Lehrerbedarfsprognose Bayern, wie zuverlässig?

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    • keckks schrieb:

      kinderpfleger sind eher, wie der name schon sagt, pfleger und keine erzieher. erzieher absolvieren eine fünfjährige ausbildung, kinderpfleger ist ein klassischer ausbildungsberuf für diejenigen, die "richtige" ausbildungen (die länger als zwei jahre dauern) vermutlich nicht bewältigen können. hier waren das schon in den 80ern die absolventen der ersten förderzentren. alternative anstreicher und maurer. die pfleger arbeiten immer nach anweisung eines erziehers, soweit ich weiß.

      Hallo keckks,

      lass dich von dem Zusatz "Pfleger" nicht irreführen. In der Praxis - ich habe sowohl Kinderpflegerinnen als auch Erzieherinnen in der KiTa erlebt - besteht da kaum ein nennenswerter Unterschied vom Tätigkeitsfeld her. Kinderpfleger dürfen halt selbständig keine Gruppen leiten.

      Und der schulische Teil der Ausbildung (natürlich ist es eine Ausbildung) dauert ein Jahr länger. Hier in BW ist die reguläre Ausbildung zum Erzieher in drei Jahren zu schaffen (Teilzeit natürlich länger), aber man braucht ein einjähriges Vorpraktikum (kann aber auch über Berufstätigkeiten oder FSJ etc. angerechnet werden), daher kommen die 4 Jahre zustande. Das brauchen (Anerkennungspraktikum) Kinderpfleger aber auch.

      Wird aber von BuLa zu BuLa sicher wieder Unterschiede geben.

      der Buntflieger
    • ich habe berufsschulklassen kinderpfleger regelmäßig am anfang hospitiert und selbst friseur und verkäufer unterrichtet an der bs. die kinderpfleger waren um längen schlechter, wirklich sehr viel, und es ist jetzt nicht so, dass bei einzelhandel und körperpflege die besten absolventen der mittelschule sitzen, um das mal milde zu formulieren. die schülerinnen meines vaters (förderzentrum) wurden wie gesagt gerne kinderpflegerin. viele davon hatten den förderschwerpunkt, der damals "lernbehindert" hieß. dementsprechend eingeschränkt war das aufgabenspektrum später. ich erlebe da aktuell mit kindern im umfeld beim eingewöhnen und später öfetrs abholen eigentlich nichts anderes. sie wickeln, füttern, helfen anziehen. pflegen halt. die erzieherinnen haben mittlere reife, teils fachabi, sind öfters auch umgeschulte gs-lehrerin, da gab es vor dem großen mangel umschulungsprogramme hier für. ganz anders level, wirklich ein ganz anderes.
    • keckks, hast du so einen deutschen Durchschnittskindergarten schon mal von Innen gesehen? Ich schon, jaaaaahrelange Muttererfahrung mit den unterschiedlichsten Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen. Und da muss ich sagen, dass in der Praxis kein Unterschied festzustellen ist. Beide machen die gleiche pädagogische Arbeit und führen z.B. auch Elterngespräche. Auf dem Papier macht die Erzieherin die Gruppenleitung, das war es aber auch schon.
    • ich kenn das wirklich sehr anders. meine nichten und neffen sind jetzt drei und fünf und beide seit dem sechsten monat in der krippe, insofern sind meine eigenen einblicke wochenaktuell. scheint anderswo anders zu sein, wenn ihr das sagt. finde ich etwas bedenklich, wenn ich mich an die klientel erinnere, die da vor nicht mal zehn jahren in der schule saß.
    • gingergirl schrieb:

      keckks, hast du so einen deutschen Durchschnittskindergarten schon mal von Innen gesehen? Ich schon, jaaaaahrelange Muttererfahrung mit den unterschiedlichsten Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen. Und da muss ich sagen, dass in der Praxis kein Unterschied festzustellen ist. Beide machen die gleiche pädagogische Arbeit und führen z.B. auch Elterngespräche. Auf dem Papier macht die Erzieherin die Gruppenleitung, das war es aber auch schon.
      Da ich als Erzieher in Bayern arbeite. Gingergirls Äußerung trifft den Nagel. Es gibt kaum Unterschiede, außer folgende:

