Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Ich wollte damit auch nicht ausdrücken, dass Ethik schwieriger als Religionslehre sei

    Zu beachten ist dabei auch das allgemeine Niveau - bei dem wir uns durchaus unterscheiden.
    Ich habe ev. Religion in Klasse 5-7 der Hauptschulstufe unterrichtet. Da wäre Nietzsche der Overkill im Anspruch gewesen ;-)
    Der Lehrplan der Werkrealschule in Ba-Wü lässt in der Ausgestaltung Interpretationsspielraum. In der großen Pause saß ich immer am "Männertisch" im Kollegium gemeinsam mit dem kathol. Dekan, dem evang. Pfarrer und dem evang. Religionslehrer und den anderen Fachkollegen. Zu meiner Interpretation des Lehrplans gab es von deren Seite keine Klagen.

    Wenn die Quintessenz aus 2000 Jahren Christentum "habt euch lieb" ist und Leute nach 4 Jahren Studium "ihren Glauben verlieren", was immer da verloren geht, frag ich mich, wieder mal, was konfessioneller Religionsunterricht eigentlich leisten soll und kann. Aber eine Antwort darauf existiert wahrscheinlich gar nicht, er ist halt in der Verfassung verankert, weswegen wir ihn nicht loswerden.

    Religionsunterricht - wie ich ihn praktiziert habe, nachdem die Schulleitung mir das zugetraut und in den Plan geschrieben hatte, ist imho im Kern Ethikunterricht und Kulturgeschichte. Relikte christlicher Kultur begegnen uns an jeder Ecke - haben unsere Gesellschaft und Geschichte geprägt und tun das - ob wir wollen oder nicht. Schüler müssen lernen, mit diesem Erbe umzugehen und es zu deuten. Auch als Herrschaftsinstrument, das in der Vergangenheit (und noch heute) vielen Millionen Menschen das Leben kostete. Genauso als Instrument gegen die Herrschaft - wie die Ereignisse des Bauernkrieges vor ziemlich genau 500 Jahren gezeigt haben, als nach Luthers Postulat von der "Freiheit des Christenmenschen" der Bauernkrieg begann.


    Gleichzeitig bietet der Religions-/Ethikunterricht die Gelegenheit, verbindende Strukturen der Weltreligionen und der Kulturen aufzuzeigen - was sich ja bereits in so kleinen, gemeinsamen alltäglichen Dingen wie dem arbeitsfreien Sonntag, dem Schabatt oder dem Freitagsgebet, den Fastenregeln u.v.a.m. zeigt.

    Religionsunterricht, der aus Gebetsgesängen, Lobpreisungen und mystischen Gebetshandlungen und Bibelstunden besteht, darf gerne zum Teufel gehen.

    Es gibt den hübschen Spruch:

    "Wer mit 18 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer es mit 28 noch immer ist, hat kein Hirn."
    Statt Kommunist kann man problemlos "Christ" einsetzen.

    Ich bin Agnostiker. Das Grundprinzip des Christentums finde ich in Ordnung. Die Ausführung der Amtskirche jedoch grenzwertig bis inakzeptabel (besonders in der katholischen Ausprägung). Ich halte mich jedoch an die Regeln und hoffe darauf, dass ich - sollte es dieses höhere Wesen wirklich geben - dadurch Gnade finde. ;-) Wobei ich diese "gnädige Beurteilung" meiner Arbeit und Marotten zuerst von meiner irdischen Umgebung erhoffe - und ich mich so verhalte, dass diese erteilt werden kann.

    Das Ganze nennt man auch den "Kant'schen Imperativ"

    Mein Routenplaner sagt, Zürich ist von mir über 1000km entfernt

    Bei mir sind Stuttgart und Zürich gleich weit entfernt. Viele meiner Schulkameraden, die Lehrer wurden, arbeiten in der Schweiz.
    Auf der deutschen Seite des Bodensees bekommst du kaum einen Job als Lehrer - weil die Region zu beliebt ist. Gegenüber schon. Das ist durchaus Motivation.
    BTW - letzte Woche in Hagnau:

    Dass war du hier schreibst ist so dermaßen quer zur Realität und eine völlige Schuldumkehr der tatsächlichen Situation, dass ich eigentlich nicht mehr inhaltlich darauf eingehen möchte, weil ich zunehmend den Eindruck habe, dass das ganze "Hauptsache Friede!" -Gerede nur vorgeschoben ist und du in Wirklichkeit einfach mit Russland und seinen Ambitionen, sich eine neue militärische Einflusssphäre zu schaffen, sympathisierst.

