Französisch: kreative Einführung des unregelmäßigen Verbes être

  • Guten Tag,
    ich suche nach Ideen, wie man das Verb être kreativ und eingängig einführen könnte. Die Klasse ist eine Gesamtschulklasse (also Schüler sind so zwischen Real- und Hauptschulniveau). Aber auch im Vergleich mit anderen Klassen, die ich unterrichte, ist diese Lerngruppe äußerst leistungsschwach (für den Realschulabschluss kommt kaum jemand in Frage).
    Für Ideen jeder Art wäre ich dankbar.

  • Hallo,


    ich kann dir schreiben, wie ich die Formen von to be im Förderunterricht Englisch mit einer leistungsschwachen Kleingruppe (Förderbedarf Lernen und zwei Hauptschüler mit Förderbedarf ESE) wiederholt habe. Erstmal habe ich die Formen auf Deutsch geübt. Dann auf Englisch.


    Ich hatte eine Kleingruppe von 7 Schüler/innen. Wir saßen im Halbkreis vor der Tafel. Jeder bekam einen Zettel mit einer Person (ich auch): ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie (mit Bild von mehreren Strichmännchen um kenntlich zu machen, dass dies die Mehrzahlform ist). Dann haben wir der Reihe nach die Formen genannt (Ich bin, du bist…) und erst einmal an der Tafel gesammelt. An der Tafel standen die Formen durcheinander. Ich habe als Beispiel "Ich" und "bin" miteinander verbunden, die Kreide an das Kind mit dem Zettel "du" weitergereicht usw. So haben wir erstmal die Formen gesammelt und dann übersichtlich untereinander auf der anderen Tafelseite aufgeschrieben.


    Dann habe ich Zettel mit den Verbformen auf den Boden gelegt: bin, bist… und die Kinder sollten der Reihe nach (bei der 1. Pers. Sg. beginnend) ihren passenden Zettel nehmen. Ein paar Wiederholungen (Zettel wurden getauscht).


    Danach habe ich angekündigt, das wir kurze Sätze mit den Formen von "sein" bilden werden. Ich habe eine Person aufgerufen und auf das betreffende Kind gezeigt: "ich" - das Kind sollte sich hinstellen und antworten "Ich bin schlau". Dann kam das Kind mit "du" an die Reihe und antwortet "Du bist schlau" usw. Anschließend durfte ein Kind den nächsten ersten Satz vorgeben: z.B. Ich bin cool. Nachdem wir das mit ein paar Beispielen gemacht hatten habe ich angekündigt, dass wird das auch auf Englisch schaffen.


    Erst haben wir wieder die Formen an der Tafel gesammelt. Ich hatte zur Hilfe wieder eine Übung zum Verbinden an der Tafelseite daneben: Dort stand auf der eine Seite I, you… und auf der anderen Seite durcheinander is, are (mehrmals), am. Anschließend haben wir genau dieselben Übungen auf Englisch gemacht, die wir vorher auf Deutsch gemacht haben.


    Dann sollte jeder die Formen in sein Vokabelheft abschreiben und es gab ein Übungsblatt dazu.


    In der nächsten Stunde habe ich noch ein Würfelspiel in Partnerarbeit dazu gemacht. Die 1 steht für I, die 2 für you, die 3 für he/she/it usw. Man würfelt z.B. eine 4 und schreibt we are, dann ist der andere dran und würfelt z.B. eine 6 und schreibt they are.Ziel ist es, als erster alle Verbformen einmal aufgeschrieben zu haben.


    Auf Französisch ist das natürlich genauso denkbar und bei einer große Gruppe würde ich die Zettel mehrfach austeilen, dass mehrere Schüler gleichzeitig eine Person bekommen. Einer wird dann nur aufgerufen, aber alle die z.B. "je" sind müssen mitüberlegen.

  • Danke für die Idee. Ich werde versuchen, das allerdings gleich in Französisch umzusetzen, da der FSU ja soweit wie möglich in der Zielsprache stattfinden sollte.

  • Ich hab zwar noch kein französisch unterrichtet, vielleicht rede ich Schwachsinn. Aber ich hab dafür ne Menge Schüler, denen es extrem schwer fällt, zu verstehen, was es mit den Wortarten auf sich hat. Daher: lieber weniger kreativ, mehr Struktur, Abstraktion und Wiederholung.


    Können die Kinder Verben im deutschen konjugieren? Also ist ihnen das Prinzip bewusst, dass sich Verben verändern? Was ein Verb überhaupt ist? Wenn nicht, würde ich tatsächlich das auch auf deutsch wiederholen und zwar mit einem regelmäßigen Verb, das auch im französischen regelmäßig ist. Evtl. eines, was sich spielen lässt. Noch besser: es klingt auch ähnlich. Tanzen und danser würden in diese Kategorien fallen. Wenn klar ist, dass "ich tanze, tu tanzt..." und "je danse, tu danses..." ein und dat selbe ist, kann man weitergehen und fragen, ob die Kinder Tunwörter kennen, die ganz anders klingen, je nachdem, wer etwas tut, also unregelmäßige V.


    Hilfreich fänd ich Piktogramme, die du dann beim etre wieder nehmen kannst. (Figur zeigt auf sich, auf den anderen, die Gruppe Mädchen... oder einfach nur Punkte mit Bezugspfeilen). Denn die Person, um die es geht ist ja nicht festgelegt, sie ist in Bezug zu demjenigen, der etwas sagt. Also "du" ist nicht immer Tim sondern nur, wenn ich Tim anspreche- da das sehr abstrakt ist, würde ich ggf. auch eine abstrakte Darstellung wählen.


    "Etre" würde ich erst anschließend einführen, weil "bin" als Verb zu erkennen bereits Schwierigkeiten bereitet. Kinder wissen im besten Falle: Verben sind Tunwörter, "bin" kann ich nicht tun.
    Zudem würde ich es im Satz einführen: Ich bin schön, du bist schön... oder was auch immer im Französischen/ zur Klasse passt.


    Und dann ein Wiederholen-und-Sätze-bilden-üben bis zum Abwinken.

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