Deutsch, 7. Klasse Gymn, Bildbeschreibung - Benotung

  • Ich häng meinen Beruf an den Nagel...


    Meine lieben Kleinen haben also nach 3xigem Üben in der Klassenarbeit eine Bildbeschreibung verfasst, drei Tage vorher haben wir nochmal die Gliederung einer solchen besprochen, sie hatten einen Anleitungszettel, den sie in der Arbeit benutzen durften - nichtsdestotrotz haben die allermeisten wild durcheinander beschrieben, Gliederungsteile, die ihnen merkwürdig vorkamen - z.B. erst eine Grobbeschreibung des Bildes zu machen, bevor sie dann auf die einzelnen Aspekte eingegangen sind - mal eben weggelassen usw. Jetzt steh ich da und weiß mal wieder nicht, wie ich bewerten soll.
    a) Einige Leute haben wenigstens kaum Rechtschreib- und Ausdrucksfehler gemacht - wie stark geht das in der 7. mit in die Bewertung ein?
    b) Es gibt keine einzige wirklich gute Arbeit, was mir sagt, dass was mit meinem Unterricht nicht gestimmt hat. Allerdings ist die Klasse auch ziemlich unruhig, sie waren zwischendurch 2 Wochen auf Klassenfahrt, und weil ich ja so nett bin, muss man mich anscheinend auch nicht besonders ernst nehmen... jetzt frag ich mich, ob es sinnvoll ist, den SuS durch relativ strenge Bewertung den Ernst der Lage klar zu machen (nachdem man meine Meckereien anscheinend eher als niedlich empfand), oder ob ich den schwarzen Peter auf meine Kappe nehmen muss und freundlich bewerte; aber dann müssen sie ja denken, das wäre alles in Ordnung so...
    c) Ich dümpele bei meinen Bewertungen immer um die 3 herum, weil es bei jedem irgendwas Gutes, aber auch irgendwas Schlechtes gibt, was sich dann irgendwie ausgleicht. Das kann's aber doch nicht sein, oder?


    Seufzend,
    w.

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    Einmal editiert, zuletzt von wolkenstein ()

  • Hallo Wolkenstein,


    ich kenne das Problem sehr gut und habe bis heute noch keine abschließend befriedigende Lösung gefunden.
    Wichtig wäre es zu klären: Wie war die Klasse bei deinem Vorgänger? Gerade in der Siebten wirken oft noch Mängel und Versäumnisse nach, die letztlich aus der Grundschulzeit stammen. Ist die Klasse z.B. bekannt dafür, dass sie mit dem Umsetzen von "Rezepten" Probleme hat.
    Ich habe in dieser Klassenstufe Form und Inhalt erstmal 50:50 gewertet, abschließend dann aber meinen Gesamteindruck nochmal dagegen gestellt, was noch gut eine halbe Note ausmachen konnte.


    Im Übrigen lohnt es sich über die aus der Fachdidaktik/Pädagogik bekannten Kriterien wie Validität oder Reliabilität eines Test zu reflektieren.


    Zum Schluss würde ich mir wegen der vielen 3en keine Sorge machen. Zum einen kann man ja noch mit Viertels- und Halbennoten differenzieren, zum anderen soll ja eine Realität der Leistung abgebildet werden und die ist eben nicht immer die Gaußsche Normalverteilung.


    P.S.: Nicht die Flinte ins Korn werfen. Mein Pädagogikfachleiter meinte: "So ein halbwegs fertiger Lehrer ist man erst mit 10 Jahren Berufserfahrung; so lange werden Sie immer noch viel lernen..."

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Danke für den Zuspruch, lieber Klingone,


    Validität und Reliabilität haben mir die Schuppen von den Augen geblasen - als ich fragte "Kann ich mir jetzt das Bild vorstellen oder nicht", wurde die Bewertung viel einfacher. Inzwischen hat sich das alles auch ganz brav ausdifferenziert. Anscheinend hatte ich am Anfang eine Dreierstrecke erwischt... und, wie vorhergesagt, haben wir nebenher sehr viel über Verbesserung meines Unterrichts gelernt. Aber ich kann trotzdem nicht aufhörenb, darüber zu staunen, wie unterschiedlich die Leistungen gerade im Bereich Rechtschreibung und Grammatik sind, und zwar völlig unabhängig davon, ob es sich um Muttersprachler oder Kinder "mit Migrationshintergrund" handelt.


    Wohlgelaunt,
    w.

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