Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Auf welche Probleme beim Thema "Vorlesen & Lesen im Unterricht einbinden" stoßt ihr und hemmen euch?

    Ich würde im Vortrag auf Störungen und Hemmnisse nur als Randnotiz eingehen, da diese individuell sind. Vielmehr interessieren die Zuhörer die Möglichkeiten, Freude und Spaß am Lesen zu fördern. Einige Links und Vorschläge dazu findest du hier:
    https://www.autenrieths.de/lesen.html

    Eigentlich hatte ich hier - wie im Eingangspost erwähnt - weitere Beispiele für verfälschende Tabellen und Diagrammen zu Prozentangaben erhofft, die man im Unterricht verwenden kann.

    BTW zur Forensoftware:
    Im Eingangspost wurde die Grafik nicht proportional verkleinert, sondern beschnitten - wodurch der eigentliche Sachzusammenhang erst erkennbar wird, wenn man die Grafik anklickt - was wohl manche der Diskussionsteilnehmer nicht getan haben.
    Das Problem mit beschnittenen Grafiken ist mir bereits mehrfach aufgefallen. Vielleicht kann Stefan hier für Abhilfe sorgen?

    • 80% der Beamten befinden sich im gehobenen und höheren Dienst - wozu ein Fachhochschul- oder universitärer Abschluss Voraussetzung ist. Beamtengehalt und Versorgung müssen daher mit entsprechenden Berufsgruppen der Bevölkerung verglichen werden - und nicht mit dem Durchschnitt.
    • Bei der Wiedereinführung des Beamtentums 1951 nach dem 2.Weltkrieg wurde festgelegt, dass das Gehalt wegen dem Aufbau der Versorgung niedriger ausfallen müsse.
    • Seit 1951 wurden die Gehälter mehrfach gekürzt, um die Versorgung sicherzustellen.
    • Je beschäftigtem Arbeitnehmer in der Wirtschaft sind seit 1951 die Bruttolohn- und Gehaltssummen wesentlich stärker gestiegen als der vergleichbare Wert für Beamte.
    • Die Pensionen sind wirtschaftlich gesehen auf einbehaltenen, lediglich nicht förmlich ausgewiesenen Gehaltsbestandteilen aufgebaut. Dies bedeutet, bei der Bemessung der Besoldung der aktiven Beamten ist der spätere Versorgungsanspruch bereits berücksichtigt. Die Festlegung der Besoldung unter Berücksichtigung der späteren Versorgung bewirkt also mittelbar einen Gehaltsverzicht
    • Dass die Rücklagen für die Altersversorgung zweckentfremdet wurden, darf den Beschäftigten nicht angelastet werden.
    • Wie jedes Unternehmen der Wirtschaft bezahlt der Staat die Löhne seiner Beschäftigten aus den erwirtschafteten Einnahmen - in diesem Fall aus Steuern.

    Eine sehr lesenswerte Zusammenstellung samt Daten und Fakten ist hier zu finden:
    https://www.myheimat.de/bobingen/c-pol…-ihnen_a1279941

    Die Grafik ist völlig korrekt und vielleicht sollte man aufhören den gemeinen Betrachter für zu blöde zu halten, sie richtig zu lesen.

    In diesem Fall bin ich eben zu blöde? 😇
    Hast du nur den Ausschnitt der Grafik gesehen - oder sie auch mal als Ganzes geöffnet?
    Dann erkennst du vielleicht, weshalb Mimikama diese Grafik als "Fake" klassifiziert.
    In Bezug zur Hauptüberschrift ist die Grafik keinesfalls korrekt - und wenn man dann noch die kleine "Headline" hinzunimmt, erkennt man das Ziel.

    ich möchte die Grafik ja ungerne verteidigen. Aber: für mich geht aus dem Text schon hervor, dass es jeweils die Prozentzahlen im Verhältnis zur Herkunftsgruppe sind, die angegeben werden.

    Die fett gedruckte Überschrift des Diagrammes lautet:
    "Staatsangehörigkeit von Bürgergeldempfängern"
    Damit sind die darunter stehenden Balken eine bewusst falsche und manipulative Darstellung.
    Dass diese Grafik auf Facebook von rechten Kreisen massiv geteilt wird, spricht doch Bände - und zeigt wie sie verstanden werden soll.

    An welcher Stelle innerhalb der Grafik soll sich genau der Fehler befinden?

