1, 2, 3 Methode für Lehrer - wie geht es?

  • hallo tine
    du hast so recht
    "Das Lob finde ich dabei persönlich wesentlich wichtiger. "


    nur positive rückmeldung ist erfolgreich.
    kinder lernen nur das bei dem sie sich gut fühlen.


    negative rückmeldung ist völlig wirkungslos.
    man versucht ihr höchstens auszuweichen.

  • Hallo Rolf!


    Positive ist besser als negative Rückmeldung, das finde ich auch.


    Aber "völlig wirkungslos" ist die negative Rückmeldung nicht, wenn man in richtigem Ton rückmeldet, denn dann kommt es auch zu einer Verhaltensänderung - oft genug sogar zu einer drastischen Änderung.


    Einer richtig angebrachten negativen Rückmeldung...

    Zitat

    robischon schrieb am 09.02.2007 08:28:
    ...versucht man auszuweichen,...


    ... indem man negative Verhaltensweisen vermeidet.

  • hallo row-k
    ich denke, dass negative rückmeldung (ermahnung, tadel, vorwurf, drohung, beschimpfung, strafe, verachtung) keine verhaltensänderung bewirkt.
    das negative verhalten wird eher "abgedrängt".
    lehrer die"neben" strengen" lehrern in einer klasse sind, bekommen das zu spüren.

  • Hallo Rolf,
    stimmt schon, das mit dem Lob. Aber....
    ...ich hab da so ein Kind in meiner Klasse, das treibt mich langsam echt an den Rande der Verzweiflung - anfangs hab ichs auch immer wieder mit Lob versucht. Scheinbar hat mich jetzt der Alltagsstress eingeholt, dass es mir zunehmends schwerer fällt dieses Kind zu loben...
    Aber nachdem mir das klar ist werd ichs jetzt mal wieder häufiger mit Lob versuchen

  • hallo tine,
    du könntest es leichter haben, wenn du nicht lobst, sondern einfach mitteilst, was du da gehört und gesehen hast, was dieser junge sagt, schreibt, kann.
    und vielleicht noch, dass du es interessant findest oder dass es dir gefällt.
    bei vielen leuten ist LOB einfach eine gute bewertung und kommt nicht wirklich als positive rückmeldung an.

  • Zitat

    robischon schrieb am 09.02.2007 19:00:
    hallo tine,
    du könntest es leichter haben, wenn du nicht lobst, sondern einfach mitteilst, was du da gehört und gesehen hast, was dieser junge sagt, schreibt, kann...


    Du meinst ein sogenanntes "sachliches Kompliment", nicht wahr?


    Lob kann schnell als unehrliche Schmeichelei aufgefasst werden, sachliche Komplimente nicht.

  • Ich hole das Thema noch einmal hoch...


    Mich interessiert, ob hier jemand mit der "klassischen" Auszeit, nämlich dem Setzen auf einen Stuhl und dem "Nichtstun" arbeitet....


    Ich überlege nämlich zur Zeit intensiv, wie ich das mit meinen Erstklässlern handhaben möchte...


    Bei Zusatzarbeiten während der Auszeit sehe ich den Nachteil, dass ich wahrscheinlich (bei den großen Störern) damit beschäftigt sein werde, mich weiterhin um das betreffende Kind zu kümmern und dafür zu sorgen, dass es JETZT, an seinem Einzeltisch bspw., arbeitet, bzw. ich muss das Aufgabenblatt erklären oder eben so etwas in der Art... Konkret: Ich kümmere mich aktiv um den Störer, was ich eigentlich nicht möchte.


    Bei der Auszeit, wie sie das oben genannte Buch vorschlägt, stelle ich mir allerdings die Frage, ob die Kinder wirklich still auf ihrem Auszeitstuhl sitzen bleiben. Daher würde mich mal interessieren, ob das bei euch klappt, wenn ihr das denn macht.


    Was für Sanktionen habt ihr denn noch?
    Zusatzaufgabe (in Schule/zu Hause), in andere Klasse gehen, Pausenverbot (nicht mein Ding...), Auszeitstuhl...


    Ich suche für mich ein konkretes Konzept, denn ich neige leider dazu, immer nur Konsequenzen anzudrohen, diese aber nicht umzusetzen, sei es, weil ich gar keine Zusatzaufgabe dabei habe oder wegen anderen Gründen....


    Die 1-2-3-Methode gefällt mir da sehr gut, allerdings kann ich mir einiges nicht in der Praxis vorstellen und würde daher, wie gesagt, echt gerne wissen, ob das bei jemanden so funktioniert, wie es das Buch vorschlägt. Oder ob es z.B. auch schon mal Kinder gab, die sich nicht auf den Stuhl setzten und solche Späßchen..


    Grüße
    Elaine

  • *schiieeeb* uff... :D


    Ich kram den Thread nochmal aus der Versenkung, denn das Thema ist für mich gerade wieder aktuell geworden.


    Ich habe heute erfahren, dass ich nach den Sommerferien überraschend eine erste Klasse übernehmen darf.Das habe ich zwar schon einmal gemacht (vor ein paar Jährchen), aber das war damals eine fast reine Mädchenklasse mit wirklich lieben Geschöpfen. Es gab außer etwas Zickenkrieg praktisch keine Probleme.


    Die neue Klasse soll da wohl ein etwas heftigeres Kaliber sein - fast nur Jungs, davon mehr als die Hälfte "verhaltensoriginell" - mit therapeutischer Vorgeschichte etc. (Ich hab keine Vorurteile gegen Jungs als Störer, die Erfahrung zeigte mir nur bisher, dass Jungen generell etwas bewegungsfreudiger und energiegeladener sind :) ).


    Jetzt möchte mir über die Ferien ein Regel- und Konsequenzenmodell überlegen, das für Erstklässler einfach, klar und fair ist. Eine Kollegin hat mir von der 1,2,3 - Methode erzählt, sie aber selbst noch nicht probiert. Deshalb meine Fragen an euch:


    Habt ihr mittlerweile Erhafungen mit dieser Methode in Klasse 1? Oder welche anderen Regelsysteme verwendet ihr in dieser Jahrgangsstufe? Welche Konsequenzen gibt es bei euch?


    Liebe Grüße,
    Melanie01

  • Nur ganz schnell, weil ich gleich fort muss ...
    Überleg dir doch zuerst einmal, wie du der bewegungsfreudigkeit der Jungs entgegenkommen bzw. diese für deine Zwecke nutzen kannst. Das find ich wichtiger, als zuerst ein regelwerk und Konsequenzen zu überlegen.
    Ansonsten finde ich grüne Karten z.B. sehr gut. Aber dazu kann ich dir erst später mehr schreiben.

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