      - Die Ausbildung zum Erzieher dauert länger, nämlich zusätzlich noch 3 Jahre
      - Nur Erzieher dürfen anleiten, das bedeutet Praktikanten ausbilden
      - Bei uns dürfen nur Erzieher im Hort arbeiten, das kann aber bei anderen Trägern anders sein
      - Erzieher kriegen mindestens S8a statt S3 wie Kinderpfleger
      - Erzieher können sich, nach reichlicher Berufserfahrung, auf stellv. bzw. Leitungspositionen bewerben

      ansonsten gibt es keine Unterschiede. Ich arbeite zudem in einer offenen Einrichtung und glaub mir @keckks, ich habe selber lange gebraucht um überhaupt zu checken, wer von meinen Kollegen eine Erzieherin ist und wer eine Kinderpflegerin. Beide arbeiten im Alltag gleich. Bei denjenigen, die eine Praktikantin hatten, wusste ich sofort, "okay ist eine Erzieherin", aber ansonsten, ist alles gleich. Bei uns gibt es keine Gruppen. Bezugskinder, mit der anfallenden Arbeit hat jeder, egal ob Erzieher oder nicht.
    • @keckks

      Zudem hat jede, hier in Bayern, ausgebildete Erzieherin, die Fachhochschulreife Sozial. Wenn man zusätzlich 6 Stunden pro Woche Mathematik, in der Hauptausbildung hatte und sich am Ende, einer zusätzlichen Prüfung in Englisch und Mathematik unterzieht und diese besteht, erhält man die allgemeine Fachhochschulreife. Ist fast so wie als hätte man die 12 Klasse der sozialen FOS/BOS beendet.

      Ich habe bis jetzt viele Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger kennengelernt und von denen hatten, bis jetzt, alle vor ihrer Ausbildung, meistens an einer BFS für Kinderpfleger, den Quali oder (noch öfters) die Mittlere Reife.

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    • ja gut, wenn das wohl fast überall so ist - wieso braucht man dann erzieher? offenbar reicht eine zweijährige fachschule mit zugangsvoraussetzung abschluss mittelschule, es muss nicht mal erfolgreich sein, um kinderpfleger zu werden. und da die dasselbe machen wie die erzieher und die gruppenleitung - anders als bisher mein eindruck in der einrichtung war, die die beiden minis hier besuchen - nur eine formsache ist, wie ihr sagt, wozu dann noch erzieher?

      *wenn* das so ist, dann kann das auch jeder ausgebildete lehrer sofort machen nach ein paar tagen einarbeitung sowie jedes elternteil, das alleine ein paar fachbücher lesen und verstehen kann nach einarbeitung.

      ich mein das nicht böse, mein eindruck war bisher echt einfach ein anderer. das erworbene wissen der erzieher scheint in der praxis irrelevant zu sein.
    • keckks schrieb:

      *wenn* das so ist, dann kann das auch jeder ausgebildete lehrer sofort machen nach ein paar tagen einarbeitung sowie jedes elternteil, das alleine ein paar fachbücher lesen und verstehen kann nach einarbeitung.

      ich mein das nicht böse, mein eindruck war bisher echt einfach ein anderer. das erworbene wissen der erzieher scheint in der praxis irrelevant zu sein.

      Hallo keckks,

      auch in meinem ersten Beruf benötigte man nur ein Bruchteil des Schulwissens in der Praxis. Das ist völlig normal würde ich sagen. In meinem FSJ auf einer Sozialstation habe ich nach einigen Wochen (verbotenerweise) selbständig Patientenbesuche (die leichteren Fälle) durchgeführt. Dort hätte auch niemand auf Anhieb erraten, dass hier eine ungelernte Kraft tätig ist und subkutan Spritzen verabreicht.

      Du hast völlig recht, dass die Qualifikation - auch hier in BW - einer Kinderpflegerin geringer ist und diese Ausbildung entsprechend häufig von Leuten mit niedrigerem Bildungshintergrund gewählt wird. Aber nach einigen Jahren im Job ist das in der Praxis spätestens nicht mehr feststellbar, wer jetzt 3 oder 4 Jahre Ausbildung und etwas mehr Theorie genossen hat.

      Die Qualifikation ist dennoch entscheidend für den offiziellen Berufsstatus und die Verdienstmöglichkeiten. Dass man aber mit Erfahrung und Lernfähigkeit viele Berufe auch ohne offizielle Qualifikation (eben durch Anleitung, Abschauen und eigenen Einsatz) lernen und ausüben könnte, ist doch klar.

      Die Arbeitgeber/Behörden, welche Leute mit 1. Staatsexamen die Tätigkeit/Nachqualifikation als Erzieher ermöglichen, wissen das ganz genau. ;)

      der Buntflieger
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