    Augen auf. Es wird optisch suggeriert, dass der Anteil der deutschen Bürgergeldbezieher den kleinsten Anteil ausmacht.
    Die Zahlen an sich sind (fast) richtig - wobei im Mimikama-Text auch diese korrigiert werden. Die "Lüge und Propaganda" entsteht durch die optische Darstellung - besonders durch die absteigende Treppe. Dass du das nicht sehen willst ... :weissnicht:

    Die Grafik kann auch positiv interpretiert werden:
    48% der Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, befinden sich bereits in Arbeitsverhältnissen und versorgen sich selbst. Bei Menschen aus Syrien sind es sogar knapp 55%, bei Menschen aus dem Irak sogar mehr als 73%. Und deutsche Staatsangehörige sorgen zu 94% für sich selbst ;)
    Zudem bedeutet der Bürgergeldbezug nicht in jedem Fall eine Vollversorgung, sondern kann auch ein Zuschuss zur Lebenshaltung sein. Das ist alles komplexer, als mancher Propagandafritze wahrhaben möchte.

    Ein "hübsches" Beispiel, wie man mit Grafiken und "Prozentrechnung" die Wahrheit verfälschen und Menschen manipulieren kann, zeigt folgende Grafik.
    Mathematiker finden den Fehler schnell und einfach durch Addition der Prozentwerte ;)
    Grafik und Text eignen sich für den Mathematik- und Gesellschaftslehreunterricht.
    Dass sich in den genannten Bevölkerungsgruppen viele Menschen durch Anerkennungsverfahren und intergrationskurse im Beschäftigungsverbot befinden, wird ausgeklammert.




    Quelle: Screenshot von Mimikama: https://www.mimikama.org/nur-5-6-prozen…enger-deutsche/

    Zitat daraus:

    Zitat

    Wie sich Bürgergeldempfänger tatsächlich verteilen

    Wer wissen will, wie sich Bürgergeldempfänger nach Staatsangehörigkeit tatsächlich zusammensetzen, muss auf die absoluten Zahlen der Regelleistungsberechtigten (Tabelle 1.1) schauen, nicht auf die SGB-II-Quote. Für Deutschland gesamt ergibt sich daraus folgendes Bild:

    • Deutsche: 53,5 Prozent
    • Ukrainische Staatsangehörige: 12,7 Prozent
    • Syrische Staatsangehörige: 8,3 Prozent
    • Afghanische Staatsangehörige: 3,8 Prozent
    • Türkische Staatsangehörige: 3,6 Prozent
    • Bulgarische Staatsangehörige: 2,0 Prozent
    • Irakische Staatsangehörige: 1,6 Prozent
    • Andere Staatsangehörigkeiten: 14,5 Prozent

    Genau daran wird der Kernfehler der Grafik sichtbar: Würde sie tatsächlich die Verteilung aller Bürgergeldempfänger zeigen, müsste bei Deutschen nicht ein Wert um 5 Prozent stehen, sondern mit Abstand der größte Anteil.


    Vielleicht habt ihr ja ebenfalls Beispiele für derart verfälschte, manipulative Tabellen und Diagramme.

    Sofern das Klassenzimmer nicht gerade ein Flucht- und Rettungsweg ist, ist das unproblematisch.....falls doch, dann dürfen da auch keine Möbel o.ä. stehen....ok, ist dann halt auch kein Klassenzimmer mehr.

    Wie meine Fußnote es ausdrückt - Sarkasmus.
    Ich bin für lebendige, farbige, lebenswerte Schulen und Klassenzimmer, in denen Kinder und Jugendliche auch im Vorübergehen Wissen "aufsaugen". Mit überzogenen Regelungen werden Schulen kahl - und kalt. Und dann werden die Räumlichkeiten RICHTIG gefährlich. Wer sich wie im Gefängnis eingesperrt fühlt, bricht aus. Oder gebärdet sich verbrecherisch.
    Schulen müssen Heimat und Wohlfühlorte sein, die Kinder gerne besuchen. Daher: Schnappt euch die Farbtöpfe!

    Ein Tag im Lehrerforum: Sonntag, 7. Juni 2026, 1. Sonntag nach Trinitatis

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    In der Regel hatten meine Klassen, die ich als Klassenlehrer betreut habe, weniger als 20 Schüler. Wenn ich beim Ausflug, Klassenfahrt oder Lerngang mit dem Völkchen unterwegs war, habe ich auch gerne an der Eisdiele eingebremst. Ansage an Schüler und Eisverkäufer: "Ich übernehme pro Schüler 2 €. Den Rest müssen die Kids selbst bezahlen." Das war immer gut investiertes Geld. 40 €umel tun mir nicht weh. Eine grantige Gruppe schon. Man kann sich die Bonuspunkte schwerer erarbeiten ;)
    Bei Abschlussklassen war am Ende des Schuljahres auch ab und an ein höherer Betrag als Rest in der Klassenkasse. Dann gab es entsprechend höhere "Prämienvergütung" - denn die Klassenkasse war durch gemeinsame Verkaufsaktionen aus dem Technikunterricht oder vom Weihnachtsbasar gemeinsam gefüllt worden.

    Was sagt ihr dazu? Sollte ich doch aufhören oder einfach versuchen, an meinem Anspruch und meiner Unsicherheit zu arbeiten? Ich persönlich kann mir momentan aber gar keinen anderen Job vorstellen.

