Sklavenhandel - auch in Deutschland

  • In Süddeutschland gab es bis 1940 noch eine perfide Art des Sklavenhandels, mancherorts sogar noch bis in die 70er-Jahre.
    Sklaverei war kein amerikanisches "Alleinstellungsmerkmal"

    Kinder aus Tirol, Vorarlberg und der Schweiz wurden auf Märkten in Süddeutschland meistbietend versteigert. Das klingt skurril und unwahrscheinlich - ist jedoch geschichtlich erforscht und verbürgt. Kinder im Alter von 8-16 Jahren von armen Bergbauern der Alpen wurden im Frühjahr von "Schleppern" zu den "Hütekindermärkten" in Süddeutschland transportiert, wo sie meistbietend an Bauern Süddeutschlands als Saisonarbeitskräfte verkauft wurden.

    Sie mussten im Haushalt arbeiten, auf dem Feld oder als Viehhirten. Manche wurden gut behandelt, viele misshandelt. Schulbesuch fand nicht statt - dafür war keine Zeit.
    Einige Informationen dazu habe ich hier zusammengestellt:
    https://oberschwabenschau.info/sehenswertes/g…schwabenkinder/
    In der Wikipedia findet man einen Artikel zur "Verdingung" der Kinder:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Verdingung
    sowie zu den Schwabenkindern:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenkinder
    Einen Bericht über die Praxis der Versteigerungen und des Transports - u.a. über den "Hütekindermarkt" in Ravensburg :
    https://oberschwabenschau.info/landkreise-und…er-gartenlaube/

    Die Praxis war kein süddeutsches Phänomen:
    "Auch in Schweden wurden „Armeleutekinder“ verdingt. Ihnen hat Astrid Lindgren in ihrer Erzählung Sonnenau ein literarisches Denkmal gesetzt. In Grossbritannien wurden Kinder nicht nur in den ab den 1830er Jahren etablierten „Workhouses“ oder deren angeschlossenen Fabriken und Farmen zur Arbeit gezwungen. Sie wurden oft auch durch Verkauf in kriminelle Tätigkeiten und Prostitution gedrängt. Diese Situation beschreibt Charles Dickens in seinem Roman Oliver Twist." (Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Verdingung)

    Im Unterricht kann man diese Praxis im Zusammenhang mit Kinderrechten, den sozialen Problemen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts und der Sklaverei thematisieren und "näher bringen"

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Wolfgang Autenrieth 5. Oktober 2026 22:40

    Hat den Titel des Themas von „Sklavenhandel - vom Mittelalter bis 1940 auch in Deutschland“ zu „Sklavenhandel - auch in Deutschland“ geändert.

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