit einer Vertretungsbereitschaft gefüllt wird. Es ist somit eine Marginalie

    Die eine Stunde kann in der UVP den Unterschied zwischen einem LK oder einer Mittelstufenklasse ausmachen, mit dazugehörigem Einsatz im Abitur. Bei Kollegen mit einem Korrekturfach und einem Nebenfach kann die eine Stunde den Unterschied zwischen einer Lerngruppe in dem einen oder andern Fach ausmachen. Das sind keine Marginalien.

    Und selbst wenn nicht, eine Freistunde mehr kann für Vorbereitung oder Korrektur genutzt werden, oder einfach als Pause, um den Kopf frei zu bekommen. Denn entweder verteilen sich die Vertretungsstunden jetzt über mehrere Lücken, oder man rutscht über die Abrechnungsgrenze für Mehrarbeit, dann ist diese eine Stunde bares Geld.

    Das Problem ist ja diese "der Laden muss laufen"-Einstellung. Aus Schulleitungssicht ist das nachvollziehbar, es ist ihr Job, den Laden am Laufen zu halten. Aus Sicht der Beschäftigten ist das eine Bankrotterklärung, wenn der "Laden" nur durch massive Mehrbelastung der Kollegen am Laufen gehalten werden kann.

    Ein weiteres Problem ist, das Lehrkräfte, häufig durch das Ref, dazu sozialisiert sind, niemals nach außen (bzw. nach oben) zu zeigen, wenn sie be- oder überlastet sind. Ja, Lehrkräfte jammern und beschweren sich gerne, aber dass jemand mal deutlich ausspricht, wie die Qualität des Unterrichts, der Prüfungsvorbereitung und der Korrekturen, also des Kerngeschäfts, darunter leidet, wenn man jetzt auch noch X, Y oder Z übernehmen muss, dss passiert sehr selten. Diese Blöße will sich keiner geben.

    Inzwischen kommuniziere ich meinem Schulleiter so etwas sehr deutlich. Er ist Pragmatiker und sieht natürlich, dass es gar nicht anders sein kann. Ich würde mir nur wünschen, dass 1. viel mehr Kollegen das machen würden und 2. dies weiter nach oben (oder außen) kommuniziert würde und so 3. eine kritische Masse an Rückmeldungen über den sehr konkret benannten Qualitätsverfall und seine Gründe bei den Dienstherrn und der Öffentlichkeit ankommt. Reines Wunschdenken natürlich.

    Immer dann, wenn Man sich ernsthaft fragen muss, ob eine Situation aus Inkompetenz oder Böswilligkeit entstanden ist, ist eigentlich sowieso alles zu spät. Das gilt wohl für alle Bundesländer.

    Interessant wäre bei der Frage, die du hier aufwirft, Bolzbold, ob diese "unbezahlte Beförderung" dann verlässlich als Laufbahnvorteil bei zukünftigen Bewerbungen zum Tragen kommt, oder ob der Dienstherr das dann auch wieder nach Belieben mal so, mal so macht, je nachdem welcher Bewerber favorisiert wird.

    Befördert werden allerdings besonders leistungsfähige Beamte, die ein entsprechend größeres Pensum von Aufgaben bewältigen können (so zumindest die aktuelle Rechtsprechung hierzu). Das heißt aber gerade nicht, dass nur diese außerunterrichtliche Aufgaben wahrzunehmen haben.

    Das ist inhaltlich erstmal richtig, wird aber halt auch sehr nach eigenem Bedarf ausgelegt - ich erinnere an die Diskussion zu Pausenaufsichten und Vertretungen durch Mitglieder der Schulleitung, die wir aber hier nicht aufleben lassen müssen.

    Ich will auch gar nicht provozieren. Durch die Regelbeförderung und die deutlich (!) höhere Anzahl an A15 Stellen ist die Situation in Bayern völlig anders und ich möchte das Konzept und die Situation in anderen Bundesländern gerne verstehen. Zumal ich früher ja auch in anderen Bundesländern gearbeitet habe, mich damals aber noch nicht für systemische Fragen interessiert habe.

    Also: In meiner Wahrnehmung gibt es dienstliche Aufgaben jenseits des Unterrichts, die nunmehr alle wahrnehmen müssen: Klassenleitung, Beratung, Studienfahrten, Veranstaltungen etc. Dazu gehört auch die Beteiligung an Schulentwicklung. Den Unterschied würde ICH (- und deshalb ist es mehr eine Frage als ein Argument -) darin sehen, wer bspw Schulentwicklung oder Konzepte koordiniert. Das erscheint mir sehr passend für ein erstes Beförderungsamt und tatsächlich weiß ich von vielen bay. Gymnasien, dass solche Aufgaben dann tatsächlich verstärkt bei regelbeförderten OStRen landen, wenn sie nicht qua Aufgabenbeschreibung sowieso bei einer A15 liegen. Und hier sehe ich durchaus einen Unterschied zu dem pauschalen Argument, es gene Dienstpflichten über den Unterricht hinaus.

    Jetzt kann man argumentieren, dass es nicht die Schuld des einzelnen Schulleiters ist, dass der Dienstherr hier eine offenbar existierende (?) Unterscheidung aufhebt und alle in einem Topf wirft. Es ist aber und kann aber auch nicht Aufgabe des Kollegen im Eingangsamt sein, diese Verfehlung zu schultern.

    Was genau ist denn "der Sinn und Zweck einer Beförderung" im ersten (!) Beförderungsamt? Also das, was am Gym eine A14 wäre?

    Wir reden hier ja vermutlich nicht von Aufgaben wie die Durchführung von Klassenfahrten oder die Teilnahme am Tag der offenen Tür. Ich habe es so verstanden, dass es um Koordinatorenaufgaben in klar abgespeckten Bereichen geht.

    Tatsächlich scheint es mir auch durchaus effizienter zu sein, junge / bis jetzt nicht zusätzlich belastete Kollegen mit solchen Aufgaben zu betrauen, als Kollegen, die bereits langjährig belastet waren und dazu deutlich gemacht haben, dass sie die Aufgabe nicht mehr möchten.

    Das wiederum finde ich in dieser Formulierung schwierig, bzw. erfordert es sehr viel Fingerspitzengefühl, da v.a. junge Kollegen häufig noch massiv damit belastet sind, ihren Unterricht und die gewöhnlichen Dienstpflichten in den Griff zu bekommen.

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