    Back on Teppich:
    Nach zwei Jahren kannst du das noch gar nicht beurteilen. Mit der Zeit wächst das Vertrauen und auch die emotionale Unterstützung durch Kolleg*innen. Unterrichtsstoffe wiederholen sich, du wirst "textsicher" und legst dir ein Repertoire an Varianten zu, wie du im Unterricht reagieren kannst. Irgendwann kommst du mit dem Chaos, dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest klar: Don't panic!

    In der Klasse hast du es mit 20 bis 30 Individuen, je nach Alter auch Hormonbomben und Kids mit unterschiedlicher Lebens- und Beziehungsgeschichten zu tun. Da geschehen auf dem Schulweg, Zuhause, in der Pause oder sonstwo Geschichten, die in das Beziehungsgefüge der Klasse hinein wirken. Und daraus folgt: Du bist nicht schuld. Nimm nichts persönlich. Du wirst eine Gruppe von 20 Individuen nie "im Griff" haben. Dazu gibt es zu viele Unwägbarkeiten, die von außen einwirken.
    Wenn Schüler motzig werden, liegt es an deiner Rolle als Lehrkraft, nicht an deiner Person. Starte die Beziehungsarbeit jeden Tag neu und sei nicht nachtragend. Das bedeutet nicht, dass du keine Grenzen setzen musst. Es muss immer klar sein, wer Chef im Ring ist und die Spur weist.

    Versuche deine Klassenarbeiten so zu strukturieren, dass sich die Korrektur zügig "abhaken" lässt. Nachdem ich Klassenarbeitshefte abgeschafft hatte und die Arbeiten als kopierte Broschüren konzipiert hatte, war das sowohl zeitlich als auch intellektuell leichter durchzuarbeiten. Broschüre auf den Stapel, dann zunächst alle Tests in Aufgabe 1 und 2 durchkorrigiert, danach Aufgabe 3 and so on. Da fallen dann auch gemeinsame Fehlerstrukturen leichter auf, die im Unterrichtsgespräch aufgegriffen werden müssen. Aufgabe 1 und 2 hatte ich immer im Schwierigkeitsgrad als "Warm-Up" konzipiert, um eine Erfolgszuversicht anzustoßen.

    Zitat

    Grundsätzlich bekomme ich auch viel positives Feedback von Eltern, SuS, dem Kollegium und der Schulleitung. Ich habe auch eine sehr gute Beziehung zu meinen SuS. Lernziele werden meiner Meinung nach auch erreicht und alle Klassenarbeiten sind bisher gut oder zumindest in Ordnung ausgefallen. Also lernen die Kinder auch was. Neulich hatte ich meine erste Klassenfahrt mit meiner zehnten Klasse und es lief mehr als reibungslos ab. In meinem Gutachten nach dem ersten Jahr von der SL stand nur Positives drin.

    Was du machen musst, formulierst du doch selbst. Anscheinend bist du nicht am falschen Platz. Du musst nur noch besser ankommen.

    Nachtrag: Den Lohn, das Gehalt, die Besoldung, die Penunze, das Schmerzensgeld, die Aufwandsentschädigung oder wie man das sonst nennen mag, lässt Spielraum, sich als Entschädigung etwas zur Aufheiterung oder zum Stressabbau zu gönnen. Mach.

    ich erstelle eine Liste der benötigten Materialien und lasse die Sekretärin alles bestellen bzw. den Hausmeister einkaufen (und schleppen!! ;) ) fahren.

    Alte Lehrerregel:
    Wenn du an der Schule ein angenehmes Leben willst, verscherze dir NIE die Sympathien von den beiden wichtigsten Personen:
    Der Sekretärin und dem Hausmeister.

    Beide haben Wichtigeres zu tun, als deine Stifte einzukaufen oder zu verwalten. Unser Hausmeister ist morgens um 6 Uhr in der Schule und kontrolliert, ob in der Nacht Beschädigungen erfolgt sind, räumt kaputte Flaschen weg und überstreicht Tags an den Wänden. Letzteres geschieht nur sehr selten, weil die Kids gemerkt haben, das die nächtliche Aktion keine Aufmerksamkeit erhalten hat :aufgepasst:
    Über den Tag führt er kleine Reparaturen durch oder verhandelt mit Handwerkern. Eigentlich wären seine 8 Stunden um 14 Uhr vorbei. Er ist jedoch um 18 Uhr der letzte, der noch schaut, ob alle Fenster und Türen geschlossen sind, bei Elternabenden kann das auch 23 Uhr werden. Zudem ist er Chef der "Damen vom Reinigungsdienst" und Beschäftigungstherapeut für Schüler, die am Nachmittag eine Zusatzbetreuung "verordnet" wurde.
    Eigentlich sollte für die Hausmeister und für das Reinigungspersonal ein jährlicher Ehrentag eingerichtet werden :rose:

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