Die Uhr ist eins von ganz wenigen Themen (Lesen in den ersten Wochen, kleines Einmaleins...), bei denen ich als Mutter von organisierten und recht schulaffinen Kindern zuhause mitgeholfen habe, weil es halt, zumindest der letzte Teil, wo es um alle Darstellungs- und Benennungsweisen geht, ganz schön unübersichtlich wird, selbst für behütete Mittelschichts-Muttersprachler.
Gleichzeitig erleben wir jeden Tag, wie Kinder und Jugendliche mit ganz anderen Voraussetzungen oft unauffällig in der Mitte mitschwimmen. Kinder der ersten und zweiten Einwanderergeneration sprechen nicht nur fließend Deutsch, sondern lernen teilweise mehrere andere indoeuropäische Sprachen, machen in der Regel einen Schulabschluss und lernen einen Beruf, machen Abitur, oft nach Jahren konstanten selbstständigen Lernens sogar ein gutes oder sehr gutes. Manche lernen auch noch die analoge Uhr oder die meisten Kommaregeln. Aber wenn sie sich pragmatisch auf für sie Wichtigeres konzentriert hätten, würde es mir nicht einfallen, sie deswegen zu kritisieren. Einen mittleren Notenschnitt in einem mittleren Schulabschluss geschafft zu haben, kann eine riesige Leistung sein! Das sollten wir ihnen öfter sagen.