Schüttle das ab, richte das Krönchen und schau nach vorn.
Nach meinem Referendariat Mitte der 80er gab es im Lehramt in Ba-Wü keinen Bedarf. Wenn es Einstellungen gab, dann kam man mit 1-er-Schnitt an eine Brennpunktschule im Kessel von Stuttgart. Neben meinem 2.Stex habe ich noch einen Gesellenbrief und dann als junger Familienvater auch in diesem Bereich bundesweit Initiativbewerbungen versendet. Daneben hatte ich mich auch bei der Arbeitsverwaltung Arbeit suchend gemeldet. Nach 6 Wochen kam das Angebot der Arbeitsverwaltung für eine befristete Tätigkeit als Fachlehrer bei der Gewerbeförderungsanstalt der Handwerkskammer: Sprachkurs für Aussiedler aus Polen, Russland, Kasachstan... Deputat 31 UE. Um die Spätaussiedler an den 8-Stunden-Tag zu gewöhnen, musste jedoch von 7:30 Uhr bis 16:30 unterrichtet werden. Die zusätzlichen Stunden wurden als Honorarkraft vergütet.
Als Lehrkraft der Handwerkskammer konnte ich Kurse der Kammer kostenlos besuchen. Also habe ich einen Abendkurs EDV belegt: DOS, Wordstar, Multiplan und DBase. Einige Wochen später fragte mich der Leiter der Gewerbeförderung, ob ich Abendkurse für Soldaten des Bundeswehrstandortes halten könne. Weil die Sprachkurse immer auf 3 Monate befristet waren, habe ich alles angenommen, um ein finanzielles Polster anzusparen.
Es kamen dann Kurse für Industriefirmen und für einen Computershop dazu. In manchen Wochen habe ich von morgens 7:30 Uhr bis nachts kurz vor 22 Uhr unterrichtet - in manchen Wochen mehr als 60 UE. Dann wurden Spezialsprachkurse für Metallfacharbeiter eingerichtet. Neben meinem Unterrichtsraum befand sich die Ausbildungswerkstatt mit den Drehbänken, wo der Ausbildungsmeister den praktischen Teil erledigte, während ich den Fachwortschatz und Gesellschaftslehre, Wirtschaftslehre, Mietrecht, politisches System und Umgang mit Behörden abarbeitete.
Nach drei Jahren ebbte der Zuzug der Spätaussiedler ab und ich musste Kurse an verschiedenen Standorten der Handwerkskammer im Umkreis von 100 Kilometern unterrichten. Die Abendkurse gingen weiter. Mein Bankkonto und Sicherheitspolster wuchs jedoch 
Kurz vor Weihnachten kam dann der Anruf vom Schulamt, dass an einer privaten Schule für Erziehungshilfe in kirchlicher Trägerschaft eine Klassenlehrerstelle frei sei. Zum Glück hatte ich mit dem Leiter der Gewerbeförderung ein freundschaftliches Verhältnis und konnte ohne Kündigungsfrist wechseln. An dieser Schule blieb ich 10 Jahre als Klassenlehrer. Die Abendkurse für EDV liefen weiter. So kam über die Jahre der Grundstock für's Häusle zusammen.
Über die Kontakte zur Gewerbeförderung erhielt ich von dort die ausrangierten Rechner der Schulungsräume und konnte unsere Schule mit 40 IBM-PCs ausstatten - sodass in jedem Klassenzimmer eine Arbeitsecke installiert werden konnte. Durch einen Neubau kamen ein Technik- und Computerraum dazu, ich wurde Netzwerkbetreuer für das Linuxmuster-Netzwerk.
Nach 10 Jahren sanken die Schülerzahlen und es wurde immer unsicherer, ob die Schule alle Kollegen weiter beschäftigen kann. Damals gab es ein Bewerbungsverfahren der Schulverwaltung für Lehrkräfte "mit besonderen Qualifikationen". Durch meine erworbenen Kenntnisse im sonderpädagogischen und EDV-Bereich erhielt ich eine Stelle als Beamter an einer Hauptschule und baute - neben der Klassenlehrertätigkeit - dort das Computernetzwerk auf. Mit HTML hatte ich ein Menuesystem für den Internetzugang gebastelt. Daraus entwickelte sich über die Jahre eine Website, die über mehrere Millionen Zugriffe durch Werbeeinnahmen die Miete für das Studentenzimmer meiner Tochter finanzierte.
Als im benachbarten Schulamt der Kollege erkrankte, der die EDV betreut hatte, wurde ich sein Nachfolger. Auch dort kamen über die Jahre weitere Aufgaben hinzu: Schulkunst, Schulmusik, Jugendbegleiterprogramm, Fortbildung, Fachberatung Wirtschaft/Informationstechnik... und A13 
Was ich dir mit meinem Beispiel mitteilen möchte:
Du hast viele Fähigkeiten. Umwege verbessern die Ortskenntnis. Oft findet sich hinter einer Ecke eine Treppe oder Tür, die weiter führt.
Schau dich um. Das wird schon. Du kannst was.