    Nur, weil ich hier für Bedacht plädiere, bin ich nun der Russlandfreund? Dann ist Scholz das wohl auch. Genauso wie die anderen Natopartner? Nur Macron macht es richtig, wenn er (im Schutz seiner "force de frappe") eigene Soldaten an die Front schicken will? Irgendwie wird Mann hier schnell zum Buhmann, wenn man nicht der "Hau-drauf-Fraktion" Beifall zollt.
    Die Unterstützung der Ukraine hab' ich nie infrage gestellt. Es geht um die Wahl der Mittel.
    Die Taurus kostet pro Stück 1 Mio. Zum selben Preis bekommt man 20 Stinger, mit denen man die russischen Drohnen vom Himmel holen kann.
    Taurus ist ein Bunker brechendes Geschoss. Haben die Russen im Donbass bereits Bunker mit meterdicken Wänden gebaut, die als Angriffsziele taugen? Wo bitte? Zudem ist Taurus ein hochkomplexes Waffensystem, das Spezialisten zur Steuerung benötigt - und demnach die Entsendung von deutschen Soldaten bedingt. Weiterhin ist das System darauf ausgelegt, von Tornado-Kampfflugzeugen aus gestartet zu werden - die in der Ukraine nicht vorhanden sind. Hier wären zunächst umfangreiche Umrüstarbeiten der dort befindlichen Waffensysteme notwendig - oder der Einsatz unserer Luftwaffe. Und das wäre der beginn des Kriegseintrittes von Deutschland.

    Russland braucht keine Legitimation, Städte zu bombardieren, es tut dies bereits. Die Ukraine ist ein europäischer Staat und kein Teil Russlands, die Sowjetunion existiert nicht mehr. Offenbar muss man das nicht nur den Russen erklären.

    Und du willst mich nicht verstehen.

    finde ich sprachlich sehr daneben.

    Das mehr! mehr! noch mehr Bumbum-Geschrei einer Strack-Zimmermann oder verschiedener CDU-Politiker - die noch mehr Eskalation fordern, finde ich dagegen nicht daneben. Sondern dumm. Wer flächendeckende Bombardements mit Taurus auf russischem (Nachschub-)Gebiet fordert, will die Büchse der Pandora öffnen.
    Actio erzeugt Reactio. Und schafft Legitimation für die russische Seite, die Bombardierungen der Städte zu forcieren.

    Man wird auch träumen dürfen:
    Falls Putin bei der Wahl vom 15. bis 17. März 2024 wieder als Sieger feststeht, könnte es sein, dass er sich als "Friedensbringer" feiern lässt - und sowohl die Ukraine und der Westen den Donbass von der Ukraine "abknapsen" lassen - wie ehedem die Krim. Schaugn mer mal ...
    In 2030 Jahren geht es dann eben wieder von vorne los - dann ist er 78 und spielt dann den Trump.

    Ich erkläre denen auch, dass der breitgestreute Aktienmarkt langfristig sehr sicher ist

    Das dachten meine Schwägerin und mein nachbar auch. Beide haben am Aktienmarkt mit Fonds beim Crash einen Totalverlust erlitten. Altersvorsorge futsch. nun ist Schmalhans Küchenmeister. Ich genieße meine Rente und meine Pension. Die Pension wird zwar um den anrechenbaren Teil der Rente gekürzt - aber es ist "auskömmlich" ;-)

    Bei Aktien muss man sich auskennen. Ich hab' auch meine Erfahrungen gemacht - zum Glück nur mit einem kleinen Betrag - bei dem ich hoffe, dass der Kurs mal wieder nach oben geht. Als Corona los ging, hatte ich einige Curevac-Aktien gekauft. Dumm gelaufen. Zum Glück war das nur "Spielgeld" ;-)

    Wenn die Schulen durch die offizielle Freigabe experimentieren dürfen, dann ändert sich an den dazu bereiten Schulen einiges.

    Zum Guten? Oder endet es wieder im Sportlehrer-Bashing?

    BTW: Ich hab schon (fast) alles unterrichtet - aber Sport war mir immer zu viel, zu laut, zu anstrengend ... zu viel Vor- und Nachbereitung und Ärger, sowie zu viel Verantwortung dafür, das alle heil Nachhause kommen ... Dann lieber Mathe.

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